Navigation


Pelplin

27.05.2012 @ 16:24, Mef.ellingen,

{{Infobox Ort in Polen
| Ort = Pelplin
| Wappen = 100px|Wappen von Pelplin
| Woiwodschaft = Pommern
| Powiat = Tczew
| PowiatLink = Tczewski
| Gemeinde = Pelplin
| Breitengrad = 53
| Breitenminute = 56
| Breitensekunde =
| Längengrad = 18
| Längenminute = 42
| Längensekunde =
| OrtFläche = 4.45
| Höhe = 8
| Postleitzahl = 83-130
| Telefonvorwahl = 58
| KFZ-Kennzeichen = GTC
| Straße1 = A 1: Danzig - Cieszyn
| Straße2 = DW 229: Jabłowo - Wielkie Walichnowy
| Straße3 = DW 230: Wielgłowy - Cierzpice
| Schienen1 = PKP-Linie 131: Chorzów - Tczew
| Flughafen1 = Danzig
| GemeindeTyp = Stadt- und Landgemeinde
| Schulzenämter = 13
| Ortschaften =
| GemeindeFläche = 140.45
| TERYT = 2214043
| Bürgermeister = Andrzej Stanuch
| BürgermeisterDatum = 2011
| AnschriftStraße = pl. Grunwaldzki 4
| AnschriftOrt = 83-130 Pelplin
| Webpräsenz = www.pelplin.pl
}}

Pelplin ist eine Kleinstadt im Norden Polens in der Woiwodschaft Pommern (bis 1998 zur Wojwodschaft Danzig). Sie liegt im Powiat Tczewski (Dirschau) und hat etwa 8.300 Einwohner. Historisch bedeutsam ist Pelplin als Standort eines der ersten und wichtigsten Zisterzienserkloster des östlichen Ostseeraumes.

Geographische Lage


Pelplin liegt an der Wierzyca (Ferse), einem linken Nebenfluss der Weichsel, rund 15 km westlich der Weichsel. Die nächste größere Stadt ist das etwas nordwestlich von Pelplin gelegene Starogard GdaÅ„ski (Preußisch Stargard). Pelplin liegt an der Bahnverbindung Danzig–Bydgoszcz (Danzig–Bromberg), die Nationalstraße Tczew–GrudziÄ…dz (Dirschau–Graudenz) verläuft 4 km östlich von Pelplin; die geplante Nord-Süd-Autobahn soll in Pelplin eine Anschlussstelle erhalten. Am Czubatka-Hügel erreicht Pelplin eine Höhe von 86 m ü. NN, zur Weichselniederung hin beträgt die Höhe 8 m ü. NN.

Geschichte


Nach archäologischen Befunden befanden sich auf dem Gebiet der heutigen Stadt bereits in der Stein- und Bronzezeit menschliche Ansiedlungen.

Das Kloster Pelplin wurde 1258 von Mönchen des Mutterklosters in Doberan in Mecklenburg gegründet, die hier 1276 mit dem Bau einer imposanten Klosterkirche in Backsteingotik begannen, deren Fertigstellung über 200 Jahre in Anspruch nahm. Kirchlich unterstand die Gegend dem Erzbistum Gnesen, die weltliche Hoheit lag beim Herzogtum Pomerellen, das sich eine relative Unabhängigkeit vom polnischen Königreich bewahren konnte, zumal sich hier zwischen Hinterpommern und der Weichsel mit den Kaschuben ein eigenständiges slawisches Volk behauptete.

1309 gelangte Pommerellen in den Besitz des Deutschen Ordens und somit zum Deutschordensstaat Preußen, der das Gebiet 1466 als königliches Preußen (später Westpreußen genannt an die Krone Polens abtreten musste. In der Folge besuchten mehrere jagiellonische Könige die Abtei, darunter Zygmunt III. und Jan III. Sobieski. Nach dem Sieg der Reformation zog 1552 der letzte Abt vom Kloster Doberan in das Fillialkloster Pelplin. Von der Reformation blieb Pomerellen weitgehend unbeeinflusst, lediglich einige Mennoniten siedelten ab dem 17. Jahrhundert in der Gegend, sie verließen aber Westpreußen in der napoleonischen Zeit bzw. um 1870 wieder. 1772 kam Pelplin vom Königlichen Preußen (Prussia Occidentalis = Westpreußen) zum Königreich Preußen. Im 19. Jahrhundert erhielt Pelplin Anschluss an die Bahnverbindung Dirschau (Tczew)-Bromberg (Bydgoszcz). Die Gemeinde wuchs in kurzer Zeit von 500 auf bald mehrere tausend Bürger. Auch ein Postamt wurde eingerichtet. Zugleich nahmen die Konflikte zwischen der katholischen Bevölkerung und Kirche und der preußischen Regierung, die auf Säkularisation setzte, zu. 1836 wurde in Pelplin das Collegium Marianum als Gymnasium mit polnischer Unterrichtssprache gegründet, außerdem entstand ein Priesterseminar; schließlich wurde Pelplin Sitz des Bistums Pelplin.

Nach dem Ersten Weltkrieg kam es als Teil des so genannten Polnischen Korridors zu Polen. Von 1939 bis 1945 war es deutsch besetzt. In Pelplin wurde ein Außenlager des Konzentrationslagers Stutthof errichtet. Nach dem Einmarsch der Roten Armee und dem Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 wurde der deutsche Teil der Bevölkerung vertrieben.

Am 6. Juni 1999 zelebrierte Papst Johannes Paul II. vor den Toren der Stadt am heute Papstberg genannten Hügel eine Messe vor 300.000 Menschen; ein 30 m hohes Aluminiumkreuz erinnert daran.

Zisterzienserkirche



Wichtigste Sehenswürdigkeit des Ortes ist die ehemalige Klosterkirche des Zisterzienserordens, die sich weitgehend am Bauplan der Doberaner Mutterkirche orientiert und wie diese ein Querschiff mit zwei Jochen und Giebelkrönung aufweist. Der östliche Teil der Kirche ähnelt dagegen mit seinem fehlenden Kapellenkranz der Abteikirche von Cluny. Der eigentliche Kirchenbau kommt weitgehend ohne Verzierungen aus, die vier mächtigen Giebel weisen allerdings kleinteilige Formen auf, halten sich im Übrigen aber an den Formenkanon der norddeutschen Backsteingotik. Das Mittelschiff hat die beachtliche Höhe von 29 m.

Von den 20 Altären sind drei aus Marmor, zwei aus Stuckmarmor, die übrigen aus Holz, bemalt und vergoldet. Die Kirche ist reich ausgestattet mit Werken des 17. Jahrhunderts. Der Hochaltar zeigt ein Gemälde der Himmelfahrt Mariä von dem Danziger Maler Hermann Hahn (1625), die Gemälde der Altäre der Apostel Andreas und Philippus (1672) stammen von Andreas Stech aus Danzig. Die Kanzel (1682) wurde von dem Holzschnitzer Matthias Scholler aus Mewe gefertigt. Weiter befinden sich in der Kirche schlichte Epitaphe, Gestühle und Orgelprospekte von der Renaissance bis zum Rokoko, wobei sich auch einige Schnitzereien aus dem gotischen Mittelalter erhalten haben.

In der Bibliothek befinden sich mehrere Handschriften, die ältesten aus dem 12. und 13. Jahrhundert, und ein Exemplar der Gutenbergbibel.

Heute ist die Kirche Bischofskirche des Bistums Pelplin. Bis 2012 war der 1940 geborene Jan Bernard Szlaga Bischof des Bistums.

Weitere Sehenswürdigkeiten


An die Kathedrale angeschlossen ist ein Diözesanmuseum, in dem u. a. eine Gutenberg-Bibel aus dem Jahr 1453 aufbewahrt wird.

Das Rathaus der Stadt befindet sich am Plac Mariacki. Die durch den Ort fließende Wierzyca ist von einem Stadtpark (Ogród Biskupi) umgeben.

Politik


Aktueller Bürgermeister der Stadt (2008) ist Andrzej Stanuch, sein Stellvertreter ist Tadeusz Błędzki.

Wirtschaft und Infrastruktur


Zu den größten Arbeitgebern der Stadt zählen:
* M.A.S. Export/Import
* de Graaf

* PELBUD

In Pelplin sind mehrere Bankfilialen ansässig. An höheren Bildungsinstituten existiert ein Polytechnikum.

Pelplin verfügt außerdem über eine eigene Stadtzeitung, den „Informator Pelplinski“.

Söhne und Töchter der Stadt


* Robert Wollenberg (1862–1942), Psychiater
* Franz Sawicki (* 1877 in Schöneck), Priester, starb 1952 im benachbarten Pelplin

* Gerd Teßmer (* 1945), Politiker

Gmina


Zur Stadt- und Landgemeinde Pelplin gehören folgende Ortschaften:
{|class="prettytable"
! polnischer Name !! deutscher Name (bis 1920 und 1939–1945)
|-
|Bielawki || Bielawken (1942–1945 Bühlau)
|-
|Dębina || Eichwalde
|-
|Gaj || Gay
|-
|Gręblin || Gremblin
|-
|Hilarowo ||
|-
|Janiszewko || Neu Janischau (1942–1945 Neujanischau)
|-
|Janiszewo || Alt Janischau (1942–1945 Altjanischau)
|-
|Janowo ||
|-
|Kulice || Kulitz (1942–1945 Keilendorf)
|-
|Kulice Małe ||
|-
|Lignowy Szlacheckie || Adlig Liebenau (1942–1945 Adligliebenau)
|-
|Małe Walichnowy || Klein Falkenau (1942–1945 Kleinfalkenau)
|-
|Maniowo ||
|-
|Międzyłęż || Mösland
|-
|Młynik ||
|-
|Nadleśnictwo ||
|-
|Nowy Dwór Pelpliński || Neuhof
|-
|Nowy Międzyłęż || Neu Mösland (1942–1945 Neumösland)
|-
|Ornasowo || Ornassau
|-
|Pelplin || Pelplin
|-
|Pelplin-Wybudowanie ||
|-
|Pomyje || Pommey
|-
|Pustki ||
|-
|Rajkowy || Raikau
|-
|Rombark || Romberg
|-
|Ropuchy || Roppuch
|-
|Rożental || Rosenthal (1942–1945 Rosental)
|-
|Rudno || Rauden
|-
|Rudnopole ||
|-
|Stary Międzyłęż || Alt Mösland (1942–1945 Altmösland)
|-
|Stocki Młyn ||
|-
|Wielki Garc || Groß Gartz (1942–1945 Großgartz)
|-
|Wola || Wolla (1942–1945 Freigut)

|}

Verweise


Weblinks


{{Commonscat}}

* [http://www.pelplin.pl/ Offizielle Website der Gemeinde] (mehrsprachig)

Fußnoten


{{Navigationsleiste Städte und Gemeinden im Powiat Tczewski (Tczew)}}

Kategorie:Ort in Westpreußen
Kategorie:Ort der Woiwodschaft Pommern

Kategorie:Powiat Tczewski


Pelplin
eo:Pelplin
it:Pelplin
jv:Pelpin
csb:Pôłplëno
lv:Pelplina
nl:Pelplin
pl:Pelplin
pt:Pelplin
ro:Pelpin
ru:Пельплин
sk:Pelplin
uk:Пельплін

weiter

Text und Bilder dieses Beitrags stammen aus dem Artikel Pelplin der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU Free Documentation License. Die Liste der Autoren ist in der Wikipedia unter dieser Seite verfügbar, der Original-Artikel lässt sich hier bearbeiten.