Kulturerdteil
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Ein Kulturerdteil ist nach der Definition von Albert Kolb "ein Raum subkontinentalen Ausmaßes [..], dessen Einheit auf dem individuellen Ursprung der Kultur, auf der besonderen einmaligen Verbindung der landschaftsgestaltenden Natur- und Kulturelemente, auf der eigenständigen, geistigen und gesellschaftlichen Ordnung und dem Zusammenhang des historischen Ablaufes beruht."
Der Begriff wird auch von Jürgen Newig und, bedingt vergleichbar, von Spencer und Thomas ("Cultural Worlds") und Huntington (s.u.) verwendet.
Ein Kulturerdteil kann demnach definiert werden als ein Raum mit mindestens subkontinentalen Ausmaßen, der eine zu seinen Nachbarräumen deutlich abgrenzbare, individuelle Identität entwickelt, die aus den Wechselwirkungen zwischen den Naturelementen und dem gestalterischen Tun des Menschen entsteht und sich stets weiter wandelt. Ein Kulturerdteil besitzt eigenständige Wirtschaftssysteme und -strukturen, die durch angepasstes (oder oft auch unangepasstes) Handeln des Menschen entstanden sind und sich weiter verändern. In einem Kulturerdteil ergeben sich durch das Wirtschaften des Menschen Formen des Zusammenlebens, das heißt eine raumprägende Gesellschaftsordnung mit Herrschaftssystemen eigenständigen Charakters. Zur Sicherung der Herrschaftssysteme werden in einem Kulturerdteil geistige Grundlagen (Religionen oder Ideologien) geschaffen oder den eigenen Verhältnissen angepasst.
Einteilungen
miniatur|Karte mit 9/10 Kulturerdteilen
Man unterscheidet typischerweise etwa 10 verschiedene Kulturerdteile:
# Angloamerika (Kanada und Vereinigte Staaten)
# Lateinamerika (alle Länder südlich der Vereinigten Staaten, also von Mexiko im Norden bis Chile im Süden)
# (West-)Europa
# Osteuropa/Russland
# Orient (Nordafrika, Arabische Halbinsel, einige Golfstaaten, deren Anrainer, sowie der islamisch geprägte Teil Zentralasiens)
# Afrika südlich der Sahara (früher "Schwarzafrika")
# Südasien (Indien, Nepal, Teile Pakistans, Anrainer)
# Südostasien (etwa Hinterindien, Malaysia, Indonesien)
# Ostasien (China, Mongolei, Japan, Korea)
# Australien / Ozeanien
Die Zuordnung eines Staates zu einem Kulturraum ist nicht immer eindeutig und kann sich auch im Laufe der Zeit verändern.
Kulturerdteile können durch Übergangsgebiete getrennt sein, können sich aber auch an natürlichen Grenzen wie zum Beispiel Gebirgen oder Meeren orientieren.
Kritik
(Zumindest) innerhalb der Geographie gilt das Konzept der Kulturerdteile, wie es u.a. durch Jürgen Newig vertreten wird, als umstritten. Des Weiteren muss erwähnt werden, dass das Konzept der Kulturerdteile, genauso wie andere abstrakte Einteilungen, konstruiert ist, also unter bestimmten Gesichtspunkten erstellt. Folglich kann man sagen: Kulturerdteile existieren nicht, können aber gedacht werden.
Kulturkreise nach Huntington
Einteilung der Welt in Kulturkreise]]
Der US-amerikanische Professor Samuel Phillips Huntington vertritt in seinem Buch "Clash of Civilizations - Kampf der Kulturen" eine andere Einteilung der Weltregionen in Kulturkreise. Diese sind nach Huntington dynamisch, ohne scharfe Grenzen, und entwickeln sich weiter. Jeder Kulturkreis hat einen Kernstaat, der das Machtzentrum der jeweiligen Kultur darstellt.
Weblinks
* [http://exbook.de/20060925-europa-als-kulturerdteil-europaeisierung-der-erde/ exbook.de] (Europa als Kulturerdteil und die Europäisierung der Erde)
* [http://www.bildung-lsa.de/db_data/978/geographie.htm www.bildung-lsa.de] (Das Kulturerdteilkonzept im Geographieunterricht Sachsen-Anhalts) (down)
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