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Kleinstadt

19.04.2012 @ 09:09, Horst Gräbner,

miniatur|[[Immenstadt im Allgäu mit ca. 14.000 Einwohnern]]

Kleinstädte sind nach einer Begriffsbestimmung der Internationalen Statistikkonferenz von 1887 alle Städte mit einer Einwohnerzahl zwischen 5.000 und 20.000. Städte mit weniger als 5.000 Einwohnern sind Landstädte, größere Stufen sind die Mittelstadt mit 20.000 bis 100.000 Einwohnern und die Großstadt ab 100.000 Einwohnern.

Die Definition Kleinstadt anhand statistischer Merkmale, wie sie in Form der Einwohnerzahl zwischen 5.000 und 20.000 vorgegeben ist, ist eine feste, quantitative Größe für ihre Kategorisierung, jedoch nicht das einzige prägende Merkmal. Ebenso wichtig für die Charakterisierung sind Bevölkerungsdichte oder die geografische Lage (periphere oder suburbane Areale) etc. Aus diesen Faktoren ergibt sich auch eine ganz spezifische Organisation des gesellschaftlichen Zusammenlebens.

Wirtschaftsstruktur


Kleinstädte sind in der Regel wirtschaftlich spezialisiert, z. B. als Agrarkleinstadt, Industrie-, Tourismus- oder Gewerbekleinstadt. Das ist zum einen im Zusammenhang mit der Größe der Kleinstadt und zum anderen mit ihrer wirtschaftshistorischen Tradition zu sehen.R. Stewig (Hrsg.) (1987): Untersuchungen über die Kleinstadt in Schleswig-Holstein, S. 8 ff., Kieler Geographische Schriften (Band 66), ISSN 0723-9874

Sozialstruktur


Von der Sozialstruktur her ist die Kleinstadt durch eine Form partieller, auch gruppenspezifischer, sozialer Kontakte geprägt. Dies ermöglicht im Gegensatz zu den Kernstädten innerhalb großer Agglomerationen einen überschaubaren Wahrnehmungsraum. Gleichzeitig dient die soziale Kontrolle auch als Instrument der Eingliederung des Einzelnen in eine territoriale Gruppe.E. Lichtenberger (1998): Stadtgeographie 1: Begriffe, Konzepte, Modelle, Prozesse, S. 307 f., ISBN 3-519-23424-6

Bezüglich ihrer Arbeitsmarktfunktion sind Kleinstädte als Teil der Gruppe „Zentrale Orte“ als eine zentrierte Arbeitsmarktregion erkennbar, die Arbeitsplätze insbesondere für die Bevölkerung aus dem ländlichen Raum bereit hält, wobei regionale Hierarchien dominieren. Das Arbeitsplatzspektrum liegt zwar über demjenigen von Agglomerationen und ländlichen Räumen, bietet jedoch nur bescheidene Karrieremöglichkeiten. Gleichzeitig kennzeichnet die Kleinstadt in einigen Regionen eine geringe Erwerbsquote weiblicher Bevölkerungsteile, die allerdings abhängig ist von biographischen Einschnitten.E. Lichtenberger (1998): Stadtgeographie 1: Begriffe, Konzepte, Modelle, Prozesse, S. 309, ISBN 3-519-23424-6

Literatur


* Christine Hannemann: Marginalisierte Städte: Probleme, Differenzierungen und Chancen ostdeutscher Kleinstädte im Schrumpfungsprozess. Berliner Wissenschafts-Verl., Berlin 2004, 381 S. ISBN 3-8305-0849-2

Einzelnachweise


Kategorie:Stadtform

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