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Landkreis Haßberge

13.04.2012 @ 20:01, Adalbertriehl,

{{Infobox Landkreis
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|Karte = Locator map HAS in Germany.svg
|Breitengrad = 50.06
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|Bundesland = Bayern
|Regierungsbezirk = Unterfranken
|Verwaltungssitz = Haßfurt
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|Adresse = Am Herrenhof 1
97437 Haßfurt
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|Landrat = Rudolf Handwerker
|Partei = CSU

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Der Landkreis Haßberge ist der östlichste Landkreis des bayerischen Regierungsbezirks Unterfranken. Nachbarkreise sind im Norden der Landkreis Rhön-Grabfeld und der thüringische Landkreis Hildburghausen, im Nordosten der Landkreis Coburg, im Osten und Süden der Landkreis Bamberg und im Westen der Landkreis Schweinfurt.

Geographie


Der Landkreis erhielt seinen Namen vom Mittelgebirgszug der Haßberge, der den nordöstlichen Teil des Kreises umfasst. Im Westen schließt sich eine flache Gäulandschaft an. Im Süden werden die Haßberge vom Main begrenzt, der den Landkreis in Ost-West-Richtung durchquert. Südlich des Mains liegen die Ausläufer des Steigerwaldes. Nebenflüsse des Mains sind von rechts die Nassach, die in der Kreisstadt Haßfurt mündet, und weiter östlich die Baunach. Deren Mündung liegt bei Baunach, südlich von Ebern und nördlich von Bamberg.

Geschichte


thumb|left|Landkarte ca. 1700, auf der die ehemaligen Grenzen der Hochstifte Würzburg/Bamberg gut zu sehen sind

Das Gebiet des heutigen Landkreises Haßberge gehörte vor 1800 überwiegend zum Hochstift Würzburg. Auch das Hochstift Bamberg hatte im Süden Anteil. Die Stadt Königsberg war eine Exklave des Herzogtums Sachsen-Coburg. Daneben gab es zahlreiche Güter der Reichsritterschaft, die sich im Kanton Baunach organisierten. 1802 kam das Gebiet bis auf die sächsischen Exklaven zu Bayern. 1804 entstanden die Landgerichte Ebern, Gleusdorf (Sitz Baunach), Haßfurt und Hofheim, 1819 das Landgericht Eltmann. Alle Landgerichtsbezirke gehörten zunächst zum Untermainkreis (ab 1838 Unterfranken). 1806 kam das Gebiet des ehemaligen Hochstifts Würzburg zum Großherzogtum Würzburg. Dieser Staat war nach dem Preßburger Frieden geschaffen worden und fiel 1814 an Bayern zurück. 1840 wurde das Landgericht Gleusdorf nach seinem Sitz Baunach umbenannt.

1862 wurde aus den Landgerichten Haßfurt und Eltmann das Bezirksamt Haßfurt und aus den Landgerichten Ebern und Baunach das Bezirksamt Ebern. Das Landgericht Hofheim wurde dem Bezirksamt Königshofen (heute Bad Königshofen im Grabfeld) zugeordnet. 1900 wurde Hofheim jedoch Sitz eines eigenen Bezirksamtes, dem 1920 nach der Angliederung des Freistaates Coburg an Bayern dessen Exklave Königsberg zugeteilt wurde.

Die drei Bezirksämter Ebern, Haßfurt und Hofheim wurden 1939 in Landratsämter, die Bezirke in Landkreise umbenannt.

Im Rahmen der Gebietsreform 1972 wurde der Landkreis Haßfurt mit Großteilen der Landkreise Ebern und Hofheim in Unterfranken zu einem neuen Landkreis zusammengelegt. Vom Landkreis Gerolzhofen kamen die Orte Geusfeld und Wustviel (heute Gemeindeteile von Rauhenebrach) und Wohnau (Knetzgau) hinzu.

Dieser neu gebildete Landkreis trug zunächst den Namen Haßberg-Kreis und wurde 1973 in Landkreis Haßberge umbenannt.

Sehenswürdigkeiten


Im Mittelalter begegneten sich die Machtbereiche der beiden rivalisierenden Bistümer Bamberg und Würzburg in den Haßbergen. Beide Hochstifte versuchten, ihre Territorien durch die Anlage zahlreicher Burgen und einiger befestigter Städte zu sichern. Die Haßberge werden deshalb das Land der Schlösser, Burgen und Ruinen genannt, die sich dort tatsächlich in ungewöhnlicher Anzahl befinden. Von den Burgen wird noch die Burg Lichtenstein (Südburg) bewohnt. Als Ruine präsentieren sich die Burgen Altenstein, Bramberg, Königsberg, Lichtenstein (Nordburg), Rauheneck (Raueneck), Rotenhan, Schmachtenberg und einige andere. Auch zahlreiche Burgställe verbergen sich in den Wäldern, einer der interessantesten ist der Teufelsstein in der Nähe der Burg Lichtenstein.

Von den zahlreichen Schlössern des ansässigen Landadels seien die Schlösser Birkenfeld, Burgpreppach, Eyrichshof, Gleisenau und Rentweinsdorf genannt.

Malerische Stadtbilder bieten die ehemaligen bambergischen und würzburgischen Amtsstädte Ebern, Hofheim in Unterfranken, Zeil am Main, Eltmann und die heutige Kreisstadt Haßfurt. Besonderer touristischer Anziehungspunkt ist das guterhaltene Fachwerkstädtchen Königsberg in Bayern, eine ehemalige sächsisch-coburgische Exklave. Sehenswerte Überreste der ehemaligen starken Stadtbefestigungen haben vor allem in Ebern und Zeil überdauert, der Eberner Grauturm ist einer der höchsten Tortürme Deutschlands.

Höhepunkt der mittelalterlichen Sakralarchitektur im Landkreis ist der prächtige gotische, (allerdings im 19. Jahrhundert veränderte) Chor der Haßfurter Ritterkapelle, mit St. Laurentius in Ebern und St. Kilian in Haßfurt haben sich schöne spätgotische Stadtpfarrkirchen erhalten.

Die bekannte Wallfahrtskirche des Rokoko, Maria Limbach, steht bei Eltmann. Der Bau wurde von Balthasar Neumann entworfen.

Datei:Burg Lichtenstein 14.jpg|Burg Lichtenstein
Datei:Schloss Eyrichshof 05.jpg|Schloss Eyrichshof
Datei:Westansicht Schloß Gleisenau.JPG|Schloss Gleisenau
Datei:Luftbild-koenigsberg-bayern.jpg|Königsberg in Bayern
Datei:Ebern Pfarrkirche 2.jpg|Pfarrkirche St. Laurentius

Politik


Landräte


* 1. Juli 1972 bis 30. April 1990: Walter Keller (CSU)

* Seit 1. Mai 1990 Rudolf Handwerker (CSU), der 2008 mit knapp über 50 Prozent der Stimmen im ersten Wahlgang wiedergewählt wurde

Kreistag


Der Kreistag besteht aus 60 Mitgliedern, die sich in der Wahlperiode 2008–2014 auf folgende Parteien und Wählergruppen aufteilen (in Klammer die Zusammensetzung 2002–2008):
* CSU 21 (27) Sitze
* SPD 13 (13) Sitze
* WG Haßberge – Freie Wähler 9 (8) Sitze
* Junge Liste 6 (4) Sitze
* FDP/Freie Bürger 4 (4) Sitze
* Bündnis 90/Die Grünen 3 (3) Sitze
* ÖDP 2 (1) Sitze

* Linkes Bündnis Haßberge 2 (0) Sitze

Wappen


Blasonierung


„Über von Schwarz und Gold geteiltem, mit einem grünen Rautenkranz belegten Schildfuß gespalten von Rot und Gold; vorne drei gesenkte silberne Spitzen, hinten ein mit einer silbernen Schrägleiste überdeckter rot bewehrter schwarzer Löwe“.

Wappengeschichte


Das Gebiet des heutigen Landkreises Haßberge entstand 1972 durch den Zusammenschluss der früheren Landkreise Ebern, Haßfurt und Hofheim i. Ufr. Im Wappen wird an die früheren, wichtigsten Herrschaftsinhaber im Landkreisgebiet bis zum Endes des Alten Reichs 1803 erinnert. Die drei silbernen Spitzen sind unter dem Begriff „Fränkischer Rechen“ bekannt und waren auch Bestandteil der Wappen der ehemaligen Landkreise Ebern, Hofheim und Haßfurt. Sie erinnern an die Herrschaft des Hochstifts Würzburg im Kreisgebiet. Das Gleiche gilt auch für den Löwen aus dem Wappen des Hochstifts Bamberg. Er war auch Teil der ehemaligen Wappen der alten Landkreise Ebern und Haßfurt. Das Motiv im Schildfuß stammt aus dem Wappen von Sachsen. Es steht für die frühere Herrschaft des Herzogtums Sachsen – Coburg – Gotha über die Stadt Königsberg, die erst im Jahr 1920 zu Bayern kam.

Wirtschaft und Infrastruktur


Verkehr


Straßenverkehr


Durch den Landkreis Haßberge führt in Ost-West-Richtung die Bundesautobahn 70.

Parallel zur A 70 führt die Bundesstraße 26, in Nord-Süd-Richtung führen die Bundesstraße 279 und die Bundesstraße 303 durch den Landkreis.

Bahnverkehr


Im Maintal fährt schon seit 1852 die staatliche Ludwigs-West-Bahn auf der Strecke Bamberg–Haßfurt–Schweinfurt.

Erst vierzig Jahre später wurde durch die Bayerische Staatsbahn eine Stichbahn von Haßfurt nach Hofheim eröffnet, die auch die bis 1920 zu Sachsen-Coburg gehörende Exklave Königsberg bediente.

Weitere Lokalbahnen brachten Verbindungen von Bamberg her
* 1895/96 über Ebern nach Maroldsweisach und

* 1913 über Kaltenbrunn-Untermerzbach nach Dietersdorf.

Nach Stilllegungen in den Jahren 1975 bis 1995:
* 1975: Breitengüßbach–Memmelsdorf–Dietersdorf (vier Kilometer)
* 1988: Ebern–Maroldsweisach (16 Kilometer)
* 1995: Haßfurt–Königsberg–Hofheim (Ufr) (15 Kilometer)

blieb vom Gesamtnetz mit 37 Kilometern nur die Hälfte übrig.

Die Bahnstrecke Breitengüßbach–Ebern ist in den Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) integriert.

Busverkehr


Der gesamte Busverkehr innerhalb des Landkreises ist in die Verkehrsgemeinschaft Haßberge integriert. Fünf Buslinien aus dem Landkreis nach Bamberg sind in den VGN integriert.

Schiffsverkehr


Durch den Landkreis fließt die Bundeswasserstraße Main, welcher Anschluss an den Rhein und an den Main-Donau-Kanal hat.

In der Stadt Zeil am Main besteht eine Hafenanlage für vornehmlich landwirtschaftliche Güter.

Städte und Gemeinden


{{Imagemap Landkreis Haßberge|Municipalities in HAS.svg|400px|rechts}}
(Einwohner am {{EWD|DE-BY}}{{EWQ|DE-BY}})
{|
|-
| width="33%" valign="top" |
Städte

# Ebern ({{EWZ|DE-BY|09674130}})
# Eltmann ({{EWZ|DE-BY|09674133}})
# Haßfurt ({{EWZ|DE-BY|09674147}})
# Hofheim i.UFr. ({{EWZ|DE-BY|09674149}})
# Königsberg i.Bay. ({{EWZ|DE-BY|09674164}})

# Zeil a.Main ({{EWZ|DE-BY|09674221}})

Märkte

# Burgpreppach ({{EWZ|DE-BY|09674121}})
# Maroldsweisach ({{EWZ|DE-BY|09674171}})

# Rentweinsdorf ({{EWZ|DE-BY|09674190}})

| width="33%" valign="top" |
Gemeinden
# Aidhausen ({{EWZ|DE-BY|09674111}})
# Breitbrunn ({{EWZ|DE-BY|09674118}})
# Bundorf ({{EWZ|DE-BY|09674120}})
# Ebelsbach ({{EWZ|DE-BY|09674129}})
# Ermershausen ({{EWZ|DE-BY|09674223}})
# Gädheim ({{EWZ|DE-BY|09674139}})
# Kirchlauter ({{EWZ|DE-BY|09674160}})
# Knetzgau ({{EWZ|DE-BY|09674163}})
# Oberaurach ({{EWZ|DE-BY|09674159}})
# Pfarrweisach ({{EWZ|DE-BY|09674184}})
# Rauhenebrach ({{EWZ|DE-BY|09674187}})
# Riedbach ({{EWZ|DE-BY|09674153}})
# Sand a.Main ({{EWZ|DE-BY|09674195}})
# Stettfeld ({{EWZ|DE-BY|09674201}})
# Theres ({{EWZ|DE-BY|09674180}})
# Untermerzbach ({{EWZ|DE-BY|09674210}})
# Wonfurt ({{EWZ|DE-BY|09674219}})
| width="33%" valign="top" |
Verwaltungsgemeinschaften
# Ebelsbach
(Gemeinden Breitbrunn, Ebelsbach, Kirchlauter und Stettfeld)
# Ebern
(Stadt Ebern, Markt Rentweinsdorf und Gemeinde Pfarrweisach)
# Hofheim in Unterfranken
(Stadt Hofheim in Unterfranken, Markt Burgpreppach und Gemeinden Aidhausen, Bundorf, Ermershausen und Riedbach)
# Theres
(Gemeinden Gädheim, Theres und Wonfurt)

|}

Konfessionen

Im Kreisgebiet gibt es Gemeinden mit überwiegend katholischer und solche mit überwiegend evangelischer Bevölkerung. Dies spielt für die Feiertagsregelung in Bayern eine Rolle. [https://www.statistik.bayern.de/statistik/bevoelkerungsstand/00141.php Bayerisches Statistisches Landesamt: Bayerische Gemeinden (...)]

Ermershausen und die Gebietsreform


Bekannt wurde der Landkreis durch die Forderung der Bürgerinnen und Bürger der nach Maroldsweisach eingemeindeten Ortschaft Ermershausen, die Selbstständigkeit als Gemeinde wiederzuerlangen. Der Streit wurde nicht immer mit friedlichen Mitteln ausgetragen. Nach der Wiedereinrichtung der Gemeinde Ermershausen (1. Januar 1994) ist die Ruhe wieder eingekehrt.

Sonstiges


Die gemeindefreien Gebiete wurden am 1. April 2004 aufgelöst.

Einzelnachweise


Weblinks


{{Commonscat}}
* [http://www.landkreis-hassberge.de/ Offizieller Internetauftritt des Landkreises]
* {{HdBG GKZ|9674000}}
* {{GKD|1031547-0}}

* {{LStDV GKZ|09674}}

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