Navigation


Dogmatik

21.05.2012 @ 10:17, Tattoo,

{{Dieser Artikel|behandelt die theologische Dogmatik. Zur Dogmatik in der Rechtswissenschaft siehe Rechtsdogmatik.}}

Dogmatik ist eigenständiges Lehrfach an katholischen und evangelischen theologischen Fakultäten über die dogmatische Auslegung des Inhalts der christlichen Glaubenslehre. Die Dogmatik nimmt besonders in der römisch-katholischen Kirche eine zentrale Stellung ein, da hier die Glaubenswahrheiten der katholischen Kirche vermittelt werden.
Sie ist neben den Fachgebieten der Christlichen Ethik (Theologische Ethik und Moraltheologie) sowie Christliche Sozialethik (Christliche Soziallehre) und der katholischen Fundamentaltheologie Teilgebiet der Systematischen Theologie.

Die Darstellung der historischen Entwicklung der Dogmen ist Gegenstand der Dogmengeschichte.

Teilgebiete


Wichtige Teilgebiete (Traktate) der Dogmatik sind:
*Schriftlehre
*Theologische Anthropologie
*Trinitätslehre bezüglich der Einheit und Dreiheit (Dreieinigkeit, Dreifaltigkeit) von Vater, Sohn und Geist
*Gotteslehre bezüglich der Vater-Gottheit im engeren Sinne
*Schöpfungslehre
*Christologie bezüglich Jesus von Nazaret als Christus der Christen
*Soteriologie bezüglich des Heils durch Jesus Christus
*Pneumatologie bezüglich des Heiligen Geistes
*Ekklesiologie bezüglich der Kirche
*Sakramentenlehre

*Eschatologie bezüglich der Hoffnungen auf die Vollendung der Welt und des Einzelnen, früher: die Lehre von den letzten Dingen

sowie zusätzlich in der katholischen Theologie:
*Mariologie bezüglich der Maria als Mutter Gottes

*Gnadenlehre

Überblick


In der theologischen Dogmatik geht es nicht darum, ein Lehrgebäude auf wenige Grundsätze zurückzuführen. Vielmehr geht es darum, das Ganze der Offenbarung und des christlichen Glaubens zu entwickeln, der allerdings bezogen auf einzelne zentrale Glaubenswahrheiten im Verständnis wenigstens der katholischen und orthodoxen Theologie in den Lehrentscheidungen (Dogmen) der Kirche bis heute verbindlichen Ausdruck gefunden hat. In der Theologie geht es deshalb immer auch um die Begründung, Entfaltung und Deutung dieser Lehrentscheidungen.

Ähnlich kann der Begriff auch in Bezug auf andere Wissenschaften verwendet werden. So ist die Rechtsdogmatik etwa der Versuch einer systematischen Entwicklung und Darstellung des geltenden Rechts. Ähnlich ist die Verwendung des Begriffes "Dogmatik" in der Ökonomie möglich.

Zu unterscheiden ist der Begriff der Dogmatik zum einen von dem der deduktiven oder enger axiomatischen Methode, in der ausgehend von wenigen Basisaussagen (Axiomen) andere Lehrsätze oder Schlussfolgerungen abgeleitet werden. Zum anderen vom Dogmatismus, einer Geisteshaltung, die unkritisch bestimmte Überzeugungen (»Dogmen« im übertragenen Sinn) als nicht hinterfragbar festhält und so die Freiheit des Denkens und Weiterentwicklung der Wissenschaft behindert.

Das Spektrum systematisch-theologischer und dogmatischer Aussagen ist naturgemäß sehr breit gefächert. Unbeschadet der Gemeinsamkeit im apostolischen oder nicaenischen Glaubensbekenntnis gibt es dennoch sowohl konfessionelle Unterschiede - wie evangelische, katholische, orthodoxe Theologie - als auch verschiedene theologische Schulen - wie fundamentalistisch, konservativ, evangelikal, liberal, dialektisch, existenzial, feministisch, befreiungstheologisch usw. -, die verschiedene Deutungen anbieten.

Dogmatiker


Im Alltagsgebrauch bezeichnet man als Dogmatiker eine Person, die sich (im Negativen) stur weigert von bestimmten Grundsätzen abzulassen. Der Begriff beschreibt jedoch eigentlich Theologen, die sich mit dem Fachgebiet der Dogmatik befassen. Bedeutende Dogmatiker sind in der entsprechenden Kategorie verzeichnet.


Literatur


*Johann Auer und Joseph Ratzinger: Kleine Katholische Dogmatik. 9 Bände in 10 Teilbänden, Regensburg 1977-1990, ISBN 3-7917-0798-1.
*Wilfried Härle: Dogmatik. Berlin und New York 2000² ISBN 3-11-016589-9.
*Gerhard L. Müller: Katholische Dogmatik. Freiburg 2005 ISBN 3-451-28652-1.
*Ludwig Ott: Grundriss der Katholischen Dogmatik. 11. Auflage mit Literaturnachträgen, Bonn 2005, ISBN 3-936741-25-5.
*Otto Hermann Pesch: Katholische Dogmatik aus ökumenischer Erfahrung, Bd. 1/1: Die Geschichte der Menschen mit Gott, Ostfildern 2008.
*Theodor Schneider (Hg.): Handbuch der Dogmatik. 2 Bände, Düsseldorf 2000, ISBN 3-491-69024-2.
*Christoph Schwöbel: Doing systematic Theology - Das Handwerk der Systematischen Theologie. Ders.: Gott in Beziehung. Studien zur Dogmatik. Tübingen 2002, ISBN 3-161-47846-0, S. 1–24.
*TRE Bd. 9 (1982):
:Gerhard Sauter: Dogmatik I. Enzyklopädischer Überblick und Dogmatik im deutschsprachigen Raum. S. 41-77.
:Anders Jeffner: Dogmatik II. Dogmatik in den nordischen Ländern. Ebd., S. 77-92.
:Alasdair Heron: Dogmatik III. Dogmatik in Großbritannien. Ebd., S. 92-104.
:Frederick Herzog: Dogmatik IV. Dogmatik in Nordamerika. Ebd., S. 104-116.

*Horst Georg Pöhlmann, Abriss der Dogmatik, Ein Kompendium, ISBN 978-3-579-00051-0

Siehe auch


*Axiom
*Dogma
*Dogmengeschichte

*Rechtsdogmatik

Weblinks


* Herbert Fronhofen: [http://www.theologie-systematisch.de/erkenntnislehre/9dogma-lehramt.htm Auswahlbibliographie]

* Michael Schmaus: [http://clamu.dyndns.org/paterbernhard/Michael_Schmaus/Inhaltsverzeichnis_aller_Bande.html Der Glaube der Kirche], Digitalisat einer klassischen Dogmatik

bg:Догматика
Dogmatic theology
es:Teología dogmática
et:Dogmaatika
fi:Dogmatiikka
Théologie dogmatique
hr:Dogmatska teologija
ja:教義学
la:Theologia dogmatica
lb:Dogmatik
nl:Dogmatiek
no:Dogmatikk
pl:Teologia dogmatyczna
pt:Teologia dogmática
sv:Kristendomens dogmatik

weiter

Text und Bilder dieses Beitrags stammen aus dem Artikel Dogmatik der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU Free Documentation License. Die Liste der Autoren ist in der Wikipedia unter dieser Seite verfügbar, der Original-Artikel lässt sich hier bearbeiten.