Iller
{{Infobox Fluss
| NAME= Iller
| ALTERNATIVNAME=
| LAGE= Deutschland, Bayern, Baden-Württemberg
| GKZ= DE/114
| FLUSSSYSTEM= Donau
| ABFLUSSWEG= Donau//Schwarzes Meer
| EINZUGSGEBIET-PREFIX=
| EINZUGSGEBIET= 2152
| NACHWEIS-EINZUGSGEBIET=
| LÄNGE-PREFIX=
| LÄNGE= 147
| NACHWEIS-LÄNGE=
| ABFLUSS-NNQ= 10.9
| ABFLUSS-NNQ-JAHR= 1971
| ABFLUSS-MNQ= 21.3
| ABFLUSS-MQ= 70.1
| ABFLUSS-MHQ= 465
| ABFLUSS-HHQ= 922
| ABFLUSS-HHQ-JAHR= 1999
| ABFLUSS-PEGEL= Wiblingen
(Einzugsgebiet: 2115 km², 2,1 km oberhalb der Mündung)
| NACHWEIS-ABFLUSS= [http://www.hnd.bayern.de/pegel/jahrbuch/pegel_jahrbuch.php?pgnr=11405000&standalone= Deutsches Gewässerkundliches Jahrbuch 2006]
| BEZEICHNUNG-QUELLE= Beginn
| QUELLE= Oberstdorf im Allgäu
| QUELLHÖHE-PREFIX=
| QUELLHÖHE= 783
| HÖHENBEZUG-QUELLE= DE-NN
| QUELLHÖHE-SUFFIX=
| NACHWEIS-QUELLHÖHE=
| QUELLE_LAT_GRAD= 47/25/38.25/N
| QUELLE_LONG_GRAD= 10/16/26.36/E
| QUELLE_REGION= DE-BY
| QUELLE_AUFLÖSUNG=
| BEZEICHNUNG-MÜNDUNG=
| MÜNDUNG= Bei Ulm in die Donau
| MÜNDUNGSHÖHE-PREFIX=
| MÜNDUNGSHÖHE= 470
| HÖHENBEZUG-MÜNDUNG= DE-NN
| MÜNDUNGSHÖHE-SUFFIX=
| NACHWEIS-MÜNDUNGSHÖHE=
| MÜNDUNG_LAT_GRAD= 48/22/52.91/N
| MÜNDUNG_LONG_GRAD= 09/58/22.84/E
| MÜNDUNG_REGION= DE-BY
| MÜNDUNG_AUFLÖSUNG=
| HÖHENUNTERSCHIED=
| LINKE NEBENFLÜSSE= Gunzesrieder Ach, Konstanzer Ach, Aitrach
| RECHTE NEBENFLÜSSE= Ostrach, Rottach, Durach, Leubas, Buxach, Memminger Ach
| SEEN=
| STAUSEEN=
| EINWOHNER IM EINZUGSGEBIET=
| GROSSSTÄDTE= Ulm
| MITTELSTÄDTE= Sonthofen, Kempten, Memmingen, Illertissen, Vöhringen, Senden, Neu-Ulm
| KLEINSTÄDTE=
| GEMEINDEN=
| HÄFEN=
| BEKANNTE BRÜCKEN=
| SCHIFFBAR= nur auf größeren Stauseen möglich
| ANMERKUNGEN= 13 Kraftwerke und 4 Stauseen
| BILD= Illertal-2008-12-29b.jpg
| BILD-BREITE=
| BILDBESCHREIBUNG= Luftbild Oberes Illertal
| KARTE= Karte_einzugsbereich_iller.png
| KARTE-BREITE=
| KARTE-BESCHREIBUNG= Verlauf und Einzugsbereich der Iller
}}
Die Iller (lat. Hilaria, kelt. ilara = eilig; in einigen Atlanten und auf Straßenschildern der besseren Lesbarkeit wegen Jller geschrieben) ist ein rechter Nebenfluss der Donau. Der 147 Kilometer lange Fluss entsteht im Oberallgäu und mündet bei Ulm in die Donau. Im Verhältnis zu ihrem Einzugsgebiet von 2.152 km² weist der Gebirgsfluss eine große Abflussmenge auf. Mit einer Wasserführung von 70,9 m³/s übertrifft sie die Donau deutlich, die an der Einmündung ein Volumen von 53 m³/s hat und damit hydrologisch als Nebenfluss der Iller gelten könnte. Auf der Liste der Flüsse Bayerns liegt die Iller damit auf dem siebten Platz.
Verlauf
thumb|Oberes Illertal nach Norden etwa bei Flusskilometer 15. Links oben die [[Burgkirche Schöllang]]
Der Illerursprung befindet sich bei Oberstdorf im oberen Allgäu. Dort entsteht die Iller durch den Zusammenfluss der Trettach, der Stillach sowie der Breitach, die aus dem österreichischen Kleinwalsertal kommt.
Auf ihrem Weg nach Norden fließt sie zunächst quer durch das Allgäu und passiert dabei die Städte Sonthofen, Immenstadt und Kempten. Die zweite Hälfte ihres Laufs führt durch Oberschwaben, wo sie etwa die Landesgrenze zwischen Baden-Württemberg und Bayern bildet, ehe sie schließlich südwestlich der Ulmer Stadtmitte in die von Westen kommende Donau mündet.
Nebenflüsse der Iller
Die Zuflüsse der Iller in ihrer Reihenfolge (Süd nach Nord) aufgeteilt in linke und rechte Zuflüsse:
{| border="0"
| valign="top" width="40%"|
linke
* Weiler Ach
* Gunzesrieder Ach
* Konstanzer Ach
* Waltenhofer Bach
* Rottach b. Kempten
* Aitrach
| valign="top" width="60%"|
rechte
* mehrere Gebirgsbäche: Geißalpbach, Eybach, Hinanger Bach, Leybach
* Ostrach
* Rottach
* Durach
* Leubas
* Buxach
* Memminger Ach
|}
Die Weihung war bis zur Verlegung ihres untersten Abschnittes im Jahr 2003 ebenfalls ein linker Nebenfluss der Iller. Nun mündet sie direkt in die Donau.
{{Siehe auch|Allgäuer Alpen#Das Einzugsgebiet der Iller|titel1=Allgäuer Alpen, Abschnitt Das Einzugsgebiet der Iller|Liste von Zuflüssen der Iller|titel2=umfassende Liste von Zuflüssen der Iller}}
Energiegewinnung
miniatur|Kraftwerk an der Iller
Der Fluss wird stark zur Energiegewinnung genutzt. Drei der vier großen deutschen Energieversorgungsunternehmen betreiben insgesamt dreizehn Laufwasserkraftwerke an Staustufen und Seitenkanälen der Iller. Am Oberlauf betreibt die Bayerische Elektrizitätswerke GmbH (eine Tochter der Lechwerke AG (LEW), die wiederum zu etwa 90 Prozent der RWE Energy gehört) zwischen Altusried und Lautrach fünf Kraftwerke mit einer Maximalleistung von 31 Megawatt (MW).{{internetquelle|url=http://www.bew-augsburg.de/cms_bew_inter/Kraftwerke/Wasserkraft/Daten.asp|titel=Vgl. Bayerische Elektrizitätswerke GmbH, Kraftwerksdaten|zugriff=21. Juni 2009}} Flussabwärts folgen die fünf Illerkraftwerke der EnBW Energie Baden-Württemberg AG zwischen Aitrach und Dettingen mit einer Leistung von 47 MW.{{internetquelle|url=http://www.enbw.com/content/de/der_konzern/_media/pdf/imagebroschuere_standorte/Illerkraftwerke.pdf|format=pdf|titel=Vgl. EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Die Illerkraftwerke|zugriff=21. Juni 2009}} Schließlich befinden sich am Unterlauf drei Kraftwerke der mehrheitlich zur E.ON Wasserkraft GmbH gehörenden Unteren Iller AG{{internetquelle|url=https://www.ebundesanzeiger.de/ebanzwww/wexsservlet|titel=Gemäß Jahresabschluss 2007 werden 60 Prozent der Anteile von der E.ON Wasserkraft GmbH (Landshut) und 40 Prozent von der Bayerischen Elektrizitätswerke GmbH (Augsburg) gehalten. Die Betriebsführung erfolgt durch die E.ON Wasserkraft GmbH; vgl. Elektronischer Bundesanzeiger|datum=22. Januar 2009, S.3|zugriff=21. Juni 2009}} am Illerkanal zwischen Altenstadt und Illertissen.{{internetquelle|url=http://www.lew.de/CMS_LEW_INTER/PRESSE/PRESSEMITTEILUNGEN/PRESSEARCHIV_2009/PRESSE20090507.PDF|format=pdf|titel=Vgl. "Untere Iller AG (UIAG) investiert in ökologische Maßnahmen an der Iller", Pressemeldung vom 7. Mai 2009, S.3|zugriff=21. Juni 2009}} Ein weiteres 0,8 MW Wasserkraftwerk soll bis 2011 errichtet werden.{{internetquelle|url=http://www.lew.de/CLP/DOWNLOADS/UNTERNEHMENSPUBLIKATIONEN/LEW_GB_GESAMT_2009.PDF|format=PDF|titel=Vgl. Lechwerke AG (LEW), Geschäftsbericht 2009, S.30|zugriff=2011-01-02}}
Städte und Dörfer an der Iller
{|width="40%" align="center"|
|width="20%" valign="top"|
* Oberstdorf
* Fischen im Allgäu
* Sonthofen
* Blaichach
* Immenstadt im Allgäu
* Kempten (Allgäu)
* Dietmannsried
* Krugzell
* Reicholzried
* Illerbeuren
* Lautrach
* Aitrach
* Tannheim
* Memmingen
* Buxheim
|width="20%" valign="top"|
* Kirchdorf an der Iller
* Dettingen an der Iller
* Kellmünz an der Iller
* Kirchberg an der Iller
* Altenstadt
* Balzheim
* Dietenheim
* Illertissen
* Bellenberg
* Illerrieden
* Vöhringen
* Senden
* Illerkirchberg
* Neu-Ulm
* Ulm
|-
|}
Sonstiges
miniatur|Mündung der Iller (hinten) in die DonauVor dem Bau des Illerkanals 1917 hatte der Fluss den Charakter eines ungebändigten und unberechenbaren Gebirgsflusses. So kam es nach schweren Gewittern und zweitägigen starken Regenfällen am 13. und 14. Juni 1910 im oberen Bereich der Iller zu mehreren Überschwemmungen entlang des gesamten Flusses. Schon im Laufe des Tages des 14. Juni rissen die Fluten die Illerbrücke bei Egelsee in der Nähe von Memmingen mit sich. Auch Teile des Dammes zwischen Illertissen und Dietenheim barsten. Am Freitag den 16. Juni 1910 gegen 23 Uhr brachten die Wassermassen die mächtige Holzbrücke zwischen den beiden Ortschaften zum Einsturz. Darauf wurden Soldaten des Königlich Württembergisches Pionier-Bataillons Nr. 13 aus Ulm zu Hilfe gerufen.Augsburger Allgemeine: [http://www.augsburger-allgemeine.de/Home/Lokales/Illertissen/Lokalnachrichten/Artikel,-Der-Tag-als-die-Bruecke-brach-_arid,2169358_regid,8_puid,2_pageid,4498.html Der Tag, als die Brücke brach] vom 14 Juni 2006, abgerufen am 28. Oktober 2010
Beim Iller-Unglück im Jahr 1957 ertranken bei einer Übung 15 wehrpflichtige Soldaten der Bundeswehr in der Iller, als ein Unteroffizier der 2. Kompanie des Luftlandejägerbataillons 19 aus der Prinz-Franz-Kaserne in Kempten seinen Untergebenen befahl, ungesichert den Fluss zu durchqueren.
Entlang des Flusses führt der Iller-Radweg von Ulm in Richtung Oberstdorf. Wandern an seinem Ufer und Rafting sind sehr beliebt. Einmal im Jahr findet in Immenstadt der Iller-Marathon statt.
An der Fischener Eisenbahnbrücke der Strecke Immenstadt–Oberstdorf über die Obere Iller kam es am Mittelpfeiler bei Hochwasser wiederholt zu Verklausungen, die zu Überschwemmungen führten. Dieses Problem wird durch eine neue pfeilerlose Brücke gelöst, die im Herbst 2011 gebaut wird.{{internetquelle |url=http://www.stmwivt.bayern.de/presseinfo/pressearchiv/2009/06/pm906128.html|titel=Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie, "Vertrag zur Erneuerung der Illerbrücke in Fischen unterzeichnet", Pressemeldung vom 19. Juni 2009|zugriff=19. Juni 2009}} Die Iller ist der erste Nebenfluss der Donau, der für die Flößerei von Bedeutung war. Siehe Hauptartikel Flößerei auf der Iller. Ende des 19.Jahrhunderts wurde der breite Bereich der Iller (nördlich ab Memmingen) vertieft und somit schiffbar gemacht.
Nach der Flusslandschaft sind unter anderem das Illertal-Gymnasium in Vöhringen, die Illertal-Hauptschule mit Grundschule in Kirchberg an der Iller, eine Förderschule in Berkheim, die Montessori-Schule in Tannheim sowie die Freie Waldorfschule Am Illerblick in Ulm benannt.
Literatur
* Franz X. Bogner: Allgäu und Iller aus der Luft. Theiss-Verlag 2009. ISBN 978-3-8062-2236-4.
* Otto Kettemann, Ursula Winkler (Hrsg.): Die Iller, 2000, ISBN 3-931915-05-0 (2. erweiterte Auflage)
* Peter Nowotny: Die Iller und ihr Tal, 1999, Verlag Eberl, ISBN 3-920269-08-X
Weblinks
{{Commonscat|Iller}}
{{Wiktionary|Iller}}
* [http://www.bayerninfo.de/radler/beschrei/rw_30.htm Iller-Radweg]
* [http://www.wwa-ke.bayern.de/wasser_erleben/zu_fuss/landkreis_oberallgaeu/illerursprung/index.htm Illerursprung]
Einzelnachweise
Kategorie:Fluss in Europa
Kategorie:Fluss in Bayern
Kategorie:Fluss in Baden-Württemberg
Kategorie:Gewässer im Landkreis Unterallgäu
Kategorie:Gewässer im Landkreis Neu-Ulm
Kategorie:Oberstdorf
bg:Илер
cs:Iller
da:Iller (flod)
Iller
es:RÃo Iller
eu:Iller ibaia
fi:Iller
Iller
hr:Iller
hu:Iller
id:Sungai Iller
it:Iller (fiume)
nl:Iller
nn:Iller
no:Iller
pl:Iller
pnb:الر
pt:Rio Iller
ro:Iller
ru:Иллер
sh:Iller
sq:Iller
tk:Iller
tr:İller Nehri
zh:伊勒河
Text und Bilder dieses Beitrags stammen aus dem Artikel Iller der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU Free Documentation License. Die Liste der Autoren ist in der Wikipedia unter dieser Seite verfügbar, der Original-Artikel lässt sich hier bearbeiten.