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Scharriereisen

11.04.2012 @ 10:33, Saehrimnir,


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Das Scharriereisen ist ein Flachmeißel zur Flächenbearbeitung (Einebnung und Strukturierung) von Weichgestein, wie Sandstein und Kalkstein, nachdem die Bosse mittels Spitzeisen und Zahneisen oder Krönel weitgehend abgearbeitet wurde. Es wird regional auch Breiteisen genannt.

Werkzeugformen


Je nach der Härte des zu bearbeitenden Materials sind Schneidenbreite und Schlankheit des Scharriereisens unterschiedlich. Vierteleisen haben eine Schneidenbreite von etwa 40 bis 60 mm, Halbeisen 80 bis 100 mm und Breiteisen bis zu 240 mm.

Die Schneide läuft bei Scharriereisen für sehr weiche Gesteine zum Schaft hin herzförmig aus. Für die schwerer bearbeitbaren Marmore und Kalksteine kommt die Glocken- oder Kelchform zum Einsatz. Scharriereisen werden mit Holz- oder Gummiknüpfeln angetrieben.

Werkzeugspuren


Das Scharriereisen hinterlässt parallele vertiefte Hohlkehlen (sogenannte Hiebe) auf der Steinoberfläche. Die Werkzeugspuren werden als Scharrierhieb, Kehlhieb oder je nachdem als Breitscharrierung oder Schmalscharrierung bezeichnet. Einen Scharrierhieb mit spezieller Optik nennen die Steinmetzen beispielsweise „Hamburger Bauhieb“, ein Hieb, der mit einem Doppelschlag ausgeführt wird.

Geschichte


Werkzeugspuren des Scharriereisens lassen sich ab etwa 1450 nachweisen. In älterer deutscher Literatur vermutete man, das Werkzeug stamme aus Frankreich. Die jüngere, insbesondere französische Forschung bestätigt dies nicht.

In der Gotik wurde etwa 60° schräg und ab der Barockzeit rechtwinkelig zur Kante scharriert. Eine Scharrierung der Neuzeit ist das sog. bunte Scharrieren. Dabei entstehen schachbrettartige Muster. Daneben können durch die unterschiedliche Haltung von Scharriereisen Fischgratmuster auf der Steinoberfläche erzeugt werden.

Durch Schlagtechniken der Steinmetzen entstehen unterschiedlich große Rillen bis zu 3 cm Halbradien. Normalerweise handelt es sich um Hohlkehlen von 2 bis 3 mm. Insbesondere im Barock gab es spezielle Hiebe auf Steinen.

Ähnliche Werkzeuge

  • Steinmetz

    *Steinbildhauer


    = Literatur ==
    * J(ean)-C(laude)Bessac: L'outillage traditionel du tailleur de pierre de l'antiquité à nos jours (=14ème supplément de la Revue Archaéologique de Narbonnaise), 1986.

    * Karl Friederich: Die Steinbearbeitung in ihrer Entwicklung vom 11. bis zum 18. Jahrhundert, 1932 (Reprint 1988), ISBN 3-924756-02-3

    Weitere Themen

*Steinoberfläche

Kategorie:Meißel

Kategorie:Steinmetzwerkzeug

cs:Šalírka
nl:Ceseel
Drove Chisel

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