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Home Bias

24.04.2012 @ 11:44, Quezon95,

Der Begriff Heimatmarktneigung bzw. Equity Home Bias Puzzle bezeichnet die Tendenz von Investoren, Geldanlagen auf dem Heimatmarkt überproportional zu gewichten.

Hintergrund


Die Portfoliotheorie belegt, dass die Asset Allocation, also die Verteilung der Geldanlage auf verschiedene (voneinander statistisch unabhängige) Anlageklassen zu einer Erhöhung der Rendite bei gleichem Risiko führt. Aus diesem Grund wäre theoretisch eine Verteilung der Anlagesumme im Portfolio auf eine Vielzahl von nationalen Märkten sinnvoll. In der Praxis beobachtet man jedoch, dass die Anleger ihre Anlagen weitaus überproportional auf dem jeweiligen Heimatmarkt anlegen. Diesen Effekt nennt man „Home Bias“. Dieser Effekt wurde erstmals durch Kenneth French und James M. Poterba (1991)Kenneth French, James M. Poterba: [http://ideas.respec.org/p/nbr/nberwo/3609.html Investor Diversification and International Equity Markets]. In: American Economic Review. Papers and Proceedings, Bd. 81 (1991), S. 222–226, {{ISSN|0065-812X}}. sowie Linda Tesar und Ingrid Werner (1995)Linda Tesar, Ingrid Werner: [http:///www.nd.edu/~nmark{gradinter-files{tesar-werner-home-bias.pdf Home Bias and High Turnover]. In: Journal of International Money and Finance, Jg. 14 (1995), Heft 4, S. 467–492, {{ISSN|0261-5606}}. beschrieben.

Gründe


Als Gründe für den Home Bias werden im Wesentlichen 3 Aspekte angeführt:
* Transaktionskosten: Eine Geldanlage im Ausland ist mit höheren Transaktionskosten verbunden. Diese zu vermeiden erhöht die Rendite der Geldanlage
* Informationsdefizite: Während der Anleger über die Unternehmen am Heimatmarkt relativ gut informiert ist und unter anderm deshalb glaubt die Chancen und Risiken gut einschätzen zu können, fehlen ihm diese Informationen bei Anlagen auf ausländischen Märkten

* Wechselkursrisiken: Da die Rendite des Anlegers neben der Rendite der Anlage selbst durch die Änderung des Wechselkurses bestimmt wird, erscheint eine Anlage im gleichen Währungsraum risikofreier

Analoge Wirkungen


Analoge Wirkungen treten auch in anderen Bereichen auf. So ist im Bereich der Sportwetten festzustellen, dass die Heimmannschaft jeweils optimistischer bewertet wird als die Gastmannschaft. Ein Deutscher, der bei einem Fußballspiel Deutschland-England auf Deutschland als Sieger setzt, wird bei einem deutschen Buchmacher typischerweise schlechtere Quoten bekommen als bei einem britischen. Dieser Effekt wird durch Arbitrage vermindert.

Literatur


* Dennis Huchzermeier: Home Bias bei privaten und institutionellen Investoren. Eine empirische Studie. Diplomica, Hamburg 2007, ISBN 978-3-8366-5166-0 (Zugleich: Hannover, Univ., Diplomarbeit, 2005).

Einzelnachweise


Kategorie:Kapitalmarkttheorie

Kategorie:Finanzierung

Equity home bias puzzle

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