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Funtensee

25.05.2012 @ 14:01, WWasser,

{{Infobox See
|NAME = Funtensee
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|BILDBESCHREIBUNG = Der Funtensee im Steinernen Meer
|LAGE = im Nationalpark Berchtesgaden -- {{DE-BY}} {{DEU}}
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Der Funtensee ist ein Karstsee im Gebirgsmassiv des Steinernen Meeres im Nationalpark Berchtesgaden und liegt auf einer Höhe von {{Höhe|1601|DE-NHN|link=true}}. Überregionale Bekanntheit hat der See durch lagebedingte Kälterekorde erlangt, die jedoch für die weitere Umgebung nicht repräsentativ sind.

Etymologie

Die Herkunft des Seenamens ist strittig. Für das Bestimmungswort wurden die Wurzeln Fontana („Quelle“) oder Funken („Forelle“) vorgeschlagen.{{Internetquelle |titel=Agrarkulturerbe |url=http://www.agrarkulturerbe.de/organisation11_almgeschichte.php?suche=&trennesuchtext=&id=5867 |hrsg=Gesellschaft für Agrargeschichte |zugriff=2. Oktober 2010}}

Beschreibung


thumb|upright=1.5|left|Das nördliche Ufer des Funtensees mit dem nordwestlich des Sees gelegenen Kärlingerhaus

Der Funtensees liegt in einer Senke, bedeckt etwa 2,5 Hektar Fläche und seine Uferlinie ist etwa 780 Meter lang. Er ist an der tiefsten Stelle 5,30 Meter und im Mittel 2,50 bis 3,00 Meter tief. Das Wassereinzugsgebiet umfasst etwa 10 km². Gespeist wird der Funtensee vorwiegend von oberirdischen Zuflüssen wie dem Stuhlgraben (aus dem Südosten, ca. 1600 m lang) und dem Rennergraben (aus dem Westen, ca. 900 m lang).

Der See hat keinen oberirdischen oder sonstwie sichtbaren Abfluss. Am östlichen Seeufer ist jedoch an der Teufelsmühle, einem verstürzten Ponor, hinter einer Felswand ein gurgelndes Geräusch vom unterirdischen Abfluss des Überwassers zu hören. Von dort erreicht das Wasser binnen eines halben Tags den Königssee.

Ein wenig über dem Sees liegt das Kärlingerhaus, eine große, während der Sommersaison bewirtschaftete Alpenvereinshütte, deren Winterraum ganzjährig geöffnet ist. Im Talkessel des Funtensees zuvor betriebene Weidewirtschaft wurde im Jahre 1964 eingestellt.

Entstehung


thumb|left|Der Funtensee um 1900

Die Senke, in der der Funtensee liegt, entstand über einen längeren Zeitraum durch Karst-Erosionsprozesse und nachfolgende glaziale Überformung. Geomorphologisch gesehen ist die Geländeform ein sogenanntes Uvala. Durch Korrosion (Kalklösung) gebildeten Dolinen wurden von einem bis zu 350 m mächtigen Gletscher während der letzten Eiszeit noch tiefer ausgeschürft. Nach seinem Abschmelzen hinterließ der Gletscher Grundmoränenmaterial, das die Abflüsse im Untergrund des Sees abdichtete.

Kältepol Deutschlands


thumb|left|Die DWD-Wetterstation am Funtensee
{{Belege}}

Auf Initiative von Jörg Kachelmann, der vermutete, hier Rekord-Kältewerte messen zu können, errichtete der von ihm gegründete private Wetterdienst Meteomedia eine Wetterstation am Funtensee. Zu Weihnachten 2001 registrierte die Station mit −45,9 Â°C[http://www.meteomedia.de/index.php?id=495 Meteomedia-Webseite zu Wetterextremen] Meteomedia (Aufruf am 5.2.2012) die tiefste je in Deutschland gemessene Temperatur; daher gilt der Funtensee als der „Kältepol“ Deutschlands. Am 15. Februar 1929 hatte man sogar schon einmal (inoffiziell) eine Temperatur von −52,4 Â°C gemessen. Im heißen Juli 2006 war der Funtensee Deutschlands einziger Ort mit Nachtfrost (−0,5 Â°C).

Die Kälteextreme erklären sich durch die topographische Lage des Sees, der

rings von Bergen umschlossen ist und auf dem Grund eines Beckens liegt. Im Winter fallen die Strahlen der tiefstehenden Sonne hier kaum je bis auf den Grund des Bergkessels. In klaren Nächten strahlt die Restwärme ab. Da die kalte Luft aus der Senke nicht abfließen kann, bildet sich ein Kaltluftsee. Am 25. Januar 2000 etwa wurde unmittelbar am Funtensee eine Temperatur von −45,8 Â°C gemessen; 100 m oberhalb lag die Temperatur dagegen rund 27 °C höher.

Der Wald endet an den umgebenden Bergen etwa 100 m über dem Talkessel, das Seeufer und der untere Talkessel sind völlig baumfrei. Diese sogenannte umgekehrte Baumgrenze ist jedoch keine Folge des Kaltluftsees, sondern rührt von der vormaligen Beweidung als Alm her.Horst Freiberg: [http://www.funtensee.de/data/pdf/fb07-3-pflanzensoziologische-untersuchungen.pdf Pflanzensoziologische Untersuchungen im Bereich der alpinen Baumgrenze im Funtenseegebiet unter Berücksichtigung des anthropogenen Einflusses] In: Der Funtensee – Naturkundliches Portrait eines subalpinen Sees, S. 37–50. Forschungsbericht 7 der Nationalparkverwaltung Berchtesgaden, Berchtesgaden 1985


Bilder



Bild:Funtensee3.jpg|Der Funtensee-Talkessel
Bild:Kaerlingerhaus.jpg|Das Kärlingerhaus oberhalb des Funtensees
Bild:Funtensee Nordufer1.jpg|Das nördliche Ufer des Funtensees
Bild:Kaerlingerhaus Eingangstuer1.jpg|Die Eingangstür des Kärlingerhauses mit dem Schild des Vorgängerbaus

Weblinks


* {{Commonscat|Funtensee}}
* [http://www.funtensee.de Website der Nationalparkverwaltung über den Funtensee]
* [http://www.agrarkulturerbe.de/organisation1.php?id=5867 Funtenseealm]
* [http://www.funtensee.de/data/pdf/fb07-1-geologie-des-funtenseegebiets.pdf Wissenschaftliche Abhandlung zur Geologie des Funtenseegebiets]
* [http://www.funtensee.de/data/pdf/fb07-3-pflanzensoziologische-untersuchungen.pdf Wissenschaftliche Abhandlung zur Pflanzensoziologie des Funtenseegebiets]
* [http://www.sueddeutsche.de/panorama/wetter-die-kleine-kaelte-provokation-1.683503 Interview mit dem Meteorologen Jörg Kachelmann zu Temperaturextrema am Funtensee]
* [http://www.berchtesgadener-anzeiger.de/includes/mehr.php?id=2116 Interview mit dem Meteorologen Hugo Vogt zu Temperaturextrema am Funtensee]

* [http://wetterstationen.meteomedia.de/messnetz/forecast/109990.html Aktuelle 4-Tages-Temperaturprognose für den Funtensee]

Einzelnachweise


Kategorie:See in Bayern
Kategorie:See in Europa
Kategorie:Berchtesgadener Alpen
Kategorie:Gewässer im Landkreis Berchtesgadener Land

Kategorie:Schönau am Königssee

Funtensee
Lac Funten
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