Navigation


Johannisnacht (Mainz)

18.04.2012 @ 18:42, Martin Bahmann,

Die Mainzer Johannisnacht wurde 1968 erstmals durchgeführt und ist neben der Mainzer Fastnacht und dem Weinmarkt eines der drei großen Mainzer Volksfeste. Thematisch ist das Fest eng mit der Person Johannes Gutenbergs und der Außendarstellung von Mainz als Literatur- und Druckkunststadt verbunden. Die Mainzer Johannisnacht findet jedes Jahr jeweils an vier Tagen in zeitlicher Nähe zum Johannistag (24. Juni) statt und zieht weit über 500.000 Besucher an.

Geschichte


Die Mainzer Johannisnacht wurde 1968 erstmals von der Stadt Mainz zum 500. Todestag von Johannes Gutenberg veranstaltet. Neben den den rein akademischen Feiern zu diesem Anlass wurde durch Karl Delorme, selbst gelernter Buchdrucker und seinerzeit Sozialdezernent der Stadt Mainz, wurde eine alte Buchdruckertradition aufgegriffen und in zeitlicher Nähe des Johannistages (24. Juni) ein großes öffentliches "Gautschen", so genannt die Buchdruckertaufe, mit der die Sünden der Lehrjahre und der Bleistaub symbolisch abgewaschen werden, in historischen Kostümen öffentlich veranstaltet. Als Volksfest konzipiert sollte dies an die bis dahin im Bewusstsein der Mainzer Bevölkerung eher vernachlässigte Person Johannes Gutenbergs, den Mainzer Erfinder der Buchdruckkunst, erinnern.
In Anlehnung an die von den Buchdruckern seit alters her gefeierten Johannisfeste sollte die Veranstaltung den Namen "Mainzer Johannisnacht" tragen.

Die "Mainzer Johannisnacht" hat zwischenzeitlich einen spezifischen Charakter entwickelt, der Festbereich im Herzen der Innenstadt dabei entscheidend geprägt.

Mainzer Johannisnacht, Gutenberg und die Druckkunst


Die Festveranstaltungen rund um die Mainzer Johannisnacht waren von Anfang an eng mit der Person Gutenbergs und der Druckkunst verknüpft. Eine der publikumswirksamsten Teilveranstaltungen ist dabei das so genannte „Gautschen“ vor dem Gutenberg-Museum. Diese traditionelle Zeremonie im Buchdruckerhandwerk wird oft auch als Buchdruckertaufe bezeichnet. Ehemalige Auszubildende der Drucker- und Setzerbranche werden in der Öffentlichkeit als neu ausgebildete Gesellen ihrer Zunft in einen großen Wasserbottich (bei mehr oder weniger heftiger Gegenwehr) eingetaucht. Damit sollen die Sünden der Lehrzeit und der Bleistaub abgewaschen und die Drucker und Setzer gleichzeitig quasi als Nachfolger Gutenbergs in die Berufsgilde der „Schwarzkünstler“ aufgenommen werden.

Am Ballplatz, rund um das Gutenbergmuseum und im Druckladen des Gutenbergmuseums finden am Festwochende verschiedene themenbezogene Aktionen statt. Angeboten werden meist praktische Vorführungen von Kalligraphen und Papierschöpfern und es werden Drucktechniken demonstriert. Besucher können eigene Druckerzeugnisse wie beispielsweise Ablassbriefe oder Flugblätter unter fachkundiger Anleitung herstellen. Der Johannis-Büchermarkt, mittlerweile einer der größten antiquarischen Buch- und Grafikmärkte Deutschlands, findet zusätzlich am Wochenende (von Samstag bis Montag) rund um den Schiller- und Ballplatz statt.

Mainzer Johannisnacht als Kulturfest


Den kulturellen Teil der Mainzer Johannisnacht bestreiten zum einen die sechs Musikbühnen in der Innenstadt. Hier wird den Besuchern ein breites Musikspektrum vom Schlager über Folkmusik bis Hard Rock dargeboten. Dazu kommen noch zahlreiche weitere Straßenmusikanten und -künstler sowie Musikgruppen, welche durch die Innenstadt ziehen. Auf der Bühne am Ballplatz wird zusätzlich Kabarett angeboten.

Ein großer Künstlermarkt findet sich längs des Rheinufers vom Kaisertor bis zum Fischtorplatz. In den Grünanlagen dort schließt sich dann das „Mainzer Culinarium“ der Mainzer Spitzenköche an. Die Mainzer Winzerschaft schenkt im Schatten des Domes auf dem Leichhof, sowie ab 2007 auch auf dem Markt, ihre Weine aus.

Mainzer Johannisnacht als Volksfest


Eine traditionelle Komponente der Mainzer Johannisnacht war bis 2005 das „Schifferstechen“, es wurde für 3 Jahre aus dem Programm gestrichen und fand 2009 wieder statt. Schifferstechen ist ein Kampf zweier Personen mit langen Stangen, die jeweils auf zwei Booten auf dem Rhein stehen. Es gilt dabei, den Gegner mit der Stange in den Rhein zu stoßen.

Zusätzlich finden sich bei der Mainzer Johannisnacht umfangreiche Fahrgelegenheiten (Riesenrad, Achterbahn...), Imbissstände und Winzer aus der gesamten Umgebung. Für die Mainzer Vereine gibt es am Jockel-Fuchs-Platz auf dem Rathausplateau einen eigenen Platz der Vereine, wo sich diese mit Bewirtung und Informationen präsentieren.

Ausklang der Johannisnacht ist stets ein Rheinfeuerwerk am Montagabend.

Literatur


* Günter Schenk: Die Mainzer Johannisnacht. In: Mainz. Vierteljahreshefte für Kultur, Politik, Wirtschaft, Geschichte. Nr. 2, 1981, {{ISSN|0720-5945}}, S. 48–51.

Weblinks


* [http://mainz.de/WGAPublisher/online/html/default/mkuz-5tveyh.de.html mainz.de] – Information der Stadt Mainz zur Johannisnacht

Kategorie:Veranstaltung in Mainz
Kategorie:Kultur (Mainz)
Kategorie:Volksfest in Rheinland-Pfalz

Kategorie:Johannes Gutenberg

es:Maguncia
Johannisnacht (Mayence)

weiter

Text und Bilder dieses Beitrags stammen aus dem Artikel Johannisnacht (Mainz) der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU Free Documentation License. Die Liste der Autoren ist in der Wikipedia unter dieser Seite verfügbar, der Original-Artikel lässt sich hier bearbeiten.