Rokoko
miniatur|„84Die Schaukel85“ gemalt 1767 von [[Jean-Honoré Fragonard. Ein Sinnbild des Rokoko.]]
Das Rokoko ist eine Stilstufe der europäischen Kunst (von etwa 1730 bis 1770/1780) und entwickelte sich aus dem Spätbarock (ca. 1700–1720). Ausgangspunkt ist Frankreich. Der Name stammt von dem französischen Wort Rocaille ('Grotten- und Muschelwerk') nach einem immer wieder auftretendem Ornamentmotiv, das sich durch seine Asymmetrie und seiner Auflösung fester Vorbilder aus dem Barock unterscheidet.Jahn,Johannes; Lieb Stefanie: Wörterbuch der Kunst, 13. Auflage; Alfred Kröner Verlag Stuttgart, Stuttgart 2008 S. 713 f
Begriff
Der Begriff Rocaille leitet sich aus den beiden französischen Wörtern 'roc'-'Fels' und 'coquilles'-'Muscheln' ab. Die Ableitung zeigt, dass es sich vor allem um einen Dekorationsstil handelt. Daher wird auch im Wesentlichen bei monumentaler Baukunst und bei bildnerischen Künsten jener Zeit nur bedingt von einer eigenen Stilepoche gesprochen. Dagegen wird besonders auf dem Gebiet der Innenarchitektur und des Kunstgewerbes eine strenge Abgrenzung vom Spätbarock getroffen. Der Begriff ist in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gebildet worden.Joseph von Eichendorff: Der Adel und die Revolution; Wilhelm Heinrich Riehl: Der Kampf der Rococo mit dem Zopf (1853), in dessen: Culturstudien aus drei Jahrhunderten, 1859
Das Pathos des Barocks konnte sich im Zuge der Gegenreformation und katholischen Reform und der damit einhergehenden Lehre und Praxis sowie in der Verherrlichung des absolutistischen Herrschers voll entfalten. Demgegenüber huldigte man in der nachfolgenden Zeit des Rokoko dem Schönheitsideal der höfischen Gesellschaft und brachte es in Gestalt verspielter und eleganter Formen lebhaft zum Ausdruck. Charakteristisch in diesem Bau- und Dekorationsstil sind überbordende Verzierungen wie an Bauten, Innenräumen, Möbeln, Geräten etc. und vor allem der Verzicht auf jegliche Symmetrie, die im Barock noch als wichtiges Element verwendet wurde. An die Stelle fester Formen treten leichte, zierliche, gewundene Linien und häufig rankenförmige Umrandungen. Diese bewusste Abkehr von Symmetrie wurde später im Jugendstil wieder aufgegriffen.
Höfisches Leben
miniatur|François Boucher: 92Porträt der Madame de Pompadour93, um 1750
Das Rokoko brachte eine Verfeinerung des gesamten höfischen Lebens mit sich. Im Barock hatte Ludwig XIV. von Frankreich sein Leben zum öffentlichen Ereignis gemacht, um den Adel am Hofe zu halten und durch Gunstbeweise oder Entzug der Gunst zu lenken. Im Rokoko fand eine Gegenbewegung mit einem Rückzug ins Private statt (Höfischer Eskapismus). An die Stelle monumentaler Machtentfaltung und kraftvoller Dynamik des Barock traten nun kultivierte Lebensführung und ein leichtfüßiges, feinsinniges Lebensgefühl gepaart mit vornehm-zarter Sinnlichkeit und galanten Umgangsformen. In der Plastik und vor allem in der Malerei tauchen häufig private oder gar erotische Themen auf. Es wird vom Zeitalter der Décadence gesprochen, Voltaire bezeichnet es als 'le siècle des petitesses' (das Jahrhundert der Kleinigkeiten). Am französischen Hof entsteht eine Kleidermode des Rokoko, die sich in ganz Europa ausbreitet. Die folgenden Adjektive werden zur Beschreibung dieser Zeit verwendet: {{"|[…] vielsagend lächelnd, aber selten eindeutig lachend; amüsant, pikant, kapriziös, witzig, kokett, komödiantisch …}}.Egon Friedell:Kulturgeschichte der Neuzeit. C.H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung, München 1931, S. 563 ff
Bildende Kunst
Architektur
miniatur|Hameau der Königin, Versailles
Die Architektur verliert ihren pompösen Charakter durch Verzicht auf eine große Säulenordnung und barocke Pathetik, die Schlösser erscheinen kleiner, Hauptgebäude trennen sich teilweise von Dienstgebäuden (beispielsweise Schloss Benrath). Neben den offiziellen pompösen Repräsentationsräumen finden sich jetzt auch kleinere Privaträume oder gar Privathäuser/-schlösschen (Versailles: Petit Trianon oder das Hameau der Königin). Das Lebensgefühl fordert eine heitere, leichte Architektur, mit eleganten und verspielten Details.
miniatur|hochkant|St. Johannes Baptist, [[Bergkirchen]]
Die Asamkirche in München steht an der Schwelle zum Rokoko, doch tritt hier die typische Leitform im Ornament, die Rocaille, noch nicht auf. Man findet sie zuerst in den späten 1730er Jahren, doch herrschen auch in dieser Zeit noch florale Ornamentmotive vor, wie in der Amalienburg in München-Nymphenburg. Das Rokoko und die Rocaille werden aus Frankreich vor allem durch Ornamentstichvorlagen nach Deutschland importiert, das Zentrum solcher Stiche ist Augsburg. Man nannte das Rokoko auch den „Augsburger Geschmack”. Daher geht sie in das Formenrepertoire vieler süddeutscher Stuckateure über, bis die Ausstattungskunst des Rokoko im Werk Dominikus Zimmermanns ihren Höhepunkt erreicht: Im Chor der Wieskirche erscheinen „gebaute Rocaillen”. Ebenfalls hervorzuheben ist sein Wirken bei der Errichtung und Stuckierung der Wallfahrtskirche Steinhausen (1727–1733) zwischen Bad Schussenried und Biberach. Ein bedeutsames Werk des Rokoko in Deutschland stellt das Schloss Solitude in Stuttgart dar. Das Schloss wurde über eine völlig geradlinige Straßenverbindung mit der damaligen Hauptresidenz Württembergs, dem Residenzschloss Ludwigsburg verbunden. Weitere Bauten des Rokoko sind in der Würzburger Residenz zu finden. Hier wurde in einem der Hauptwerke Balthasar Neumanns die Stuckaturen von Antonio Bossi ausgeführt. Besonders ist hier der „Weiße Saal” und der „Kaisersaal” mit seiner Ausarbeitung zu erwähnen. Durch ihn wurde das „Würzburger Rokoko” erschaffen. Einen eleganten Sonderweg ging das Friderizianische Rokoko in Preußen, der nicht so verspielt und überbordend ist, sondern die gerade Linie betont, allerdings dennoch nicht streng und hart wirkt, sondern zart und sensibel, luftig und elegant. Beispielhaft sind dafür die Innenausstattungen von Schloss Sanssouci (Konzertzimmer).
In Österreich gibt es einige hervorragende Beispiele für das Rokoko, etwa die Inneneinrichtung von Schloss Schönbrunn, Stift Engelszell in Engelhartszell in Oberösterreich sowie Schloss Leopoldskron in Salzburg, das dem internationalen Salzburg Seminar gehört. Hier geht der Barock um 1765 fast ohne Zwischenstufen in den Klassizismus über.
Zu einer eigenständigen Entwicklung kam es in Bayreuth in den Jahren 1740–1760 unter Markgräfin Wilhelmine: Es entstand das Bayreuther Rokoko, das sich vor allem der Innenarchitektur widmet. Typische Elemente sind Spiegelscherbenkabinette – statt symmetrisch geformten Spiegel des Barock werden unregelmäßig geformte Spiegelstücke verwendet, die Spalierzimmer – der Stuck an den Wänden enthält erhaben gebildete Spaliergerüste mit sehr naturalistisch dargestellten Pflanzen, und die Musikzimmer – sie enthalten mit dem Stuck verbundene Porträts der am Hof wirkenden Schauspieler und Musiker. Verwirklicht wurden dies im Neuen Schloss Bayreuth und im Alten Schloss der Eremitage. Diese Stuckarbeiten wurden meist von Jean Baptiste Pedrozzi, dem Hofstuckateur der Markgräfin durchgeführt.nach Erich Bachmann: Neues Schloss Bayreuth. Amtlicher Führer. 4. Auflage, München 1980.
Datei:Stuttgart_SchlossSolitude.jpg|Schloss Solitude in Stuttgart, Südfassade
Datei:Jordantreppe3.JPG|Jordantreppe im Winterpalast in Sankt Petersburg
Datei:Peterhof cascade 2048px.jpg|Der Palast von Peterhof, Fassade zur Ostsee mit der Großen Kaskade im Vordergrund
Datei:Ottobeuren-basilika flickr-2.jpg|Die päpstliche Basilika in Ottobeuren (1750)
;Bedeutende Bauwerke des Rokoko im Heiligen Römischen Reich
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* Schlösser Augustusburg und Falkenlust, Brühl (Nordrhein-Westfalen)
* Asamkirche, München
* Cuvilliés-Theater, München
* Amalienburg im Park von Schloss Nymphenburg, München
* Wieskirche, Gemeinde Steingaden (Bayern)
* Domkirche, Freising
* ehemalige Klosterkirche, Rott am Inn
* Schloss Solitude, Stuttgart
* zahlreiche Bauwerke an der Oberschwäbischen Barockstraße
* Schloss Wilhelmsthal bei Calden (Nordhessen)
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* Schloss Leopoldskron, Salzburg
* Rokokosaal des Alten Rathaus in Bamberg
* Schaezlerpalais, Augsburg
* Schloss Rheinsberg
* Schloss Sanssouci
* Markgräfliches Opernhaus in Bayreuth
* Ephraimpalais, Berlin
* Kurfürstliches Palais, Trier
* Augustiner-Klosterkirche St. Michael, Münnerstadt
* Residenz Ansbach
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;Bedeutende Baumeister des Rokoko{| cellpadding="10"
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* Johann Michael Fischer
* Cosmas Damian Asam
* Egid Quirin Asam
* Germain Boffrand
* François de Cuvilliés der Ältere
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* François de Cuvilliés der Jüngere
* Joseph Anton Feuchtmayer
* Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff
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* Johann Balthasar Neumann
* Dominikus Zimmermann
* Johann Conrad Schlaun
* Matthäus Daniel Pöppelmann
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Gartenkunst
Die Gartenkunst der Zeit von etwa 1730 und 1760 wurde erst Anfang des 20. Jahrhunderts dem Rokoko zugeordnet.Paul Höckendorf: Sanssouci zur Zeit Friedrichs des Großen und heute. Berlin 1903 Sie bedient sich meist der Elemente des Barockgartens, wandelt diese ab und verwendet sie anders. Es werden zunehmend naturnahe Elemente wie Rasenflächen, Blütensträucher und Obstgehölze aufgenommen. Auch können Elemente der Chinoiserie und des Klassizismus mit dem Rokokogarten verbunden sein. Teilweise kann von Mischformen zwischen Barock- und Landschaftsgarten gesprochen werden. In Frankreich hat Ingrid Dennerlein zwischen Barock und Rokoko noch die Gartenkunst der Régence definiert.Ingrid Dennerlein: Die Gartenkunst der Régence und des Rokoko in Frankreich. Worms 1981 Während es für Frankreich und Deutschland und Skandinavien als geklärt gelten kann, was unter Rokokogärten zu verstehen ist, bereitet die Verwendung des Begriffes für die Gärten dieser Zeit in England, Italien und Spanien zuweilen Schwierigkeiten.
;Bedeutende, bis heute als solches erkennbare Rokokogärten{| cellpadding="10"
* Veitshöchheim
* Sanssouci
* Rheinsberg
* Eremitage (Bayreuth)
* Sanspareil
* Lunéville
Bildhauerei
miniatur|Putte im Kloster [[Obermarchtal]]
Die französische Plastik trägt auch im Rokoko eine Tendenz zu klassischen Zügen (René Fremins, Jean-Baptiste Lemoynes II, Edmé Bouchordons). In Italien bleibt das barocke Figurenideal vorherrschend ( anders aber Giovanni Maria Morleiter). Süddeutschland bildet ein Zentrum der Rokokoplastik. Bei der Ausgestaltung von Palästen und Kirchen sind eine Reihe bekannter Bildhauer beteiligt. Holz, das bevorzugte Material, wird durch farbige oder Weiß- und Gold-Fassungen aufgewertet. Daneben wird auch für die architekturorientierte Plastik Stuck verwendet. In Bayern zählen Johann Baptist Straub und sein Schüler Ignaz Günther zu den bedeutendsten Meistern. In Wien vertritt Georg Raphael Donner eine eigene klassizistische Stilrichtung. Die Porzellanplastik (mit den Zentren Meißen, Nymphenburg und Sèvres) bevorzugt idyllische und bukolische Themen.
;Bedeutende Bildhauer des Rokoko
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* Ignaz Günther
* Joseph Deutschmann
* Mathias Obermayr
* Joseph Anton Feuchtmayer
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* Johann Baptist Straub
* Johann Baptist Modler
* Matthias Faller
* Johann Friedrich Funk (I.)
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Malerei
Datei:Jean-Baptiste Siméon Chardin 010.jpg|Jean-Baptiste Siméon Chardin: Der Zeichner, um 1738
Datei:Declarationoflove.jpg|Jean-François de Troy: Die Liebeserklârung, 1731
Die Darstellung des neuen Lebensgefühls entfernt sich von der bisherigen Staatsidee der Malerei unter Ludwig XIV. und mündet in der wiedergefundenen Freude am Malen, im Spiel der Farben und in geschwungenen Linien.Herder Freiburg, mit Beiträgen von Hubert Damisch:Die französische Malerei. Basel, Wien, Freiburg 1983, ISBN 3-451-18937-2, S. 120. Die wachsende Intimität des höfischen Lebens führt zu einer deutlicheren Aufhellung der Farbskala, zur Hinwendung zu Pastellbildern mit dem Brechen aller Töne ins Silbrig-Graue. Weiß zeigt sich als materialisiertes Licht mit dekorativen, heiter-festlichen Effekten.Dörfler:Lexikon der Kunst, Malerei Architektur Bildhauerkunst. Nebel, Eggolsheim 2006, ISBN 987-3-89555-386-8, Band 9, S. 115 ff. Das spielerische Element findet sich in kleinformatigen Bildern, in der Porzellanmalerei und besonders auch in den Chinoiserien.
In der Ikonographie lässt sich eine Tendenz zur Verweltlichung, eine sinnliche Ästhetik und eine erotische und laszive Darstellung der galanten Welt beobachten. In den Bildprogrammen verlieren Helios-Apoll oder Herkules ihren Vorrang an Venus und Pan und an die „niederen Götter“.Hubert Krins: Barock in Süddeutschland. Konrad Theiss, Stuttgart 2001, ISBN 3-8062-1420-4, S. 24 f. Der Wunsch nach einem Leben in Arkadien äußert sich in Liebesszenen, stimmungsvollen Idyllen, bukolischen Landschaften und Festlichkeiten im Freien. Die Tradition der pastoralen Malerei lebt wieder auf. Die Darstellung des galanten Lebens findet sich in dem neuen Bildtyp des fête galante besonders in den Bildern der französischen Malerei. Im Vordergrund stehen die Komposition des Bildes, Details wie Stoffe, Möbel und weniger psychologische Elemente und kennzeichnen den Dekorationsstil des Rokoko. Zu den großen Hauptmeistern des französischen Rokoko gehören Antoine Watteau, der Maler des fête galante, Jean-Honoré Fragonard mit der Darstellung von Schäferspielen und François Boucher, der Meister des Dekorationsstils und seinen Gemälden mit starker Erotik, der 40 Jahre des französischen Rokoko in der Zeit Ludwig XV. geprägt hat.
In Italien entstanden in Venedig Veduten und Capricci, wie sie Francesco Guardi und Canaletto malten. Daneben waren Karnevalsdarstellungen, Portraits und Genre-Szenen beliebte Themen. Giovanni Battista Tiepolo, der letzte Großmeister der venezianischen Malerei, schuf sein Meisterwerk in der prächtigen hellen Farbigkeit mit der Ausgestaltung der Würzburger Residenz.
In England zählen William Hogarth, Joshua Reynolds, Thomas Gainsborough und in Spanien Francisco Goya zu den hervorragenden Malern des Rokoko.Im sakralen Bereich neigen die Maler zu Gefühl, Andacht und Heiligenlegenden. Ganz im Gegensatz dazu steht aber die Verherrlichung in der Deckenmalerei, die sich auch der Stilmittel der Illusionsmalerei bedient. Besonders in süddeutschen und österreichischen Residenzen und Kirchen entsteht eine bisher nicht bekannte Integration von Freskenmalerei und Architektur und Ornamenten. Hier entstehen die großartigen Meisterwerke europäischer Freskenmalerei, mit den Vertretern Giovanni Battista Tiepolo, Johann Georg Bergmüller, Johann Baptist Zimmermann Mathäus Günther, Daniel Gran, Franz Anton Maulbertsch, Paul Troger.
;Bedeutende Maler des Rokoko{| cellpadding="10"
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* Bernardo Bellotto, gen. Canaletto
* François Boucher
* Giovanni Antonio Canal, gen. Canaletto
* Rosalba Carriera
* Philippe de Champaigne
* Jean Siméon Chardin
* Antoine Coypel
* François Desportes
* Jean-Honoré Fragonard
* Thomas Gainsborough
* Francesco Guardi
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* Matthäus Günther
* Johann Evangelist Holzer
* Jean Jouvenet
* Nicolas Lancret
* Nicolas de Largillière
* Peter Lely
* François Lemoyne
* Jean-Étienne Liotard
* Jean-Marc Nattier
* Franz Anton Maulbertsch
* Charles-Joseph Natoire
* Jean-Baptiste Pater
* Antoine Pesne
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* Johann Anton de Peters
* Johann Georg Platzer
* Joshua Reynolds
* Hyacinthe Rigaud
* Christoph Thomas Scheffler
* Martin Johann Schmidt, gen. Kremserschmidt
* Giovanni Battista Tiepolo
* Giovanni Domenico Tiepolo
* Familie Treu
* Paul Troger
* Jean François de Troy
* Antoine Watteau
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Angewandte Kunst
Mobiliar und Interieur
Datei:JAMeissonnierTable.jpg|Entwurf für einen Tisch, Juste-Aurèle Meissonnier, Paris, um 1730
Datei:Fransk rokokosoffa, Nordisk familjebok.png|Canapé, französisch
Während im Früh- und Hoch- und Spätbarock bei den Möbeln trotz ihrer mannigfachen Gliederung und dominanten Ornamentik vorwiegend kantig-strenge Grundformen vorherrschten, hob das Rokoko das statische Rahmenwerk und die lineare Strenge auf und führte fast jedes Element in geschweifte und gebogene Formen über, zeigte sich überaus „verspielt“, entsagte sich der Symmetrie und erschien als Epoche der ausgeschmückten, schwellenden und schmiegsamen Eleganz. Zentrales Motiv des Rokoko ist auch hier die Rocaille. Um es den Frauen mit den großen Reifröcken zu ermöglichen sich hinzusetzen, mussten zwangsläufig die Armlehnen zurücktreten. Die Sitzmöbel hatten fast immer geschweifte Füße. Die Möbelfüße zeigen häufig Schnitzereien oder Metallapplikationen in Form von Pflanzen, Tierfüßen oder Muschelmotiven. Eine Weiterentwicklung stellt der Konsoltisch dar, der nur noch zwei Füße benötigt, da er an der Wand befestigt ist. Eine Neuentwicklung stellt die Chaiselongue (franz. Langer Stuhl) dar, die einen Sessel mit seiner Fußbank zu einem Möbelstück verbindet. Man spricht vom 'Style Régence' (von 1725 bis 1723), dann bis nach Mitte des Jahrhunderts von 'Style Louis-quinze' und schließlich von 'Style Louis-seize'.
Darstellende Kunst
miniatur|hochkant|Antoine Watteau: 116Die Serenate117, um 1715
Musik
{{Hauptartikel|Barockmusik#Spätbarock|titel1=Spätbarocke Musik}}
{{Siehe auch|Vorklassik|Wiener Klassik}}
Literatur
In der Literatur bezeichnet Rokoko eine Epoche der Frühaufklärung, die noch stark von Schäferdichtung und demBarock beeinflusst ist und entsprechend spielerische und auch erotische Elemente aufnimmt, andererseits jedoch durch ihre subjektive Gefühlsströmung der Empfindsamkeit nahe steht und bei aller Sinnenfreudigkeit eine individuell und rational begründete Erlebniswelt ausdrückt. Siehe auch Anakreontik.
;Bedeutende Autoren{| cellpadding="10"
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* Christian Fürchtegott Gellert
* Salomon Gessner
* Johann Wilhelm Ludwig Gleim
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* Friedrich von Hagedorn
* Gotthold Ephraim Lessing
* Johann Peter Uz
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* Christoph Martin Wieland
* Johann Wolfgang von Goethe
* Choderlos de Laclos
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Literatur
*Hans Rose: Spätbarock. Studien zur Geschichte des Profanbaus in den Jahren 1660–1760. München 1922.
* Hermann Bauer, Hans Sedlmayr: Rokoko: Struktur und Wesen einer europäischen Epoche. Dumont, Köln 1992.
* Alfred Anger: Literarisches Rokoko. Metzler, Stuttgart 1990, ISBN 3-476-10025-1.
* Matthias Luserke-Jaqui u. a.: Literatur und Kultur des Rokoko. Vandenhoeck & Ruprecht, Stuttgart 2001, ISBN 3-525-20700-X.
* Friedrich Sengle: Aufklärung und Rokoko in der deutschen Literatur. Winter, Heidelberg 2005, ISBN 3-8253-5010-X.
* Martin Schieder: Rokoko. In: Theologische Realenzyklopädie, Berlin und New York 1998, Bd. XXIX, S. 345–349.
Einzelnachweise
Kategorie:Barock
Kategorie:Literaturepoche
Kategorie:Kunststil
Kategorie:Stilrichtung in der Malerei
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