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Kolophon (Schriftstück)

18.05.2012 @ 23:52, Rezabot,

miniatur|34Valerius Maximus35, gedruckt in Mainz von [[Peter Schöffer, 18. Juli 1471: Kolophon (oder auch: Explicit) mit Druckvermerk und Druckerzeichen]]

Ein Kolophon (griech. κολοφών = Gipfel, Spitze) oder eine Subskription (Nachschrift, vergleiche aber die gängigere Wortbedeutung Subskription) ist ein Text am Ende eines Buches, der Informationen über Ort, Zeit, Hersteller, Auftraggeber und Produktionsdetails enthalten kann.

Geschichte

Subskriptionen, die Auskunft über den Auftraggeber, den Schreiber oder die Herkunft der Textvorlage gaben, kamen schon in den Handschriften des Altertums vor und waren bei wertvollen Büchern vermutlich üblich. Die einzige überlieferte vorchristliche Subskription (um 180 n. Chr.) weist auf eine deutliche Aktivität zur Verbesserung des Textes hin. Poggio fand sie 1417 in einer Handschrift von Ciceros De lege agraria. Sie lautete:

: Ich, Statilius Maximus, habe [den Text] ein zweites Mal verbessert nach Tiro, Laetanianus, Dom[itius] und 3 weiteren Alten. Eine ausgezeichnete Rede.Statilius Maximus rursum emendavi ad Tironem et Laecanianum et Domi(tium) et alios veteres III. Oratio eximia. Zitiert nach: Handbuch der lateinischen Literatur der Antike. München 1997. S. 257

Aus heutiger Sicht sind Subskriptionen wertvoll für die Datierung. Beispiel: Codex Cairensis.

Insbesondere für die Zeit des frühen Buchdrucks ist auch der Begriff des Explicit geläufig geworden in Anlehnung an die Incipit genannten Eingangsformulierungen nicht nur der gedruckten Bücher, sondern auch der mittelalterlichen Handschriften.

Verwendung


Im Druckereiwesen beinhaltet der Kolophon im Allgemeinen die verwendeten Schriftarten und oft auch die Namen der Designer; das Papier, Farbe, Details der Buchbindung und Methoden der Bucherstellung können auch erwähnt werden. Bei technischen Büchern kann ein Kolophon auflisten, welche Software verwendet wurde, um Text und Diagramme druckfertig zu machen. Detaillierte Kolophone sind eine charakteristische Eigenschaft von limitierten Auflagen.

Der Kolophon kann entweder auf der gleichen Seite wie das Impressum oder ganz am Ende des Buches erscheinen. In alten Büchern wurden noch keine Titelblätter verwendet. Die Angaben zu Titel, Ort und Erscheinungsdatum wurden am Schluss des Buches im Kolophon zusammengefasst. Aus dem Jahr 1457 ist der erste gedruckte Kolophon im Psalterium von Johannes Fust und Peter Schöffer überliefert. Der Kolophon ist verwandt mit dem Explicit (Gegenteil: Incipit), da er häufig am Ende eines Buches stand. Im Laufe der Entwicklung musste er dem Impressum weichen.

Webseiten können auch einen Kolophon besitzen, der häufig Informationen zu (X)HTML, CSS, Benutzerfreundlichkeit und Links zum Validieren der Seite enthält.

Anmerkungen und Quellen

Literatur

  • Helmut Hiller, Stephan Füssel: Wörterbuch des Buches. Klostermann, Frankfurt/M. 2002, ISBN 3-465-03220-9, S. 168

    * Ursula Rautenberg (Hrsg.): Reclams Sachlexikon des Buches. Reclam, Stuttgart 2003, ISBN 3-15-010542-0, S. 301

    Weblinks

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