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Elias Holl

24.05.2012 @ 10:28, Reinhardhauke,

thumb|hochkant|Elias Holl
thumb|hochkant|Elias Holl

Elias Holl (* 28. Februar 1573 in Augsburg; † 6. Januar 1646 ebenda) war ein Augsburger Baumeister der deutschen Renaissance. Holl setzte sich in seiner Architektur vor allem mit der von Andrea Palladio geprägten Tradition Oberitaliens auseinander.

Leben


thumb|hochkant|left|Geburtshaus Holls
thumb|Tafel am Wohnhaus Holls in der Kapuzinergasse

Elias Holl wurde in der Augsburger Innenstadt, Werbhausgasse 2, geboren. Er entstammte einer Baumeisterfamilie. Schon frühzeitig unterrichtete ihn sein Vater Hans Holl (1512–1594). 1596 legte Elias Holl die Meisterprüfung ab. Nach einem Italien-Aufenthalt in den Jahren 1600/1601 – er reiste über Bozen nach Venedig – wurde er 1602 „Werkmeister“ von Augsburg. 1629 verlor er sein Amt als Stadtbaumeister auf Grund seines protestantischen Bekenntnisses. Seither wurde er nur noch als „Stadtgeometer“ tituliert.

thumb|Grabstein Holls

Holl starb in der Kapuzinergasse 14, keine 500 Meter Luftlinie von seinem Geburtshaus entfernt. Sein Grab befindet sich auf dem Protestantischen Friedhof in Augsburg.

Holls Büste fand Aufstellung in der Ruhmeshalle in München. Der Platz hinter dem Augsburger Rathaus ist zu seinen Ehren Elias-Holl-Platz benannt worden.

Werke

Holls Hauptwerk ist das Augsburger Rathaus (1615–1620) mit dem Goldenen Saal im Stil der Spätrenaissance, das im Rahmen seines Stadterneuerungsprogramms entstand und durch seine Höhe auch die Aufstockung des benachbarten Perlachturms (1614–1616) durch Holl erforderlich machte.

Von den meisten Werken Holls aus der Zeit vor dem Rathaus hat man vermutet, dass sie lediglich als Ausführungen von Entwürfen der beiden Maler Joseph Heintz d. Ä. (seit 1597 sporadisch in Augsburg) und Matthias Kager (seit 1603 in Augsburg) anzusehen seien. Beide haben mit Sicherheit wesentlich dazu beigetragen, Formengut des italienischen Cinquecento nach Süddeutschland und Augsburg zu vermitteln, ihr tatsächlicher Anteil an den Arbeiten Holls ist jedoch unklar. In der Auseinandersetzung mit ihrem Stil fand auch Holl allmählich seine eigene, meist recht nüchterne Formensprache.

Holls Bauwerke prägen weite Teile der historischen Altstadt Augsburgs: Das Zeughaus (1602–1607), das Wertachbrucker Tor (1605) und die Stadtmetzg (1609), das Gymnasium bei St. Anna (1613), der Neue Bau (1614), das Rote Tor (1622) und das Heilig-Geist-Spital (1626–1631, heute Sitz der Augsburger Puppenkiste) sowie die Gießhalle im heutigen A. B. von Stettenschen Institut sind nur einige seiner heute noch bestehenden oder wiedererrichteten Bauten.

Ferner lieferte Holl 1606 die Entwürfe für die Dreifaltigkeitskirche in Haunsheim sowie 1608 die für den Gemmingenbau der Willibaldsburg zu Eichstätt. Die Pläne für Schloss Schwarzenberg (1608–1618) stammen ebenfalls von ihm.

Literatur


* {{ADB|12|744|746|Holl, Elias|Robert Dohme|ADB:Holl, Elias}}
* Bernd Roeck: Elias Holl: Architekt einer europäischen Stadt. Pustet, Regensburg 1985, ISBN 3-7917-0926-7.
* Renate Miller-Gruber: Elias Holl: Der geniale Augsburger Baumeister der Renaissance. context, Augsburg 2010, ISBN 978-3-939645-29-0.
* Christian Jacob Wagenseil: Elias Holl, Baumeister zu Augsburg. Braun, Augsburg 1818.

* Thomas Fichtner, Kai Wenzel: Elias Holl. In: Arnold Bartetzky (Hrsg.): Die Baumeister der "Deutschen Renaissance". Ein Mythos der Kunstgeschichte?. Sax-Verlag, Beucha 2004, ISBN 978-3934544529, S. 213-236.

Weblinks


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Datei:A rathausplatz.jpg|Augsburger Rathaus und Perlachturm
Datei:Hollbau-Tafel.jpg|Tafel am „Hollbau“, St.-Anna-Gymnasium
Datei:Augsburg Zeughaus.jpg|Zeughaus
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