Martin Lindner
{{Dieser Artikel|befasst sich mit dem Politiker Martin Lindner. Für den Orientalisten siehe Martin T. Bruno Lindner.}}
Martin Lindner (* 22. März 1964 in Grünwald) ist ein deutscher Politiker (FDP). Seit 2011 ist er stellvertretender FDP-Bundestagsfraktionsvorsitzender.
Leben und Beruf
Nach dem Abitur leistete Lindner zunächst den Wehrdienst ab und machte anschließend eine Ausbildung zum Industriekaufmann. Danach absolvierte er ein Studium der Rechtswissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München, welches er 1993 mit dem ersten juristischen Staatsexamen beendete. Nach Ableistung des Referendariats bestand er 1995 auch die Große juristische Staatsprüfung. Seit 1996 ist er als selbständiger Rechtsanwalt in Berlin tätig. 1999 erfolgte seine Promotion an der Universität der Bundeswehr München mit der Arbeit Rechtsverhältnisse wehrdienstleistender Reservisten in der Europäischen Union.
Martin Lindner ist katholischhttp://www.ad-hoc-news.de/ddp-kurzbiografie-fuenf-daten-zu-martin-lindner--/de/Politik/20135879 und nach seiner Scheidung im Sommer 2007 in zweiter Ehe verheiratet mit Caroline Lindner-Endres. Er hat zwei Söhne aus der ersten Ehe und eine Tochter aus der zweiten Ehe. Seine Frau brachte aus ihrer ersten Ehe drei weitere Kinder mit.Berliner Kurier vom 13. April 2008 [http://www.berlinonline.de/berliner-kurier/archiv/.bin/dump.fcgi/2008/0413/berlinbrandenburg/0132/index.html].
Partei
Seit 1998 ist Lindner Mitglied der FDP. Von 2005 bis 2009 gehörte er dem FDP-Bundesvorstand an. Er war bis März 2009 stellvertretender Sprecher der Konferenz der Vorsitzenden der FDP-Fraktionen in den Landtagen, dem Deutschen Bundestag und dem Europaparlament, stellvertretender Vorsitzender der FDP-Medienkommission und Vorsitzender der AG Medien der FDP-Fraktionsvorsitzendenkonferenz. Lindner ist Mitglied im Schaumburger Kreis, einem Zusammenschluss des liberal-konservativen Wirtschaftsflügels in der FDP.[http://www.zeit.de/politik/deutschland/2010-12/westerwelle-dreikoenigstreffen-schaumburger FDP-Zirkel planen die Zeit nach Westerwelle]
Auf dem Landesparteitag der Berliner FDP wurde Lindner am 25. März 2006 als Spitzenkandidat der FDP für die Abgeordnetenhauswahl im September 2006 nominiert, bei welcher die FDP sich mit 7,6 % der Stimmen behaupten konnte. Im November 2007 gab Lindner öffentlich bekannt, auf dem Landesparteitag der FDP Berlin im April 2008 gegen den Amtsinhaber, den Bundestagsabgeordneten Markus Löning, als Landesvorsitzender kandidieren zu wollen.[http://www.tagesspiegel.de/berlin/landespolitik/lindner-will-als-fdp-chef-antreten/1099964.html Lindner will als FDP-Chef antreten, 20. November 2007] Auf dem Landesparteitag der FDP Berlin am 11. April 2008 unterlag Lindner mit 163 Stimmen, Löning siegte mit 180 Stimmen.[http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/berlin/98225/index.php Berliner Zeitung, Löning bleibt FDP-Landesvorsitzender, 12. April 2008] Am 28. März 2009 gewann dann aber Lindner gegen Löning die Spitzenkandidatur der Berliner FDP für den Bundestag mit 214 zu 133 Stimmen.[http://www.tagesspiegel.de/berlin/lindner-siegt-im-machtkampf/1484602.html Berliner FDP: Lindner siegt im Machtkampf]
Am 2. März 2012 wurde Martin Lindner zum Landesvorsitzenden der Berliner FDP gewählt. [http://www.tagesspiegel.de/berlin/landespolitik/martin-lindner-der-neue-fdp-landeschef-kann-auch-pathos/6282692.html]
Abgeordneter
Mit dem Wiedereinzug der FDP wurde Lindner im Jahr 2001 Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin. Hier war er von November 2001 bis Februar 2002 stellvertretender Vorsitzender der FDP-Fraktion im Abgeordnetenhaus, bevor er 2002 zum Vorsitzenden gewählt wurde.[http://www.bundestag.de/dasparlament/2010/10/MenschenMeinungen/28878762.html Vom Angreifer zum Verteidiger: Martin Lindner] Dieses Amt hatte er bis März 2009 inne. Lindner war außerdem medienpolitischer Sprecher der Abgeordnetenhausfraktion. Sein Nachfolger als Fraktionsvorsitzender war Christoph Meyer.[http://www.tagesspiegel.de/berlin/nachrichten/1799224.html Christoph Meyer tritt offiziell FDP-Fraktionsvorsitz an]
Bei der Bundestagswahl 2009 wurde er als Spitzenkandidat auf der FDP-Landesliste in den Deutschen Bundestag gewählt. Er wurde von der FDP Bundestagsfraktion zum technologiepolitischen Sprecher gewählt, in dessen Funktion er auch für Außenwirtschaft zuständig ist. Sein erklärtes Ziel ist es, den Technologieunternehmen die Markteinführung ihrer Produkte und den Export zu erleichtern.[http://www.bundestag.de/dasparlament/2010/10/MenschenMeinungen/28878762.html Vom Angreifer zum Verteidiger: Martin Lindner] Seit Mai 2011 ist er zudem wirtschaftspolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion. Am 10. Mai 2011 wurde Lindner zum stellvertretenden FDP-Bundestagsfraktionsvorsitzenden gewählt.
Lindner ist ständiges Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Technologie und stellvertretendes Mitglied im Petitionsausschuss und im Innenausschuss.[http://www.fdp-fraktion.de/L/27c61i7/index.html] Im Januar 2010 hielt Lindner seine Jungfernrede im Deutschen Bundestag. Als Wirtschaftsexperte verteidigte und begründete er hierbei die Umsatzsteuersenkung für Hotellerieleistungen als Notwendigkeit zur Beseitigung von Wettbewerbsnachteilen und zur Stärkung von Investitionen in dieser Branche. Im April 2010 erhielt der FDP-Abgeordnete eine Rüge des Bundestagspräsidenten für einen verbalen Angriff gegen Gregor Gysi. Lindner entgegnete auf dessen Feststellung, dass heimkehrende Soldaten mehr Psychiater bräuchten: "Sie brauchen auch einen." Dies wurde von Norbert Lammert "ausdrücklich als unparlamentarisch" kritisiert.[http://www.n-tv.de/politik/FDP-Politiker-beleidigt-Gysi-article836678.html Lammert erteilt Rüge: FDP-Politiker beleidigt Gysi]
Positionen
Als Diskussionspartner ist Lindner für seine direkte Art und häufig sehr deutliche Wortwahl bekannt.[http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/talkgaeste-ausser-kontrolle/3382218.html Krawall bei Maischberger: Talkgäste außer Kontrolle] In der Sendung Menschen bei Maischberger vom 28. September 2010 erklärte Lindner etwa: „Wir haben zu lange Ferien, wir haben zu lange Schulferien.“[http://mediathek.daserste.de/daserste/servlet/content/5484520?pageId=&moduleId=311210&categoryId=&goto=&show] Bei Anne Will am 7. November 2010 forderte Lindner eine größere Offenheit der Gesellschaft und der Politik gegenüber neuen Technologien und kritisierte die Haltung Grüner Politiker.[http://daserste.ndr.de/annewill/videos/annewill2441.html]
Im Dezember 2008 erreichte Lindner bundesweite Medienpräsenz im Zusammenhang mit der Forderung des baden-württembergischen CDU-Politikers Thomas Volk, ein „Sitzrecht“ für Kirchensteuerzahler in Weihnachtsgottesdiensten zu gewähren. Der Vorschlag wurde auch von kirchlicher Seite kritisiert, da er dem Wesen des Weihnachtsfestes widerspricht.[http://www.wdr.de/tv/wdraktuell/sendungsbeitraege/2008/kw52/1222/kirche2.jsp WDR Aktuell: Eintrittskarte für den Kirchenbesuch an Heilig Abend?] Martin Lindner hingegen hatte gefordert, Gemeindemitgliedern z.B. über Platzkarten vorrangiges Platzrecht einzuräumen.[http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,597926,00.html Politiker wollen Christmesse nur für Kirchenmitglieder]
Im Rahmen der Debatte um Hartz-IV plädiert Lindner für die Erhöhung von Hinzuverdienstmöglichkeiten zur Schaffung von Anreizen für Grundsicherungsempfänger, um einen Wiedereintritt in den Arbeitsmarkt zu fördern.[http://www.haz.de/Nachrichten/Politik/Deutschland-Welt/Politiker-befeuern-Debatte-ueber-faule-Arbeitlose/FDP-Fraktion-erwaegt-Kuerzung-der-Regelsaetze-fuer-Hartz-IV FDP-Fraktion erwägt Kürzung der Regelsätze für Hartz IV] Des Weiteren tritt Lindner strikt für die Senkung der Regelsätze ein, sofern Angebote für Arbeit nicht angenommen werden. Schon vor der aktuellen Debatte forderte Lindner als Fraktionsvorsitzender der FDP im Abgeordnetenhaus Berlin eine Kürzung der Sozialleistungen um 30 %, sofern arbeitsfähige Sozialleistungsempfänger angebotene Tätigkeiten ablehnen. Er schlägt hierfür gemeinnützige Tätigkeiten, bspw. die Reinigung von Parks, vor. Ausnahmen hiervon seien u. a. bei älteren Menschen und Alleinerziehenden zu machen.[http://www.heise.de/tp/blogs/8/141569 FDP-Politiker: Hartz IV um 30 Prozent kürzen] [http://www.sueddeutsche.de/politik/fdp-politiker-will-hartz-iv-kuerzen-keine-lust-zu-arbeiten-1.123675 "Keine Lust zu arbeiten"] Die FDP-Fraktion sprach sich später jedoch dagegen aus. So widersprach der arbeitsmarktpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion Johannes Vogel dem Vorschlag Lindners und erklärte eine Kürzung würde nicht zur Debatte stehen und der stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion Heinrich Kolb erklärte, Anregungen dieser Art entsprechen nicht der Fraktionsmeinung.[http://www.n-tv.de/politik/FDP-Fraktion-rudert-zurueck-article734539.html Hartz-IV-Streit erreicht eigene Reihen: FDP-Fraktion rudert zurück] [http://www.zeit.de/politik/deutschland/2010-02/hartz-IV-fdp FDP-Sozialpolitiker gegen Senkung der Hartz-IV-Sätze]
In der Debatte um die Einführung eines Mindestlohns spricht sich Lindner für einen branchenbezogenen und regionenspezifischen Mindestlohn und gegen eine bundesweit allgemein verbindliche, politisch festgesetzte Lohnuntergrenze aus. Die Höhe des jeweiligen Mindestlohns solle gemeinsam mit den Landesarbeitsministern aus Tarifverträgen erarbeitet werden.[http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,794987,00.html] [http://www.merkur-online.de/nachrichten/politik/cdu-wirtschaftsfluegel-wehrt-sich-gegen-mindestloehne-1471366.html]
Weblinks
* {{DNB-Portal|121847098}}
* [http://www.martin-lindner.info/ Website von Martin Lindner]
* {{Biographie beim Deutschen Bundestag|Martin Lindner}}
* [http://www.parlament-berlin.de/pari/web/wdefault.nsf/vHTML/C17-00239?OpenDocument Lebenslauf beim Abgeordnetenhaus von Berlin]
* {{Abgeordnetenwatch|dr_martin_lindner-575-37780}}
Einzelnachweise
{{Normdaten|PND=121847098|VIAF=42704735}}
{{SORTIERUNG:Lindner, Martin}}Kategorie:Bundestagsabgeordneter (Berlin)
Kategorie:Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin
Kategorie:FDP-Mitglied
Kategorie:Deutscher
Kategorie:Geboren 1964
{{Personendaten
|NAME=Lindner, Martin
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|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Politiker (FDP), MdA, MdB
|GEBURTSDATUM=22. März 1964
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