Landtagswahl im Saarland 2009
{{Wahldiagramm
| LAND = DE
| DIFF2 = ja
| PROZENT = nein
| TITEL = Landtagswahl 2009
| TITEL2 = (in %) {{Internetquelle|hrsg=Die Landeswahlleiterin, Statistisches Amt Saarland|titel=Endgültiges amtliches Endergebnis der Landtagswahl 2009|url=http://www.statistikextern.saarland.de/wahlen/wahlen/2009/internet_saar/LT_SL_09/landesergebnisse/ |datum=2009-08-30|zugriff=2012-04-09}}
| JAHRALT = 2004
| SPERRKLAUSEL = 5
| PARTEI1 = CDU
| ERGEBNIS1 = 34.5
| ERGEBNISALT1 = 47.5
| PARTEI2 = SPD
| ERGEBNIS2 = 24.5
| ERGEBNISALT2 = 30.8
| PARTEI3 = LINKE
| ERGEBNIS3 = 21.3
| ERGEBNISALT3 = 2.3
| ANMERKUNG3 = 2004 PDS
| PARTEI4 = FDP
| ERGEBNIS4 = 9.2
| ERGEBNISALT4 = 5.2
| PARTEI5 = GRÜNE
| ERGEBNIS5 = 5.9
| ERGEBNISALT5 = 5.6
| PARTEI6 = FAM
| ERGEBNIS6 = 2.0
| ERGEBNISALT6 = 3.0
| PARTEI7 = NPD
| ERGEBNIS7 = 1.5
| ERGEBNISALT7 = 4.0
| PARTEI8 = Sonst.
| ERGEBNIS8 = 1.0
| ERGEBNISALT8 = 1.6
}}
Die Landtagswahl im Saarland 2009 fand am 30. August 2009 statt. Zum selben Termin wurde auch in Sachsen und Thüringen ein neuer Landtag gewählt.
Die CDU von Ministerpräsident Peter Müller erlitt Verluste im zweistelligen Prozentpunktbereich. Sie verlor damit die absolute Mehrheit im Landesparlament. Auch die SPD unter Heiko Maas verlor Stimmanteile, blieb aber vor der Linken, die mit ihrem Spitzenkandidaten Oskar Lafontaine ihr mit großem Abstand bestes Ergebnis in einem westdeutschen Bundesland erzielte. Die FDP konnte deutlich zulegen. Auch Bündnis 90/Die Grünen gelang der erneute Einzug ins Landesparlament.
Endgültiges amtliches Endergebnis
thumb|300px|Sitzverteilung nach der Wahl
{| class="wikitable sortable"
|- class="hintergrundfarbe5" style="text-align:center"
! class="unsortable" style="width:4em" | Partei
! class="unsortable" style="width:4em" | CDU
! class="unsortable" style="width:4em" | SPD
! class="unsortable" style="width:4em" | DIE LINKE.
! class="unsortable" style="width:4em" | FDP
! class="unsortable" style="width:4em" | GRÜNE
! class="unsortable" style="width:4em" | FAMILIE
! class="unsortable" style="width:4em" | NPD
! class="unsortable" style="width:4em" | FW
! class="unsortable" style="width:4em" | FBU
! class="unsortable" style="width:4em" | GUR
|- class="hintergrundfarbe2" style="text-align:center"
| style="text-align:left" | Stimmanteil
| 34,5 %
| 24,5 %
| 21,3 %
| 9,2 %
| 5,9 %
| 2,0 %
| 1,5 %
| 0,8 %
| 0,1 %
| 0,1 %
|- class="hintergrundfarbe2" style="text-align:center"
| style="text-align:left" |
Absolute Stimmenanzahl
| 184.537
| 131.241
| 113.664
| 49.064
| 31.516
| 10.710
| 8.099
| 4.528
| 754
| 680
|- class="hintergrundfarbe1" style="text-align:center"
| style="text-align:left" |
Sitze
| 19
| 13
| 11
| 5
| 3
| −
| −
| −
| −
| −
|}
Die Wahlbeteiligung lag bei 67,6 % und stieg damit im Vergleich zur Wahl 2004 deutlich um 12,1 Prozentpunkte.
Ausgangssituation
Die CDU regierte seit 1999 im Saarland mit absoluter Mehrheit. Bei der Wahl am 5. September 1999 hatten die Christdemokraten mit 45,5 % und 26 Mandaten die absolute Mehrheit errungen. 2004 konnte die CDU diese Mehrheit noch ausbauen und erhielt schließlich 27 Mandate. Die SPD musste mit ihrem Spitzenkandidaten Heiko Maas starke Verluste hinnehmen. Sie verlor erneut 13 % der Wählerstimmen und war von nun an mit nur noch 18 Abgeordneten im Landtag vertreten. Bündnis 90/Die Grünen und die FDP/DPS kämpften 2004 um den Wiedereinzug in den Landtag, dem Bündnis 90/Die Grünen seit 1994 und die FDP/DPS seit 1990 nicht mehr angehörten. Dies gelang beiden mit je drei Sitzen. Seit dem Wechsel Barbara Spaniols von Bündnis 90/Die Grünen zur Linken (2007) verfügte Bündnis 90/Die Grünen nur noch über zwei Abgeordnete.
Ergebnisse nach Parteien 2004:
* CDU: 47,5 % – 27 Abgeordnete* SPD: 30,8 % – 18 Abgeordnete
* Bündnis 90/Die Grünen: 5,6 % – 3 Abgeordnete
* FDP/DPS: 5,2 % – 3 Abgeordnete
* NPD: 4,0 %
* FAMILIE: 3,0 %
* PDS: 2,3 %
Daraus resultierend konnte Peter Müller erneut eine CDU-Alleinregierung bilden.
Parteien
Folgende Parteien traten zur Landtagswahl an:{{Internetquelle|autor=Schmitz-Meßner|hrsg=Die Landeswahlleiterin|titel=Ergebnis der öffentlichen Sitzung des Landeswahlausschusses|url=http://www.saarland.de/dokumente/thema_wahlen/staa_Presse_nach_Sitzung_LWA%281%29.pdf |datum=2009-07-08|zugriff=2012-04-09|format=PDF}}
* Christlich-Demokratische Union* Sozialdemokratische Partei Deutschlands
* Bündnis 90/Die Grünen
* Freie Demokratische Partei/Demokratische Partei Saar
* Die Linke
* Familien-Partei Deutschlands
* Freie Bürger Union
* Freie Wähler/Bürgerbündnis
* Gesundheit unser Recht (nur im Wahlkreis Saarlouis)
* Nationaldemokratische Partei Deutschlands
Wahlziele
Die CDU ging ohne Koalitionsaussage in den Wahlkampf. Der amtierende Ministerpräsident Müller äußerte sich hierzu:{{Internetquelle|autor=Florian Kain und Egbert Nießler|titel=Eine Koalitionsaussage für die FDP haben wir nicht nötig|url=http://www.abendblatt.de/politik/deutschland/article140406/Eine-Koalitionsaussage-fuer-die-FDP-haben-wir-nicht-noetig.html |werk=Hamburger Abendblatt|datum=2008-12-31|zugriff=2012-04-09}} {{Zitat|Die Union sollte durchaus einräumen, dass das Maß an inhaltlicher Übereinstimmung mit der FDP ausreichen kann, um ein gemeinsames Politikprojekt zu wagen. Aber ich glaube nicht, dass wir es nötig haben, als große Volkspartei, die ein Ergebnis von 40 plus x Prozent anstrebt, ein konkretes Koalitionsangebot zu machen.}}
Wahlziel der SPD war die Ablösung der CDU-Regierung. Weiterhin sollten die Studiengebühren für Studenten an den saarländischen Hochschulen abgeschafft werden.{{Internetquelle|hrsg=Saarbrücker VerlagsService GmbH|titel=Maas: Wir brauchen den Wechsel|url=http://www.sol.de/titelseite/topnews/Parteitag-Heiko-Maas-SPD-Landesregierung-Saarland-Sozialdemokraten-Saarlandhalle-Maas-Wir-brauchen-den-Wechsel;art26205,2966730,0#.T4LNsNVfA4I |werk=SOL.DE|datum=2010-10-22|zugriff=2012-04-09}} Der Spitzenkandidat der Saar-SPD schloss eine Koalition mit der Linken nicht aus.{{Internetquelle|hrsg=Saarbrücker VerlagsService GmbH|titel=./.|werk=SOL.DE|url=http://www.sol.de/news/welt/weltnews/Wahlen-Saarland-SPD;art8511,2678282 |zugriff=2012-04-09}}{{Toter Link}} Die Linke strebte eine Koalition mit der SPD an.Umfragen
{| class="wikitable sortable"|- class="hintergrundfarbe5" style="text-align:center"
! style="text-align:left;" |Institut
! style="text-align:left;" |Datum
! class="unsortable" style="width:4em" |CDU
! class="unsortable" style="width:4em" |SPD
! class="unsortable" style="width:4em" |GRÜNE
! class="unsortable" style="width:4em" |FDP
! class="unsortable" style="width:4em" |DIE LINKE
! class="unsortable" style="width:4em" |FAMILIE
! class="unsortable" style="width:4em" |Sonstige
|- class="hintergrundfarbe2" style="text-align:right"
| style="text-align:left" |Forschungsgruppe Wahlen{{Internetquelle|titel=Umfragen Saarland|url=http://www.wahlrecht.de/umfragen/landtage/saarland.htm |werk=wahlrecht.de|zugriff=2012-04-09}}
| 21.08.2009
| 36 %
| 26 %
| 6 %
| 9 %
| 16 %
| style="text-align:center" | –
| 7 %
|- style="text-align:right"
| style="text-align:left" |Infratest dimap
| 20.08.2009
| 38 %
| 26 %
| 6 %
| 9 %
| 15 %
| 3 %
| 3 %
|- class="hintergrundfarbe2" style="text-align:right"
| style="text-align:left" |Infratest dimap
| 22.04.2009
| 36 %
| 27 %
| 7 %
| 9 %
| 18 %
| style="text-align:center" | –
| 3 %
|- style="text-align:right"
| style="text-align:left" |Emnid
| 16.04.2009
| 38 %
| 23 %
| 5 %
| 8 %
| 22 %
| style="text-align:center" | –
| 4 %
|- class="hintergrundfarbe2" style="text-align:right"
| style="text-align:left" |Infratest dimap
| 28.10.2008
| 38 %
| 25 %
| 5 %
| 6 %
| 23 %
| style="text-align:center" | –
| 3 %
|- style="text-align:right"
| style="text-align:left" |Forsa
| 03.09.2008
| 37 %
| 23 %
| 5 %
| 7 %
| 24 %
| style="text-align:center" | –
| 4 %
|}
Mögliche Koalitionen
Zur Bildung einer Mehrheitsregierung waren mindestens 26 Abgeordnete nötig. Damit kamen für die Regierungsbildung sowohl eine Große Koalition aus CDU und SPD (32 Mandate) als auch eine Dreierkoalition unter Beteiligung der Grünen in Frage, entweder in einer 27 Mandate starken rot-rot-grünen oder einer sogenannten Jamaika-Koalition (ebenfalls 27 Mandate).{{Internetquelle|titel=Sondierungsgespräche im Saarland in entscheidender Phase|url=http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5iW6EKMG3G-aHdxjxzswh6ztrJrHg |datum=2009-09-30|zugriff=2012-04-09}}
Die Grünen ebneten am 11. Oktober 2009 mit ihrer Entscheidung für Koalitionsverhandlungen mit CDU und FDP auf einem Landesparteitag den Weg für die erste Jamaika-Koalition auf Landesebene.[http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/753355 dpa: Saar-Grüne klar für Bündnis mit CDU und FDP] Nachdem Parteitage von CDU, FDP und Grünen dies gebilligt hatten, wurde am 9. November 2009 der Koalitionsvertrag unterzeichnet{{Internetquelle|titel=Koalitionsvertrag unterzeichnet|url=http://www.sr-online.de/nachrichten/740/985505.html |datum=2009-11-09|zugriff=2012-04-09}}{{Toter Link}}, woraufhin am 10. November die Wahl des Ministerpräsidenten und die Bildung des Kabinetts Müller III folgte.
Siehe auch
* Liste der Mitglieder des Saarländischen Landtages (14. Wahlperiode)
Literatur
* Jürgen R. Winkler: Die saarländische Landtagswahl vom 30. August 2009. Auf dem Weg nach Jamaika, in: Zeitschrift für Parlamentsfragen, 2/2010, S. 339–355.
Einzelnachweise
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{{SORTIERUNG:Landtagswahl Im Saarland 2009}}2009
Saarland state election, 2009
Élections législatives régionales de 2009 en Sarre
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