Stellmacherei
{{Dieser Artikel|behandelt die Tätigkeit des Stellmachers. Siehe auch Stellmacher (Begriffsklärung).}}
thumb|Eine Stellmacherei in [[Lohfelden um 1910 – man beachte, dass sich ein Teil der Werkstatt vor dem Haus befindet.]]thumb|220px|Werkzeuge eines Wagners
thumb|left|Wagner als Beruf um 1568
thumb|left|Entstehendes Holzrad
thumb|220px|Werkstatt eines Wagners
Die Stellmacherei (auch Wagnerei) ist die Werkstatt eines Stellmacher genannten Handwerkers, der Räder, Wagen und andere landwirtschaftliche Geräte aus Holz herstellt. Die Bezeichnung des Berufs ist regional unterschiedlich, wobei Stellmacher eher im Norden verwendet wird, im Süden und in der Schweiz dagegen Wagner. Daneben sind auch Benennungen in den Mundarten zu finden, die auf Radmacher (niederdeutsch: Radmaker), Rädermacher, Achsenmacher oder Axmacher zurückgehen. Dabei handelte es sich ursprünglich um unterschiedliche Berufe; so fertigte der Stellmacher das Gestell an, der Radmacher die Räder. Heute bezeichnen sie alle jedoch vorwiegend dieselbe Tätigkeit Vergleiche hierzu die Einträge im Deutschen Wörterbuch von Grimm unter Stellmacher [http://woerterbuchnetz.de/DWB/wbgui_py?lemid=GS44244], Radmacher [http://woerterbuchnetz.de/DWB/wbgui_py?lemid=GR00240] und Wagner [http://woerterbuchnetz.de/DWB/wbgui_py?lemid=GW01911], des weiteren die Karte und Erläuterungen in König, Werner: dtv-Atlas Deutsche Sprache, 15. Auflage, München 2005, S. 194–196. Beim Kutschenbau war der Wagner für die Karosserie zuständig, der Radmacher dagegen fertigte die Räder, deren Herstellung allein vergleichbaren Aufwand und Fachwissen benötigte wie die der Karosserien.
Im Eisenbahnboom des späten 19. Jahrhunderts waren die Fertigkeiten der Stellmacher als Waggonbauer begehrt. Ihre Kenntnisse benötigte man später auch im Karosseriebau der Autohersteller. Seit der Einführung industrieller Fließbandfertigung sank die Bedeutung der Stellmacherei.
Heute gehört der Stellmacher zu den aussterbenden Berufen, führt aber in bestimmten handwerklich ausgerichteten Betrieben noch ein NischendaseinAussterbende Berufe. Warum Theo Malchus hölzerne Autos baut. In: Spiegel Online, 30.01.2012 [http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/0,1518,811632,00.html]. Besonders im bäuerlichen Umfeld war der Stellmacher in der DDR noch bis zur Wende ein gewöhnlicher Beruf, dem vor allem in Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften und Volkseigenen Betrieben allerlei holzverarbeitende Aufgaben zukamen, z.B. das Anfertigen von großen Holztoren, Gerätschaften oder Holzaufbauten von sonderangefertigten Spezialmaschinen, aber auch Karussellen oder traditionellen Holzwagen für bäuerliche Festlichkeiten.
Einzelnachweise
Weblinks
* {{austriaforum|Heimatlexikon/Wagnermeister|Wagnermeister}}* [http://www.n-joy.de/leben/meisterhand103.html Fernsehdokumentation über ein Praktikum bei einem Stellmacher]
* [http://www.wackershofen.de/freilandmuseum/cms/front_content.php?idart=68 Wagner-Handwerk] im Hohenloher Freilandmuseum
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