Banause
Die Bezeichnung Banause wurde von der im antiken Griechenland üblichen Bezeichnung bánausos ({{ELSalt|βάναυσος}} von baunos, {{Polytonisch|βαῦνος}}, „Ofen“, ursprünglich „der am Ofen Arbeitende“,Lexikon der Antike. Seite 81{{Pierer1857 Online |Schlagwort=Banausie |Band=2 |Seite=264 |SeiteBis= |BK-Nummer= }} im weiteren Sinne „(Kunst-)Handwerker“, schließlich „vulgär“)[http://www.perseus.tufts.edu/cgi-bin/ptext?doc=Perseus%3Atext%3A1999.04.0057%3Aentry%3D%2319308 Eintrag] in Henry George Liddell, Robert Scott: A Greek-English Lexicon, revised and augmented throughout by Sir Henry Stuart Jones with the assistance of Roderick McKenzie, Oxford (Clarendon Press) 1940, ISBN 0198642261 abgeleitet, mit der diejenigen abwertend benannt wurden, die nicht frei geboren waren und ihren Lebensunterhalt durch körperliche Arbeit verdienen mussten. Dazu gehörten neben den Handwerkern auch diejenigen Künstler, die die praktischen Künste („artes mechanicae“) ausübten. Der Zugang zu den freien Künsten („artes liberales“) blieb diesen Schichten verwehrt. In der antiken Gesellschaft waren nur diejenigen Tätigkeiten gesellschaftlich akzeptiert, die nicht von Erwerbsabsichten geprägt waren und fast ausschließlich auf geistigen Fähigkeiten beruhten.
Neben Handwerk und Kunst wurden auch Handel und Landarbeit als banausisch angesehen. Die geringschätzende Einstellung zur Lohnarbeit fand Einzug in die griechische Philosophie und Literatur. Für Aristoteles waren solche Tätigkeiten das Gegenteil von Bildung. Daher verbot er schwere körperliche Arbeit als Teil der Erziehung. [http://www.zeno.org/Geschichte/M/Burckhardt,+Jacob/Griechische+Kulturgeschichte/Vierter+Band/Neunter+Abschnitt.+Der+hellenische+Mensch+in+seiner+zeitlichen+Entwicklung/III.+Der+koloniale+und+agonale+Mensch Burckhardt: Gesammelte Werke. Band 8. Seite 119] Die Unwürdigkeit der Lohnarbeit wurde auch als Grundlage dafür angesehen, der nicht aristokratischen Bevölkerung den Zugang zu politischen Tätigkeiten zu verwehren. So heißt es bei Euripides: »Ein armer landbebauender Mann, auch wenn er nicht unterrichtet ist, kann doch wegen seiner Arbeit den Blick nicht auf das Gemeinwesen richten.« Euripides: Hiketides. [http://www.zeno.org/Geschichte/M/Burckhardt,+Jacob/Griechische+Kulturgeschichte/Vierter+Band/Neunter+Abschnitt.+Der+hellenische+Mensch+in+seiner+zeitlichen+Entwicklung/III.+Der+koloniale+und+agonale+Mensch#F6724 Burckhardt: Gesammelte Werke. Band 8. Seite 123, Fußnote 241] Am weitesten fortgeschritten war der Gegensatz zwischen der arbeitenden Bevölkerung und der herrschenden Krieger-Klasse in Sparta. Den Spartiaten war jegliche „banausische“ Erwerbstätigkeit verboten.[http://www.zeno.org/Geschichte/M/Burckhardt,+Jacob/Griechische+Kulturgeschichte/Vierter+Band/Neunter+Abschnitt.+Der+hellenische+Mensch+in+seiner+zeitlichen+Entwicklung/III.+Der+koloniale+und+agonale+Mensch#F6705 Burckhardt: Gesammelte Werke. Band 8. Seite 118, Fußnote 222 ]
Heute ist Banause eine abwertende Bezeichnung, mit der einem Menschen Mangel an Intellekt, Feingefühl oder Bildung vorgeworfen wird. Verallgemeinert kann jemand als „Banause“ bezeichnet werden, der an einer Sache uninteressiert ist oder oberflächlich urteilt.
Besonders ist Kunstbanause oder Kulturbanause, ein Vorwurf von fehlendem Kunstverständnis.Die Banausie ist das rein handwerksmäßige Betreiben einer Kunst oder Wissenschaft ohne Sinn für eine höhere geistige Kultur.
Literatur
* Johannes Irmscher, Renate Johne (Hrsgg.): Lexikon der Antike. VEB Bibliographisches Institut Leipzig 1979
* Jacob Burckhardt: Griechische Kulturgeschichte. In: Gesammelte Werke. Darmstadt 1957, Band 8
Weblinks
*[http://www.beyars.com/kunstlexikon/lexikon_895.html Eintrag im Kunstlexikon beyars.com]
Einzelnachweise
Kategorie:Handwerk
Banausos
Banausos
he:באנאוסוי
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