Navigation


Bibliothekar

18.05.2012 @ 12:43, ,

{{Dieser Artikel|behandelt das Berufsbild. Siehe auch: Bibliothecarius.}}

thumb|[[Giuseppe Arcimboldo, Der Bibliothekar, ca. 1570]]

Bibliothekare sind Betreuer und Verwalter von Bibliotheken. Ihnen obliegt die fachliche Erschließung von Wissensgebieten und Beständen der Bibliothek sowie bibliothekarische Managementaufgaben. Bei der Bestandsvermittlung erschöpft sich das Wissen des Bibliothekars nicht allein darin, über den Standort der Medien in seiner Bücherei/Bibliothek Bescheid zu wissen, sondern er vermittelt dem Benutzer auch weitere Quellen, z. B. Datenbanken oder Webseiten im Internet, zu denen dieser ansonsten keinen Zugriff hat. Bibliothekare sorgen darüber hinaus auch oft für die notwendige Pressearbeit, organisieren Lesungen und unterstützen die Leseförderung.

Ausbildung und Berufsgruppen


Grundlegend wurde in der Ausbildung in der jüngeren Vergangenheit zwischen Bibliothekaren an öffentlichen und wissenschaftlichen Bibliotheken unterschieden sowie eine Einteilung auf drei Ebenen vorgenommen:

* Eine dreijährige Berufsausbildung führt zum Abschluss als Fachangestellter für Medien und Informationsdienste (früher Bibliotheksassistent oder Assistent an Bibliotheken, je nach Ausrichtung). In der Schweiz existiert eine ähnliche Ausbildung (heißt hier Informations- und Dokumentationsassistent).
* Das Studium zum Diplom-Bibliothekar (FH), Bachelor bzw. Master erfolgt in Deutschland an mehreren Fachhochschulen, unter anderem an der Hochschule Darmstadt, der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, der Fachhochschule Köln, der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig, der Fachhochschule Potsdam, der Hochschule der Medien Stuttgart und der Fachhochschule Hannover. In der Schweiz kann ebenfalls ein Fachhochschulstudiengang (Ausbildung zum Informations- und Dokumentationsspezialist) oder ein Nachdiplomstudium besucht werden.
* Ein wissenschaftlicher Bibliothekar (Höherer Dienst) ist ein Universitätsabsolvent mit einer bibliothekarischen Zusatzausbildung, die je nach Bundesland verschieden ist. Traditionell wird in den meisten Bundesländern die zusätzliche Ausbildung in Form eines Bibliotheksreferendariats als Beamter auf Widerruf absolviert. In Nordrhein-Westfalen wird die Ausbildung zentral an der Fachhochschule Köln durchgeführt, dort erhalten die Absolventen nach erfolgreichem Abschluss den Titel „Master of Library and Information Science“ (M.L.I.S.).

* An der Humboldt-Universität zu Berlin kann man einen Bachelor und Master in Bibliotheks- und Informationswissenschaft abschließen und ist die einzige Universität in Deutschland, die dies anbietet. http://www.ibi.hu-berlin.de/

Ausbildung in der Schweiz


Die Ausbildungsmöglichkeiten in der Schweiz zu den so genannten I+D Berufen, welche unter anderem die traditionellen Berufsbezeichnungen Bibliothekarin/Bibliothekar, Archivarin/Archivar und Dokumentalistin/Dokumentalist beinhaltet, können sehr vielfältig sein. Zu diesem Zweck findet man hier einen eigenen Artikel zum Thema „Ausbildung im I+D-Bereich in der Schweiz“.

Geschichtliche Aspekte


In Deutschland erhielten Frauen um 1900 Zugang zum Arbeitsbereich der Bibliotheksarbeit.{{internetquelle|autor=Helga Lüdtke|url=http://wirtges.univie.ac.at/VGS/VGS_alt/b954lp.html|titel=Arbeit aus Liebe zur Sache? Zu den Anfängen des Berufes der Bibliothekarin in Deutschland, 1895–1920|hrsg=Verein für Geschichte und Sozialkunde|zugriff=2009-03-25}} Erschienen in: Beiträge zur historischen Sozialkunde, Nr. 4/95, 25. Jahrgang. S. 120–125. Die erste deutsche Bibliothekarin war Bona Peiser.

Das Berufsbild war in Österreich zumindest bis zum Zweiten Weltkrieg vorwiegend eine Männerdomäne. Ähnlich dem „Lehrerinnenzölibat“ galt für Bibliothekarinnen im österreichischen Öffentlichen Dienst laut gesetzlichen Bestimmungen bis zum Beginn der Ersten Republik, in der Praxis weit länger, dass sie ihre Stellung aufgeben mussten, wenn sie durch Eheschließung finanziell abgesichert waren. Diese Regelung wurde durch die „Doppelverdienerverordnung“ von 1933 wieder hergestellt.Ilse Korotin (Hrsg.): Österreichische Bibliothekarinnen auf der Flucht. Verfolgt, verdrängt, vergessen? Wien: Praesens Verlag 2007 (biografiA, Neue Ergebnisse der Frauenbiografieforschung, 4). 214 S. Zitiert nach der [http://www.doew.at/aktuell/mitt/184_rez1.html Buchbesprechung] von Christine Kanzler, In: Mitteilungen 184, Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (abgerufen am 14. April 2008)

Berühmte Bibliothekare

Zahlreiche historische Persönlichkeiten waren als Bibliothekar tätig, darunter z. B. Gottfried Wilhelm Leibniz, Immanuel Kant, Giacomo Casanova, Gotthold Ephraim Lessing, Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Hölderlin, Jacob Grimm, Johann Andreas Schmeller, Wilhelm Grimm, August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, Friedrich Engels, Adolf von Harnack, Pius XI. und Jorge Luis Borges. Für die Entwicklung von Bibliothekswesen und Bibliothekswissenschaft wichtig waren unter anderem S. R. Ranganathan, Melvil Dewey und Martin Schrettinger.

Siehe auch


* Dokumentar, Archivar
* Rechtsbibliothekar
* Verein Deutscher Bibliothekare e.V.
* Berufsverband Information Bibliothek

* Vereinigung österreichischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare

Literatur


* Gottfried Rost: Der Bibliothekar. Schatzkämmerer oder Futterknecht? (Historische Berufsbilder). Edition Leipzig, Leipzig 1990, ISBN 3-361-00265-6.
* Rainer Strzolka: Der Bibliothekar. Informationsspezi oder Bücherwurm. Manager oder armer Poet?. Simon Verlag für Bibliothekswissen, Berlin 2008, ISBN 978-3-940862-08-2.
* Ina Kießling: Image und Status von Bibliothekaren und Archivaren. Analyse, Ursachen und Wege zur Verbesserung. VDM Verlag Dr. Müller, Saarbrücken 2008, ISBN 978-3-8364-6786-5, (Zugleich: Potsdam, Fachhochsch., Diplomarbeit, 2007).

* Katharina Perlbach: Das Image von Bibliothekarinnen und Bibliothekaren im Spiegel deutscher und niederländischer belletristischer Darstellungen. VDM Verlag Dr. Müller, Saarbrücken 2009, ISBN 978-3-639-21765-0.

Weblinks


{{commonscat|Librarians}}
{{Wiktionary|Bibliothekar}}
*[http://www.bideutschland.de/download/file/berufsbild2000.pdf Berufsbild2000: Veröffentlichung der bibliothekarischen Berufsverbände] (PDF-Datei; 126 kB)
*[http://www.ulmato.de/bibliothekar.asp Beschäftigungszahlen und Berufsbild Bibliothekar]

*[http://www.univie.ac.at/voeb VÖB - Vereinigung österreichischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare]

Einzelnachweise



Kategorie:Bibliothekspersonal

Kategorie:Dienstleistungsberuf

ar:أمين مكتبة
be-x-old:Бібліятэкар
ca:Bibliotecari
da:Bibliotekar
el:Βιβλιοθηκονόμος
Librarian
es:Bibliotecario
et:Raamatukoguhoidja
eu:Liburuzain
fa:کتابدار
fi:Kirjastonhoitaja
Bibliothécaire
gl:Bibliotecario
he:ספרן
hu:Könyvtáros
id:Pustakawan
it:Bibliotecario
ja:司書
kk:Кітапханашы
la:Bibliothecarius
lv:Bibliotekārs
nl:Bibliothecaris
nn:Bibliotekar
no:Bibliotekar
pap:Bibliotekario
pl:Bibliotekarz
pt:Bibliotecário
ru:Библиотекарь
si:පුස්තකාලයාධිපති
simple:Librarian
sk:Knihovníctvo
sv:Bibliotekarie
ta:நூலகர்
th:บรรณารักษ์
tr:Kütüphanecilik
uk:Бібліотекар
ur:امین مکتبہ
vi:Thủ thư
zh:圖書館員

weiter

Text und Bilder dieses Beitrags stammen aus dem Artikel Bibliothekar der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU Free Documentation License. Die Liste der Autoren ist in der Wikipedia unter dieser Seite verfügbar, der Original-Artikel lässt sich hier bearbeiten.