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Magistrale für Europa

22.05.2012 @ 11:51, AiPagan,

miniatur|Geplante Hochgeschwindigkeits-Eisenbahnachse Paris-Bratislava

miniatur|Neubaustrecke [[LGV Est européenne in der Nähe des Bahnhofs Meuse]]

Die Magistrale für Europa (TEN Projekt 17) ist ein EU-Projekt für die Schaffung einer Eisenbahn-Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Paris und Budapest/Bratislava.

Nach Eigenauskunft in ihrer Internetpräsenz wurde die Initiative 1990 von Städten, Regionen, Industrie- und Handelskammern entlang der Schienenachse Paris-Budapest gegründet - mit dem Ziel einer raschen Modernisierung dieser Verbindung.

Die Europäische Kommission nahm die Magistrale 1995 als Projekt 17 in die Planung für das TEN auf und ernannte den Ungarn Péter Balázs am 20. Juli 2005 als EU-Koordinator. Der Ausbau zur Hochleistungsverbindung gilt auch als wesentliche Voraussetzung für die rasche ökonomische, politische und kulturelle Integration von Ost- und Westeuropa. Das Projekt soll bis 2019/2020 etwa 34 Millionen EU-Bürger in fünf EU-Staaten entlang einer ca. 1.500 km langen Strecke miteinander verbinden.

Derzeitige Verkehrssituation


miniatur|TGV im Bahnhof Paris Est

Seit Ende der 90er Jahre der Abschnitt Budapest–Wien des Orient-Expresses eingestellt wurde, verkehren keine Züge mehr auf der Gesamtstrecke. Es existieren jedoch Verbindungen, mit denen man die ganze Strecke mit einmaligem Umsteigen zurücklegen kann. Von Paris kommt man umsteigefrei höchstens nach Stuttgart und abends bis München, und zwar mit dem TGV (seit Dezember 2007) und dem CNL 261. Von München nach Budapest bestehen fünf Direktverbindungen, die (seit Dezember 2008) mit ÖBB-railjets, aktuell sind das RJ 61, RJ 63, RJ 65 und RJ 67, sowie mit dem EN 463 Kalman Imre bedient werden. Eine sechste Verbindung mit RJ 69 und EN 347 Dacia bedingt das bahnsteiggleiche Umsteigen in Wien Westbf, weist aber mit 7 h 22 min die Fahrzeit einer RJ-Direktverbindung aus.

{| class="wikitable" width="100%"
! rowspan=2 class="hintergrundfarbe6" | {{FRA}}
! rowspan=2 class="hintergrundfarbe6" | {{DEU}}
! rowspan=2 class="hintergrundfarbe6" | {{AUT}}
! class="hintergrundfarbe6" | {{SVK}}
|-
! class="hintergrundfarbe6" | {{HUN}}
|-
| align="center" rowspan=2 | Paris – Straßburg –
| align="center" rowspan=2 | Karlsruhe – Stuttgart – Ulm – Augsburg – München –
| align="center" rowspan=2 | Salzburg – Linz – St. Pölten – Wien –
| align="center" | Bratislava
|-
| align="center" | Győr – Budapest

|}

Ausbau/Streckenabschnitte


Frankreich


miniatur|Die geplante zweite Teilstrecke der [[LGV Est européenne]]

In Frankreich wird die LGV Est européenne zwischen Paris und Straßburg gebaut. Im März 2007 wurde das erste Teilstück bis Baudrecourt (östlich von Metz) eingeweiht und am 10. Juni 2007 für den Zugverkehr freigegeben. Die Strecke wird planmäßig mit bis zu 320 km/h befahren. Dadurch konnte die Fahrzeit um 1 h 50 min auf nun 2 h 20 min von Paris Est nach Straßburg verringert werden. Die zweite Ausbaustufe bis Vendenheim bei Straßburg soll eine weitere halbe Stunde Fahrzeitgewinn bringen. Dieser 106 km lange Streckenabschnitt wird ca. 2 Milliarden Euro kosten und voraussichtlich im März 2016 eröffnet werden.[http://www.eurailpress.de/article/view/4/finanzierungsvereinbarung-fuer-2-phase-der-lgv-est-unterzeichnet.html Finanzierungsvereinbarung für 2. Phase der LGV Est unterzeichnet]. Meldung auf Eurailpress vom 3. September 2009, zuletzt abgerufen am 7. Februar 2010 Weiters wurde für die neue Hochgeschwindigkeitsstrecke der Bahnhof Straßburg umgebaut.

miniatur|Der umgebaute [[Bahnhof Straßburg]]

Deutschland

Auf deutscher Seite sind verschiedene Neu- und Ausbauprojekte im Bundesverkehrswegeplan enthalten, es werden aber auch bestehende Strecken genutzt. Ein großer Teil der Projekte, beispielsweise die Strecke Stuttgart–Ulm (inkl. des umstrittenen Durchgangsbahnhofs Stuttgart), werden nicht primär wegen der Magistrale verwirklicht.

Straßburg–Stuttgart

Zunächst wird Straßburg als Teil der POS Süd (Kehl–Appenweier) über die Europabahn an die Rheintalbahn angebunden, wobei die Anbindung für Geschwindigkeiten bis 200 km/h ausgebaut wird. Zu diesem Projekt gehören insbesondere die 2010 durchgeführte Erneuerung der Rheinbrücke Kehl sowie eine niveaufreie Einfädelung auf die Rheintalbahn. Zwischen Appenweier und Rastatt wurde die Rheintalbahn im Rahmen des Neu- und Ausbauprojekts Karlsruhe–Basel bereits viergleisig für bis zu 250 km/h ausgebaut.

Nördlich von Bruchsal wird auf die 1991 in Betrieb gegangene Schnellfahrstrecke Mannheim–Stuttgart (250 km/h) gewechselt.

In Stuttgart soll der heutige Kopfbahnhof Stuttgart Hauptbahnhof in einem durchgängigen Tunnelbahnhof umgebaut werden (Stuttgart 21). Dieses Projekt ist umstritten.

Stuttgart–München

Von Stuttgart in Richtung Ulm ist die Neubaustrecke Wendlingen–Ulm im Bau. Die auf eine Geschwindigkeit von 250 km/h ausgelegte Strecke soll einen Reisezeitgewinn von ca. 30 Minuten gegenüber der heutigen Streckenführung auf der Filstalbahn bringen. Zwischen Ulm und Augsburg kann zwischen 160 und 200 km/h gefahren werden. Der viergleisige Ausbau des Abschnitts Augsburg–München für 230 km/h wurde am 10. Dezember 2011 offiziell eröffnet [http://www.br.de/themen/aktuell/inhalt/bahnstrecke-augsburg-muenchen100.html Ein Feuerwerk für die "Rennstrecke" ] Artikel zur Eröffnungsfeier der ausgebauten Teilstrecke Augsburg-München, abgerufen am 10. Dezember 2012.

In München ist ein zweigleisiger Ausbau des Abzweigs Landsberger Straße geplant, womit für einige Züge der Hauptbahnhof umgangen und direkt von München-Pasing zum Ostbahnhof gefahren werden könnte. Diese Strecke wurde bis zum Fahrplanwechsel 2010 schon vom EN Orient-Express von Straßburg nach Wien genutzt.

Ähnlich wie bei Stuttgart 21 war geplant, den Münchner Hauptbahnhof zum Durchgangsbahnhof zu machen. Diese Pläne unter dem Projektnamen München 21 wurden jedoch 2002 fallen gelassen. Lediglich ein Tunnel für Regionalzüge unter der Münchner Altstadt zwischen München Hauptbahnhof und München Ostbahnhof ist noch Teil des mittel- bis langfristigen Ausbauprogramms der Stadt München.

München–Salzburg

Zwischen München Ostbahnhof und Salzburg Hauptbahnhof soll die Linie über Mühldorf am Inn geführt werden, mit einer Ausbaustrecke, die eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h ermöglicht. Ein Teilabschnitt der Bahnstrecke München–Mühldorf wurde bereits zweigleisig ausgebaut. Ausbaupläne existieren auch für weitere Teilabschnitte, sowie für die Bahnstrecke Mühldorf–Freilassing. Eine Elektrifizierung ist mittelfristig vorgesehen. In Freilassing trifft die künftige Hochleistungsstrecke auf die Bahnstrecke Rosenheim–Salzburg. Diese zweigleisige Strecke wird zwischen Freilassing und Salzburg auf drei Gleise erweitert. Im Abschnitt von Saalachbrücke (Staatsgrenze D/A) bis Salzburg Hbf steht das dritte Streckengleis bereits in Betrieb, welches die zusätzlichen Züge der S-Bahn Salzburg aufnimmt und so Kapazitäten auf den Fernbahngleisen freimacht.

Österreich


miniatur|Tunnelbohrmaschine am Westportal des [[Wienerwaldtunnels]]

Auf der Westbahn in Österreich soll zwischen Wien, Linz, Salzburg und München das sogenannte 1-2-3-Schema umgesetzt werden. Dies bedeutet, dass diese Städte jeweils nur 1 Stunde voneinander entfernt sein sollen.

Im Rahmen des Ausbaus der Westbahn wird die zweigleisige alte Westbahn zwischen Attnang-Puchheim und Wels auf Hochleistungsniveau gebracht und kann ab Oktober 2012 mit bis zu 230 km/h befahren werden. Die Bestandstrecke zwischen Wels und St. Pölten wurde bereits erneuert und auf Hochleistungsniveau angehoben. Im Abschnitt von Linz bis St.Pölten wurde bestandnah eine zweite zweigleisige Strecke errichtet, die so genannte neue Westbahn, die eine Befahrbarkeit mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 250 km/h ermöglicht. Auch die neue Westbahn von St. Pölten nach Wien wurde für eine Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h konzipiert und ist wichtiger Bestandteil des Ausbaus zur viergleisigen Westbahn zwischen Wels und Wien. Die Neubaustrecke verläuft durch die Tunnelkette Perschling in das Tullnerfeld und weiter durch den Wienerwaldtunnel nach Wien, wo sie wieder auf die alte Westbahn trifft. Bis auf eine letzte (bis Mitte 2015) bestehende Lücke (17 km) zwischen Amstetten und Ybbs ist damit ab Dezember 2012 ein viergleisiger Bahnverkehr zwischen Linz und Wien in Betrieb.

In Wien wird auf dem Gelände des 2010 abgetragenen Kopfbahnhofes Wien Südbahnhof der neue Wiener Hauptbahnhof errichtet. Dieser wird durch den Lainzer Tunnel mit der Westbahn verbunden, womit Züge von West nach Ost ohne Stürzen Wien durchfahren können. Ab Dezember 2012 soll diese Verbindung zugleich mit der Teilinbetriebnahme des Hauptbahnhofs zur Verfügung stehen.

Von Wien nach Budapest bzw. Bratislava führt die Österreichische Ostbahn. Hier bestehen Ausbaupläne für die Verbindung Wien–Bratislava über die Götzendorfer Spange, die neu errichtet werden muss und eine Anbindung des Wiener Flughafens ermöglichen wird.

Ungarn/Slowakei

Östlich von Wien verzweigt sich die Magistrale in einen nördlichen Ast nach Bratislava, der die slowakische Hauptstadt im Bahnhof Petržalka erreicht, und einen südlichen Ast, der über Györ nach Budapest führt.

Streckenverlauf

{| class="wikitable" width="100%"
! class="hintergrundfarbe6" | Sektion
! class="hintergrundfarbe6" | Streckenlänge
! class="hintergrundfarbe6" | Inbetriebnahme
! class="hintergrundfarbe6" | Fahrtzeit vor dem Ausbau1
! class="hintergrundfarbe6" | aktuelle Fahrtzeit1
! class="hintergrundfarbe6" | geplante Fahrtzeit1
|-
| rowspan=2 | Paris–Strasbourg
| rowspan=2 | 476 km
| Paris–Baudrecourt in Betrieb seit 2007
| rowspan=2 | 237 min
| rowspan=2 | 137 min
| rowspan=2 | 110 min
|-
| Baudrecourt–Vendenheim ab 2016
|-
| Strasbourg–Karlsruhe
| 81 km
| 2010
| 54 min
| 38 min
| 25 min
|-
| Karlsruhe–Stuttgart
| 90 km
| in Betrieb
| 61 min
| 35 min
| 35 min
|-
| rowspan=2 | Stuttgart–Ulm
| 94 km aktuell
| rowspan=2 | 2019/20
| rowspan=2 |
| rowspan=2 | 54 min
| rowspan=2 | 28 min
|-
| 81 km neu
|-
| Ulm–Augsburg
| 86 km
| nicht vor 2019
| | 41 min
| 28 min
|-
| Augsburg–München
| 61 km
| 2011
| 37 min
| 29 min
| 18 min
|-
| rowspan=2 | München–Salzburg
| rowspan=2 | 153 km
| München–Freilassing ab 2015
| rowspan=2 |
| rowspan=2 | 87 min
| rowspan=2 | 62 min
|-
| Freilassing–Salzburg seit 2009
|-
| rowspan=3 | Salzburg–Linz
| rowspan=3 | 127 km
| Salzburg–Attnang-Puchheim ab 2013
| rowspan=3 |
| rowspan=3 | 67 min
| rowspan=3 | 60 min
|-
| Attnang-Puchheim–Wels ab 2012
|-
| Wels–Linz ab 2015
|-
| Linz–St. Pölten
| 130 km
| 2015
| | 50 min
| 45 min
|-
| rowspan=2 | St. Pölten–Wien
| 60 km aktuell
| rowspan=2 | 2012
| rowspan=2 |
| rowspan=2 | 40 min
| rowspan=2 | 25 min
|-
| 44 km neu
|-
| Wien–Budapest
| 263 km
| |
| 175 min
| |-
| rowspan=2 | Wien–Bratislava
| Linie Nord 65 km
| 2011
| | 57 min
| 35 min
|-
| Linie Süd 80 km
| 2013
| |
| 55 min
|-
| colspan=8 | gesamt:
|-
| Paris–Budapest
| 1592 km
| |
| 812 min (13h 29)1 2
| 634 min (10h 34)1 2
|-
| Paris–Bratislava (Linie Nord)
| 1394 km
| |
| 685 min (11h 25)1 2 3
| 488 min (8h 08)1 2
|-
| Paris–Bratislava (Linie Süd)
| 1409 km
| |
| | 508 min (8h 28)1 2
|-
| Paris–München
| 875 km
| | 484 min (8h 04)1 2
| 358 min (5h 58)1
| 244 min (4h 04)1
|}
Anmerkungen:[http://www.magistrale.org/download/rapport%20annuel%20Peter%20Balazs%20DE.pdf Jahresbericht 2006/07 von Péter Balázs]

1 Es ist jeweils die schnellste Fahrmöglichkeit zwischen den Städten angegeben.

2 Aufgrund von Wartezeiten und ein-/mehrmaligem Umsteigen liegt die tatsächliche Reisezeit deutlich höher.

3 Die Transferzeit zwischen den Kopfbahnhöfen Wien Westbahnhof und Wien Südbahnhof wurde nicht miteinberechnet. Mit dem Bau des Lainzer Tunnels und des Wiener Hauptbahnhofs wird kein Umsteigen mehr nötig sein.

Unterstützung

Verschiedene Interessenverbände und Initiativen unterstützen die "Magistrale für Europa".
* In Deutschland wurde unter Leitung des Karlsruher Oberbürgermeisters Heinz Fenrich die „Initiative ‚Magistrale für Europa‘“ gegründet.

* In Frankreich gibt es die „Association TGV Est-Européen“, die von der ehemaligen Oberbürgermeisterin von Straßburg, Fabienne Keller, geleitet wird.

Weblinks


* [http://www.magistrale.org/ Die Informationsseite der Initiative „Magistrale für Europa“]

* [http://ec.europa.eu/ten/transport/projects/doc/2005_ten_t_de.pdf PDF-Broschüre der EU-Kommission zu den wichtigsten Vorhaben zur Schaffung eines transeuropäischen Hochgeschwindigkeitsnetzes. Die „Magistrale für Europa“ wird hier als „Vorrangige Achse Nr. 17“ bezeichnet.] (17 kB)

Einzelnachweise


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Kategorie:Schnellfahrstrecke

Magistrale for Europe
Magistrale européenne
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