Netzwerkeffekt
Der Netzwerkeffekt (auch Netzeffekt) gehört in der Volkswirtschaftslehre zu den positiven externen Effekten. Er beschreibt, dass der Nutzen an einem Standard oder Netzwerk wächst, wenn dessen Nutzer
Beispiele für den Netzwerkeffekt findet man bei Software – unter anderem beim Internet, bei Microsoft Office oder bei Wikipedia – sowie auch bei Aktien und im Bereich der Telekommunikation. Die SMS-Funktion eines Mobiltelefones beispielsweise ist nur sinnvoll, falls es noch viele andere gibt, die ebenfalls ein Mobiltelefon besitzen und damit SMS benutzen.
Der Mitläufereffekt unterscheidet sich stark vom Netzwerkeffekt, da bei diesem ein gemeinsamer Nutzen nicht das Ziel ist.
Direkte und indirekte Netzwerkeffekte
Netzwerkeffekte lässen sich in direkte und indirekte Netzwerkeffekte differenzieren. Bei direkten Netzeffekten entsteht die Nutzensteigerung unmittelbar durch physische Netzverbindungen zwischen zwei Teilnehmern. Indirekte Netzwerkeffekte bestehen, wenn der Nutzen der Teilnehmer mit der Netzgröße zunimmt, diese Nutzensteigerung jedoch nicht durch unmittelbare Kommunikationsbeziehungen zwischen den Akteuren entsteht. Beispiele hierfür sind komplementäre Güter oder Lerneffekte.
Pfadabhängigkeit
Problematisch am Netzwerkeffekt ist die Pfadabhängigkeit. Häufig ist es rentabler, ineffiziente Strukturen weiter zu entwickeln als sie abzuschaffen, da sie schon sehr weit verbreitet sind. Diese Thematik ist im Wettbewerbsrecht relevant.
Monopolbildung
Märkte, in denen Netzeffekte eine Rolle spielen, neigen häufig zur Bildung von Monopolen. Solche Märkte, die starke positive Netzeffekte aufweisen, werden daher häufig als “tippy” bezeichnet: „When two or more firms compete for a market where there is strong positive feedback, only one may emerge as a winner. It’s unlikely that all will survive.”, zu deutsch: ‚ „Wenn zwei oder mehr Firmen um einen Markt konkurrieren, in dem es starke positive Rückkopplung gibt, kann nur eine als Sieger hervorgehen. Es ist unwahrscheinlich, dass alle überleben werden.“Carl Shapiro, Hal R. Varian: Information Rules. A Strategic Guide to the Network Economy. Harvard Business School Press, 1998, ISBN 0-87584-863-X, S. 176.
Verschiedene Standards oder Technologien existieren häufig nicht nebeneinander, sondern es setzt sich ein dominanter Standard bzw. Technologie durch.Stanley Besen, Joseph Farrell: Choosing How to Compete: Strategies and Tactics in Standardization. In: Journal of Economic Perspectives. 8 (1994) S. 117–131 (S. 118). Es handelt sich deshalb um sogenannte Winner-takes-it-all-Märkte.Gestützt werden diese Überlegungen durch Beobachtungen auf Softwaremärkten.Peter Buxmann, Heiner Diefenbach, Thomas Hess: Die Softwareindustrie. Ökonomische Prinzipien, Strategien, Perspektiven. 2. Auflage. Springer, Berlin u.a. 2011, ISBN 978-3-642-13360-2. So gab es in den achtziger und neunziger Jahren beispielsweise im Bereich von Office-Lösungen noch Alternativen zu Microsoft
Literatur
* Albert-László Barabási: Linked. The new science of networks. Perseus Publishing, Cambridge 2002, ISBN 0-7382-0667-9.
Weblinks
* [http://www.handelsblatt.com/technologie/it-tk/it-internet/netzwerkeffekt-warum-facebook-der-konkurrenz-keine-chance-laesst/3498904.htmlWarum Facebook der Konkurrenz keine Chance lässt.] In: Handelsblatt. 26. Juli 2010.
Einzelnachweise
ar:تأثير الشبكة
da:Netværkseffekt
el:Δικτυακό φαινόμενο
Network effect
eo:Retefekto
es:Efecto de red
fi:Verkostovaikutus
Effet de réseau
he:אפקט רשת
hi:नेटवर्क प्रभाव
id:Eksternalitas jaringan
ja:ネットワーク外部性
ko:네트워크 효과
nl:Netwerkeffect
no:Nettverkseffekt
pl:Efekt sieciowy
ru:Сетевой эффект
sv:Nätverkseffekt
zh:网络外部性
zh-yue:網絡外部性
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