Kapitalismus
Kapitalismus bezeichnet zum einen eine spezifische Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung, zum anderen eine Epoche der Wirtschaftsgeschichte. Die zentralen Merkmale sind in Anbetracht des historischen Wandels und der zahlreichen Kapitalismusdefinitionen sowie weltanschaulicher Unterschiede umstritten. Allgemein begreift man Kapitalismus als eine Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung, die auf Privateigentum an den Produktionsmitteln und einer Steuerung von Produktion und Konsum über den Markt beruht.# Karl Bachinger, Herbert Matis: Sozioökonomische Entwicklung: Konzeptionen und Analysen von Adam Smith bis Amartya K. Sen. Band 3074, UTB 2008, ISBN 978-3-8252-3074-6, Seite 75-76 Als weitere Merkmale werden genannt: die AkkumulationLaut Gerhard Willke ist die Akkumulation das „Herzstück des Kapitalismus“, in: Gerhard Willke: Kapitalismus. Campus, Frankfurt am Main 2006, S. 16. Auch Luc Boltanski und Ève Chiapello sehen in der Kapitalakkumulation das „Hauptmerkmal des Kapitalismus“, in: Der neue Geist des Kapitalismus. UKV, Konstanz 1999, S. 39. und das „Streben nach Gewinn im kontinuierlichen, rationalen kapitalistischen Betrieb“. Für Max Weber ist das Streben nach Gewinn und immer erneutem Gewinn im kapitalistischen Einzelbetrieb mit dem Kapitalismus identisch, während das bloße „Streben nach Gewinn, nach Geldgewinn, nach möglichst hohem Geldgewinn" mit Kapitalismus an sich nichts zu schaffen habe. Vgl. Max Weber: Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie. Mohr, Tübingen 1963, S. 4. Die Webersche Definition korrespondiert mit der Marxschen Definition der kapitalistischen Produktionsweise, derzufolge Gewinne in der Produktion (Mehrwertproduktion) entstehen.
Als Epoche der Wirtschaftsgeschichte versteht man unter Kapitalismus eine wirtschaftsgeschichtliche Periode, die auf die Epochen des Feudalismus und des Merkantilismus folgte und heute noch andauert. In historischer Betrachtung wird dabei die Epoche des Kapitalismus in unterschiedliche Phasen oder Entwicklungsstufen eingeteilt.
Begriff
Etymologie
siehe Etymologie von Kapital
Verbreitung
Ausgehend von diesem Wortstock werden Worte wie „Kapital“ und „kapitalistisch“ bereits im 18. und 19. Jahrhundert gebraucht, jedoch mit vagem und unspezifischem Sinn. Das Wort „capitaliste“ ist erstmals 1753 in Frankreich belegt und meint hier Person, die Güter besitzt.{{Literatur |Herausgeber=Alain Rey |Titel=Dictionnaire historique de la langue française |Verlag=Dictionnaire Le Robert |Ort=Paris |Jahr=1992 |ISBN=978-2849022368}} Julius von Soden verwendet in National-Oekonomie (1805) „kapitalistisch“, um einen „Überschuss an Genußstoff, ein[en] Vorrat“ zu bezeichnen.{{Literatur | Autor=Ingomar Bog | Titel=Kapitalismus | Sammelwerk=Handwörterbuch der Wirtschaftswissenschaften |Band=Band IV |Verlag=Gustav Fischer u.a. |Ort=Stuttgart/New York u.a. |Jahr=1978 |Seiten=419–432}} Theodor Mommsen verwendet „Kapital“ in seiner Römischen Geschichte (1854–1856).
In seinem heutigen Sinn wird es erstmals von Richard de Radonvilliers 1842 verwandt. Weitere Belege für sein Auftreten finden sich bei Pierre Leroux 1848 und im Englischen erstmals bei William Thackeray 1854. Im Englischen geht seine weitere Verwendung wesentlich von David Ricardo aus. Zur Beschreibung einer Klassengesellschaft wird er vor Marx bereits 1840 in Louis Blancs Organisation du travail gebraucht; bereits dort ist er negativ wertend. Karl Marx und Friedrich Engels sprechen zunächst von „kapitalistischer Produktionsweise“, später im ersten Bande von Das Kapital (1867) von „Kapitalist“. Das Wort „Kapitalismus“ wird dagegen nur einmal in dem 1885 von Friedrich Engels herausgegebenen zweiten Band von Das Kapital genannt.Karl Marx:Das Kapital II, MEW, Berlin 1968, [http://www.mlwerke.de/me/me24/me24_104.htm#S123 Bd. 24, S. 123] Häufiger findet sich das Wort Kapitalismus in seiner Korrespondenz und in den späteren Schriften von Friedrich Engels.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts häuft sich seine Verwendung und erlangt Bekanntheit insbesondere durch Werner Sombarts Der moderne Kapitalismus (1902) sowie durch Max Webers Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus (1904)''.
Wahrnehmung
Kapitalismus ist ein Essentially Contested ConceptRobert D. Johnston, The Radical Middle Class, Princeton University Press, 2003, ISBN 978-0-691-09668-1, Seite 81 und wird sehr unterschiedlich wahrgenommen. Bachinger / Matis unterscheiden drei verschiedene Wahrnehmungen.
In der markteuphorischen Wahrnehmung werden Kapitalismus und Marktwirtschaft de facto gleichgesetzt. Kapitalismus wird als entbehrlicher Begriff gesehen, der aus der "sozialistischen Mottenkiste" komme. Karl Bachinger, Herbert Matis: Sozioökonomische Entwicklung: Konzeptionen und Analysen von Adam Smith bis Amartya K. Sen. Band 3074, UTB 2008, ISBN 978-3-8252-3074-6, Seite 76
In der mentalitätskritischen Wahrnehmung steht Kapitalismus für ein ausschließlich an einer kapitalistischen Rationalität orientiertes Denken, das auf Profit und die optimierte Verwertung der eingesetzten Produktionsmittel abzielt, ohne dabei Aspekte der Nachhaltigkeit, der Ethik und möglicher sozialer Verwerfungen zu berücksichtigen.Karl Bachinger, Herbert Matis: Sozioökonomische Entwicklung: Konzeptionen und Analysen von Adam Smith bis Amartya K. Sen. Band 3074, UTB 2008, ISBN 978-3-8252-3074-6, Seite 77
In der sozialkritischen Wahrnehmung kommt der Phase des Hochkapitalismus eine besondere Bedeutung zu. Die Durchsetzung des Kapitalismus bewirkte demnach weitreichende Verschiebungen der Wirtschafts- und Gesellschaftsstruktur und einschneidende Brüche in den Lebens- und Arbeitsbedingungen. Es sei der Antagonismus zwischen Kapitaleignern und Kapitallosen (Proletariern) entstanden. Das „industrielle Proletariat“ hätte den Unternehmen als reichliche Reservearmee zur Verfügung gestanden und sei dadurch gezwungen gewesen, niedrige Löhne und materielle Unsicherheit in Kauf zu nehmen. Bei den meisten Industriearbeitern lagen die Löhne damals knapp am Existenzminimum. Frauen und Kinder mussten daher ebenfalls arbeiten gehen, um den Lebensunterhalt der Familie zu sichern. Arbeitszeiten von 16 Stunden pro Tag waren keine Seltenheit. Das rasante Wachstum der städtischen Ballungsräume führte zu einer dramatisch niedrigen Lebenserwartung. Die Polarisierung der Gesellschaft durch die Entstehung der „sozialen Frage“ als Folge des ungehemmten „Manchesterkapitalismus“ ist der soziale und wirtschaftliche Hintergrund der wirkungsmächtigen Kapitalismusanalyse von Karl Marx.Karl Bachinger, Herbert Matis: Sozioökonomische Entwicklung: Konzeptionen und Analysen von Adam Smith bis Amartya K. Sen. Band 3074, UTB 2008, ISBN 978-3-8252-3074-6, Seite 78, 79
Kapitalismus und Marktwirtschaft
Einige Autoren befürworten anstelle des als wertend verstandenen Begriffs Kapitalismus die neutralere Bezeichnung Marktwirtschaft.{{Literatur | Titel=Kapitalismus | Sammelwerk=Gabler Wirtschaftslexikon | Band=Band III, K–R | Auflage=16. | Jahr=2004 | Seiten=1643 sq.}} Unter angelsächsischen Ökonomen ist der Gebrauch des Begriffs capitalism durchgängig üblich.{{Literatur |Autor=Artur Woll |Herausgeber= Hermann May |Titel=Kapitalismus |Sammelwerk=Lexikon der ökonomischen Bildung |Verlag=Oldenbourg Wissenschaftsverlag |Jahr=2006 |ISBN= 978-3486580426}} Nach John Kenneth Galbraith wurde der Begriff „market system“ in den USA nach dem Zweiten Weltkrieg gezielt eingeführt, da „capitalism“ durch die Weltwirtschaftskrise in Misskredit geraten war.{{Literatur |Autor=John Kenneth Galbraith |Titel=Free Market Fraud |Sammelwerk=The Progressive magazine |Monat=Januar |Jahr=1999 |Online=[http://www.progressive.org/mag_galbraith0199 online]}} Einige Politiker, Journalisten und Wissenschaftler bevorzugten den Begriff "Marktwirtschaft", da die Frage des beherrschenden Einflusses von Unternehmen und allgemein die Frage wirtschaftlicher Macht so nicht thematisiert werden müsse. Lediglich als Bezeichnung für die moderne Finanzwelt habe sich der Begriff Kapitalismus halten können, da hier der Zusammenhang zwischen Vermögen und Macht besonders augenfällig sei.Karl Bachinger, Herbert Matis: Sozioökonomische Entwicklung: Konzeptionen und Analysen von Adam Smith bis Amartya K. Sen. Band 3074, UTB 2008, ISBN 978-3-8252-3074-6, Seite 76
Andere Autoren unterscheiden zwischen beiden Begriffen. Danach hänge das Vorliegen einer kapitalistischen Wirtschaftsordnung von den Eigentumsverhältnissen der Produktionsmittel ab, eine Marktwirtschaft zeichne sich durch die Koordination der Wirtschaftsprozesse über den Marktmechanismus aus.{{Literatur |Autor=Ulrich Baßeler, Jürgen Heinrich |Titel=Wirtschaftssysteme. Kapitalistische Marktwirtschaft und sozialistische Zentralplanwirtschaft |Ort=Würzburg |Jahr=1984 |Seiten=13–19 |ISBN=}}{{Literatur |Autor= Erich Weede |Titel=Mensch und Gesellschaft |Verlag=Mohr Siebeck |Jahr=1992 |ISBN=978-3161458996 |Online=[http://books.google.de/books?id=aUqr3NXj-qAC&printsec=frontcover#PPA249,M1 online] |Seiten=249}} Beide Merkmale treten im Wirtschaftssystem der kapitalistischen Marktwirtschaft gemeinsam auf. Eine Marktwirtschaft könne theoretisch jedoch ebenso ohne Kapitalismus vorliegen (Beispiel: Sozialistische Marktwirtschaft in Jugoslawien) wie Kapitalismus ohne Marktwirtschaft (was angeblich auf die Wirtschaft im nationalsozialistischen Deutschland zutreffe).{{Literatur |Autor=Jürgen Pätzold |Titel=Soziale Marktwirtschaft. Konzeption – Entwicklung – Zukunftsaufgaben |Auflage=6. |Ort=Ludwigsburg, Berlin |Jahr=1994 |Online=[http://www.juergen-paetzold.de/einfuerung_mawi/2_MAWI.html online] |Zugriff=29. Juni 2008}} Gleichwohl treten die beiden letztgenannten Wirtschaftssysteme vergleichsweise selten auf. Mankiw und andere Autoren verstehen Kapitalismus als Marktwirtschaft mit Privateigentum an Produktionsmitteln, bezweifeln jedoch, dass Marktwirtschaft ohne Privateigentum funktionsfähig ist.{{Literatur |Autor=Nicholas Gregory Mankiw |Titel=Grundzüge der Volkswirtschaftslehre |Auflage=3. |Ort=Stuttgart |Jahr=2004|Seiten=255}}
{{Literatur |Autor=Ludwig von Mises |Titel=Human Action - A Treatise on Economics |Auflage=1. |Verlag=Ludwig von Mises Institute |Ort=Auburn (Alabama) |Jahr=1948/2007 |ISBN=978-0945466246 |Online=[http://mises.org/Books/HumanActionScholars.pdf online] |Seiten=678}}Theoriegeschichte
Vorklassische Ökonomen
Erste für den Kapitalismus grundlegende Ideen finden sich in der spätscholastischen Schule von Salamanca und bei den Physiokraten.
Klassische Nationalökonomie
thumb|[[Adam Smith]]
Ein bedeutender Theoretiker des Kapitalismus ist der schottische Nationalökonom und Moralphilosoph Adam Smith mit seinem Hauptwerk Der Wohlstand der Nationen (1776). Er begründet den Eigennutz als einen wichtigen Motor für Wohlstand und gerechte Verteilung und meint in Theorie der ethischen Gefühle (1759), dass die Selbstregulation des Marktes durch Gleichgewichtspreise mehr Vertrauen verdient (die „Unsichtbare Hand“).
Smith beschreibt im zweiten Buch von Der Wohlstand der Nationen, wie der Einsatz von Kapital zu einem „Ertrag oder Gewinn“ (engl. „revenue or profit“) führen könne. Die Ansammlung von Kapital hält er für notwendig, um durch dessen Einsatz technische Neuerungen zu finanzieren.{{Literatur |Autor=Adam Smith |Titel=Der Wohlstand der Nationen |Online=http://en.wikisource.org/wiki/The_Wealth_of_Nations/Book_II/Chapter_1}}
Im vierten Buch wendet er sich gegen den vorherrschenden Merkantilismus, der Außenhandel als ein Nullsummenspiel betrachtete. Er entwickelt als Gegenmodell die Theorie vom absoluten Kostenvorteil, bei der durch Arbeitsteilung alle beteiligten Länder profitieren würden. David Ricardo führt Smiths Ideen in der Theorie vom komparativen Kostenvorteil fort.
Die wichtigsten Autoren der klassischen Nationalökonomie neben Smith sind David Ricardo, John Stuart Mill, Thomas Robert Malthus und Jean-Baptiste Say.
Marxismus
thumb|[[Karl Marx]]
Kapitalismus bezeichnet in der marxistischen Tradition "die auf Warenproduktion, Marktwirtschaft, Investition von Kapital, Lohnarbeit und Profit beruhende Produktionsweise" als auch die "von der Herrschaft des Kapitals bedingten sozialen, politischen, rechtlichen und kulturellen Verhältnisse als Gesellschaftsordnung".Historisch-Kritisches Wörterbuch des Marxismus, Band 7/I, Argument, Hamburg 2008, S. 238.
Marx selber hat den Begriff "Kapitalismus" in seinen Werken selten benutzt, stattdessen spricht er von "kapitalistischer Produktionsweise". Nach Marx wird im Kapitalismus die Produktionsweise durch das "Kapital" bestimmt. Das Kapital kann viele Formen annehmen: Geld, Produktionsmittel, Land, Immobilien, Waren etc. Nach Marx durchläuft es typischerweise die Formen Geld - Ware - (mehr) Geld (als Formel: G-W-G', wobei G' einen größeren Wert darstellt als G). Kapital ist nach Marx "sich selbst verwertender ( = sich vergrößender) Wert". Die Anwender des Kapitals (Kapitalisten oder Manager) produzieren Waren, die mehr wert sind als die zu ihrer Herstellung verausgabten Produktionsmittel (Arbeitskraft, Maschinen, Rohstoff). Der in der Produktionsphäre erzielte "Mehrwert" muss sich in der "Zirkulationsphäre" durch den Verkauf der produzierten Waren realisieren. Der Mehrwert wird ausschließlich von den Arbeitern geschaffen. Da sie dafür keine Gegenleistung erhalten, nennt Marx dies Ausbeutung, häufig verwendet er dafür auch den englischen Begriff "Exploitation". Die Mehrwertproduktion setzt voraus, dass es Arbeiter gibt, die ohne Besitz von Produktionsmitteln oder alternativen Subsistenzmitteln (z.B. eigens erzeugten Lebensmittel) gezwungen sind, ihre Arbeitskraft an die kapitalistischen Produktionsmittelbesitzer zu verkaufen. Dadurch entsteht die spezifische Spaltung der Gesellschaft in "Kapitalisten" und "Arbeiterklasse". Allerdings ist der "Kapitalist" nur eine Bezeichnung für eine Funktion im Produktionsprozess (Marx spricht von "Charaktermaske"). Wie er im Vorwort zum "Kapital" ausführt, handeln die einzelnen Kapitalisten nur als "Personifikationen ökonomischer Kategorien".
Der Kapitalismus ist nach Marx ferner charakterisiert durch die allgemeine Warenproduktion. Auch die Arbeitskraft wird als Ware gehandelt. Marx' Hauptwerk "Das Kapital" beginnt mit der Analyse der Ware und ihren Eigenschaften. Im "Wert" einer Ware drückt sich die für dieses Produkt verausgabte, gesellschaftlich notwendige (Lohn-)Arbeitszeit aus. Im Wert erscheint ein gesellschaftliches Verhältnis als Eigenschaft der Ware. Das Kapitalverhältnis ist „ein durch Sachen vermitteltes gesellschaftliches Verhältnis zwischen Personen“, zwischen Kapitalisten auf der einen und Lohnarbeitern auf der anderen Seite, aber auch zwischen den Kapitalisten selbst, die ja auch untereinander Waren tauschen.
Marx und Engels beschreiben die kapitalistische Gesellschaft als eine Gesellschaft des revolutionären Umbruchs aller traditionellen Verhältnisse, in seinem Kern, dem Produktionsbereich, als eine Gesellschaft der „Ausbeutung“ und der „Entfremdung“.{{Literatur |Autor=Karl Marx, Friedrich Engels |Titel=Manifest der Kommunistischen Partei |Sammelwerk= Karl Marx - Friedrich Engels - Werke |Band= 4| Verlag= Dietz Verlag| Ort= Berlin/DDR | Jahr= 1972 |Seiten=passim |Online=[http://www.mlwerke.de/me/me04/me04_459.htm online]}}
In seinen Frühschriften, unter anderem in den Ökonomisch-philosophischen Manuskripten (1844), betont Marx den Aspekt der Entfremdung.{{Literatur |Autor=Karl Marx |Titel=Ökonomisch-philosophische Manuskripte aus dem Jahre 1844 |Sammelwerk= Karl Marx - Friedrich Engels - Werke |Band= Ergänzungsband I| Verlag= Dietz Verlag| Ort= Berlin/DDR | Jahr= 1968 |Seiten=465-590 |Online=[http://www.mlwerke.de online]}} Die Arbeiter würden dem Produkt ihrer Arbeit entfremdet, weil dieses, von den Kapitalisten angeeignet, die Form des Kapitals annehme, das die Arbeiter beherrsche. Wesentliche Potentiale und Entfaltungsmöglichkeiten des menschlichen „Gattungswesens“, das heißt der menschlichen Schaffensmöglichkeiten, würden so „pervertiert“ und durch eine subtile Form der Knechtschaft ersetzt, auch wenn diese auf einer scheinbaren, jedoch nur juristischen Freiheit beruhe. Arbeit sei im Kapitalismus nicht eine Möglichkeit der Selbstverwirklichung, sondern durch den Lohnarbeiterstatus erzwungene Arbeit.
Den ausbeuterischen Charakter der kapitalistischen Produktionsweise leitet Marx aus der Analyse der kapitalistischen „Warenform“ ab. Jede Ware habe einen Doppelcharakter und besitze sowohl Tauschwert als auch Gebrauchswert (siehe auch Warenfetischismus). Die Vermehrung des Kapitals erfolge über die Ausbeutung fremder Arbeitskraft als Lohnarbeit, wobei die Ausbeutung darin bestehe, dass der Kapitalist dem Arbeiter nicht den ganzen, vom Arbeiter geschaffenen Wert bezahle, sondern lediglich die gesellschaftlich durchschnittlichen Kosten, die der Arbeiter zur „Reproduktion seiner Arbeitskraft“ (sowie zur Aufzucht seiner Nachkommen) benötige. Den restlichen, vom Arbeiter geschaffenen „Neuwert“ streiche der Kapitalist als „Mehrwert“ ein, aus dem er seinen Profit schöpfe. Jedoch sinke die vom Kapitalisten erwirtschaftete Profitrate durch das Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate immer weiter, unter anderem aufgrund der Konkurrenz der Kapitalisten untereinander sowie durch den zunehmenden Ersatz menschlicher Arbeitskraft durch Maschinen, die nach Marx selbst keinen Mehrwert zu schöpfen imstande sind. Dieser Widerspruch zwischen sinkender Profitrate und Verwertungsbedürfnis bestimme den grundsätzlich krisenhaften Charakter der kapitalistischen Produktionsweise, die in regelmäßigen Krisen des Kapitalismus ihren Ausdruck fänden.
Laut Marx findet die Entwicklung zu marktbeherrschenden Oligopolen und Monopolen, die zu überhöhten Preisen bzw. einer Unterversorgung des Marktes führten, zwangsläufig statt. Er bezeichnet dies als die „Zentralisation“ des Kapitals.{{Literatur |Autor=Karl Marx |Titel=Das Kapital |Sammelwerk= Karl Marx - Friedrich Engels - Werke |Band= 23.1| Verlag= Dietz Verlag| Ort= Berlin/DDR | Jahr= 1968 |Seiten=799 sqq |Online=[http://www.mlwerke.de/me/me23/me23_792.htm online]}}
Der grenzenlose Ausdehnungsdrang des Kapitals, der die Bourgeoisie „über die ganze Erdkugel jagt“, sei letztlich nichts als eine verzweifelte Flucht nach vorn, um den der kapitalistischen Gesellschaft systematisch inhärenten Widersprüchen durch Eroberung neuer Märkte zu entkommen. Mit dem letztlich unausweichlichen Unerträglichwerden dieser Widersprüche schlage schließlich die weltgeschichtliche Stunde der sozialistischen Revolution durch das Proletariat. Das Kapital, so Marx und Engels im Manifest der Kommunistischen Partei (1848), produziere seine eigenen „Totengräber“.
In marxistischer Tradition wird der Kapitalismus in die Phasen Früh- oder Übergangskapitalismus, Konkurrenzkapitalismus, Monopolkapitalismus, Imperialismus unterteilt. Nach dem Zweiten Weltkrieg spalteten sich die „Schulen“ in Staatsmonopolistischer Kapitalismus (orthodoxer Marxismus) und Spätkapitalismus (westlicher Marxismus).
Historische Schule
Ältere Historische Schule
Die ab 1850 in Deutschland aufkommende Historische Schule der Nationalökonomie lehnt die auf die Klassische Nationalökonomie und den Rationalismus zurückgehende Vorstellung von allgemein geltenden Wirtschaftsgesetzen ab, sondern sucht stattdessen ihre – oft auch soziologischen – Erkenntnisse durch die Herausarbeitung von historischen Entwicklungsgesetzen zu untermauern. Die allgemeinen Gesetze der Klassischen Nationalökonomie hätten nur Gültigkeit für das kapitalistische Wirtschaftssystem.
Ihre wichtigsten Vertreter sind Wilhelm Roscher, Bruno Hildebrand und Gustav von Schmoller.
Jüngere Historische Schule
Georg Friedrich Knapp unterscheidet den Kapitalismus durch das Aufkommen von Großbetrieben von früheren Wirtschaftsepochen.
Karl Bücher beschreibt in seiner klassisch gewordenen Entstehung der Volkswirtschaft (1917) Kapitalismus als die Wirtschaftsepoche, bei der alle ökonomischen Verhältnisse über ihre Beziehung zum Kapital definiert werden. Werner Sombart wandte sich in der zweiten Auflage von Der moderne Kapitalismus entschieden gegen diese Charakterisierung. Richard Passow wandte ein, dass dies dem üblichen wirtschaftswissenschaftlichen Gebrauch zuwiderlaufe.
Jüngste oder Dritte Historische Schule
thumb|[[Max Weber 1917]]
Die sogenannte Jüngste Historische Schule charakterisiert den Kapitalismus über eine auftretende kapitalistische Gesinnung und begründete die soziologische Untersuchung des Kapitalismus.
Werner Sombart sah diese Gesinnung in Erwerbsprinzip, Rationalität und Individualismus manifestiert. Er entwarf in Der moderne Kapitalismus (1902) die verbreitete Einteilung des Kapitalismus in die Entwicklungsphasen Früh-, Hoch- und Spätkapitalismus. Im Spätkapitalismus sah er in den zunehmenden Staatseingriffen erste Anzeichen eines Entwicklungsgesetzes hin zur Vergesellschaftung der Produktionsmittel. Von ihm stammt der später von Joseph Schumpeter verbreitete Begriff der „schöpferischen Zerstörung“.{{Literatur | Autor= Werner Sombart | Titel= Krieg und Kapitalismus | Ort=München | Jahr=1913 |Seiten=207}}
Max Weber versteht und erklärt den Kapitalismus als okzidentalen Rationalismus. Marxistischen Positionen folgend geht Weber davon aus, dass die entwickelten Industriegesellschaften mit dem Modell des Kapitalismus in Einklang stehen. Während Karl Marx der Überzeugung war, dass Industriegesellschaften durch kapitalistisches Profitstreben in ihrer Dynamik und Problemhaftigkeit bestimmt werden, stellt Weber das in allen Gesellschaftsebenen umgreifende Rationalitätsstreben in den Mittelpunkt und bezeichnet den Kapitalismus als die „schicksalsvollste() Macht unseres modernen Lebens“.In: Hans-Peter Müller, Max Weber. Böhlau Verlag, Köln, Weimar, Wien 2007.Alle Entscheidungen im kapitalistischen System basieren auf Nutzen- bzw. Gewinnmaximierung. Dabei kann ein soziales Handeln unterstellt werden, das zweckrational orientiert ist. „Kapitalistische Wirtschaftsakte“ sind bestimmt durch „Erwartung von Gewinn durch Ausnützung von Tausch-Chancen“.Hans-Peter Müller: Max Weber: eine Einführung in sein Werk. UTB 2007. ISBN 3-8252-2952-1. S. 79
Der Staat, die Bürokratie und das Recht geben dem aufkommenden (Früh-)Kapitalismus für seine Entfaltung eine gefestigte gesellschaftliche Form. Religion in Gestalt von Kultur als soziales Handeln ist dabei die stärkste Macht hinsichtlich rational-methodischer Lebensführung.
Weber stellt in seinem Buch Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus die These auf, dass der Kapitalismus in Nordwesteuropa und den USA aus religiösen Gründen entstanden sei und eine – im geistigen Sinne – Weiterentwicklung der Reformationsbewegung darstelle (vgl. das protestantische Arbeitsethos und die protestantische Ethik allgemein). Da dies für Japan nicht haltbar war, untersuchte Weber die (funktional entsprechende) Rolle der Samurai.
Arthur Spiethoff bezog eine vermittelnde Position („anschauliche Theorie“) zwischen der historisierenden Charakterisierung des Kapitalismus in der Historischen Schule und der reinen'' Theorie der klassischen und neoklassischen Nationalökonomie.
Österreichische Schule
Ältere und jüngere Österreichische Schule
thumb |right |Ludwig von Mises
Ende des 19. Jahrhunderts bildete sich in Wien um Carl Menger die Österreichische Schule. Diese lehnte geschichtsrelativistische und geschichtsdeterministische Kapitalismustheorien ab. Ökonomische Gesetze gelten für sie immer und überall und ergeben sich aus der Knappheit der Güter und der subjektiven Beziehung der Menschen zu jenen.
Die Österreichische Schule lehnt den Homo oeconomicus der Klassischen Nationalökonomie als unrealistisch ab und bezieht auch außerwirtschaftliche Ziele in ihre Theorie ein.{{Literatur |Autor=Ludwig von Mises |Titel=Human Action - A Treatise on Economics |Auflage=1. |Verlag=Ludwig von Mises Institute |Ort=Auburn (Alabama) |Jahr=1948/2007 |ISBN=978-0945466246 |Online=[http://mises.org/Books/HumanActionScholars.pdf online] |Seiten=62−64}} Staatsinterventionismus in das Wirtschaftssystem wird generell abgelehnt (Ölflecktheorem).
Ludwig von Mises hielt den Kapitalismus für das einzig logisch mögliche Wirtschaftssystem. Der Sozialismus sei nicht funktionsfähig aufgrund der Unmöglichkeit der Wirtschaftsrechnung im Sozialismus. Mises schreibt: „Die Wirtschaftsforschung hat den Beweis erbracht, daß keine andere denkbare Wirtschaftsordnung den gleichen Grad von Prosperität erreichen könnte wie der Kapitalismus. Sie hat alle zugunsten von Sozialismus und Interventionismus vorgebrachten Beweisgründe völlig zu entkräften gewußt.“Mises, Ludwig von. 1957. „Die Wahrheit über den Interventionismus“. Monatsblätter für freiheitliche Wirtschaftspolitik, 3:10 (Okt. 1957) 599-607. S.600. Siehe new.mises.de/public_home/article/287
Für Österreichische Ökonomen ist das Gewinnstreben der kapitalistischen Gesellschaft kein charakteristisches Merkmal, da auch für die Produktion zur Bedürfnisbefriedigung eine Wertsteigerung der entsprechenden Güter angestrebt werden muss, d. h. zwischen der "kapitalistischen" Produktion für Profit und der "sozialistischen" Produktion für Bedürfnisse gibt es keinen Unterschied.Pohle, Ludwig und Georg Halm, Kapitalismus und Sozialismus, Berlin: Julius Springer, 1931, pp. 12 ff., Mises, Socialism: An Economic and Sociological Analysis, 5: Profitability and Productivity, Indianapolis: Liberty Fund, 1981) Der Unterschied bestehe nur darin, dass im Kapitalismus "Gewinn" durch sinnvolle Kostenrechnung erst rational erzielbar wird.
Nach Mises ergibt sich der Gewinn der Unternehmers daraus, dass er die zukünftigen Bedürfnisse der Verbraucher besser vorhersieht als seine Konkurrenten und sein Kapital dementsprechend einsetzt.{{Literatur |Autor=Ludwig von Mises |Titel=Human Action - A Treatise on Economics |Auflage=1. |Verlag=Ludwig von Mises Institute |Ort=Auburn (Alabama) |Jahr=1948/2007 |ISBN=978-0945466246 |Online=[http://mises.org/Books/HumanActionScholars.pdf online] |Seiten=292, 536}} Zur Monopolbildung vertrat Mises, dass Monopole in einer freien Marktwirtschaft nicht entstehen können bzw. nicht von Dauer seien. Monopole entstünden immer nur durch staatliche Intervention.{{Literatur |Autor=Ludwig von Mises |Titel=Liberalismus |Jahr=1927 |Seiten=80ff}}
Die bedeutendsten Vertreter der Österreichischen Schule sind Ludwig von Mises (Human Action (1949)) und der Nobelpreisträger Friedrich von Hayek. Der Thatcherismus beruht in Teilen auf Hayeks Analyse (The Road to Serfdom (1944)).
Joseph Schumpeter
Joseph Schumpeter definierte einen funktionierenden Kapitalismus als das „liberale Modell einer interventionsfreien Wirtschaft, in der nur die Gesetze des freien Marktes gelten und in der keine monopolistischen Strukturen bestehen, denen es möglich ist, mithilfe der Staatsmacht partielle Interessen auf Kosten der Allgemeinheit durchzusetzen.“{{Literatur |Autor=Joseph Schumpeter |Titel=Aufsätze zur Soziologie |Ort=Tübingen |Jahr=1953}}
Schumpeter urteilte, die „Maschine Kapitalismus“ funktioniere nicht schlecht. Ihr Antrieb sei das freie Unternehmertum; gerade der Erfolg, der sich auch in Monopolen zeige, bringe es jedoch mit sich, dass der Kapitalismus seine eigene soziale Struktur, die ihn schützt und stützt, immer wieder zerstört. Schumpeter sah zwar die Möglichkeit zur ständigen Erneuerung, ging aber in Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie (1942) davon aus, dass der Kapitalismus letztendlich an seinen Erfolgen zugrunde ginge.{{Literatur |Autor=Joseph Schumpeter |Titel=Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie |Jahr=1942}}
Er sah ihn zunächst als Motor der gesellschaftlichen Entwicklung. Jedoch produziere er zunehmend einen Wasserkopf bürokratischer Strukturen und eine „Krise des Steuerstaats“ (indem er den Staat zu schwächen unternehme). Die Automatisierung des technischen Fortschritts führe zu immer größerer Kapitalkonzentration und diese schließlich zur Aushöhlung der Vertragsfreiheit durch kollektive Absprachen.
Neoklassische Theorie
Die heutige ökonomische Lehrmeinung beruht im Wesentlichen auf der neoklassischen Theorie. Diese geht davon aus, dass die wirtschaftlichen Akteure sich rational verhalten (Modell des sog. Homo oeconomicus) und versuchen, ihren eigenen Nutzen zu maximieren. Durch diese Ausrichtung am ökonomischen Prinzip soll, so die liberale Wirtschaftstheorie, der Markt für eine optimale Verteilung knapper Ressourcen sorgen.
Keynesianismus
{{Belege fehlen}}
thumb|[[John Maynard Keynes]]
Der Keynesianismus geht auf das 1937 erschienene Werk Allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes von John Maynard Keynes zurück. Keynes beschreibt darin seine Interpretation der Weltwirtschaftskrise in den 1930er Jahren: Diese sei durch die mangelnde Fähigkeit des Laissez-faire-Kapitalismus entstanden, sich aus Investitionskrisen zu erholen. Der Keynesianismus hält den Kapitalismus ohne staatliche Intervention für instabil, da die Wirtschaft irgendwann in eine Liquiditätsfalle gerate, die nur noch durch eine langandauernde, deflationäre Wirtschaftskrise mitsamt den daraus resultierenden sozialen Spannungen, oder durch massive staatliche Intervention überwunden werden könne. Die im Wesentlichen auf Keynes zurückgehende Nachfragepolitik lehnt das Saysche Theorem ab und empfiehlt regelmäßige staatliche Eingriffe zur Stabilisierung der Nachfrage.
Die Keynesianistische Beschreibung des Kapitalismus ist heute zur sog. Neoklassischen Synthese weiterentwickelt worden.
Neoliberalismus
Mitte des 20. Jahrhunderts bildete sich an der University of Chicago die Chicagoer Schule. Ihr wichtigster Vertreter, der spätere Nobelpreisträger Milton Friedman, ist der Auffassung, dass die Weltwirtschaftskrise durch die vorherige Intervention (Fiskalpolitik, Geldpolitik, Währungspolitik) des Staates erst ausgelöst worden sei. Damit steht Friedmans Monetarismus im Gegensatz zum Keynesianismus.
Friedman vertritt unter Verweis auf die demokratischen Entwicklungen in Europa, Amerika und Teilen von Asien, dass kapitalistische Gesellschaften langfristig zu Rechtsstaat und Demokratie tendieren.{{Literatur |Autor=Milton Friedman |Titel=Kapitalismus und Freiheit |ISBN=3821839600}}
Friedmans Sohn David D. Friedman entwickelte in The Machinery of Freedom (1971) den Kapitalismus seines Vaters zu einer Form des Anarchokapitalismus weiter.
Die Freiburger Schule gilt als die deutsche Variante des Neoliberalismus. Durch die Einbettung der historisierenden Betrachtungsweise in eine allgemein geltende Ordnungstheorie erscheint für Walter Eucken der analytische Nutzen des Begriff „Kapitalismus“ für die Wirtschaftswissenschaften zweifelhaft.{{Literatur |Autor=Walter Eucken |Titel=Die Grundlagen der Nationalökonomie | Verlag= |Ort= |Jahr=1990 |Auflage=9. |Seiten=87}} Er nennt die marxistische Verwendung des Begriffs „Hypostase“ und „säkularisierte Gnosis“.{{Literatur | Autor=Walter Eucken | Titel=Grundsätze der Wirtschaftspolitik | Verlag=UTB Mohr/Siebeck | Ort=Tübingen | Jahr=1990 |Auflage=6. |Seiten=206 sq.}} Wirtschaftsordnungen bestehen vielmehr zeitlos nebeneinander zur Lösung von Knappheitsproblemen und sozialen Interessenskonflikten. Kapitalismus und Sozialismus sind demnach mit ihren historischen und wertenden Konnotationen überflüssig. Auf diese Ordnungstheorie geht die heutige Verwendung von Marktwirtschaft und Zentralverwaltungswirtschaft zurück.
Soziologie
Einschlägige Lexika der Soziologie definieren den Kapitalismus als Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung mit den Merkmalen: Güterproduktion unter Bedingungen des Privateigentums an den Produktionsmitteln, über das eine Minderheit verfügt, während die Mehrheit ein Lohnarbeitsverhältnis eingehen muss. Triebkraft der wirtschaftlichen Prozesse ist das Interesse der Produktionsmittelbesitzer an der Vermehrung des eingesetzten Kapitals, d. h. an Profitmaximierung und Akkumulation. Beispielsweise Werner Fuchs-Heinritz/Rüdiger Lautmann/Otthein Rammstedt/Hanns Wienold (Hg.): Lexikon zur Soziologie. 4. Auflage, VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2007, S. 323 ff.. Ähnlich auch in Karl-Heinz Hillmann: Wörterbuch der Soziologie, Kröner, Stuttgart, ³1994, S. 403 und in Günter Endruweit/Gisela Trommsdorf (Hg.): Wörterbuch der Soziologie. Lucius & Lucius, Stuttgart ²2002, S. 264.
Für Max Weber war der Kapitalismus keineswegs mit dem „Streben nach maximalen Gewinn“ gleichzusetzen, er sah in ihm vielmehr eine Bändigung des irrationalen Triebes schrankenloser Erwerbsgier. Ihm zufolge beruhe ein kapitalistischer Wirtschaftsakt auf der Erwartung von Gewinn durch die Wahrnehmung von friedlichen Erwerbschancen. Allerdings sei Kapitalismus identisch „mit dem Streben nach Gewinn, im kontinuierlichen, rationalen kapitalistischen Betrieb: nach immer erneutem Gewinn: nach Rentabilität.“Dirk Käsler, Max Weber: eine Einführung in Leben, Werk und Wirkung, Campus Verlag, 2003, ISBN 3-593-37360-2, S. 179Richard Swedberg: Grundlagen der Wirtschaftssoziologie, hrsg. von Andrea Maurer, VS Verlag, Wiesbaden 2009, S. 92 Weber unterscheidet zwischen rationalem Kapitalismus, Politischem Kapitalismus und traditionellem Handelskapitalismus.Richard Swedberg: Grundlagen der Wirtschaftssoziologie, hrsg. von Andrea Maurer, VS Verlag, Wiesbaden 2009, S. 83.
Walter Benjamin charakterisiert den Kapitalismus als eine „essentiell religiöse Erscheinung“ zur „Befriedigung derselben Sorgen, Qualen, Unruhen, auf die ehemals die sogenannten Religionen Antwort gaben“.Walter Benjamin: Kapitalismus als Religion. In: Dirk Baecker (Hrsg.): Kapitalismus als Religion. Kulturverlag Kadmos, Berlin 2003, S. 16. Die Soziologen Dirk Baecker und Christoph Deutschmann haben den Benjaminschen Gedanken aufgegriffen und ihn in den Kontext der sozioökonomischen Situation der Jahrtausendwende unter den Bedingungen des globalisierten Kapitalismus ohne gesellschaftspolitische Alternative gestellt. Laut Dirk Baecker „glaubt diese Gesellschaft an den Kapitalismus“, seit „die soziologische Alternative nicht mehr verfügbar ist und damit die Form der Gesellschaft nicht mehr Gegenstand einer ideologisch begründeten politischen Entscheidung ist“.Dirk Baecker (Hrsg): Einleitung zu Kapitalismus als Religion. Berlin 2003, S. 3.
Wirtschaftswissenschaften
Einschlägige Lexika der Wirtschaftswissenschaften definieren den Kapitalismus als historisierende und, vor allem durch die Vertreter des Marxismus, wertende Bezeichnung für die neuzeitlichen kapitalistischen Marktwirtschaften mit dominierendem Privateigentum an den Produktionsmitteln und dezentraler Planung des Wirtschaftsprozesses. Beispielsweise Gabler Verlag (Herausgeber), Gabler Wirtschaftslexikon, Stichwort: Kapitalismus, [http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Archiv/5305/kapitalismus-v4.html online]
Geschichte
Vorgeschichte
Privateigentum und verschiedene andere Merkmale des Kapitalismus finden sich in unterschiedlich starker Ausprägung bereits ab der neolithischen Revolution.{{Literatur | Autor= Uwe Wesel | Titel= Frühformen des Rechts in vorstaatlichen Gesellschaften | Verlag= Suhrkamp | Ort= | Jahr= 1985| ISBN= 978-3518577233}}. Der Autor Peter Temin vertritt, dass bereits im Römischen Reich eine Marktwirtschaft existierte.{{Literatur | Autor= Peter Temin | Titel= A Market Economy in the Early Roman Empire | Sammelwerk= University of Oxford − Discussion Papers in Economic and Social History | Nummer=39 |Monat= März | Jahr= 2001 | Online=[http://www.nuffield.ox.ac.uk/Economics/History/Paper39/39temin.PDF online]}} Andere sehen im Kalifat vom 9. bis zum 12. Jahrhundert bereits wesentliche Merkmale des Kapitalismus: Geldwirtschaft, Marktwirtschaft, Frühformen der Gesellschaft („mufawada“ und „mudaraba“) und Kapital („al-mal“).{{Literatur | Autor= Jairus Banaji | Titel= Islam, the Mediterranean and the rise of capitalism |Sammelwerk=Journal Historical Materialism |Band=15 |Seiten=47-74| Verlag= Brill Publishers |Jahr= 2007| DOI= 10.1163/156920607X171591}}.{{Literatur |Autor=Maya Shatzmiller |Titel=Labour in the Medieval Islamic World |Verlag=Brill Publishers |Jahr=1997 |ISBN=978-9004098961 |Seiten=402-403}}{{Literatur |Autor=Subhi Y. Labib |Titel=Capitalism in Medieval Islam |Sammelwerk=The Journal of Economic History |Band=29 |Seiten=79-96 |Jahr=1969}} Demgegenüber vertreten marxistische Historiker die Auffassung, dass von Kapitalismus erst mit der verallgemeinerten Produktion für den Markt, die sich zum ersten Mal in England ausgebreitet hat, zu sprechen ist.
Handelskapitalismus
In Europa entstanden erste Gesellschaften, die wesentliche Merkmale des Kapitalismus trugen, ab dem 13. Jahrhundert mit dem Aufkommen des FernhandelsFerdinand Tönnies, Geist der Neuzeit, [1934], in: Ferdinand Tönnies Gesamtausgabe, Bd. 22, Berlin/New York 1998, S. 29 et passim in Oberitalien (Venedig, Pisa, Genua, Florenz) und in Portugal, sodann ausgeprägt im 15. Jahrhundert im Gebiet des heutigen Belgien und der Niederlande mit den Zentren Brügge und Antwerpen.
Industrialisierung
Der Industriekapitalismus nahm seinen Ausgang in dem Ende des 18. Jahrhunderts entstehenden Fabriksystem, und zwar in den Baumwollspinnereien Englands.James Fulcher: Kapitalismus. Reclam Stuttgart 2007, S. 12. Die gleichzeitig mit der Industriellen Revolution entstandenen Fabriken konnten dank der mechanischen Spinnmaschine (Spinning Jenny) den Engpass in der Nachfrage nach zu Garn gesponnener Baumwolle beseitigen und vollends mit der weiteren Erfindung des mechanischen Webstuhls eine gewaltige Produktionssteigerung bei der Erzeugung von gewebten Textilien herbeiführen, für die es auf den Binnen- und Außenmärkten eine große Nachfrage gab. Auch in Branchen der Metallerzeugung und anderen Gewerben wurden Fabriken für eine neue Klasse „industrieller Kapitalisten“Karl Marx: Das Kapital. Erster Band. Dietz Verlag, Berlin 1962, S. 777ff. zu Profit generierenden Anlageobjekten. In ihnen erstellten Lohnarbeiter in einer neuen, maschinenvermittelten Arbeitsteilung ein „gesellschaftliches“ Produkt.
Während Marx noch davon ausging, dass unter dem Regime der kapitalistischen Produktionsweise den Lohnarbeitern nur ein Lohn gezahlt würde, der zur Reproduktion ihrer Arbeitskraft erforderlich sei, zwangen die Arbeiter durch ihre kollektive Organisierung in Gewerkschaften und Arbeiterparteien die ökonomischen Eliten, sie an den erzielten Produktionsfortschritten und Wohlstandsgewinnen des sich entfaltenden Industriekapitalismus zu beteiligen. Die von Marx und Engels prognostizierten Verelendungstendenzen der Arbeiterklasse traten ebenso wenig ein wie die sich zuspitzenden Klassenkämpfe mit einem proletarischen Umsturz der kapitalistischen Produktionsweise. Stattdessen wurde der Industriekapitalismus im 19. und 20. Jahrhundert zur weltweit dominierenden Gesellschaftsformation, obwohl zeitweilig auch nichtkapitalistische Industriegesellschaften im sowjetischen Herrschaftsbereich und nach nationalen Revolutionen in ehemaligen Kolonialgebieten entstanden.
Spätes 19. und frühes 20. Jahrhundert
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Rolle von Bankiers und Financiers zunehmend bedeutender. Monopole und Kartelle häufen sich; die Unternehmenseigentümer delegieren den Produktionsprozess an Manager. Das Bankensystem, die Unternehmensverflechtungenn und der Aktienmarkt werden zunehmend komplexer.{{Literatur |Autor=John Scott |Titel=Industrialism |Sammelwerk=A Dictionary of Sociology |Verlag=Oxford University Press |Ort=Oxford |Jahr=2006 |ISBN=978-0415344067 }} In marxistischer Diktion wird diese Phase auch als Zeit des „Finanzkapitalismus“, „Monopolkapitalismus“ oder „Staatsmonopolkapitalismus“ bezeichnet.{{Literatur |Autor=Charlene Gannage |Titel=E.S. Varga and the Theory of State Monopoly Capitalism |Sammelwerk=Review of Radical Political Economics |Band=12.3 |Seiten=36–49 |DOI=10.1177/048661348001200304}} Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts werden Boom und Depressionen (1857/58, 1873) zum sich häufenden Problem. Auch außerhalb der marxistischen Geschichtsdeutung wird auf die enorme Zahl von Monopolen und Trusts hingewiesen.
Weltwirtschaftskrise (1929 - 1939)
{{Hauptartikel|Weltwirtschaftskrise}}
In der Weltwirtschaftskrise entwickelte sich eine schwere weltweite Rezession zu einer Phase der Depression. In den USA erfolgten im Rahmen des New Deal unter Präsident Franklin D. Roosevelt bedeutende Wirtschafts- und Sozialreformen. In Deutschland profitierte vor allem die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei von der Krisenstimmung.[http://www.dhm.de/lemo/html/weimar/innenpolitik/nsdap/index.html Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) 1920-1933] Deutsches Historisches Museum in Berlin
Soziale Marktwirtschaft in Deutschland
Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte sich in Westdeutschland als auf dem NeoliberalismusGemeint ist hier Neoliberalismus in seiner historischen Bedeutung. Aktuell wird Neoliberalismus häufig mit Marktfundamentalismus identifiziert und kann in dieser Bedeutung nicht länger als Grundlage der Sozialen Marktwirtschaft verstanden werden. (siehe Andreas Renner: Die zwei „Neoliberalismen“. In: Fragen der Freiheit, Heft 256, Okt./Dez. 2000.) aufbauende Wirtschaftspolitik die sogenannte Soziale Marktwirtschaft durch. Ihre Begründer Ludwig Erhard und Alfred Müller-Armack sahen sich in der Tradition des Ordoliberalismus der Freiburger Schule. Heute verwenden auch Befürworter eines keynesianischen Wohlfahrtsstaates den Begriff für ihre wirtschaftspolitischen Konzepte.Beispielhaft:{{Literatur |Herausgeber=SPD-Parteivorstand |Titel=Hamburger Programm. Grundsatzprogramm der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands |Ort=Berlin |Jahr=2007 |Online=http://parteitag.spd.de/servlet/PB/show/1731523/071028_%20Hamburger%20Programm.pdf}} Manche Autoren setzten den Begriff des Rheinischen Kapitalismus mit der Sozialen Marktwirtschaft gleich.Michel Albert [http://www.wiwo.de/unternehmen-maerkte/michel-albert-zur-zukunft-des-deutschen-wirtschaftsmodells-101806/ Interview mit der Wirtschaftswoche]
Globalisierung und Zerfall des Realsozialismus
Die Geschichte des Kapitalismus war stets eng mit der Internationalisierung des Handels verknüpft. Der Prozess des Abbaus von Handelsschranken (GATT 1948) und die daraus folgende internationale Verflechtung des Handels und Kapitalverkehrs, insbesondere seit Abschaffung des Bretton-Woods-Systems, werden als Globalisierung bezeichnet. Einige Autoren bestreiten jedoch, dass die Globalisierung im 20. Jahrhundert stärker ist als in früheren Epochen.{{Literatur |Autor=Peter Evans |Titel=The Eclipse of the State? Reflections on Stateness in an Era of Globalization |Sammelwerk=World Politics |Band=50.1 |Jahr=1997 |Seiten=62-87 |Online=}}
Die Folgen dieser Entwicklung sind umstritten: Die mit der Industrialisierung beginnende Einteilung der Welt in arme und reiche Länder wird nicht bestritten. Globalisierungskritiker halten den Kapitalismus für diese Entwicklung verantwortlich.Beispielhaft: {{Literatur |Titel=Eine andere Welt ist möglich! |Sammelwerk=attac/Publik-Forum |Band=50 |Tag=13 |Monat=Mai|Jahr=2002 |Online=http://www.attac.de/fileadmin/user_upload/bundesebene/Webredaktion/themen/Attac-Publik_Forum-Dossier_Globalisierung.pdf}} Globalisierungsbefürworter glauben dagegen, dass die Übernahme des westlichen Wirtschaftssystems und der Abbau von Handelsschranken die einzige Möglichkeit sei, Armut einzudämmen, und sprechen angesichts des globalen Bevölkerungswachstums von der „Unvermeidlichkeit des Kapitalismus“.
Seit dem Untergang der Sowjetunion und des Realsozialismus sprechen einige Beobachter vom Ende der Geschichte,{{Literatur |Autor=Francis Fukuyama |Titel=Das Ende der Geschichte |Jahr=1992 |ISBN=978-3463401324}} bei dem Kapitalismus und Demokratie als einzige Regierungs- und Wirtschaftssysteme überlebt hätten. Die Frage, ob die heute vorherrschende Wirtschaftsform kapitalistisch ist, wird jedoch äußerst kontrovers diskutiert. Andere verweigern den europäischen Staaten und den USA seit Mitte des 20. Jahrhunderts überhaupt die Bezeichnung „kapitalistisch“ und sehen fortschreitende sozialistische Tendenzen: Der Kapitalismus sei zugunsten eines Mischsystems aufgegeben worden; alle von Kapitalismuskritikern gerügten ökologischen und sozialen Mängel seien in Wahrheit durch staatliche Intervention entstanden und nicht das Ergebnis des freien Marktes.Beispielhaft {{Literatur |Autor=Ludwig von Mises |Titel=Human Action - A Treatise on Economics |Auflage=1. |Verlag=Ludwig von Mises Institute |Ort=Auburn (Alabama) |Jahr=1948/2007 |ISBN=978-0945466246 |Online=[http://mises.org/Books/HumanActionScholars.pdf online] |Seiten=829}} Zudem wurden realsozialistische Wirtschaftssysteme innerhalb der Linken kritisch auch als Staatskapitalismus beschrieben.So insbesondere in den Theorietraditionen des Anarchismus und Rätekommunismus sowie des Trotzkismus. Zu ersteren vgl. {{Literatur |Autor=Rudolf Rocker |Titel=Wir und die Marxisten |Sammelwerk=Der Syndikalist |Tag=15 |Monat=Februar |Jahr=1919 |Online=[http://www.marxists.org/deutsch/referenz/rocker/1919/02/marxisten.htm online]}} Zum Rätekommunismus vgl. {{Literatur |Autor=Gruppe internationaler Kommunisten |Herausgeber=Anton Pannekoek und Paul Mattick |Titel=60 Thesen über den Bolschewismus |Sammelwerk=Marxistischer Anti-Leninismus |Ort=Freiburg |Verlag=Ça ira |Jahr=2007 |Auflage=2. |ISBN=3-924627-22-3 |Online=[http://labandavaga.antifa.net/article.php3?id_article= online]}} Zum Trotzkismus vgl. {{Literatur |Autor=Tony Cliff |Titel=Staatskapitalismus in Rußland |Verlag=Sozialistische Arbeitergruppe |Ort=Frankfurt |Jahr=1975 |Online=[http://www.marxists.org/deutsch/archiv/cliff/1955/staatskap/index.htm online]}}
Kapitalismus in der Diskussion
Der Begriff und seine Verwendung geht vielfach auf Karl Marx’ Hauptwerk Das Kapital zurück, obwohl Marx selbst den Begriff Kapitalismus kaum verwendet.Im Kapital taucht der Begriff Kapitalismus nur einmal auf (Band 2, MEW 24, S. 123), im Gegensatz zum häufig verwendeten Adjektiv kapitalistisch. In der marxistischen Tradition fand er indessen nicht nur eine breite Rezeption, sondern auch eine Auffächerung in Varianten wie die folgenden: Finanz- und Konkurrenzkapitalismus oder auch Monopol- und Staatsmonopolistischer Kapitalismus. In den jüngeren Diskussionen der Wirtschaftswissenschaft und der Soziologie wurden weitere neue Komposita geprägt, die zum Teil große Resonanz in der Öffentlichkeit erfahren haben, wie etwa Rheinischer Kapitalismus, Kasino-Kapitalismus, Finanzmarkt-Kapitalismus und Turbokapitalismus sowie die politischen Schlagwörter wie Killerkapitalismus, Raubtierkapitalismus oder Heuschreckenkapitalismus.
Kritik
{{Hauptartikel|Kapitalismuskritik}}
Siehe auch
* Kapitalismusmodelle
* Regulativer Kapitalismus
Literatur
Primärliteratur
Klassische Nationalökonomie
* {{Literatur
| Autor=Frédéric Bastiat
| Titel=Oeuvres économiques
| Verlag=Presses Universitaires de France
| Ort=Paris
| Jahr=1983
| ISBN=978-2130378617
}}
* {{Literatur
| Autor=David Ricardo
| Titel=On the Principles of Political Economy and Taxation
| Verlag=
| Ort=London
| Jahr=1817
| ISBN=
| Online=[http://dlisv03.media.osaka-cu.ac.jp/infolib/user_contents/fukuda/0262.djvu online]
}}
* {{Literatur
| Autor=Jean-Baptiste Say
| Titel=Traité d'économie politique
| Verlag=
| Ort=
| Jahr=1803/2006
| ISBN=978-2717853186
}}
* {{Literatur
| Autor=Adam Smith
| Titel=Der Wohlstand der Nationen
| Verlag=
| Ort=
| Jahr=1776
| ISBN=3-8252-2655-7
}}
Marxismus* {{Literatur
| Autor=Karl Marx
| Titel=Das Kapital. Kritik der politische Ökonomie
| Verlag=
| Ort=
| Jahr=1867
| ISBN=
| Online=[http://www.mlwerke.de/me/me23/me23_000.htm online]
| Zugriff=20. März 2008
}}
* {{Literatur
| Autor=Ernest Mandel
| Titel=Der Spätkapitalismus. Versuch einer marxistischen Erklärung
| Verlag=Suhrkamp
| Ort=
| Jahr=1973
| ISBN=978-3518105214
}}
Historische Schule* {{Literatur
| Autor=Eduard Heimann
| Titel=Soziale Theorie des Kapitalismus. Theorie der Sozialpolitik
| Verlag=Suhrkamp
| Ort=
| Jahr=1981
| ISBN=978-3518110522
}}
* {{Literatur
| Autor=Gustav von Schmoller
| Titel=Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
| Verlag=Wirtschaft und Finanzen
| Ort=
| Jahr=1900 und 1904/1989
| ISBN=978-3878810384
| Kommentar=Faksimile
}}
* {{Literatur
| Autor=Werner Sombart
| Titel=Der moderne Kapitalismus
| Verlag=
| Ort=
| Jahr=1902
| ISBN=3428014200
}}
* {{Literatur
| Autor=Werner Sombart
| Titel=Die Ordnung des Wirtschaftslebens
| Verlag=Springer
| Ort=
| Jahr=2007
| ISBN=978-3540722533
}}
* {{Literatur
| Autor=Max Weber
| Titel=Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus
| Verlag=
| Ort=
| Jahr=1904
| ISBN=3899964284
}}
Joseph Schumpeter* {{Literatur
| Autor=Joseph Schumpeter
| Titel=Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie
| Verlag=
| Ort=
| Jahr=1942
| ISBN=3-8252-0172-4
}}
* {{Literatur| Autor=Joseph Schumpeter
| Titel=The March into Socialism
| Verlag=American Economic Review
| Ort=
| Jahr=1950
| ISBN=
}}
Österreichische Schule* {{Literatur
| Autor=Friedrich Hayek
| Titel=Die Verfassung der Freiheit
| Verlag=
| Ort=
| Jahr=1960
| ISBN=3161458443
}}
* {{Literatur
| Autor=Friedrich Hayek
| Titel=Capitalism and the Historians
| Verlag=Oxford University Press
| Ort=Oxford
| Jahr=1963
| ISBN=978-0226320724
}}
* {{Literatur
| Autor=Ludwig von Mises
| Titel=Human Action - A Treatise on Economics
| Auflage=1.
| Verlag=Ludwig von Mises Institute
| Ort=Auburn (Alabama)
| Jahr=1948/2007
| ISBN=978-0945466246
| Online=[http://mises.org/Books/HumanActionScholars.pdf online]
}}
* {{Literatur
| Autor=Arthur Seldon
| Titel=Capitalism
| Verlag=WileyBlackwell
| Ort=London
| Jahr=1990
| ISBN=978-0631125587
}}
Soziologie* {{Literatur
| Autor=Karin Claessens/Dieter Claessens
| Titel=Kapitalismus als Kultur. Entstehung und Grundlagen der bürgerlichen Gesellschaft
| Verlag=Suhrkamp
| Ort=Frankfurt am Main
| Jahr=1979
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}}
* {{Literatur
| Autor=Werner Sombart
| Titel=Krieg und Kapitalismus
| Ort=München
| Jahr=1913
}}
* {{Literatur
| Autor=Werner Sombart
| Titel=Luxus und Kapitalismus
| Verlag=Duncker & Humblot
| Ort=München
| Jahr=1922
}}
* {{Literatur
| Autor=Ferdinand Tönnies
| Titel=Geist der Neuzeit
| Verlag=Buske
| Ort=Leipzig
| Jahr=1935
}}
Keynesianismus* {{Literatur
| Autor=John Maynard Keynes
| Titel=Allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes
| Verlag=Duncker & Humblot
| Auflage=9.
| Ort=Berlin
| Jahr=2000
| ISBN=978-3428079858
| Originaltitel=The General Theory of Employment, Interest and Money (1936)
| Originalsprache=englisch
| Übersetzer=Fritz Waeger
}}
Ordoliberalismus, Neoliberalismus* {{Literatur
| Autor=Walter Eucken
| Titel=Die Grundlagen der Nationalökonomie
| Verlag=
| Ort=
| Jahr=1990
| Auflage=9.
}}
* {{Literatur
| Autor=Milton Friedman
| Titel=Kapitalismus und Freiheit
| Verlag=
| Ort=München
| Jahr=1976
| ISBN=
}}
* {{Literatur
| Autor=Peter Koslowski und James M. Buchanan
| Titel=Ethik des Kapitalismus
| Verlag=Mohr Siebeck
| Ort=
| Jahr=1982/1998
| Auflage=6.
| ISBN=978-3161470141
}}
* {{Literatur
| Autor=Alfred Müller-Armack
| Titel=Entwicklungsgesetze des Kapitalismus
| Verlag=
| Ort=Berlin
| Jahr=1932
| Auflage=
}}
* {{Literatur
| Autor=Ayn Rand, Nathaniel Branden, Alan Greenspan, Robert Hessen
| Titel=Capitalism: The Unknown Ideal
| Verlag=
| Ort=
| Jahr=1966
| ISBN=978-0451147950
}}
* {{Literatur
| Autor=Hernando de Soto
| Titel=El Misterio del Capital
| Verlag=
| Ort=
| Jahr=2002
| ISBN=978-9500722384
}}
Sekundärliteratur
Einführungen
* {{Literatur
|Autor=Tom Bottomore
|Titel=Theories of Modern Capitalism
|Verlag=Allen & Unwin
|Ort=London
|Jahr =1985
}}
* {{Literatur
| Autor=Ingomar Bog
| Titel=Kapitalismus
| Sammelwerk=Handwörterbuch der Wirtschaftswissenschaften
| Band=Band IV
| Verlag=Gustav Fischer u.a.
| Ort=Stuttgart/New York u.a.
| Jahr=1978
| Seiten=419–432
}}
* {{Literatur
| Autor=Gerhard Willke
| Titel=Kapitalismus
| Verlag=Campus
| Ort=Frankfurt am Main
| Jahr=2006
}}
* {{Literatur
| Autor=James Fulcher
| Titel=Kapitalismus
| Verlag=Reclam
| Ort=
| Jahr=2007
| ISBN=978-3150183977
}}
* {{Literatur
| Autor=Geoffrey Ingham
| Titel=Capitalism
| Verlag=Wiley & Sons
| Ort=
| Jahr=2008
| ISBN=978-0745636481
}}
* {{Literatur
| Autor=Jürgen Kromphardt
| Titel=Konzeptionen und Analysen des Kapitalismus: von seiner Entstehung bis zur Gegenwart
| Auflage=4.
| Verlag=UTB
| Ort=Göttingen
| Jahr=2008
| ISBN=3-525-03148-3
}}
* Hannes Leidinger: Kapitalismus. Stuttgart: UTB 2008, ISBN 978-3-8252-3019-7
* Gunilla Budde (Hrsg.): Kapitalismus. Historische Annäherung, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2011, ISBN 978-3-525-30131.
Geschichte
* {{Literatur
| Autor=Elmar Altvater
| Titel=Kapitalismus – Zur Bestimmung, Abgrenzung und Dynamik einer geschichtlichen Formation
| Sammelwerk=Erwägen Wissen Ethik
| Band=Heft 3
| Jahr=2002
| Seiten=281−291
| Online=[http://evoeco.forschungsseminar.de/hptalt.html online]
}}
* {{Literatur
| Autor=Eric Hobsbawm
| Titel=Die Blütezeit des Kapitals. Eine Kulturgeschichte der Jahre 1848−1875 (engl. Originaltitel: The Age of Capital 1848-1875)
| Verlag=Fischer Taschenbuch Verlag
| Ort=Frankfurt am Main
| Jahr=1980
| ISBN=3-596-26404-9
}}
Zeitgenössische Analysen
* Michel Albert: Kapitalismus contra Kapitalismus. Frankfurt am Main: Campus, 1992. - ISBN 3-593-34703-2.
* Peter A. Hall / David W. Soskice: Varieties of capitalism: the institutional foundations of comparative advantage. Oxford: Oxford University Press, 2001. - ISBN 0-19-924775-7
* Ha-Joon Chang: 23 Lügen, die sie uns über den Kapitalismus erzählen, C. Bertelsmann Verlag, München 2010 ISBN 978-3-570-10060-8
Weblinks
{{Wiktionary|Kapitalismus}}
{{Commonscat|Capitalism|Kapitalismus}}
{{Wikiquote|Kapitalismus}}
{{Wikiquote|en:Definitions of capitalism}}
Einzelnachweise
{{Link GA|zh}}
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