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Bundesministerium der Finanzen

01.03.2012 @ 12:53, JFH-52,

{{Dieser Artikel|behandelt das deutsche Finanzministerium; zum österreichischen Finanzministerium siehe Bundesministerium für Finanzen.}}

{{Infobox Deutsche Behörde
| behörden_bezeichnung =
| behörden_logo = zentriert|200px|Logo
| staatliche_ebene = Bund
| stellung = Oberste Bundesbehörde
| aufsicht =
| gründungsdatum = 1880 als „Reichsschatzamt“
| hauptsitz = Berlin
| behördenleiter = Wolfgang Schäuble (CDU), Bundesminister der Finanzen
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| homepage = [http://www.bundesfinanzministerium.de/ www.bundesfinanzministerium.de]

}}

Das Bundesministerium der Finanzen (BMF, auch Bundesfinanzministerium) ist ein Ministerium der Bundesrepublik Deutschland mit Sitz in Berlin und Bonn. Das Ministerium wird unterstützt von einem wissenschaftlichen Beirat. Erster Dienstsitz ist das Detlev-Rohwedder-Haus in der Wilhelmstraße in Berlin (das ehemalige Reichsluftfahrtministerium und spätere Haus der Ministerien der DDR).

Geschichte


thumb|Wolfgang Schäuble, Bundesminister der Finanzen

Der Finanz- ist neben dem Innen-, Außen-, Justiz- und Verteidigungsminister einer derjenigen Regierungsmitglieder, die einem der verbleibenden (früher gehörte noch der Postminister dazu), sogenannten klassischen Ressorts vorstehen. Diese Bezeichnung hat den Hintergrund, dass es in der ersten deutschen Reichsregierung nur diese Geschäftsbereiche gab. Um dies hervorzuheben, wird im Namen der bestimmte Artikel verwendet.

Aus dem ursprünglichen Reichsschatzamt ging in der Weimarer Republik das Reichsministerium der Finanzen hervor. Dieses wiederum war Vorläufer des heutigen Ministeriums.

Nach der Auflösung des Bundesschatzministeriums 1969 wurden dessen Aufgaben zum Teil auf das Finanzministerium übertragen.

Zuständigkeit auf Bundesebene


miniatur|Sitz des Bundesministeriums der Finanzen, [[Berlin]]
miniatur|Bundesministerium der Finanzen, Eingang Dienstsitz [[Bonn]]

Die wesentlichen Zuständigkeiten liegen in der Steuer-, Haushalts- und Europapolitik. Darüber hinaus ist es unter anderem zuständig für den Zoll (Bundeszollverwaltung), die Bundesmonopolverwaltung für Branntwein, die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) und die Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben.

Von Mai 1971 bis Dezember 1972 war das Finanzministerium mit dem Bundesministerium für Wirtschaft zum Bundesministerium für Wirtschaft und Finanzen verschmolzen. {{Siehe auch|Finanzpolitik}}

Seit 1998 ist das Bundesfinanzministerium auch für die Ausgabe der Postwertzeichen mit der Bezeichnung Deutschland zuständig.

Rolle in der Europapolitik


Europapolitische Zuständigkeit


Auf EU-Ebene liegt die Hauptzuständigkeit des BMF in der Abstimmung der europäischen Wirtschafts- und Währungspolitik im Auftrag der Bundesregierung. Daneben wirkt das BMF bei der Aufstellung und Kontrolle des EU-Haushalts mit und ist für die EU-Regelungsbereiche Zoll, Steuern und Finanzdienstleistungen zuständig.{{Internetquelle|hrsg=Bundesministerium der Finanzen|titel=Die europapolitische Rolle des Bundesministeriums der Finanzen|url=http://www.bundesfinanzministerium.de/nn_1270/DE/Wirtschaft__und__Verwaltung/Europa/Europa-Rubrikenteaser1.html?__nnn=true|zugriff=2011-11-02}}

Das Hauptorgan, in dem das BMF auf EU-Ebene tätig wird, ist der Rat für Wirtschaft und Finanzen (ECOFIN). Der Bundesminister der Finanzen vertritt Deutschland im ECOFIN. Der ECOFIN tagt ca. zehn Mal pro Jahr. Zusätzlich kommen die Finanzminister der Mitgliedstaaten mindestens einmal pro Halbjahr zu einem informellen Treffen im Land des Ratsvorsitzes zusammen.{{Internetquelle|hrsg=Bundesministerium der Finanzen|titel=ECOFIN Rat|url=http://www.bundesfinanzministerium.de/nn_1270/DE/Wirtschaft__und__Verwaltung/Europa/Ecofin/node.html?__nnn=true|zugriff=2011-11-02}}

Innerhalb des BMF fällt die Gestaltung seiner europapolitischen Aufgabenbereiche in die Hauptzuständigkeit der Abteilung E unter der Leitung von MD Dr. Steffen.{{Internetquelle|hrsg=Bundesministerium der Finanzen|titel=Organisationsplan des Bundesministeriums der Finanzen Stand Juli 2011|url=http://www.bundesfinanzministerium.de/DE/BMF__Startseite/Ministerium/Leitung__des__Hauses/organigramm,templateId=raw,property=publicationFile.pdf|zugriff=2011-11-02}}

Im Bundesfinanzministerium ist außerdem die EU-Informationsstelle angesiedelt, die Ansprechpartner für Bürgerfragen zur europäischen Gesetzgebung, zu EU-Förderprogrammen und Politikbereichen der EU sowie Vermittlungsstelle für vielfältige Informationsquellen ist.{{Internetquelle|hrsg=Bundesministerium der Finanzen|titel=EU-Informationsstelle / Europatelefon im BMF|url=http://www.bundesfinanzministerium.de/nn_1270/DE/Wirtschaft__und__Verwaltung/Europa/EU-Informationsstelle/node.html?__nnn=true|zugriff=2011-11-02}}

Europapolitische Ziele


Ein selbstbetiteltes "wesentliches Ziel"{{Internetquelle|hrsg=Bundesministerium der Finanzen|titel=Die europapolitische Rolle des Bundesministeriums der Finanzen|url=http://www.bundesfinanzministerium.de/nn_1270/DE/Wirtschaft__und__Verwaltung/Europa/Europa-Rubrikenteaser1.html?__nnn=true|zugriff=2011-11-02}} des BMF in der Europapolitik ist die Stabilisierung des Euro und der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion. Zur Erreichung dieses Ziels setzt sich das BMF für eine reformierte Finanzmarktaufsicht in Europa, eine engere Koordinierung und Überwachung (Europäisches Semester, Reform des Stabilitäts- und Wachstumspakts, Euro-Plus-Pakt etc.) sowie Rettungsmaßnahmen (Europäischer Stabilitätsmechanismus, EFSF etc.) ein.{{Internetquelle|hrsg=Bundesministerium der Finanzen|titel=Themenschwerpunkt: Stabilisierung des Euro|url=http://www.bundesfinanzministerium.de/nn_1270/DE/Wirtschaft__und__Verwaltung/Europa/Der__Euro/Stabilitaet/Stabilisierung-des-Euro/node.html?__nnn=true|zugriff=2011-11-02}}

Daneben setzt sich das BMF in federführender Position innerhalb der Bundesregierung und in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Rechnungshof, der Europäischen Kommission und dem Europäischen Amt für Betrugsbekämpfung (OLAF) für die ordnungsgemäße und effiziente Verwendung von gezahlten europäischen Subventionen ein{{Internetquelle|hrsg=Bundesministerium der Finanzen|titel=Die europapolitische Rolle des Bundesministeriums der Finanzen|url=http://www.bundesfinanzministerium.de/nn_1270/DE/Wirtschaft__und__Verwaltung/Europa/Europa-Rubrikenteaser1.html?__nnn=true|zugriff=2011-11-02}}.

Leitungspositionen


Bundesminister seit 1949


{{Siehe auch|Liste der deutschen Finanzminister|Amtsinhaber seit 1880}}

Nachdem Alex Möller aus Protest gegen die Schuldenpolitik der anderen Ministerien zurücktrat, wurde in der Folgezeit das Finanzressort vom jeweiligen Wirtschaftsminister, zunächst von Karl Schiller, später von Helmut Schmidt, mitverwaltet, ehe die ursprüngliche Teilung wieder hergestellt wurde.

Kurzzeitig gab es diese Zusammenlegung zuvor schon einmal, als im zweiten Kabinett unter Ludwig Erhard die FDP-Minister zurückgetreten waren, stand Kurt Schmücker an der Spitze beider Ministerien. Diese Personalunion endete mit der Bildung einer Großen Koalition unter Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger knapp einen Monat später.

{{Zeitleiste Deutsche Finanzminister}}
{| class="prettytable"
! Nr.
! Name
! Lebensdaten
! Partei
! Beginn der Amtszeit
! Ende der Amtszeit
|-
! style="background:#EEEEFF" align="center" colspan="6" | Bundesminister der Finanzen
|-
|align="right" | 1
|| Fritz Schäffer
|align="center" |1888–1967
|align="center" |CSU
|align="center" |20. September 1949
|align="center" |29. Oktober 1957
|-
|align="right" | 2
||Franz Etzel
|align="center" |1902–1970
|align="center" |CDU
|align="center" |29. Oktober 1957
|align="center" |14. November 1961
|-
|align="right" | 3
||Heinz Starke
|align="center" |1911–2001
|align="center" |FDP
|align="center" |14. November 1961
|align="center" |19. November 1962
|-
|align="right" | 4
||Rolf Dahlgrün
|align="center" |1908–1969
|align="center" |FDP
|align="center" |14. Dezember 1962
|align="center" |28. Oktober 1966
|-
|align="right" | 5
||Kurt Schmücker
|align="center" |1919–1996
|align="center" |CDU
|align="center" | 8. November 1966
|align="center" |30. November 1966
|-
|align="right" | 6
||Franz Josef Strauß
|align="center" |1915–1988
|align="center" |CSU
|align="center" |1. Dezember 1966
|align="center" |21. Oktober 1969
|-
|align="right" | 7
||Alex Möller
|align="center" |1903–1985
|align="center" |SPD
|align="center" |22. Oktober 1969
|align="center" |13. Mai 1971
|-
|align="right" | 8
|| Karl Schiller
|align="center" |1911–1994
|align="center" |SPD
|align="center" |13. Mai 1971
|align="center" |7. Juli 1972
|-
|align="right" | 9
||Helmut Schmidt
|align="center" |* 1918
|align="center" |SPD
|align="center" |7. Juli 1972
|align="center" |15. Mai 1974
|-
|align="right" | 10
||Hans Apel
|align="center" |1932–2011
|align="center" |SPD
|align="center" |16. Mai 1974
|align="center" |15. Februar 1978
|-
|align="right" | 11
||Hans Matthöfer
|align="center" |1925–2009
|align="center" |SPD
|align="center" |16. Februar 1978
|align="center" |28. April 1982
|-
|align="right" | 12
||Manfred Lahnstein
|align="center" |* 1937
|align="center" |SPD
|align="center" |28. April 1982
|align="center" |1. Oktober 1982
|-
|align="right" | 13
||Gerhard Stoltenberg
|align="center" |1928–2001
|align="center" |CDU
|align="center" |4. Oktober 1982
|align="center" |21. April 1989
|-
|align="right" | 14
||Theodor Waigel
|align="center" |* 1939
|align="center" |CSU
|align="center" |21. April 1989
|align="center" |27. Oktober 1998
|-
|align="right" | 15
||Oskar Lafontaine
|align="center" |* 1943
|align="center" |SPD
|align="center" |27. Oktober 1998
|align="center" |18. März 1999
|-
|align="right" | 16
||Hans Eichel
|align="center" |* 1941
|align="center" |SPD
|align="center" |12. April 1999
|align="center" |22. November 2005
|-
|align="right" | 17
||Peer Steinbrück
|align="center" |* 1947
|align="center" |SPD
|align="center" |22. November 2005
|align="center" |28. Oktober 2009
|-
|align="right" | 18
||Wolfgang Schäuble
|align="center" |* 1942
|align="center" |CDU
|align="center" |28. Oktober 2009
|align="center" |im Amt
|-

|}

Parlamentarische Staatssekretäre


* 1967–1969: Albert Leicht (CDU)
* 1969–1971: Gerhard Reischl (SPD)
* 1971–1974: Hans Hermsdorf (SPD)
* 1972–1974: Konrad Porzner (SPD)
* 1974–1982: Karl Haehser (SPD)
* 1975–1978: Rainer Offergeld (SPD)
* 1978–1982: Rolf Böhme (SPD)
* 1982: Gunter Huonker (SPD)
* 1982–1989: Hansjörg Häfele (CDU)
* 1982–1991: Friedrich Voss (CSU)
* 1989–1993: Manfred Carstens (CDU)
* 1991–1994: Joachim Grünewald (CDU)
* 1993–1994: Jürgen Echternach (CDU)
* 1994–1998: Irmgard Karwatzki (CDU)
* 1994–1995: Kurt Faltlhauser (CSU)
* 1995–1998: Hansgeorg Hauser (CSU)
* 1998–2007: Barbara Hendricks (SPD)
* 1998–2009: Karl Diller (SPD)
* 2007–2009: Nicolette Kressl (SPD)
* seit 2009: Steffen Kampeter (CDU)

* seit 2009: Hartmut Koschyk (CSU)

Beamtete Staatssekretäre


* 1949–1959: Alfred Hartmann
* 1959–1962: Karl Maria Hettlage
* 1963–1969: Walter Grund
* 1967–1969: Karl Maria Hettlage
* 1969–1972: Hans Georg Emde (FDP)
* 1970–1972: Heinz Haller
* 1973–1977: Karl Otto Pöhl (SPD)
* 1973–1974: Manfred Schüler (SPD)
* 1974–1978: Joachim Hiehle
* 1977–1980: Manfred Lahnstein (SPD)
* 1978–1989: Günter Obert
* 1981–1982: Horst Schulmann
* 1982–1989: Hans Tietmeyer
* 1989–1993: Peter Klemm
* 1990–1993: Horst Köhler (CDU)
* 1991–1995: Franz-Christoph Zeitler
* 1993–2004: Manfred Overhaus
* 1993–1994: Gert Haller
* 1994–1998: Jürgen Stark
* 1998–1999: Heiner Flassbeck
* 1998–1999: Claus Noé
* 1999–2002: Heribert Zitzelsberger
* 1999–2005: Caio Koch-Weser
* 2002–2006: Volker Halsch (SPD)
* 2004–2005: Gerd Ehlers
* 2005–2008: Thomas Mirow (SPD)
* seit 2005: Werner Gatzer (SPD)
* 2005-2009: Axel Nawrath (SPD)
* 2008-2011 Jörg Asmussen (SPD)
* 2009–2010: Walther Otremba
* seit 2010: Hans Bernhard Beus

* seit 2012: Thomas Steffen

Sachverständigenkommissionen


* Kommission zur Verbesserung der steuerlichen Bedingungen für Investitionen und Arbeitsplätze, Vorsitz: Reinhard Goerdeler (Gutachten, BMF Schriftenreihe, Heft 46, Bonn 1991)
* Einkommensteuer-Kommission zur Steuerfreistellung des Existenzminimums ab 1996 und zur Reform der Einkommensteuer, Vorsitz: Peter Bareis (Gutachten, BMF Schriftenreihe, Heft 55, Bonn 1995)
* Kommission zur Reform der Unternehmensbesteuerung, Vorsitz: Alfons Kühn (Gutachten, BMF Schriftenreihe, Heft 66, Bonn 1999)

* Unabhängige Historikerkommission zur Erforschung der Geschichte des Reichsfinanzministeriums in der Zeit des Nationalsozialismus, seit 2010, Vorsitz: Hans-Peter Ullmann

Siehe auch


* Reichsschatzamt
* Reichsschatzministerium

* Reichsministerium der Finanzen

Literatur


* Claudia Steur: Das heutige Bundesministerium der Finanzen. Ein "steinernes Geschichtsbuch". In: Claudia Steur: Die Wilhelmstraße - Regierungsviertel im Wandel / The Government Quater through the centuries. Stiftung Topographie des Terrors, Berlin 2007, S. 197- 204, ISBN 978-3-9811677-0-2

Weblinks


{{Commonscat|Detlev-Rohwedder-Haus|Detlev-Rohwedder-Haus Berlin (Hauptsitz des Ministeriums)}}
* [http://www.bundesfinanzministerium.de/ Website des Bundesministeriums der Finanzen]

* [http://www.bundesfinanzministerium.de/nn_54180/DE/BMF__Startseite/Multimedia/Gebaerden/node__neu.html?__nnn=true Videos in Gebärdensprache zu allgemeinen Themen des BMF]

Einzelnachweise


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Deutschland
Finanzministerium
Kategorie:Finanzbehörde (Deutschland)
Kategorie:Bundesfinanzverwaltung (Deutschland)
Kategorie:Bundeszollverwaltung (Deutschland)
Kategorie:Steuerrecht (Deutschland)

Kategorie:Leipziger Straße (Berlin)

be:Федэральнае міністэрства фінансаў Германіі
Federal Ministry of Finance (Germany)
es:Ministerio Federal de Finanzas de Alemania
Ministère fédéral des Finances (Allemagne)
he:משרד האוצר (גרמניה)
lt:Vokietijos finansų ministerija
nds:Bundsministerium för Finanzen
pl:Ministerstwo Finansów Niemiec
ru:Федеральное министерство финансов Германии
simple:Ministry of Finance of Germany
sv:Tysklands finansministerium
zh:德國聯邦財政部

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