Musée Carnavalet
Das Musée Carnavalet ist ein städtisches Pariser Museum im Stadtteil Marais (23 rue de Sévigné, 3. Arrdt.), das der Stadtgeschichte von ihren Ursprüngen bis zum heutigen Tage gewidmet ist. Sein Name leitet sich von dem Hôtel particulier (Stadtpalais) ab, in dem es untergebracht ist. Dieses befindet sich seit 1866 im Besitz der Stadt Paris.
Hôtel Carnavalet
In den Jahren 1548 bis 1560 ließ der einflussreiche Präsident des Parlement de Paris (Gerichtshof) sich auf dem gerade parzellierten Klostergrund der Priorei Sainte-Catherine-du-Val-des-Écoliers diesen Stadtpalast im Stil der Renaissance errichten, der die Bewunderung seiner Zeitgenossen hervorrief und heute der einzige noch bestehende Pariser Stadtpalast aus der Mitte des 16. Jahrhunderts ist. Er kann, auch wenn dies historisch nicht belegbar ist, „mit ziemlicher Sicherheit Pierre Lescot zugeschrieben werden“Blunt, S. 69, doch werden neben Lescot – ebenfalls ohne Beweisführung - auch die Namen der Architekten Jean Bullant und Androuet du Cerceau genannt. Einzig bekannt ist der „maître maçon“ namens Nicolas Dupuy, also der Maurermeister, der als Unternehmer fungierte. Für den Skulpturenschmuck war mit hoher Wahrscheinlichkeit Jean Goujon oder seine Werkstatt verantwortlich. In der Folgezeit wurde das Hôtel Carnavalet dreimal umgebaut, unter anderem zwischen 1654 und 1660 nach Entwürfen von François Mansart. Dieser versah „Eingangsbau und Galerien mit einem voll ausgebauten Obergeschoss“Bußmann, S. 143, respektierte aber den Vorgängerbau, insbesondere den Haupttrakt, und auch das Portal von Lescot.
Der Name „Carnavalet“ ist eine Verballhornung des Familiennamens von Françoise de La Baume-Montrevel, verwitwete Kernevenoch oder Kernevenoy, der zweiten Besitzerin des Hôtel Carnavalet.
Die berühmteste Bewohnerin des Hauses war die Marquise de Sévigné, die es 1677 für sich und die Familie ihrer Tochter gemietet hatte und die bis zu ihrem Tod 1696 darin lebte.
Sammlung
miniatur|La construction de l'[[hôtel de Salm. Paris, Musée Carnavalet.]]
Im Museum befinden sich Exponate von der Zeit des Imperium Romanum bis zur Gegenwart. Dazu zählen unter anderem gotische Skulpturen, ein Stadtmodell der Île de la Cité des 16. Jahrhunderts, einige Bilder der Stadt aus dem 17. Jahrhundert wie auch Gebrauchsgegenstände aus verschiedenen Jahrhunderten. Eine Besonderheit stellt die Uhrensammlung dar, bei der, anders als in den meisten Museen, viele Uhren auch betrieben werden. Dieser Umstand wird dem Museumsbesuchern besonders zur vollen Stunde gewahr, wenn die Schlagwerke der über viele Salons verteilten Uhren nahezu zeitgleich die Stunden schlagen.
Literatur
* Anthony Blunt: Art et architecture en France, 1500–1700. Macula, Paris 1983, ISBN 2-86589-007-4.
* Klaus Bußmann: Paris und die Ile de France. DuMont, Köln 1980, ISBN 3-7701-1067-6.
* Julia Droste-Hennings, Thorsten Droste: Paris. DuMont, Köln 2003, ISBN 3-7701-6090-8, S. 145–147.
* Heinfried Wischermann: Architekturführer Paris. Gerd Hatje, Ostfildern 1997, ISBN 3-7757-0606-2, S. 53.
Weblinks
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* [http://www.carnavalet.paris.fr/ Musée Carnavalet, Paris] (französisch)
* [http://www.socher.org/gallery2/v/France20052006/20052006Paris/album_016/ 55 Fotos aus dem Museum]
Einzelnachweise
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