Christian Lindner
miniatur|Christian Lindner (2012)
Christian Wolfgang Lindner (* 7. Januar 1979 in Wuppertal) ist ein deutscher Politiker (FDP). Er ist Mitglied des Bundestages, technologiepolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion und Landesvorsitzender der FDP Nordrhein-Westfalen. Von Dezember 2009 bis Dezember 2011 war er Generalsekretär der FDP[http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,803608,00.html FDP-Generalsekretär Lindner tritt zurück]; Spiegel online, 14. Dezember 2011 und 2012 FDP-Spitzenkandidat für die NRW-Landtagswahl.
Werdegang
Herkunft und Studium
Lindner stammt aus Wermelskirchen. Nach der Trennung der Eltern wuchs Lindner bei der Mutter auf.{{cite web|url=http://www.bild.de/politik/2010/politik/sind-sie-sicher-dass-westerwelle-in-einem-jahr-noch-ihr-chef-ist-teil-2-14250152.bild.html|title=Ist Westerwelle in einem Jahr noch Ihr Chef?|publisher=Bild am Sonntag|date=10. Oktober 2010|accessdate=23. April 2012}}
Nach dem Abitur 1998 studierte Lindner von 1999 bis 2006 Politikwissenschaft als Hauptfach, die Studienfächer Öffentliches Recht und Philosophie als Nebenfach an der Universität Bonn.{{cite web|url=http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/wahl-in-nordrhein-westfalen-2012/christian-lindner-der-rueckkehrer-11686750.html|title=Der Rückkehrer|publisher=Frankfurter Allgemeine Zeitung|date=16. März 2012|accessdate=23. April 2012}} Er erlangte bei dem Politikwissenschaftler und Parteienforscher Frank Decker den akademischen Grad Magister Artium.
Lindner hatte zunächst Zivildienst geleistet, sich später jedoch für die Laufbahn als Reserveoffizier entschieden, als der er einmal jährlich eine zweiwöchige Reserveübung absolviert.{{cite web|url=http://www.taz.de/!45024/|title=Der liberale Durchstarter|publisher=taz|date=7. Dezember 2009|accessdate=3. Mai 2012}}{{cite web|url=http://www.welt.de/politik/deutschland/article13173580/Lindner-fuhr-mit-dem-Porsche-zum-Zivildienst.html|title=Lindner fuhr mit dem Porsche zum Zivildienst|publisher=Welt Online|date=14. April 2011|accessdate=3. Mai 2012}} Verteidigungsminister Thomas de Maizière beförderte Lindner im September 2011 zum Luftwaffen-Hauptmann der Reserve.{{cite web|url=http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/de-maiziere-befoerdert-lindner-zum-hauptmann/4617000.html|title=De Maizière befördert Lindner zum Hauptmann|publisher=Handelsblatt|date=16. September 2011|accessdate=3. Mai 2012}}
Berufliche Tätigkeit
Von 1997 bis 1999 und 2002 bis 2004 war Lindner als freiberuflicher Unternehmensberater tätig.Jörg Tremmel, Handbuch Generationengerechtigkeit, ökom Verlag, 2. Auflage, 2003, ISBN 3-936581-09-6, siehe unter: Zur Person Christian Lindner, Seite 404 Diese Tätigkeit ließ er im Zuge seiner Wahl zum nordrhein-westfälischen FDP-Generalsekretär auslaufen. Die Lektüre von Science-Fiction-Literatur brachte Lindner auf die Geschäftsidee, Internet-Avatare auf den Markt zu bringen.{{cite web|url=http://www.karriere.de/beruf/der-general-mit-hang-zur-revolte-9874/|title=Der General mit Hang zur Revolte|publisher=karriere.de|date=26. April 2010|accessdate=27. April 2012}} Am 29. Mai 2000, zur Hochphase der New Economy, gründeten er zusammen mit drei weiteren Partnern (darunter einem Risikokapital-Geber) die Internet-Firma Moomax GmbH.
{{cite web|url=http://www.genios-firmen.de/firma,MO,1,moomax-gmbh.html|title=moomax GmbH|publisher=Genios Firmenverzeichnis|accessdate=27. April 2012}}
Das Unternehmen wurde mit 30.000 Euro Stammkapital gegründet und erhielt einen KfW-Förderkredit in Höhe von 1,4 Millionen Euro. Lindner, der von 2000 bis 2001 als Geschäftsführer tätig war,Jörg Tremmel, Handbuch Generationengerechtigkeit, ökom Verlag, 2. Auflage, 2003, ISBN 3-936581-09-6, siehe unter: Zur Person Christian Lindner, Seite 404 verließ das Unternehmen nach einem Jahr. Im Oktober 2001 meldete die Moomax GmbH Insolvenz an. Der KfW - und damit dem Steuerzahler - gingen 1,4 Millionen Euro verloren, da der Kreditnehmer aufgrund der Insolvenz von der Haftung freigestellt wurde.{{cite web|url=http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-38546636.html|title=Youngster in der Politik|publisher=Der Spiegel|date=13. Dezember 2004|accessdate=27. April 2012}}Christian Lindner: [http://www.abgeordnetenwatch.de/christian_lindner-575-37779--f308654.html#q308654 Antwort zu Moomax auf Abgeordnetenwatch] vom 20. September 2011{{cite web|url=http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-70327137.html|title=Der bessere Guido|publisher=Der Spiegel|date=3. Mai 2010|accessdate=27. April 2012}} Nach Recherchen der Frankfurter Allgemeine Zeitung war ein nicht unbeträchtlicher Teil der KfW-Finanzierung als Gehälter an die drei Moomax-Geschäftsführer geflossen.{{cite web|url=http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/christian-lindner-avatar-11741206.html|title=Christian Lindner:Avatar|publisher=FAZ|date=5. Mai 2012|accessdate=12. Mai 2012}} Von 1999 bis 2002 war er geschäftsführender Gesellschafter der von ihm mitgegründeten Unternehmensberatung knüppel lindner communications GmbH, deren Ersteintragung im Handelsregister unter die Königsmacher GmbH erfolgte.{{cite web|url=http://www.genios-firmen.de/firma,KN,1,knueppel-lindner-communications-gmbh.html|title=knüppel lindner communications gmbh|publisher=Genios Firmenverzeichnis|accessdate=27. April 2012}} Das Unternehmen entfaltete keine größere Geschäftstätigkeit und wurde 2003 aufgelöst.Politische Karriere
Parteilaufbahn
miniatur|hochkant|Christian Lindner im Mai 2009 bei einer FDP-Wahlkampfrede zur [[Europawahl 2009]]
1995, mit 16 Jahren, trat Lindner der FDP bei. Von 1996 bis 1998 war er Landesvorsitzender der Liberalen Schüler NRW und Vorstandsmitglied der Jungen Liberalen NRW. Seit 1998 ist er Mitglied des NRW-Landesvorstandes der FDP. Seit 2002 ist Lindner Vorsitzender des FDP-Kreisverbandes Rheinisch-Bergischer Kreis, seit 2004 auch stellvertretender Vorsitzender des FDP-Bezirksverbandes Köln. Von November 2004 bis Februar 2010 war Lindner Generalsekretär des FDP-Landesverbands NRW. Dem Bundesvorstand gehörte er von 2007 bis Dezember 2011 an.
Bei der Bildung der schwarz-gelben Regierungskoalition nach der Bundestagswahl 2009 wirkte Lindner auf der Seite der FDP als Unterhändler in der Arbeitsgruppe „Familie, Integration, Kultur und Neue Medien“ mit.
Im Dezember 2009 wurde Lindner vom Bundesvorstand der FDP auf Vorschlag des damaligen Parteivorsitzenden Guido Westerwelle einstimmig zum Generalsekretär gewählt. Der Bundesparteitag bestätigte ihn am 24. April 2010 mit 95,6 Prozent der Stimmen im Amt. Beim Bundesparteitag 2011 wurde Lindner am 13. Mai 2011 mit 86,95 Prozent der Stimmen wiedergewählt. Am 14. Dezember 2011 trat er von seinem Amt zurück. Lindner selbst erklärte, er trete zurück, „um eine neue Dynamik zu ermöglichen.“ Er wolle es dem FDP-Bundesvorsitzenden Philipp Rösler ermöglichen, „die wichtige Bundestagswahl 2013 mit einem neuen Generalsekretär vorzubereiten und damit auch mit neuen Impulsen zu einem Erfolg für die FDP zu machen.“{{Internetquelle | url=http://www.fdp.de/Lindner-erklaert-Ruecktritt/2226c13965i1p409/index.html | titel=Lindner erklärt Rücktritt | hrsg=fdp.de | zugriff=2012-02-22 }} Als Lindners Nachfolger wurde noch am selben Tag Patrick Döring präsentiert.{{Internetquelle | url=http://www.tagesschau.de/inland/fdp588.html | titel=Döring wird Lindner-Nachfolger | hrsg=tagesschau.de | datum=2011-12-14 | zugriff=2011-12-14 }}
Auf Vorschlag von Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr nominierte der FDP-Landesvorstand Lindner am 15. März 2012 zum Spitzenkandidaten für die NRW-Landtagswahl, die Delegierten wählten ihn am 1. April 2012 auf der Landeswahlversammlung mit 394 von 395 gültigen Stimmen (99,7 %).{{cite web|url=http://www.focus.de/intern/archiv/kuer-als-fdp-spitzenkandidat-fast-100-prozent-zustimmung-fuer-lindner_aid_731151.html|title=Fast 100 Prozent Zustimmung für Lindner|publisher=Focus Online|date=1. April 2012|accessdate=8. Mai 2012}} Auf dem Landesparteitag am 6. Mai wurde er mit 97,9 % der Stimmen zum Landesvorsitzenden der NRW-FDP gewählt.{{cite web|url=http://www.focus.de/politik/deutschland/traumergebnis-fuer-christian-lindner-lindner-ist-neuer-fdp-chef-in-nordrhein-westfalen_aid_748247.html|title=Lindner ist neuer FDP-Chef in Nordrhein-Westfalen|publisher=Focus Online|date=6. Mai 2012|accessdate=8. Mai 2012}}Bei der Landtagswahl erhielt die FDP 8,6 % (+1,9 %, +9 Sitze) der Stimmen und damit das zweitbeste Ergebnis sei 1958.{{cite web|url=http://www.tagesschau.de/multimedia/bilder/uvotealbum112.html|title=Zahlen und Umfragen zur Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen|publisher=tagesschau.de|accessdate=15. Mai 2012}} Dies galt auch deshalb als großer Erfolg, da die FDP zu Beginn des Wahlkampfes in Umfragen noch bei 2 % lag und die Bundes-FDP mit Umfragen unter 5 % zu kämpfen hatte. Dieser Sieg wurde hauptsächlich der Person Lindner zugeschrieben.{{cite web|url=http://www.welt.de/politik/wahl/nrw-wahl/article106302924/Lindner-siegt-und-gewinnt-an-Einfluss-in-Berlin.html|title=Lindner siegt – und gewinnt an Einfluss in Berlin|publisher=Welt Online|date=13. Mai 2012|accessdate=15. Mai 2012}}{{cite web|url=http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/nrw-wahl-2012/christian-lindner-der-neue-held-der-liberalen/6629316.html|title=Der neue Held der Liberalen|publisher=Handelsblatt|date=14. Mai 2012|accessdate=15. Mai 2012}}
Lindner war bei der Landtagswahl Direktkandidat für den Landtagswahlkreis Rheinisch-Bergischer Kreis II, wo er 11,6 % der Erststimmen erhielt.{{cite web|url=http://www.wahlergebnisse.nrw.de/landtagswahlen/2012/aktuell/dateien/a022lw1200.html|title=Vorläufiges Ergebnis für den Wahlkreis 22 Rheinisch-Bergischer Kreis II|publisher=Die Landeswahlleiterin des Landes Nordrhein-Westfalen|accessdate=15. Mai 2012}}
Abgeordnetentätigkeit
miniatur|Christian Lindner im April 2012 bei einer Veranstaltung zur [[Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen 2012]]
Lindner wurde 2000 mit 21 Jahren als jüngster Abgeordneter in der Geschichte des Landtags von Nordrhein-Westfalen ins Landesparlament gewählt, dem er vom 2. Juni 2000 bis zum 18. November 2009 angehörte. Dort war er Sprecher für Generationen, Familie und Integration, seit 2005 bis zu seinem Ausscheiden nach der Wahl in den Bundestag überdies stellvertretender Vorsitzender der FDP-Fraktion und Sprecher für die Bereiche Innovation, Wissenschaft und Technologie.
Seit der Bundestagswahl vom 27. September 2009 ist Lindner Mitglied des Deutschen Bundestages. Sein Wahlkreis ist der Rheinisch-Bergische Kreis, wo er 2009 8,6 Prozent der Erststimmen erzielte. Er war auf der Landesliste mit Platz 9 abgesichert. Lindner ist Mitglied im Wirtschaftsausschuss und seit 2012 Sprecher für Technologiepolitik.{{cite web|url=http://www.fdp-fraktion.de/files/254/Sprecher_Obleute_AGVors_-Aktuell__2_.pdf|title=Sprecher, Obleute und AG-Vorsitzende der 17. WP|publisher=FDP-Bundestagsfraktion|date=27. Februar 2012|accessdate=8. Mai 2012}}
Privates
Lindner ist seit 13. August 2011 mit der Zeit-Journalistin Dagmar Rosenfeld verheiratet, mit der er seit 2009 liiert ist.{{cite web|url=http://www.focus.de/panorama/vermischtes/christian-lindner-fdp-generalsekretaer-heiratet-dagmar-rosenfeld_aid_655556.html |title="Christian Lindner: FDP-Generalsekretär heiratet Dagmar Rosenfeld"|publisher=Focus Online|date=15. August 2011|accessdate=14. Mai 2012}} 2009 erwarb er eine Rennfahrerlizenz. Über seine Konfessionszugehörigkeit liegen widersprüchliche Angaben vor. Auf der Internetseite des Deutschen Bundestages wird er als Mitglied der Katholischen Kirche geführt.{{cite web|url=http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete17/biografien/L/lindner_christian.html|title=Christian Lindner, FDP|publisher=Deutscher Bundestag|accessdate=3. Mai 2012}} Er selbst sagt, dass er weder einer Kirche angehört noch einer Religionsgemeinschaft nahesteht.{{cite web|url=http://www.zeit.de/2011/08/Christian-Lindner/seite-4|title="Liberalismus ist ein Rahmen ohne Bild"|publisher=Zeit Online|date=21. Februar 2011|accessdate=3. Mai 2012}}
Sonstige Mitgliedschaften
Lindner ist u. a. Mitglied der Friedrich A. von Hayek-Gesellschaft und engagiert sich im Rotary-Club Remscheid-Lennep.
Bei seiner Tätigkeit als familienpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion kam es zum Kontakt mit dem Kinderhospiz Regenbogenland in Düsseldorf, für das er sich seit 2007 engagiert. Er ist Mitglied des Fördervereins und seit September 2009 offizieller „Botschafter“ der Einrichtung.{{cite web|url=http://www.rp-online.de/region-duesseldorf/duesseldorf/nachrichten/politiker-hilft-kinderhospiz-1.1137806|title=Politiker hilft Kinderhospiz|publisher=Rheinische Post|date=3. Oktober 2009|accessdate=8. Mai 2012}}
Politische Positionen und Kritik
Grundsatzprogramm der FDP
Als Mitglied des Bundesvorstands der FDP hat Lindner seit 2007 ein neues Grundsatzprogramm für die Liberalen gefordert. Die Wiesbadener Grundsätze unterlägen einer „argumentativen Materialermüdung“,{{cite web|url=http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/liberale-ordnungspolitik-das-elend-der-fdp-1723427.html|title=Das Elend der FDP|publisher=Frankfurter Allgemeine Zeitung|date=1. Dezember 2008|accessdate=8. Mai 2012}} weshalb ihre Weiterentwicklung notwendig sei. Auf Beschluss des FDP-Bundesvorstands übernahm Lindner im Juni 2010 die Führung einer Kommission zur Erarbeitung eines neuen Grundsatzprogramms.{{cite web|url=http://www.fdp-bundespartei.de/files/653/10_06_28_Beschluss_Grundsatzkommission_1.pdf|title=Beschluss: Erarbeitung eines neuen Grundsatzprogramms für die FDP|publisher=Bundesvorstand der Freien Demokratischen Partei|date=28. Juni 2010|accessdate=8. Mai 2012}}
Lindner beschreibt seine Programmatik als „mitfühlenden Liberalismus“.{{cite web|url=http://www.n-tv.de/politik/Naturtalent-Christian-Lindner-article3007806.html|title=Naturtalent Christian Lindner|publisher=n-tv|date=3. April 2011|accessdate=8. Mai 2012}} Unter mitfühlendem Liberalismus versteht er insbesondere, dass der Staat für Chancengleichheit über Bildung sorgt.{{cite web|url=http://www.christian-lindner.de/files/204/12_04_01_Rede_CL_Wahl_Spitzenkandidat.pdf|title=Rede von Christian Lindner, MdB, auf der Landeswahlversammlung der nordrhein-westfälischen FDP|publisher=Christian Lindner|date=1. April 2012|accessdate=8. Mai 2012}} Er bezieht sich in seinen Reden u.a. auf Karl-Hermann Flach, der die FDP in den 70ern als Generalsekretär sozialliberal ausrichtete,{{cite web|url=http://www.christian-lindner.de/Reden/164b61/index.html|title=Reden|publisher=Christian Lindner|accessdate=8. Mai 2012}} und die Freiburger Thesen. Hans Dietrich Genscher sagte, Lindner sei es "gegeben, in die Fußstapfen von Karl-Hermann Flach zu treten".{{cite web|url=http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,755460,00.html|title=Genscher fordert radikaleren FDP-Umbau|publisher=Spiegel Online|date=6. April 2011|accessdate=8. Mai 2012}} Er erhielt auch Unterstützung von dem Sozialliberalen Gerhart Baum.{{cite web|url=http://www.dradio.de/aktuell/1714656/|title=Liberale wollen sich klar von Union abgrenzen|publisher=Deutschlandradio|date=28. März 2012|accessdate=8. Mai 2012}} Lindner bedient aber auch den neoliberalen Flügel mit Redebeiträgen wie: „Der Staat ist ein teurer Schwächling“, der auf seine Kernaufgaben zurückgeführt werden müsse.
Zur Beratung des Entwurfs des Grundsatzprogramms wurde auch ein Kongress veranstaltet, an dem unter anderem der Philosoph Richard David Precht, der Politiker Wolfgang Clement, der Ökonom Carl Christian von Weizsäcker und der Unternehmensberater Roland Berger teilnahmen.{{cite web|url=http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,715332,00.html|title=FDP sucht Heil bei Volksphilosophen|publisher=Spiegel Online|date=2. September 2010|accessdate=11. Mai 2012}} Von der Partei-Basis kam zunächst viel Kritik an dem vorgestellten Entwurf. U.a. Holger Krahmer kritisierte, dass Lindner versuche mit "leeren Worthülsen" es jedem recht zu machen, die FDP solle sich stattdessen lieber weiterhin klar zur freiheitlichen Marktwirtschaft bekennen.{{cite web|url=http://www.zeit.de/politik/deutschland/2011-09/fdp-grundsatzprogramm|title=Basis zerpflückt Lindners Grundsatzprogramm|publisher=Zeit Online|date=10 September 2011|accessdate=11. Mai 2012}} Nach Lindners Rücktritt als Generalsekretär wurde das Grundsatzprogramm von Patrick Döring weiterentwickelt und fertiggestellt. Es wurde 2012 vom Parteitag verabschiedet.
In einem Gastbeitrag für die Frankfurter Allgemeine{{cite web|url=http://www.christian-lindner.de/Eine-republikanische-Offensive/162c8603i1p59/index.html|title=Eine republikanische Offensive|publisher=Christian Lindner|date=18. Oktober 2010|accessdate=11. Mai 2012}} bewarb Lindner eine „republikanische Identität“, denn die Welt sei geordnet durch weltliche Gesetze, nicht aber durch religiöse Gebote. Gleichwohl sei die FDP „nicht mehr antiklerikal und antireligiös wie in früheren Zeiten“: Ein moderner Liberalismus sei „postsäkular“, ohne religiösen Geboten den Anspruch auf Wahrheit abzusprechen.
Bildungspolitik
In der Koalition mit der CDU unter Jürgen Rüttgers gehörte die FDP mit Lindner als Generalsekretär zu den Initiatoren des Kinderbildungsgesetzes (2008) in Nordrhein-Westfalen. Außerdem schlug er einen Rechtsanspruch in NRW ab 2010/2011 auf einen Kindergartenplatz ab dem zweiten Lebensjahr vor.{{cite web|url=http://www.wdr.de/themen/politik/parteien/fdp/landesparteitag_070421/070421.jhtml?rubrikenstyle=politik|title="Liberaler ist sozialer"|publisher=Westdeutscher Rundfunk|date=20. April 2007|archiveurl=http://web.archive.org/web/20070423132346/http://www.wdr.de/themen/politik/parteien/fdp/landesparteitag_070421/070421.jhtml?rubrikenstyle=politik|archivedate=23. April 2007|accessdate=11. Mai 2012}} Er war als Generalsekretär maßgeblich an Ausarbeitung der bildungspolitischen Grundätze der FDP beteiligt. Unter dem Titel „Für die lernende Gesellschaft - 13 Thesen liberaler Bildungspolitik“ fordern diese unter anderem eine akademische Qualifikation für die Leitungen von Kindertagesstätten, die Präzisierung des Bildungsauftrages solcher Einrichtungen (Sprachförderung, Schulfähigkeit, Gesundheitsprävention) sowie verbindliche Sprachtests.{{cite web|url=http://www.fdp.de/files/1161/62BPTL-3.pdf|title=Für die lernende Gesellschaft - 13 Thesen liberaler Bildungspolitik|publisher=Bundesvorstand der FDP|date=13. Mai 2011|accessdate=11. Mai 2012}}
Lindner befürwortet das dreigliedrige Schulsystem. Er spricht sich für eine Deutschpflicht auf dem Pausenhof in Schulen aus.{{cite web|url=http://www.sueddeutsche.de/karriere/fdp-lindner-fuer-deutschpflicht-man-spricht-deutsch-im-pausenhof-1.1011477|title=Man spricht deutsch auf dem Pausenhof|publisher=Süddeutsche Zeitung|date=13. Oktober 2010|accessdate=11. Mai 2012}}Das Gymnasium sieht er in NRW bedroht und wirft den Grünen vor, sie arbeiteten weiter auf die Gesamtschule hin.{{cite web|url=http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,825099,00.html|title=Einer soll's richten|publisher=Spiegel Online|date=1. April 2012|accessdate=11. Mai 2012}} Linder sieht die Gymnasien gegenüber anderen Schulformen benachteiligt und verweist auf geringere Möglichkeiten, z. B. das Ganztagsangebot auszubauen.{{cite web|url=http://www.muensterschezeitung.de/nachrichten/politik/inland/Christian-Lindner-will-Gerechtigkeit-fuer-Gymnasien;art29862,1634842|title=Christian Lindner will "Gerechtigkeit für Gymnasien"|publisher=Münstersche Zeitung|date=4. Mai 2012|accessdate=23. Mai 2012}} Gesamtschulen lehnt er ab, da sie seiner Auffassung nach auf gesellschaftspolitischen Vorstellungen beruhe, welche die Gleichheit zum obersten Wert erklärten. Linder befürchtet in diesem Zusammenhang eine Abwanderung auf Privatschulen, da im Gegensatz zu Hamburg keine Möglichkeit eines Volksentscheides gegeben sei.
Er forderte außerdem ein Punktesystem für die Fortbildung von Lehrern als Grundlage von Beförderungen und Gehalt und ein Gütesiegel bzw. Rankings für Schulen. Die Schulen sollten vor Ort mehr Freiraum bekommen. Der Lehrplan solle sich mehr auf Sprachen und Naturwissenschaften konzentrieren.
Lindner hat sich als Hochschulpolitiker stets für Studiengebühren ausgesprochen. Dies sei gerecht „da auch jeder Handwerksmeister für seine Ausbildung komplett selbst aufkommen müsse“.{{cite web|url=http://www.welt.de/politik/deutschland/article106141742/Lindner-will-Studenten-in-NRW-zur-Kasse-bitten.html|title=Lindner will Studenten in NRW zur Kasse bitten|publisher=Welt Online|date=31. März 2012|accessdate=11. Mai 2012}}Er unterstützte inhaltlich das von der schwarz-gelben Regierung 2006 umgesetzte Hochschulfreiheitsgesetz in Nordrhein-Westfalen. Lindner ist außerdem Befürworter einer „steuerlichen Forschungsförderung“.{{Internetquelle | url=http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/wirtschaftspolitik-steuerliche-forschungsfoerderung-beginnen-11673476.html | titel=Wirtschaftspolitik Steuerliche Forschungsförderung beginnen | autor=Christian Lindner und Heinz Riesenhuber | hrsg=faz.net | datum=2012-03-05 | zugriff=2012-04-02}}
Lindner will eine Reform des Bildungsföderalismus.{{Internetquelle | url=http://www.tagesspiegel.de/politik/lindner-antwortet-lafontaine-was-bleibt-von-den-freiburger-thesen-seite-2/5767072-2.html | titel=Was bleibt von den Freiburger Thesen? | autor=Christian Lindner | hrsg=tagesspiegel.de | datum=30 Oktober 2010|zugriff=2012-04-02}} Er forderte unter anderem die Aufhebung des Kooperationsverbotes zwischen Bund und Ländern. Ein Antrag hierfür scheiterte jedoch auf dem FDP-Bundesprateitag 2011 mit 261 zu 217 Stimmen.{{Internetquelle | url=http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,797496,00.html | titel=FDP-Führung scheitert mit Bildungsantrag | hrsg=spiegel.de | datum=2011-11-13 | zugriff=2012-04-02}}
Wirtschafts- und Energiepolitik
Lindner bezeichnete den Abbau der Staatsverschuldung als neue Priorität. Er sah dies als eine „Selbstkorrektur der FDP“.{{cite web|url=http://www.focus.de/politik/deutschland/nrw-wahl/selbstkorrektur-in-der-fdp-christian-lindner-haushaltssanierung-vor-steuersenkungen_aid_731500.html|title=Christian Lindner:Haushaltssanierung vor Steuersenkungen|publisher=Focus Online|date=2. April 2012|accessdate=23. Mai 2012}} Nur dadurch könne sich der Staat aus der Abhängigkeit von den Finanzmärkten befreien. Er behauptete, SPD und Grüne in NRW seien „die letzten Griechen Europas“{{cite web|url=http://www.focus.de/politik/weitere-meldungen/nrw-spitzenkandidat-christian-linder-die-fdp-ist-wieder-da_aid_724891.html|title=„Die FDP ist wieder da“|publisher=Focus Online|date=16. März 2012|accessdate=23. Mai 2012}} und gefährdeten somit die Glaubwürdigkeit Deutschlands in Europa. Er lehnt Forderungen seitens der SPD nach Steuererhöhungen ab. Er behauptete „der Staat könne nicht genug Geld haben, als dass Sozialdemokraten damit auskommen“.{{cite web|url=http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/wahl-in-nordrhein-westfalen-2012/nordrhein-westfalen-fdp-waehlt-lindner-mit-fast-100-prozent-zum-spitzenkandidaten-11704722.html|title=FDP wählt Lindner mit fast 100 Prozent zum Spitzenkandidaten|publisher=Frankfurter Allgemeine Zeitung|date=1. April 2012|accessdate=23. Mai 2012}} „Trotz wachsender Steuereinnahmen und trotz erhöhter Landessteuern“ habe „Nordrhein-Westfalen zusätzlich Rekordschulden aufgenommen“. Für den Abbau der Staatsverschuldung müsste nicht nur Bürokratie abgebaut, sondern auch „Wachstumskräfte aktiviert werden“.{{cite web|url=http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/nrw-wahl-2012/gastkommentar-schuldenabbau-hat-vorrang-seite-all/6476374-all.html|title=Schuldenabbau hat Vorrang|publisher=Handelsblatt|date=4. April 2012|accessdate=23. Mai 2012}}
Lindner verteidigte die Ablehnung der FDP einer Bürgschaft für eine Transfergesellschaft, die für die Beschäftigten von Schlecker gebildet werden sollte. Er distanzierte sich jedoch von Röslers Formulierung, die Schlecker-Mitarbeiterinnen "sollten sich selbst um eine Anschlussverwendung bemühen".{{cite web|url=http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,825296,00.html|title=NRW-Spitzenkandidat Lindner setzt sich von Rösler ab|publisher=Spiegel Online|date=3. April 2012|accessdate=23. Mai 2012}}Lindner sagte, der Staat sei "nicht der bessere Unternehmer". Er meinte, eine Transfergesellschaft wäre unsozial gewesen, da sie den Mitarbeiterinnen von Schlecker ihre Abfindungsansprüche gegenüber dem Konzern genommen und sie außerdem in "Pseudoqualifikationen" gesteckt hätte. Außerdem fragte er, ob es "sozial sei, Insolvenzmasse zu schützen".{{cite web|url=http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,825099,00.html|title=Einer soll's richten|publisher=Spiegel Online|date=1. April 2012|accessdate=23. Mai 2012}}
Zwei Wochen nach einem schweren Erdbeben in Japan, das einen Tsunami und die Nuklearkatastrophe von Fukushima nach sich zog, forderte Lindner, die im Rahmen eines dreimonatigen Moratoriums abgeschalteten sieben deutschen Kernkraftwerke nach dem Ende desselben nicht wieder in Betrieb zu nehmen.{{cite web|url=http://www.zeit.de/politik/deutschland/2011-03/fdp-lindner-akw?page=all|title=FDP will abgeschaltete AKW für immer stilllegen|publisher=Zeit Online|date=29. März 2011|accessdate=23. Mai 2012}} In der Diskussion um einen Atomausstieg sprach er sich gegen einen raschen Ausstieg aus, der seiner Ansicht nach unmöglich sei.{{cite web|url=http://www.sueddeutsche.de/politik/schwarz-gelb-und-atomausstieg-die-halbwertszeit-der-politischen-demut-1.1083533|title=Die Halbwertszeit der politischen Demut|publisher=Süddeutsche Zeitung|date=11. April 2011|accessdate=23. Mai 2012}}
Er forderte, dass das Kohlekraftwerk in Datteln in Betrieb genommen wird.
Sozialpolitik
Lindner verlangt, eine Schuldenbremse für das Sozialsystem einzuführen. Neue Gesetze und Sozialleistungen sollen nur dann beschlossen werden, wenn die Folgelasten für die künftigen Generationen tragbar sind.{{cite web|url=http://www.sueddeutsche.de/politik/politik-kompakt-cdu-arbeitnehmer-wirbt-fuer-mindestlohn-1.1136876-3|title=FDP will Sozialausgaben begrenzen|publisher=Süddeutsche Zeitung|date=31. August 2011|accessdate=23. Mai 2012}}
Im August 2011 schlug Lindner vor, die Bezugsdauer für das Arbeitslosengeld I für ältere Arbeitnehmer aufgrund der guten Arbeitsmarktlage wieder auf eine Höchstdauer von 18 Monaten zu verkürzen, da "Quasi-Frühverrentungsformen" nicht erforderlich seien. Dieser Vorschlag stieß quer durch alle Parteien auf Ablehnung. Matthias Zimmer (CDU) warf der FDP vor, sie betreibe "eine mentale Aufrüstung zum Generationenkonflikt", er beachte nicht, dass es für ältere Arbeitnehmer schwieriger und langwieriger sei wieder in Arbeit zu kommen. Hubertus Heil (SPD) erklärte, der FDP fehle jedes Gespür für die Lebenswirklichkeit der Arbeitnehmer. Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) wies den Vorschlag ebenfalls zurück und bezeichnete ihn als ungerecht und leistungsfeindlich, da ältere Arbeitnehmer bereits lange in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt hätten. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag unterstützte hingegen den Vorschlag.{{cite web|url=http://www.tagesschau.de/inland/lindnerarbeitslosengeld104.html|title=Lindner-Vorschlag zum ALG I findet keine Freunde|publisher=tagesschau.de|date=10. August 2011|accessdate=23. Mai 2012}}
Auszeichnungen
* 2008 „PolitikAward“ der Fachzeitschrift Politik & Kommunikation als „Nachwuchspolitiker des Jahres“.
* 2011 „Redner- und Dialogpreis“ des Instituts für Zukunftspolitik re:publik (Nachfolger von Berlinpolis) als „Bester Redner“.{{cite web|url=http://www.deutsche-handwerks-zeitung.de/christian-lindner-erhaelt-den-rednerpreis-2010/150/3092/71690|title=Christian Lindner erhält den "Rednerpreis 2010"|publisher=DeutscheHandwerksZeitung|date=14. April 2011|accessdate=23. Mai 2012}}
Veröffentlichungen
* Die Aktie als Marke: Wie Unternehmen mit Investoren kommunizieren sollen; Christian Lindner und Hartmut Knüppel. Frankfurt am Main: Frankfurter Allgemeine Buch, 2000; ISBN 3-933180-83-X. Das Buch wurde von der getAbstract AG 2001 als „Finanzbuch des Jahres“ prämiert.
* Avatare: Digitale Sprecher für Marketing und Business; Heidelberg: Springer, 2003; ISBN 3-540-43992-7.
* Die ’98er. Generation im Aufbruch; Christian Lindner, Georgios Chatzimarkakis und Dirk Otto, Oberursel 1998
* Freiheit: gefühlt – gedacht – gelebt. Liberale Beiträge zu einer Wertediskussion; Christian Lindner und Philipp Rösler . Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2009; ISBN 978-3-531-16387-1.
Weblinks
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{{Wikinews|Kategorie:Christian Lindner|Christian Lindner}}
* [http://www.christianlindner.de Website Christian Lindner]
* {{Biographie beim Deutschen Bundestag|Christian Lindner}}
* [http://www.faz.net/s/RubFC06D389EE76479E9E76425072B196C3/Doc~E461461D3DB9B4E4088AA3C90258F5903~ATpl~Ecommon~Scontent.html Gastbeitrag von Lindner zur Hartz-IV-Debatte in der FAZ]
* {{Abgeordnetenwatch|christian_lindner-575-37779}}
* [http://www.focus.de/schule/schule/bildungspolitik/tid-20107/bildungsdebatte-schluss-mit-ideologie_aid_550735.html Gastbeitrag von Lindner zur Schulpolitik in Focus 37/2010]
* zeit.de (Mai 2012): [http://www.zeit.de/politik/deutschland/2012-05/fdp-nrw-christian-lindner/komplettansicht Porträt]
Einzelnachweise
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Kategorie:Geboren 1979
{{Personendaten
|NAME=Lindner, Christian
|ALTERNATIVNAMEN=Lindner, Christian Wolfgang (vollständiger Name)
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Politiker (FDP), MdL, MdB
|GEBURTSDATUM=7. Januar 1979
|GEBURTSORT=Wuppertal
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|STERBEORT=
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Christian LindnerChristian Lindner
la:Christianus Lindner
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