Hemmelsdorfer See
{{Infobox See
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|BILD = Blick vom Löns Turm HemmelsdorferSee Ausfluss aalbek.jpg
|BILDBESCHREIBUNG = Nordufer des Hemmelsdorfer Sees mit Aalbek (Abfluss zur nahen Ostsee)
|POSKARTE=
|BREITENGRAD = 53/57/59.16/N
|LÄNGENGRAD = 10/46/57.75/E
|REGION-ISO = DE-SH
|LAGE = östliches Schleswig-Holstein
|ZUFLUSS = Mühlenau, Aalbek, Thuraubek, u.a.
|ABFLUSS = Aalbek
|UFERORT = Hemmelsdorf, Offendorf, Grammersdorf, Warnsdorf
|NAHERORT =
|HÖHE = -0.1
|HÖHE-BEZUG = DE-NN
|FLÄCHE = 4.48
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|MAX-TIEFE = 39,5 m
(gemessen am 31. August 2007)
|MED-TIEFE =
|BESONDERHEITEN = ein flaches, sowie ein tiefes Becken
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thumb|Blick über das Nordufer
Der Hemmelsdorfer See in Schleswig-Holstein liegt nördlich von Lübeck in direkter Nähe zur Ostsee im Bereich der Gemeinden Ratekau und Timmendorfer Strand.
Um den See liegen die Ortschaften: Hemmelsdorf, Offendorf, Kreuzkamp, Wilmsdorf, Warnsdorf, Häven und Niendorf (Ostsee), wo der Abfluss des Sees, die Aalbek in die Lübecker Bucht mündet.
Entstehung
Der See entstand nach der letzten Eiszeit (der Weichseleiszeit), als die von den Gletschern ausgehobelte Rinne mit der Ostsee in Verbindung stand und sich die sogenannte Hemmelsförde bildete. Diese Förde wurde in der Folgezeit durch die von der Ostsee am Brodtener Ufer abgetragenen und durch die Strömung nach Westen verlagerten Sandmassen von der Ostsee abgeschnitten und bildete dadurch den heutigen See.
Der Hemmelsdorfer See hat zahlreiche kleine Zuflüsse - u.a. die den Ruppersdorfer See entwässernde Aalbeck und die den Överdiek entwässernde Mühlenau.
Topografische Beschreibung
Der Hemmelsdorfer See teilt sich im Bereich der sogenannten Möveninsel in zwei grundverschiedene Becken auf. Das größere nördliche Becken ist mit vier Meter Tiefe (vier Meter unter Normalnull) sehr flach ausgebildet. Das kleinere südliche Becken ist bis zu 39 Meter tief (39 Meter unter Normalnull). Dabei handelt es sich um die größte Kryptodepression (Tiefe des Seebodens unter NN) in der Bundesrepublik Deutschland.
Geschichtliches
Seit vielen Jahren wird behauptet, dass sich im Oberen Teil des Sees die ehemalige Wikingersiedlung Reric befunden haben soll. Es existieren viele Abhandlungen, Beweise konnten allerdings kaum gefunden werden.
Am Ufer des nördlichen, heute verlandeten Teils des Sees, der durch einen Geestrücken begrenzt wurde, befand sich im 12. und 13. Jahrhundert eine Turmhügelburg. Sie wurde auf dem als „Räuberkuhle“ bekannten, 1,4 m hohen Hügel errichtet, der auf einer 6 bis 7 m hohen Geestzunge liegt, die dort steil abfällt. Der Hügel hat heute einen Durchmesser von rund 20 m. Dort bildeten Findlingsblöcke wohl die Fundamentsteine des befestigten Adelssitzes, bei dem es sich wohl um die 1255 urkundlich erwähnte Burg Gosevelde handelte.
Bei dem Ostseesturmhochwasser 1872 drang in größerem Umfang Salzwasser von der Lübecker Bucht in den See ein, das aufgrund seines höheren spezifischen Gewichts auf den Grund des Sees absank. Aus der anschließenden Beobachtung weiß man nunmehr, dass der See in einem solchen Fall etwa 60 Jahre für seine Entsalzung braucht, da er erst 1935 wieder salzfrei war.
Der Hemmelsdorfer See sollte Napoleon I. als Kriegshafen dienen (siehe Lübecker Franzosenzeit). Er wurde umfangreich vermessen, die Pläne sind noch erhalten.
Im Dritten Reich sollte der See als U-Boothafen dienen, auch als Flugboothafen. Vier im See versenkte Poller mit Stahlseil befinden sich im westlichen Teil des Flachsees (der nördliche Teil des Sees). Beide Pläne sind nicht ausgeführt worden.
Freizeit und Erholung
Am Nordrand des Sees neben dem Abfluss Aalbeek steht ein 14,35 Meter (12,10 Meter bis zur Plattform) hoher Holzturm (Hermann-Löns-Blick), den man besteigen kann. Von diesem hat man einen guten Blick auf den See (siehe Foto). WGS84-Position: {{Coordinate|text=/|name=Hermann-Löns-Turm|NS=53/58/54/N|EW=10/48/18/E|type=landmark|region=DE-SH}}. In Offendorf befindet sich eine Badestelle. Der See ist auch sehr gut zum Segeln geeignet. Der Hemmelsdorfer See ist Pachtgewässer des Sportanglervereins SAV Pliete e.V. in Lübeck. Geangelt wird ausschließlich vom (Ruder-)Boot aus.
Tiefster Punkt Deutschlands
Am 31. August 2007 führte die Hafencity-Universität eine Exkursion zum Hemmelsdorfer See durch. Es wurde mit hochmoderner Technik (Sidescansonar, Subbottom-Sonar und Multibeam-Sonar) nach dem tiefsten Festlandpunkt Deutschlands gesucht. Der Punkt liegt im westlichen Teil des südlichen Seeteils. Er ist 39,5 m tief und wurde mit einer Boje markiert.
Galerie
File:Hemmelsdorfersee2011.jpg|Anlegestelle am Hemmelsdorfer See
File:Hemmelsdorfer See 2.JPG|Winter am Hemmelsdorfer See
Weblinks
{{Commonscat}}
* [http://www.umweltdaten.landsh.de/public/seen/seenanzeige.php?iseenr=0146&smodus=long Umweltbericht des Landes Schleswig-Holstein]
* [http://www.hemmelsdorf.de Hemmelsdorf]
Literatur
* Uwe Muuß, Marcus Petersen, Dietrich König: Die Binnengewässer Schleswig-Holsteins. 162 S., zahlr. Abb., Wachholtz-Verlag Neumünster, 1973. ISBN 3-529-05302-3
* Otto Rönnpag - Hafen am Hemmelsdorfer See 1898? - in: Jahrbuch für Heimatkunde (Heimatverband Eutin), Eutin 1996 (Seiten 90-92)
* Rolf Köster: Junge eustatische und tektonische Vorgänge im Küstenraum der südwestlichen Ostsee. Meyniana, 11, 23-81. 1961, {{doi| 10.2312/meyniana.1961.11.23}}
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Kategorie:Gewässer im Kreis Ostholstein
Kategorie:Timmendorfer Strand
Kategorie:Lübecker Bucht
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