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Stuttgart 21

17.05.2012 @ 17:55, KilianPaulUlrich,

miniatur|hochkant=1.41|Überblick der im Zuge von 294Stuttgart 21295 geplanten Veränderungen an [[Bahnanlagen im Raum Stuttgart]]

Stuttgart 21 (auch kurz: S21) ist ein in Bau befindliches Verkehrs- und Städtebauprojekt zur Neuordnung des Eisenbahnknotens Stuttgart. Kernstück ist der Umbau des Kopfbahnhofes Stuttgart Hauptbahnhof in einen Durchgangsbahnhof. Die Zulaufstrecken werden in Tunnel verlegt und die frei werdenden Gleisflächen der Stadtentwicklung zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus entstehen mit dem Filderbahnhof am Flughafen, der S-Bahn-Station Mittnachtstraße und dem Abstellbahnhof Untertürkheim drei neue Bahnhöfe. Die im Projekt enthaltene Neubaustrecke Stuttgart–Wendlingen verbindet dabei den Hauptbahnhof über den Flughafen mit Wendlingen.

In Verbindung mit der in Wendlingen anschließenden Neubaustrecke Wendlingen–Ulm wird Stuttgart 21 offiziell auch als Bahnprojekt Stuttgart–Ulm (ehemals, ab Mitte 2000Meldung Stuttgart 21 erneut vertagt. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 8-9/2000, S. 338, {{ISSN|1421-2811}}. auch Baden-Württemberg 21) bezeichnet.[http://www.stuttgarter-nachrichten.de/stn/page/detail.php/1654581 „Das neue Herz Europas“]. In: Stuttgarter Nachrichten, 25. März 2008.[http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/detail.php/1669487 Für das Millionengrab wird ein neuer Name gesucht]. In: Stuttgarter Zeitung, 28. März 2008. Die Zahl im Namen bezieht sich auf das 21. Jahrhundert, in dem das Projekt verwirklicht werden soll.[http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/6/0,3672,8095686,00.html Was hinter Stuttgart 21 steckt], Online-Artikel vom 3. August 2010 auf heute.de {{Toter Link}} Die Neubaustrecke Stuttgart–Wendlingen ist als Teil der Neu- und Ausbaustrecke Stuttgart–Augsburg im Bundesverkehrswegeplan 2003 enthalten.Deutscher Bundestag: [http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/15/020/1502050.pdf Unterrichtung durch die Bundesregierung Bundesverkehrswegeplan 2003]. Drucksache 15/2050 vom 17. November 2003, S. 37 f.

Vorhabenträger und Bauherr des Projekts ist die Deutsche Bahn. Die Bundesrepublik Deutschland, das Land Baden-Württemberg, der Verband Region Stuttgart, die Landeshauptstadt Stuttgart, die Flughafen Stuttgart GmbH sowie im Rahmen der Vorrangigen Achse Nr. 17 der Transeuropäischen Netze („Magistrale für Europa“) die Europäische UnionTEN-T Priority Projects – Progress Report 2010. Stand: Juni 2010. Seite 69. beteiligen sich an der Finanzierung.

Das Projekt geht maßgeblich auf einen Vorschlag des Verkehrswissenschaftlers Gerhard Heimerl von 1988 zurück.DBProjekt GmbH, Stuttgart 21 (Hrsg.): Planfeststellungsunterlagen: Umgestaltung des Bahnknotens Stuttgart. Ausbau- und Neubaustrecke Stuttgart - Augsburg, Bereich Stuttgart - Wendlingen mit Flughafenanbindung: Abschnitt 1.1, Talquerung mit Hauptbahnhof. Bau-km −0.4 −42.0 bis +0.4 +32.0. Erläuterungsbericht Teil I: Allgemeiner Teil. Planfestgestelltes Dokument vom 28. Januar 2005, S. 59–67 Es wurde 1994 der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Bauarbeiten begannen am 2. Februar 2010,Kommunikationsbüro Bahnprojekt Stuttgart – Ulm (Hrsg.): Bauarbeiten für Stuttgart 21 beginnen. Presseinformation 1/2010 vom 13. Januar 2010. die Inbetriebnahme ist für Dezember 2020 geplantNZZ Online: [http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/international/deutschland_stuttgart_21_projekt_1.16045785.html „Verzögerung und Verteuerung bei «Stuttgart 21»“] 23. März 2012. Die geplanten Projektkosten betragen laut Angaben der Deutschen Bahn rund 4,330 Milliarden Euro (Stand: März 2012)Volker Kefer: Stuttgart 21 und NBS Wendlingen-Ulm Unterlage für den Prüfungs- und Complianceausschuss (PCA) der DB und den Lenkungskreis (LK) S21. Berlin/Stuttgart, 23. März 2012 [http://www.bahnprojekt-stuttgart-ulm.de/de-DE/download/20120323-Stuttgart21-Lenkungskreis.pdf PDF-Datei], 880 kB), S. 8, 21.. Andere Stimmen, darunter der Bundesrechnungshof, rechnen mit deutlich höheren Kosten.

Das Projekt ist seit Jahren umstritten. Am Protest gegen Stuttgart 21 beteiligten sich zehntausende Menschen. Ein Bürgerbegehren gegen das Projekt wurde 2007 abgelehnt. Eine Schlichtung im Oktober und November 2010 schlug mögliche Verbesserungen unter der Bezeichnung Stuttgart 21 Plus vor. Kritiker lehnen das Projekt jedoch weiterhin ab und setzen sich für das Konzept Kopfbahnhof 21 (K21) ein.

Bei einer Volksabstimmung am 27. November 2011 wurde ein Ausstieg des Landes aus dem Projekt mit 58,8 Prozent mehrheitlich abgelehnt.{{cite web|url=http://www.statistik-bw.de/Wahlen/Volksabstimmung_2011/Land.asp|title=Vorläufiges Ergebnis der Volksabstimmung am 27. November 2011 über die Gesetzesvorlage "Gesetz über die Ausübung von Kündigungsrechten bei den vertraglichen Vereinbarungen für das Bahnprojekt Stuttgart 21 (S 21-Kündigungsgesetz)"|publisher=Statistisches Landesamt Baden-Württemberg|date=2011-11-27|accessdate=2011-11-27}}

Struktur


miniatur|Flughafen und Messegelände mit bestehenden und zukünftig geplanten Gleisanlagen

Das Projekt soll die oberirdische, 17-gleisige Kopfbahnhofanlage des Stuttgarter Hauptbahnhofs in einen unterirdischen, achtgleisigen und gegenüber den bisherigen Anlagen um etwa 90 Grad gedrehten Durchgangsbahnhof umwandeln; die darunter liegende zweigleisige S-Bahn-Station bleibt erhalten und wird von Norden über eine neue unterirdische Strecke erschlossen. Die bisherigen zweigleisigen Fernbahnstrecken von und nach Feuerbach und Bad Cannstatt erhalten eine neue Streckenführung, dazu entstehen zwei neue zweigleisige Anbindungen zur Filderebene (Flughafen/Messegelände) und nach Ober‑/Untertürkheim. Die eingleisig angebundene Gäubahn soll bis Stuttgart-Rohr abgebaut, Personenzüge Richtung Singen zukünftig über die Neubaustrecke zum Flughafen und von dort weiter nach Rohr geführt werden.Klaus Arnoldi: [http://www.vcd-bw.de/themen/nbs/nbs_S_UL.pdf Plädoyer für einen bedarfsgerechten Ausbau], PDF-Datei vom 2. April 2004 (8 Seiten, 880 kB).

Neben diesem Ringschluss im Stadtgebiet sind geplant:
* ein neuer Fern- und Regionalbahnhof am Flughafen Stuttgart,
* ein neuer Abstellbahnhof in Untertürkheim sowie

* die neue S-Bahn-Station Mittnachtstraße

Insgesamt sollen 57 Kilometer neue Bahnstrecken entstehen.DB ProjektBau GmbH: [http://www.deutschebahn.com/site/shared/de/dateianhaenge/praesentationen/nbs__stuttgart__ulm.pdf Neubauprojekt Stuttgart–Ulm. Neue Strecken, neues Verkehrskonzept für die Region, Deutschland und Europa]. (PDF-Datei; 5,2 MB). Die neun im Zuge des Projekts vorgesehenen Tunnel weisen eine Gesamtlänge von 30 km bzw. 55 km Röhrenlänge auf.Wolfgang Feldwisch: Großprojekte der Bahn als Herausforderung für den Tunnelbau. In: Geotechnik, 30 (2007), Nr. 4, {{ISSN|0172-6145}}, S. 217–225. Die U-Bahn-Station Staatsgalerie soll im Zuge des Projekts verlegt werden.

Planfeststellungsabschnitte


miniatur|hochkant=1.41|Planfeststellungsabschnitte von Stuttgart 21
Das Projekt wurde nach dem Raumordnungsverfahren von der Vorhabenträgerin in sieben Planfeststellungsabschnitte aufgeteilt, für die fünf rechtskräftige Beschlüsse („Baurecht“) vorliegen (Stand Okt. 2011):
{| class="wikitable float-right"
|-
! PFA
Nr.
! Bezeichnung
! Länge
(km)
! davon
Tunnel
(km)
! Antrags-
stellung
! Beschluss
! class="hintergrundfarbe5" | geschätzte
Baukosten
(2009,
Mio. Euro, veraltet)
|-
| 1.1
| Talquerung mit Hauptbahnhof
| align="right" |0,9
| align="right" |0,9
| align="right" |30.10.01
| align="right" |28.01.05
| align="right" class="hintergrundfarbe5" | 893,1
|-
| 1.2
| Fildertunnel
| align="right" |9,6
| align="right" |9,6
| align="right" |17.12.01
| align="right" |19.08.05
| align="right" class="hintergrundfarbe5" | 753,9
|-
| 1.3
| Filderbereich mit
Flughafenanbindung
| align="right" |5,3
| align="right" |5,3
| align="right" |Oktober 2002
| align="center" |noch
offen
| align="right" class="hintergrundfarbe5"| 488,0
|-
| 1.4
| Filderbereich bis Wendlingen
| align="right" |9,9
| align="right" |0,8
| align="right" |14.06.02
| align="right" |30.04.08
| align="right" class="hintergrundfarbe5"| 205,1
|-
| 1.5
| Zuführung Feuerbach
und Bad Cannstatt
| align="right" |
| align="right" |
| align="right" |15.04.02
| align="right" |30.10.06
| align="right" class="hintergrundfarbe5"| 801,0
|-
| | Zuführung Feuerbach
| align="right" |3,6
| align="right" |3,2
| align="right" |
| align="right" |
| align="right" |
|-
| | Zuführung Bad Cannstatt
| align="right" |4,4
| align="right" |4,4
| align="right" |
| align="right" |
| align="right" |
|-
| | Anpassung S-Bahn
| align="right" |4,6
| align="right" |2,7
| align="right" |
| align="right" |
| align="right" |
|-
| 1.6a
| Zuführung Ober-/Untertürkheim
| align="right" |
| align="right" |
| align="right" |30.08.02
| align="right" |16.05.07
| align="right" class="hintergrundfarbe5"| 925,0
|-
| | Zuführung Obertürkheim
| align="right" |6,1
| align="right" |5,3
| align="right" |
| align="right" |
| align="right" |
|-
| | Zuführung Untertürkheim
| align="right" |2,8
| align="right" |2,8
| align="right" |
| align="right" |
| align="right" |
|-
| 1.6b
| neuer Abstellbahnhof
Untertürkheim
| align="right" |7,4
| align="right" |0
| align="right" |31.05.11
| align="center" |noch
offen
| align="right" class="hintergrundfarbe5"|-
|-
|- class="hintergrundfarbe6"
| colspan="2" align="left" | Summe
| align="right" | 54,6
| align="right" | 35,1
| align="right" |
| align="right" |
| align="right" class="hintergrundfarbe5"| 4.066,0
|-
| colspan="7" align="left" |PFA 1.1 Rechtskraft 6. April 2006 durch Beschluss Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg[http://www.landesrecht-bw.de/jportal/?quelle=jlink&docid=MWRE060000132&psml=bsbawueprod.psml&max=true&doc.part=L&doc.norm=all]
Quellen: Planfeststellungsbeschlüsse von PFA 1.1, 1.2, 1.4, 1.5 und 1.6a
Planfeststellungsunterlagen für PFA 1.6b[http://www.rp-stuttgart.de/servlet/PB/show/1328156/rps-ref24-pfv-stuttgart21-bahnh-untertuerkh-01.4-Erlaeuterungsbericht-Teil%20III_Beschreibung%20des%20Planfeststellungsabschnittes.PDF], Presseinformation für PFA 1.3[http://www.stuttgarter-wochenblatt.de/stw/page/detail.php/2947044 Fricke: "Nehme Sorgen der Leinfelden-Echterdinger mit"]. In: Stuttgarter Wochenblatt (Onlineausgabe), 25. August 2011.,
Kostenschätzung 2009 = Baukosten nach Entwurfsplanung, vor Kostenoptimierung DB AG, aktuellste veröffentlichte
Untergliederung der Baukosten in Bauabschnitte (ohne Planungs- u. Nominalisierungskosten)
weitere Entwicklung siehe Kosten und Finanzierung von Stuttgart 21

|}

* Der Abschnitt 1.1 hat den Umbau des Hauptbahnhofs mit Talquerung zum Gegenstand.Peter Marquart: Die Entwicklung des Projektplanung. In: Regierungspräsidium Stuttgart (Hrsg.): Projekt Stuttgart 21 und NBS Wendlingen–Ulm: Die Berücksichtigung der Wasserwirtschaft in der Planung – eine Zwischenbilanz -. Tagungsband, 26. September 2006, ([http://www.rp.baden-wuerttemberg.de/servlet/PB/show/1201850/index.htm PDF-Datei], 8 MB), S. 6–13
* Der Abschnitt 1.2Eisenbahnbundesamt (EBA), Außenstelle Karlsruhe/Stuttgart, „Planfeststellungsbeschluss nach § 18 Abs. 1 Allgemeines Eisenbahngesetz (AEG) für den Umbau des Bahnknotens Stuttgart „Projekt Stuttgart 21“ Planfeststellungsabschnitt 1.2 Fildertunnel“, [http://www.eba.bund.de/cln_030/nn_758326/SharedDocs/Publikationen/DE/Infothek/PF/Beschluesse/Baden__W/23__Stg21__1.2___20Fildertunnel,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/23_Stg21_1.pdf], Stuttgart, 19. August 2005 (Fildertunnel) schafft die Verbindung zwischen Stadtmitte und Filderebene mit einem rund 9,5 Kilometer langen Tunnel. Er ist Teil der 25 km langen Neubaustrecke nach Wendlingen, die auch Gegenstand der Abschnitte 1.3 und 1.4 ist.
* Der Abschnitt 1.3 enthält einen Neubaustreckenabschnitt nördlich des Flughafens Stuttgart und einen neuen Fern- und Regionalbahnhof (Filderbahnhof) einschließlich seiner Anbindung über die Flughafenschleife. Außerdem soll der bestehende S-Bahnhof Flughafen/Messe über die Flughafenkurve mit der Neubaustrecke Richtung Stuttgart verbunden werden. Die S-Bahn-Strecke zum Flughafen soll darüber hinaus über die Rohrer Kurve mit der Gäubahn in Richtung Süden verbunden werden.
* Der Abschnitt 1.4Eisenbahnbundesamt (EBA), Außenstelle Karlsruhe/Stuttgart, „Planfeststellungsbeschluss nach § 18 Abs. 1 Allgemeines Eisenbahngesetz (AEG) für den Umbau des Bahnknotens Stuttgart „Projekt Stuttgart 21“ Planfeststellungsabschnitt 1.4 Filderbereich bis Wendlingen“, [http://www.eba.bund.de/cln_033/nn_758326/SharedDocs/Publikationen/DE/Infothek/PF/Beschluesse/Baden__W23__Stg21__1.4___20Filderbereich,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/23_Stg21_1.pdf], Stuttgart, 30. April 2008 beginnt am Ostrand des Flughafens und verläuft zum Neckartal. Dort folgt der Übergang zur Neubaustrecke Wendlingen–Ulm.
* Der Abschnitt 1.5 beinhaltet die Zuführungen aus Richtung Stuttgart-Feuerbach (Tunnel Feuerbach, 3,2 Kilometer) und Stuttgart-Bad Cannstatt (Tunnel Bad Cannstatt, 3,8 Kilometer).Hany Azer, B. Engel: Stuttgart 21 und NBS Wendlingen–Ulm. In: Tunnel, Heft 7/2009, {{ISSN|0722-6241}}, S. 12–24 ([http://www.tunnel-online.info/download/150189/Stuttgart21.pdf PDF-Datei], 290 kB) Der S-Bahn-Streckenabschnitt zwischen Nord- und Hauptbahnhof soll neu trassiert und, zusammen mit den neuen S-Bahn-Gleisen aus Bad Cannstatt, über den neuen Rosensteintunnel (3,4 Kilometer) und die neue S-Bahn-Station Mittnachtstraße zum Hauptbahnhof geführt und dort mit dem bestehenden S-Bahn-Tunnel verbunden werden.DB ProjektBau, Projektzentrum Stuttgart 1 (Hrsg.): Stuttgart 21: Zuführung Feuerbach und Bad Cannstatt mit S-Bahn-Anbindung. 14-seitige Broschüre mit Stand von August 2003 Darüber hinaus ist eine 355 m lange neue Brücke über den Neckar geplant.
* Der PFA 1.6aEisenbahnbundesamt (EBA), Außenstelle Karlsruhe/Stuttgart, „Planfeststellungsbeschluss nach § 18 Abs. 1 Allgemeines Eisenbahngesetz (AEG) für den Umbau des Bahnknotens Stuttgart „Projekt Stuttgart 21“ Planfeststellungsabschnitt 1.6a Zuführung Ober- und Untertürkheim“, [http://www.eba.bund.de/cln_030/nn_758326/SharedDocs/Publikationen/DE/Infothek/PF/Beschluesse/Baden__W/23__Stg21__1.6__Zuf__Obertuerkheim,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/23_Stg21_1.pdf], Stuttgart, 16. Mai 2007 beinhaltet den 6,0 km langen Tunnel Obertürkheim mit der Zuführung nach Stuttgart-Obertürkheim und -Untertürkheim.Öffentliche Bekanntmachung für „Projekt Stuttgart 21; Planfeststellungsabschnitt 1.6a (Zuführung Ober-/Untertürkheim) in Stuttgart“. In: Verkehrsblatt, Jahrgang 61, Heft 11, 15. Juni 2007, S. 408 f, {{ISSN|0042-4013}}

* Der PFA 1.6b schafft einen neuen Abstellbahnhof in Stuttgart-Untertürkheim.

Optionale Erweiterungen


Aus den Empfehlungen des Raumordnungsverfahrens gingen drei Erweiterungsoptionen hervor, die nach Bahnangaben später ohne Veränderungen an den bestehenden Anlagen realisiert werden können:
* Die sogenannte T-Spange bezeichnet eine direkte S-Bahn-Trasse zwischen Bad Cannstatt und dem Nordbahnhof. Damit würde der Umstieg zwischen den beiden nördlichen Streckenästen der S-Bahn entfallen und durch eine Direktverbindung mit verkürzter Fahrtzeit ersetzt werden.
* Die P-Option sieht vor, zwischen dem Hauptbahnhof und Feuerbach ein drittes und viertes Gleis herzustellen. Dieser Abschnitt gilt im Rahmen von Stuttgart 21 als der am stärksten belastete Zulaufstreckenabschnitt. Die Option sieht vor, über den Pragtunnel und einen weiteren unterirdischen Abschnitt den Tunnel Bad Cannstatt zu erreichen.

* Die Option Nordkreuz sieht vor, die Gäubahn als S-Bahn-Strecke aufrechtzuerhalten bzw. zu reaktivieren und im Bereich des Nordbahnhofs mit den S-Bahn-Strecken nach Feuerbach und Bad Cannstatt zu verbinden. Durch die Entlastung der S-Bahn-Stammstrecke könnten so zusätzliche Linien bzw. Taktverdichtungen eingeführt werden.

Die drei Optionen seien nach DB-Angaben später „ohne wesentlichen Eingriff in den Bahnbetrieb“ realisierbar.DBProjektBau GmbH, Niederlassung Nordwest (Hrsg.): Planfeststellungsunterlagen. Umgestaltung des Bahnknotens Stuttgart. Ausbau- und Neubaustrecke Stuttgart – Augsburg. Bereich Stuttgart – Wendlingen mit Flughafenanbindung. Abschnitt 1.5: Zuführung Feuerbach und Bad Cannstatt. Bau-km −4.0 −90.3 bis −0.4 −42.0 und −4.8 −64.4 bis −0.4 −42.0.
Anlage 1: Erläuterungsbericht. Teil III: Beschreibung des Planfeststellungsbereiches
.
Dokument mit Stand vom 9. Juni 2006. Planfestgestellt am 13. Oktober 2009 durch das Eisenbahn-Bundesamt, Außenstelle Karlsruhe/Stuttgart (Aktenzeichen 59160 PAP-PS21-PFA1.5), S. 15 f.
Darüber hinaus könne der Hauptbahnhof bei Bedarf um ein neuntes und zehntes Gleis erweitert werden.[http://stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2611796_0_2666_-erweiterung-um-zwei-gleise-raetselraten-um-den-verzicht.html Rätselraten um den Verzicht]. In: Stuttgarter Zeitung, 31. August 2010Deutsche Bahn AG (Hrsg.): [http://www.deutschebahn.com/site/bahn/de/presse/presseinformationen/ubd/ubd20100831.html Zur Berichterstattung in der Stuttgarter Zeitung vom 31. August 2010 Rätselraten um den Verzicht auf zwei Gleise stellt die Bahn fest: Planfeststellungsbeschluss gilt unverändert – Erweiterung um zwei Gleise technisch möglich]. Presseinformation vom 31. August 2010. {{Toter Link}} Die Kosten für die Erweiterung um zwei weitere Gleise wurden von der DB mit 99 bis 152 Millionen Euro beziffert (Stand: etwa 2005).Rainer Engel: Ungebremst ins schwarze Loch?. In: Der Fahrgast, Heft 2/2005, S. 29–32, {{ISSN|1619-1072}}; ([http://www.der-fahrgast.de/Archiv/2005/2005-2-29_32.pdf PDF-Datei], 177 kB)

Stadtentwicklung


{{Hauptartikel|Rahmenplan Stuttgart 21}}

miniatur|Rahmenplan zur städtebaulichen Entwicklung

Etwa 100 Hektar (= 1 Quadratkilometer) derzeitiger oder ehemaliger Gleisflächen am Rande der Stuttgarter Innenstadt sollen durch das Projekt nutzbar gemacht werden.Deutsche Bahn AG: Weiterer Meilenstein beim Neubauprojekt Stuttgart–Ulm. Presseinformation vom 13. Juni 2007 Die Zentrumsfläche könne damit um 40 Prozent erweitert werden.

Diese Flächen wurden in acht Teilgebiete aufgeteilt:
* Gebiet A1: ehemaliger Güterbahnhof zwischen Heilbronner Straße und Wolframstraße (Erschließung seit 1999, unter anderem mit der Stadtbücherei am Mailänder Platz)
* Gebiet A2: Gleisvorfeld des Hauptbahnhofs (Erschließung erst nach Fertigstellung möglich)
* Gebiet A3: erstes Baufeld unmittelbar nördlich des neuen Hauptbahnhofs (Erschließung erst nach Fertigstellung möglich)
* Gebiet B: Abstell- und Wartungsbahnhof am Rosenstein
* Post: Grundstück des ehemaligen Paketpostamts, angrenzend an die nordöstliche Ecke des Teilgebiets B
* Gebiet C1: innerer Nordbahnhof – Südteil
* Gebiet C2: innerer Nordbahnhof – Nordteil
* Gebiet D: Gäubahntrasse zwischen Teilgebiet C1 und dem Stadtbezirk Stuttgart-Vaihingen

* Gebiet E: Westbahnhof.

20 Hektar sollen für die Erweiterung des Schlossgartens genutzt werden. Auf der verbleibenden Fläche sollen Wohnraum für etwa 11.000 Menschen sowie Arbeitsplätze für rund 24.000 Menschen entstehen.

Technik


Für den Bau von Stuttgart 21 werden rund 8 Millionen m³ Aushub und Abraum bewegt, rund 1,5 Millionen m³ Beton werden antransportiert und verbaut, jeweils die Hälfte im innerstädtischen Bereich. Beim Bau sind Grundwasserentnahmen – besonders für die im Talbereich liegenden Planfeststellungsabschnitte – erforderlich.Hany Azer, B. Engel: Stuttgart 21 und NBS Wendlingen–Ulm. In: Tunnel, Heft 7/2009, S. 12–24, {{ISSN|0722-6241}} ([http://www.tunnel-online.info/download/150189/Stuttgart21.pdf PDF-Datei], 290 kB) Wasserrechtliche Erlaubnisse für insgesamt rund 21 Millionen m³ sind erteilt (Stand Juli 2011, siehe Planfeststellungsabschnitte). Der Baugrund wurde vom bisherigen Projektleiter der Deutschen Bahn AG, Hany Azer, zusammenfassend als „schwierig“ gekennzeichnet.

Geschichte


{{Hauptartikel|Geschichte von Stuttgart 21}}

Entstehung


miniatur|hochkant=1.41|Schematische Übersicht des Eisenbahnknotens Stuttgart
miniatur|Teil des Vorfeldes des Stuttgarter Hauptbahnhofs
miniatur|Der mehr als 20 km lange 390Fernbahntunnel Stuttgart391 war Bestandteil verschiedener Varianten für eine Neu- und Ausbaustrecke zwischen Stuttgart und dem Raum Ulm. Der Tunnel sollte bei Feuerbach beginnen, den Stuttgarter Hauptbahnhof mit einem viergleisigen Durchgangsbahnhof unterfahren und schließlich bei Plochingen in die Bestandsstrecke einmünden.

Im Rahmen der in den 1980er Jahren geplanten Neu- und Ausbaustrecke zwischen Plochingen und Günzburg wurden Möglichkeiten für einen Durchgangsbahnhof in Stuttgart untersucht.Gerhard Heimerl: Verschlungene Wege zum Ziel. Umwege und Hürden auf dem Weg zu Stuttgart 21. In: Turm-Forum Stuttgart 21 e.V. (Hrsg.): Das Projekt Stuttgart 21 und die Neubaustrecke Wendlingen–Ulm. Ein Meilenstein im europäischen Hochgeschwindigkeitsnetz. Stuttgart 2006, „Sonderedition 678-1006“, S. 47–49 1988 brachten Heimerl, Hohnecker und Dobeschinsky von der Universität Stuttgart eine Denkschrift ein, in der sie eine autobahnnah trassierte Neubaustrecke nach Ulm vorschlugen.Gerhard Heimerl: Trassenführung der DB-Schnellfahrstrecke Stuttgart  -  Augsburg (- München): Anmerkungen und Überlegungen zur Dokumentation der Voruntersuchungen der ABS/NBS Plochingen - Günzburg. Stuttgart 1988. Diese sollte in einen viergleisigen Durchgangsbahnhof unter dem bestehenden Stuttgarter Hauptbahnhof eingeführt werden.DBProjekt GmbH, Stuttgart 21 (Hrsg.): Planfeststellungsunterlagen: Umgestaltung des Bahnknotens Stuttgart. Ausbau- und Neubaustrecke Stuttgart - Augsburg, Bereich Stuttgart - Wendlingen mit Flughafenanbindung: Abschnitt 1.1, Talquerung mit Hauptbahnhof. Bau-km −0.4 −42.0 bis +0.4 +32.0. Erläuterungsbericht Teil I: Allgemeiner Teil. Planfestgestelltes Dokument vom 28. Januar 2005, S. 50–58 Das Land Baden-Württemberg schloss sich dem Vorschlag an, der dadurch Ende der 1980er Jahre zum Ausgangspunkt für weitere Planungen wurde. Zwischenzeitlich wurden noch weitere großräumige Alternativen geprüft.

Nach Abwägung verschiedener Varianten bis Oktober 1991 wurden zwei großräumige Konzepte weiterverfolgt, die im Raum Stuttgart beide vorsahen, einen Tunnel ab Feuerbach von Norden zu einem viergleisigen unterirdischen Durchgangsbahnhof unter dem Stuttgarter Hauptbahnhof zu führen. Die Rahmenkonzeption H war eine Weiterentwicklung des Heimerl-Konzepts und sah vor, die Strecke vom Durchgangsbahnhof weiter zur Filderebene zu führen, von dort weiter nach Ulm.Geplante Tunnel im Zuge der Neubaustrecke Stuttgart–Ulm. In: Tunnel, Heft 5/1993, S. 288–292, {{ISSN|0722-6241}} Die Rahmenkonzeption K sah dagegen vor, Fernverkehrszüge vom Hauptbahnhof bis Plochingen unterirdisch zu führen und die anschließende Bestandsstrecke zwischen Plochingen und Süßen auszubauen. Auf der Schwäbischen Alb sollte ein Neubaustreckenabschnitt entstehen, der bei Beimerstetten mit der Bestandsstrecke verknüpft werden sollte. Im Oktober 1991 legte die Bundesbahn als H′ bzw. K′ bezeichnete Varianten vor, die anstelle des neuen Durchgangsbahnhofs eine Weiternutzung des Kopfbahnhofs vorsahen. Das Land Baden-Württemberg sprach sich am 15. September 1992 für eine autobahnnahe Trasse aus, die darüber hinaus den Flughafen anbinden sollte.

Im Planungsverlauf wurden für die Anbindung des Hauptbahnhofs vier Varianten entwickelt:
# Ein viergleisiger Durchgangsbahnhof unter dem bestehenden Kopfbahnhof mit Flughafenanbindung im Nebenschluss.
# Ein viergleisiger Durchgangsbahnhof unter dem bestehenden Kopfbahnhof mit direkter Flughafenanbindung.
# Ein neuer Durchgangsbahnhof am Rosenstein bei Aufgabe des Kopfbahnhofes.

# Die Weiternutzung des Kopfbahnhofes.

Variante 3 zeigte nach DB-Angaben die Möglichkeit auf, Bahngelände städtebaulich zu nutzen. Bei den Varianten 3 und 4 sollte sich an einen sechsgleisig ausbauten Abschnitt der Bestandsstrecke im Filstal ab Esslingen-Mettingen eine Neubaustrecke auf die Filderebene anschließen. Im Dezember 1993 beschloss der Vorstand der Deutschen Bundesbahn die Variante 4.Deutsche Bahn AG, Geschäftsbereich Netz, Regionalbereich Stuttgart, Projekte (Hrsg.): Projekt »Stuttgart 21«. Die Machbarkeitsstudie. Broschüre (40 A4-Seiten), Stuttgart, ca. 1995, S. 5, 8, 16 f., 20–25, 32 f., 36 f (ähnliche Fassung als [http://www.rosenstein-stuttgart.de/fileadmin/downloads/1994_Machbarkeitsstudie_DB/Machbarkeitsstudie_1996.pdf PDF-Datei] online, 14 MB).

Aufbauend auf die Variante H wurde schließlich geprüft, ob der gesamte Bahnverkehr im Stuttgarter Hauptbahnhof in einen unterirdischen Durchgangsbahnhof verlagert werden könnte. Dies war die letzte Vorstufe für das Projekt Stuttgart 21.

Am 18. April 1994 wurde das Projekt offiziell vorgestellt.Stuttgart soll für Fernzüge untertunnelt werden. In: Süddeutsche Zeitung, Nr. 89, 1994, S. 10, {{ISSN|0174-4917}} Mit diesem Projekt wurden mehrere Einzelinteressen vereint: die Anbindung des Flughafens, die Beibehaltung des alten Standorts des Hauptbahnhofes, die städtebaulichen Entwicklungsmöglichkeiten, die autobahnnahe Schnellfahrstrecke nach Ulm sowie die Beseitigung der Gäubahntrasse bis Vaihingen.

Bereits im Oktober 1990 hatten drei Stuttgarter Ingenieure ein Konzept vorgestellt, das auf Heimerls Idee aufbauend die Räumung sämtlicher Gleisflächen im Innenstadtbereich vorsah.Dieter Schubert: Planer-Vorschlag: Neue Stadt über Bahnhofstunnel. In: Stuttgarter Zeitung, Nr. 242, 19. Oktober 1990, S. 19

Machbarkeitsstudie und Vorprojekt


{{Hauptartikel|Geschichte von Stuttgart 21#Machbarkeitsstudie und Vorprojekt}}

Im Juni 1994 gaben DB, Bund, Land und Stadt eine Machbarkeitsstudie in Auftrag, deren Ergebnisse am 16. Januar 1995 vorgestellt wurden.U-Bahnhof für Fernreisende. In: Süddeutsche Zeitung, Nr. 13, 1995, S. 8, {{ISSN|0174-4917}} Die Studie schlug den Umbau des Hauptbahnhofs zu einem achtgleisigen Durchgangsbahnhof vor, verbunden mit einem weitgehend unterirdisch geführten Ring an Zufahrtsstrecken. Vorgesehen waren bereits die Durchbindung von Regionalverkehrslinien, die neue S-Bahn-Station Mittnachtstraße, ein Wartungsbahnhof in Untertürkheim sowie ein Fernbahnhof am Flughafen. Dieser sollte im Nebenschluss mit einem Gleisdreieck an die Neubaustrecke nach Wendlingen angeschlossen werden. Die Gesamtkosten von 4,8 Milliarden D-Mark sollten durch Grundstücksverkäufe, Mehreinnahmen aus erhöhtem Fahrgastaufkommen, verbesserten Betriebsabläufen und aus Mitteln des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes aufgebracht werden. Eine Wirtschaftlichkeit wurde angenommen, soweit vertiefte Untersuchungen (z. B. zur Mineralwasserproblematik) die Realisierbarkeit absicherten.Deutsche Bahn AG, Geschäftsbereich Netz, Regionalbereich Stuttgart, Projekt (Hrsg.:): Projekt »Stuttgart 21«: Die Machbarkeitsstudie (Überblick). Vierseitige Informationsbroschüre, ohne Jahr (ca. 1995) Die Studie basierte dabei auf dem Betriebsprogramm für das Jahr 2010, das von rund 30 Zugfahrten im Hauptbahnhof zur Spitzenstunde ausging. Zahlreiche der erwogenen und vorgeschlagenen Infrastruktur-Varianten wurden im Rahmen der Machbarkeitsstudie verworfen, später nicht mehr aufgegriffen oder nur noch als Option vorgesehen.

Auf die Machbarkeitsstudie aufbauend wurde im Rahmen des Vorprojekts das Konzept technisch und wirtschaftlich weiter untersucht, einschließlich eines geologischen und hydrologischen Erkundungsprogramms. Nach Bahnangaben sei die Wirtschaftlichkeit des Projekts bestätigt worden. Die Ergebnisse des Vorprojekts wurden im November 1995 vorgelegt. Die Zugkapazität der Station für Fernverkehr sollte demnach um 50 % erhöht werden, für Nahverkehr um 80 %. Städtebaulich sollten etwa 1,3 Millionen Quadratmeter Geschossflächen (für 11.000 Einwohner und 24.000 Beschäftigte) entstehen. Der Nutzen-Kosten-Faktor lag bei 2,6.Stuttgart rüstet sich für die verkehrspolitische Zukunft. In: Süddeutsche Zeitung, Nr. 88, 1996 (Beilage), S. 900, {{ISSN|0174-4917}}

Am 7. November 1995 schlossen Bund, Land, Stadt, Regionalverband und Deutsche Bahn AG eine Rahmenvereinbarung zur Entwicklung und Förderung des Projekts.Gerhard Heimerl: Leistungsfähiges Verkehrswesen als Standortfaktor. In: Der Eisenbahningenieur. 1996, Heft 5, {{ISSN|0013-2810}}, S. 8–12. Sie wurde später im Zuge der vertieften Planungen modifiziert und konkretisiert.

Raumordnung, Planfeststellung und Realisierungsdiskussion


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Am 6. Dezember 1996 wurde das Raumordnungsverfahren für den Bahnknoten und die Neubaustrecke nach Wendlingen beantragt. Die Unterlagen einschließlich der Umweltverträglichkeitsuntersuchung wurden vom 7. Januar 1997 bis 6. Februar 1997 in den betroffenen Gemeinden ausgelegt. Neben alternativen Trassierungen und Betriebskonzepten waren die verkehrlichen Wirkungen und Lärm Hauptgegenstand der 13.700 beim Regierungspräsidium Stuttgart eingegangenen Einwendungen und Bedenken. Das Raumordnungsverfahren wurde im September 1997 abgeschlossen und das Projekt – unter verschiedenen Veränderungen und Maßgaben – für raumverträglich erklärt. Anschließend wurde das Planfeststellungsverfahren mit der Festlegung des Untersuchungsrahmens für die Umweltverträglichkeitsstudie aufgenommen.DBProjekt GmbH, Stuttgart 21 (Hrsg.): Planfeststellungsunterlagen: Umgestaltung des Bahnknotens Stuttgart. Ausbau- und Neubaustrecke Stuttgart - Augsburg, Bereich Stuttgart - Wendlingen mit Flughafenanbindung: Abschnitt 1.1, Talquerung mit Hauptbahnhof. Bau-km −0.4 −42.0 bis +0.4 +32.0. Erläuterungsbericht Teil I: Allgemeiner Teil. Planfestgestelltes Dokument vom 28. Januar 2005, S. 3. Aus einem europaweiten Architektenwettbewerb für die Neugestaltung des Hauptbahnhofs wurde im gleichen Jahr der Entwurf von Christoph Ingenhoven einstimmig prämiert.Christoph Ingenhoven: Eine aus dem Ort heraus entwickelte Antwort: Realisierungswettbewerb zur Neugestaltung des Stuttgarter Hauptbahnhofs. In: TurmForum Stuttgart 21 e.V. (Hrsg.): Das Projekt Stuttgart 21. Begleitbuch zur Ausstellung im TurmForum Stuttgart 21, S. 56–59 Ebenfalls 1997 begann die Konzeption des Betriebsprogramms, auf Grundlage eines dafür entwickelten und seither fortgeschriebenen Mengengerüsts.Ullrich Martin: Stuttgart 21: Großprojekt europäischer Dimension. In: Deine Bahn, Heft 7/2009, S. 6–13.

Bahnchef Johannes Ludewig stoppte 1998 das Projekt. Zur Begründung sagte er 2011, Stuttgart 21 sei „schlicht zu groß und für die Bahn zu teuer“ gewesen.Konstantin Schwarz, Michael Gerster: Stuttgart-21-Gegner wittern ihre Chance. In: Stuttgarter Zeitung, 31. März 2009, S. 5. Mitte 1999 kam das Projekt ins Stocken.Rangieren auf dem Abstellgleis. In: Süddeutsche Zeitung, Nr. 144, 1995, S. 5, {{ISSN|0174-4917}} Nach einer NeubewertungMeldung Rückzug aus Grossprojekten?. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 7/8, Jahrgang 1999, S. 282, {{ISSN|1421-2811}} erklärte die DB, sie sehe keine Möglichkeit, das Projekt einschließlich der Neubaustrecke „auf einen Schlag“ zu realisieren.Projekt „Stuttgart 21“ in Frage gestellt. In: Süddeutsche Zeitung, Nr. 153, 1999, S. 5, {{ISSN|0174-4917}} Das Projekt sollte jedoch grundsätzlich weiter verfolgt werden. Im Spätsommer gleichen Jahres sollte das Projekt höchstwahrscheinlich den Sparzwängen des Bundes zum Opfer fallen.Meldung Milliardenlöcher. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 10/1999, S. 401, {{ISSN|1421-2811}} Die Bundesländer Baden-Württemberg und Bayern übten dagegen 1999 zunehmenden Druck auf die Bundesregierung aus, das Projekt zu realisieren. Im November 1999 boten Land, Stadt, Regionalverband und Flughafen Stuttgart an, sich mit 1,3 Milliarden D-Mark an dem Projekt zu beteiligen.Länder stellen Weichen gegen Bahn und Bund. In: Süddeutsche Zeitung, Nr. 267, 1999, S. L14, {{ISSN|0174-4917}}. Der Vorstand der DB empfahl dem Aufsichtsrat, auf seiner Sitzung am 1. Dezember 1999, das Projekt weiterzuverfolgen.Wulf Reimer: Bahn-Vorstand doch für Bau von „Stuttgart 21“. In: Süddeutsche Zeitung, 29. November 1999, S. 2. Im Dezember 1999 wurde im Zuge der Strategie Netz 21 ein Vorplanungsauftrag erteilt. Die Planung für das Projekt wurde im Jahr 2000 vorübergehend gestoppt.Helmut Kobus: Die Entwicklung wasserwirtschaftlicher Probleme im Planungsprozess. In: Regierungspräsidium Stuttgart (Hrsg.):Projekt Stuttgart 21 und NBS Wendlingen–Ulm: Die Berücksichtigung der Wasserwirtschaft in der Planung – eine Zwischenbilanz -. Tagungsband, 26. September 2006 ([http://www.rp.baden-wuerttemberg.de/servlet/PB/show/1201850/index.htm PDF-Datei]; 8 MB), S. 14–27 Sah der bis mindestens Mitte 1999 gültige Zeitplan einen Baubeginn im Jahr 2001 und eine Inbetriebnahme im Jahr 2008 vorBahnhof verstehen. In: Süddeutsche Zeitung, Nr. 257, 1997, S. 14, {{ISSN|0174-4917}}, so verschob sich der Baubeginn in der Folgezeit mehrfach.

Nachdem sich Bund und die Länder Baden-Württemberg und Bayern (für Neu-Ulm 21) auf eine Vorfinanzierung geeinigt hatten, genehmigte der Aufsichtsrat der DB am 14. März 2001 das Projekt. Damit wurde der Weg für die Einreichung der Planfeststellungsunterlagen geebnet, die bis Ende 2003 abgeschlossen werden sollten. Am 31. Oktober 2001 wurde das erste Planfeststellungsverfahren für "Stuttgart 21" beim Eisenbahn-Bundesamt eröffnet,Unter der Lupe: Wie das Planfeststellungsverfahren funktioniert. In: TurmForum Stuttgart 21 e.V. (Hrsg.): Das Projekt Stuttgart 21. Begleitbuch zur Ausstellung im TurmForum Stuttgart 21, S. 50 f. erste Beschlüsse erfolgten 2005 und 2006.

Projektbeschluss


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Im Oktober 2006 nahm der Landtag von Baden-Württemberg einen Entschließungsantrag der Fraktionen der CDU, SPD und FDP{{cite web|url=http://www.landtag-bw.de/WP14/Drucksachen/0000/14_0381_D.PDF|format=PDF|accessdate=2010-10-17|date=2006-9-28|title=Antrag der Fraktion der CDU, der Fraktion der SPD und der Fraktion der FDP/DVP: Entschließung zu Stuttgart 21, Drucksache 14 / 381|publisher=Landtag von Baden-Württemberg}} zur Realisierung von Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Wendlingen–Ulm an.[http://www.landtag-bw.de/aktuelles/beschluesse/beschluesse/010_-sitzung-vom-12_10_2006.pdf Landtag, 14. Wahlperiode, 10. Sitzung vom Donnerstag, 12. Oktober 2006 (PDF)], Tagesordnungspunkt 3 Der Landtag beschloss mit 115 zu 15 Stimmen (aus der Fraktion der Grünen),{{cite web|url=http://www.landtag-bw.de/wp14/plp/14_0010_12102006.pdf|title=Plenarprotokoll 14/10|date=2006-10-12|accessdate=2010-10-17|publisher=Landtag von Baden-Württemberg|format=PDF}} dass Stuttgart 21 „den Herausforderungen an eine langfristig leistungsfähige

Schienenverkehrsinfrastruktur auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten am besten gerecht“ werde und „verkehrs- und umweltpolitisch sinnvoll“, für die Platzierung des Landes in Europa besonders bedeutsam und „aus struktur- und landespolitischen Gründen sinnvoll“ sei.

Nach vielen Gesprächen und Verhandlungen einigten sich der Bund, das Land Baden-Württemberg, die Bahn und die Stadt Stuttgart am 19. Juli 2007 über die Aufteilung der Kosten und des Baukostenrisikos.[http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,495398,00.html Finanzierung für Stuttgart 21 steht]. In: Spiegel online vom 19. Juli 2007 Am 2. April 2009 unterzeichneten Ministerpräsident Oettinger, Bundesverkehrsminister Tiefensee und DB-Vorstandsmitglied Garber schließlich die Finanzierungsvereinbarungen.[http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,617037,00.html Minister besiegeln Milliardenprojekt der Bahn]. Spiegel online, 2. April 2009[http://www.stuttgarter-nachrichten.de/stn/page/1990041_0_1140_ausstieg-noch-bis-ende-2009-moeglich-milliardenprojekt-stuttgart-21-besiegelt.html Milliardenprojekt Stuttgart 21 besiegelt]. In: Stuttgarter Nachrichten, 2. April 2009 (Onlineausgabe)

Um die Wirtschaftlichkeit des Projektes Stuttgart 21 sicherzustellen, beinhaltete die Finanzierungsvereinbarung einen Vorbehalt. Wäre nach Abschluss der Entwurfsplanung, spätestens jedoch bis zum 31. Dezember 2009, eine Erhöhung der für das Projekt aufzuwendenden Gesamtkosten über eine vereinbarte Risikosumme hinaus erwartet worden, so wären erneut Verhandlungen zwischen den Vertragspartner aufzunehmen gewesen.

Am 9. Dezember 2009 stimmte der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn der Aufnahme des Vorhabens in die Investitionsplanung des Unternehmens zu.Deutsche Bahn AG (Hrsg.): DB-Aufsichtsrat: Grünes Licht für das Projekt Stuttgart 21 / Richard Lutz als neuen Finanzvorstand bestellt. Presseinformation vom 9. Dezember 2009. Am folgenden Tag stimmte auch der Lenkungskreis des Projekts der Fortführung des Vorhabens zu.Stuttgart 21 kommt: Projektpartner sind sich einig. Presseinformation vom 10. Dezember 2009 auf das-neue-herz-europas.de (nicht mehr online verfügbar) Am 16. Dezember 2009 empfahl der Verkehrsausschuss des Bundestages{{cite web|url=http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/002/1700268.pdf|title=Drucksache 17/268. Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (15. Ausschuss) zu dem Antrag der Abgeordneten Winfried Hermann, Kerstin Andreae, Birgitt Bender, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Drucksache 17/125 –|format=PDF|publisher=Deutscher Bundestag|date=2009-12-17|accessdate=2010-10-21}} einen Antrag der Fraktion Bündnis90/Die Grünen abzulehnen. In diesem Antrag wird die Bundesregierung unverbindlich dazu aufgefordert, ein Moratorium über das Bahnprojekt zu verhängen und die Frist zum Jahresende aufzuheben.{{cite web|url=http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/001/1700125.pdf|title=Drucksache 17/125. Antrag der Abgeordneten Winfried Hermann, Kerstin Andreae, Birgitt Bender, Alexander Bonde, Ingrid Hönlinger, Memet Kilic, Sylvia Kotting-Uhl, Fritz Kuhn, Agnes Malczak, Beate Müller-Gemmeke, Dr. Gerhard Schick, Bettina Herlitzius, Dr. Anton Hofreiter, Ingrid Nestle, Daniela Wagner, Dr. Valerie Wilms, Cornelia Behm, Hans-Josef Fell, Ulrike Höfken, Bärbel Höhn, Oliver Krischer, Undine Kurth (Quedlinburg), Nicole Maisch, Friedrich Ostendorff, Dr. Hermann Ott, Dorothea Steiner, Markus Tressel und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Moratorium für Stuttgart 21 – Wirtschaftlichkeit des Großprojektes vor Baubeginn sicherstellen|format=PDF|publisher=Deutscher Bundestag|date=2009-12-2|accessdate=2010-10-21}} Am Folgetag wurde der Antrag empfehlungsgemäß in der Beratung im Plenum abgelehnt.

Bau


miniatur|Bautätigkeit um den Hauptbahnhof
miniatur|Gebäude des Grundwassermanagements im August 2011
miniatur|hochkant=1.41|Polizeieinsatz vor dem Stuttgarter Hauptbahnhof im Januar 2012
{{Hauptartikel|Geschichte von Stuttgart 21#Bau}}

Am 2. Februar 2010 wurde der symbolische Baubeginn gefeiert. Bundesverkehrsminister Ramsauer, Deutsche-Bahn-Chef Grube, Ministerpräsident Oettinger, der Stuttgarter Oberbürgermeister Schuster und weitere hoben symbolisch den Prellbock am Gleis 049 an. Damit begann die Vorverlegung der Bahnsteige und der Umbau des Kopfbahnhof-Gleisfeldes im Zuge der bauvorbereitenden Maßnahmen.[http://www.eurailpress.de/article/view/4/erste-grosse-baumassnahme-fuer-stuttgart-21-vergeben.html Erste große Baumaßnahme für Stuttgart 21 vergeben]. Eurailpress, 4. September 2009 Durch einen Planungsfehler beim Umbau der Rampe des S-Bahn-Tunnels am Hauptbahnhof kam es zwischen Ende Juni 2010 und 10. Januar 2011DB Mobility Logistics AG (Hrsg.): [http://www.deutschebahn.com/site/bahn/de/presse/presseinformationen/bw/bw20110104.html S-Bahn Stuttgart fährt ab 10. Januar wieder mit vollem Programm]. Presseinformation vom 4. Januar 2011 zu Einschränkungen im S-Bahn-Verkehr.[http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.planungspanne-s-bahn-hat-jetzt-verspaetung.5c01c77d-6121-40fd-b639-1d24d877eb3b.html S-Bahn hat jetzt Verspätung]. In: Stuttgarter Zeitung, 29. Juni 2010.

Der Nordflügel des Hauptbahnhofs wurde in den Monaten August und September 2010 vollständig abgerissen. Am frühen Morgen des 1. Oktober 2010 wurden unter Protesten mehrerer tausend anwesender Bürger unter Polizeischutz die ersten Bäume im Mittleren Schlossgarten gefällt.

Ende Februar 2011 wurde der Auftrag für Baustraßen und Logistikflächen zwischen Hauptbahnhof und Nordbahnhof vergeben. Die Bauarbeiten an der vier Kilometer langen und etwa acht Meter breiten Logistikstraße zwischen Hauptbahnhof und Nordbahnhof sollten am 1. April 2011 beginnen.Michael Isenberg: [http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.stuttgart-21-eigene-strasse-fuer-lkw-karawane.e99dbb84-8562-4f6f-a8b8-236f91a2508c.html Eigene Straße für LKW-Karawane]. In: Stuttgarter Nachrichten, 27. Februar 2011.

Zwei Tage nach der Landtagswahl vom 27. März 2011 in Baden-Württemberg kündigte die Deutsche Bahn an, bis zur Konstituierung einer neuen Landesregierung „keine neuen Fakten [zu] schaffen – weder in baulicher Hinsicht noch bezüglich der Vergabe von Aufträgen“.DB Mobility Logistics AG (Hrsg.): Nach der Landtagswahl: Deutsche Bahn zu Stuttgart 21. Presseinformation vom 29. März 2011. Die Arbeiten am Grundwassermanagement wurden verschoben, im Gleisvorfeld und an der Baustraße zum Nordbahnhof wurde jedoch weiter gebaut.{{cite web|url=http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.stuttgart-21-die-grosse-baustelle-ruht-nicht-komplett.250fa40e-c106-48c4-a438-9b06a86640a3.html?page=1|title=Gespenstische Ruhe beim Grundwassermanagement|author=Michael Isenberg|publisher=Stuttgarter Nachrichten|date=2011-3-30|accessdate=2011-3-30}} Der Baustopp endete offiziell am 14. Juni 2011.[http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.stuttgart-21-gegner-blockieren-erneut-baustelle.ea2987e0-411e-476c-ae67-f5fe1a70fa12.html Gegner blockieren erneut Baustelle], Stuttgarter Zeitung Online, 14. Juni 2011.

Am 30. Juli 2011 wurden die Bauarbeiten für den Fildertunnel und den Tunnel Obertürkheim vergeben. Die Auftragssumme liegt bei mehr als 700 Millionen Euro.„Die Zeit der Diskussion ist vorbei“. In: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, Nr. 30, 31. Juli 2011, S. 2. [http://www.faz.net/artikel/C30021/stuttgart-21-die-zeit-der-diskussion-ist-vorbei-30476418.html online]. Damit sei laut DB-Angaben etwa ein Viertel der gesamten Baukosten von Stuttgart 21 vergeben.Deutsche Bahn AG (Hrsg.): [http://www.deutschebahn.com/site/bahn/de/presse/presseinformationen/ubd/ubd20110730.html DB vergibt Tunnelbauwerke an eine Bietergemeinschaft unter Federführung der PORR-Gruppe], Presseinformation vom 30. Juli 2011.

Am 16. Dezember 2011 erklärte der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg, dass eine Planänderung zur Zentralisierung des Grundwassermanagements am jetzigen Standort vom 30. April 2010 rechtswidrig durch das Eisenbahn-Bundesamt genehmigt worden sei. Das Gericht gab damit einer Klage des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) statt. Das Eisenbahnbundesamt hätte – so das Gericht – die naturschutzrechtlichen Folgen prüfen und den BUND beteiligen müssen. Das Eisenbahn-Bundesamt kann nun den festgestellten Mangel unter Beteiligung des BUND in einem ergänzenden Verfahren beheben.[http://www.vghmannheim.de/servlet/PB/menu/1272936/index.html Stuttgart 21: Klage des BUND gegen 5. Planänderung (Umplanung des Grundwassermanagements) erfolgreich], Pressemitteilung des Verwaltungsgerichtshofs Baden-Württember, 16. Dezember 2011 (abgerufen am 16. Dezember 2011). Die Deutsche Bahn kündigte an, den weiteren Prozess zu unterstützen.{{cite web|url=http://www.bahnprojekt-stuttgart-ulm.de/siteutilities/header/presse/20111216/default.aspx|title=VGH-Urteil: BUND wird nachträglich gehört; Bahn unterstützt weiteren Prozess|date=2011-12-16|publisher=Bahnprojekt Stuttgart-Ulm| accessdate=2011-12-28}}

Am 12. März 2012 wurden die Bauaufträge für den Hauptbahnhof, den Tunnel Bad Cannstatt und den Tunnel Feuerbach im Gesamtumfang von rund 800 Millionen Euro vergeben.DB Mobility Logistics AG (Hrsg.): [http://www.bahnprojekt-stuttgart-ulm.de/aktuelles_termine/aktuelles/20120313/default.aspx DB vergibt Aufträge für Tunnelbauwerke und neuen Stuttgarter Tiefbahnhof von rund 800 Millionen Euro]. Presseinformation vom 13. März 2012.

Volksabstimmung


{{Hauptartikel|Volksabstimmung zu Stuttgart 21}}

In ihrem Koalitionsvertrag vereinbarten Grüne und SPD nach der Landtagswahl von März 2011, eine Volksabstimmung über das Projekt Stuttgart 21 zu veranstalten und die Neubaustrecke Wendlingen–Ulm in jedem Fall zu realisieren.Bündnis 90/Die Grünen, SPD (Hrsg.): Der Wechsel beginnt. Koalitionsvertrag zwischen BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und der SPD Baden-Württemberg Baden-Württemberg 2011 - 2016, S. 30 f. ([http://www.gruene-bw.de/fileadmin/gruenebw/dateien/Koalitionsvertrag-web.pdf PDF-Datei], 0,9 MB). Ende Juli 2011 wurde dazu ein Entwurf für ein S21-Kündigungsgesetz vorgelegt.Staatsministerium Baden-Württemberg (Hrsg.): [http://www.baden-wuerttemberg.de/de/Meldungen/256308.html?referer=85740 Landesregierung gibt Entwurf eines S 21 - Kündigungsgesetzes zur Anhörung frei]. Stuttgart, 26. Juli 2011, abgerufen am 12. August 2011.Landesregierung Baden-Württemberg: Gesetz über die Ausübung von Kündigungsrechten bei den vertraglichen Vereinbarungen für das Bahnprojekt Stuttgart 21 (S 21 - Kündigungsgesetz). Entwurf mit Stand vom 25. Juli 2011). ([http://www.baden-wuerttemberg.de/fm7/2028/110725_S21_Kuendigungsgesetz_Anhoerungsentwurf.pdf PDF-Datei]). Das Gesetz wurde am 29. September 2011 im Landtag abgelehnt. Damit war die Möglichkeit einer Volksabstimmung gegeben, die am 27. November 2011 abgehalten wurde. Zur Abstimmung stand, ob das Land Kündigungsmöglichkeiten aus dem Finanzierungsvertrag nutzen und so aus dem Projekt aussteigen sollte.[http://www.baden-wuerttemberg.de/de/S21-Volksabstimmung_ist_neues_Kapitel_der_baden-wuerttembergischen_Demokratie/259165.html?referer=88736 ''S21-Volksabstimmung ist neues Kapitel der baden-württembergischen Demokratie]. Staatsministerium Baden-Württemberg. Abgerufen am 10. Oktober 2011. 58,8 Prozent der Abstimmenden sprachen sich gegen die Verpflichtung der Landesregierung aus, Kündigungsrechte zur Auflösung der vertraglichen Vereinbarungen mit Finanzierungspflichten des Landes bezüglich des Bahnprojekts Stuttgart 21 auszuüben, 41,2 Prozent dafür.

Ausblick


miniatur|Baugrube des Tiefbahnhofs

miniatur|Der Seitenflügel der ehemaligen Bundesbahndirektion soll im Zuge der Bauarbeiten abgerissen werden.

Das im Oktober 2002 von der Deutschen Bahn beantragteBürgerinitiative fordert Baustopp für Stuttgart 21. Meldung auf swr.de vom 17. Dezember 2010, abgerufen am 26. Januar 2011. Planfeststellungsverfahren im Abschnitt 1.3 befindet sich in der vorbereitenden Prüfung durch das Eisenbahnbundesamt.{{cite web|url=http://www.bahnprojekt-stuttgart-ulm.de/siteutilities/header/presse/20111202/default.aspx|date=2011-12-02|accessdate=2011-12-13|publisher=Bahnprojekt Stuttgart-Ulm|title=Zum weiteren Projektfortschritt im Nachgang zur Volksabstimmung}} Die Auslegung soll im 1. Quartal 2012 erfolgen.[http://www.stuttgarter-wochenblatt.de/stw/page/detail.php/2947044 Fricke: "Nehme Sorgen der Leinfelden-Echterdinger mit"]. In: Stuttgarter Wochenblatt (Onlineausgabe), 25. August 2011. Laut Angaben des Eisenbahn-Bundesamtes seien dazu auch Nachbesserungen beim Brandschutz und Rettungskonzept notwendig (Stand: Dezember 2010). Die geplante Nutzung des bestehenden S-Bahnhofs am Flughafen für den Fern- und Regionalverkehr führte in diesem Abschnitt zuvor zu Verzögerungen.[http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2484544_0_9223_-stuttgart-21-macher-lassen-viele-fragen-offen.html?_skip=0 Macher lassen viele Fragen offen]. In: Stuttgarter Zeitung, 12. Mai 2010. Nachdem das Bundesverkehrsministerium am 18. Juni 2010 eine notwendige Ausnahmegenehmigung erteilt hat,DB Mobility Logistics AG (Hrsg.): [http://www.pressrelations.de/new/standard/result_main.cfm?pfach=1&n_firmanr_=101744&sektor=pm&detail=1&r=414989&sid=&aktion=jour_pm&quelle=0 Stuttgart 21: Ausnahmegenehmigung für S-Bahn-Strecke am Flughafen erteilt]. Presseinformation vom 21. Juni 2010. kann das Verfahren in diesem Abschnitt fortgesetzt werden.[http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2362986_0_9223_-stuttgart-21-flughafenverbindung-der-minister-prueft-und-prueft-.html Der Minister prüft und prüft …]. In: Stuttgarter Zeitung, 27. Januar 2010.

Für den ebenfalls noch nicht planfestgestellten Abschnitt 1.6b (Abstellbahnhof Untertürkheim) wurde das Anhörungsverfahren am 1. Juli 2010 beantragtDeutscher Bundestag (Hrsg.): [http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/057/1705700.pdf Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Winfried Hermann, Dr. Anton Hofreiter, Bettina Herlitzius, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Drucksache 17/5571 –]. Drucksache 17/5700 vom 3. Mai 2011 und die Pläne zwischen 19. Juli und 18. August 2010 öffentlich ausgelegt.Regierungspräsidium Stuttgart (Hrsg.): [http://www.rp.baden-wuerttemberg.de/servlet/PB/menu/1315418/index.htm Planfeststellungsabschnitt (PFA) 1.6 b „Abstellbahnhof Untertürkheim“ – Verfahrensstart]. Presseinformation vom 16. Juli 2010. Der Erörterungstermin steht noch aus. In den übrigen fünf Abschnitten liegt das Baurecht vor.

Im März 2012 vergab die Bahn die Rohbauaufträge für den Hauptbahnhof und die Tunnel Cannstatt und Feuerbach im Gesamtumfang von rund 800 Millionen Euro.Volker Kefer: Stuttgart 21 und NBS Wendlingen-Ulm Unterlage für den Prüfungs- und Complianceausschuss (PCA) der DB und den Lenkungskreis (LK) S21. Berlin/Stuttgart, 23. März 2012 [http://www.bahnprojekt-stuttgart-ulm.de/de-DE/download/20120323-Stuttgart21-Lenkungskreis.pdf PDF-Datei], 880 kB), S. 5, 8, 10, 24.

Nachdem fünf Bahnsteige im Jahr 2011 verlängert wurden, soll ab April 2012 ein neuer Querbahnsteig außerhalb der künftigen Baugrube entstehen.{{cite web|url=http://www.bahnprojekt-stuttgart-ulm.de/zeitplan/default.aspx|title=Zeitplan|publisher=Bahnprojekt Stuttgart-Ulm|accessdate=2012-1-15}} Die Arbeiten im Gleisvorfeld sollen noch bis Mitte 2012 dauern.Was passiert wann? In: Bahnprojekt Stuttgart–Ulm e. V., Sprecherbüro (Hrsg.): Dialog 21, {{ZDB-ID|2569219-7}}, Ausgabe 3, Januar 2011. Der Umbau des Nesenbach-Dükers soll in der zweiten Jahreshälfte 2012 beginnen und 2014 abgeschlossen sein. Bis Mitte November 2012 sollen die Baustraßen im Innenstadtbereich fertiggestellt werden.Markus Heffner: Arbeiten am Tiefbahnhof beginnen 2013. In: Stuttgarter Zeitung, Nr. 55, 6. März 2013, S. 19 (ähnliche Fassung [http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.stuttgart-21-bau-des-tiefbahnhofs-beginnt-2013.0f64aefb-f61e-423d-b486-894c835e0184.html online]). Im Januar 2013 soll die Grundwassertaktung aufgenommen werden und der Rohbau nach etwa sechs Jahren Bauzeit im Dezember 2018 abgeschlossen werden. Die Inbetriebnahme ist für Dezember 2020 geplant (Stand: März 2012).

Die Stadtbahn-Haltestelle Staatsgalerie soll von 2012 bis Mitte 2017 umgebaut werden, ab Mai 2012 will die SSB mit dem Bau des Tunnels Richtung Türlenstraße beginnen.

Die bereits begonnenen Arbeiten am Technikgebäude am Nordausgang sollen in der zweiten Jahreshälfte 2012 weitergeführt werden, gleichzeitig soll auch der Aushub des Bahnhofstrogs beginnen. Der Rohbau des neuen Bahnhofs soll Ende 2017 fertiggestellt werden, die Fahrbahn und die eisenbahntechnischen Anlagen des Planfeststellungsabschnitts 1.1 sollen ab Mitte 2016 gebaut werden.

Die Inbetriebnahme ist für Dezember 2020 geplant. Anschließend sollen die dann nicht mehr benötigten Gleisflächen geräumt werden, wozu entweder noch ein Planfeststellungsverfahren oder Freistellung von Bahnbetriebszwecken notwendig sei[http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.stuttgart-21-bahn-raeumt-ein:-rueckbau-nicht-genehmigt.168cd113-0a8b-49db-be79-5b07afa9502f.html Bahn räumt ein: Rückbau nicht genehmigt]. In: Stuttgarter Zeitung, 30. August 2011, S. 19..

Diskussion


miniatur|Alternativkonzept 538Kopfbahnhof 21539 im Vergleich zu 540Stuttgart 21541

Projektbefürworter betonen umfangreiche Möglichkeiten der Stadtentwicklung, wirtschaftliche und gesellschaftliche Möglichkeiten durch das neue Verkehrskonzept, die durchgehende Hochgeschwindigkeitsverbindung mit Halt im Stuttgarter Zentrum, den Erhalt der Verknüpfungsfunktion des Hauptbahnhofs sowie zu erwartende Fahrzeitverkürzungen und Reisendenzuwächse.

Projektgegner halten das Projekt für betriebsschädlich, nicht bahnkundenfreundlich, umweltbelastend und überteuert. Sie bemängeln Eingriffe in Umwelt, Grundwasser, Denkmäler sowie privates Eigentum und befürchten eine Beeinträchtigung der Mineralwasservorkommen. Ferner würden zahlreiche weitere Bahnprojekte in Baden-Württemberg (darunter der Ausbau der Gäubahn und der Rheintalbahn sowie die Elektrifizierung der Südbahn) durch das Projekt blockiert, da sich die Landesregierung auf Stuttgart 21 konzentriere. Auch würden Mittel aus der Streichung von Regionalverkehren (2007) in das Projekt gelenkt. Der Reisezeitvorteil des Durchgangsbahnhofs sei, auch aufgrund des Wendezug-Konzepts, für den Großteil der Reisenden im Vergleich zur Alternative Kopfbahnhof 21 null;Gangolf Stocker: Stuttgart 21: 2007 Jahr der Entscheidung. In: Schiene, Heft 2/2007, S. 20–23, {{ISSN|0932-2574}} durch den Durchgangsbahnhof lasse sich keine signifikante Fahrzeitverkürzung erreichen.Oettinger appelliert an die Bundesregierung. In: Süddeutsche Zeitung, Nr. 199, 2006, S. 6, {{ISSN|0174-4917}} Auch die Kosten für das Projekt wurden kritisiert.Bahnhof Stuttgart 21 verspätet sich weiter. In: Süddeutsche Zeitung, Nr. 246, 2006, S. 5, {{ISSN|0174-4917}} Teilweise wird die Meinung vertreten, einzig Baukonzerne und Banken profitierten von dem Projekt, das von einer „Mafia“ von Politik, Bauwirtschaft und Banken vorangetrieben werde. Die Initiative Leben in Stuttgart – Kein Stuttgart 21 kritisiert beispielsweise, dass Daimler das Projekt unterstütze, um den Absatz an Baufahrzeugen zu fördern.{{cite web|url=http://www.kopfbahnhof-21.de/fileadmin/downloads/Broschueren/K21-broschuere_auflage5.pdf|format=PDF|title=K 21 – Die Alternative zu ”Stuttgart 21”|publisher=Initiative Leben in Stuttgart – Kein Stuttgart 21|accessdate=2011-04-12}} Der Anfang der 1990er Jahre für das Projekt Stuttgart–Augsburg zuständige Planer Ernst Krittian kritisiert, Kritik am Konzept Stuttgart 21 sei nicht geduldet worden. Nachdem er das Projekt Stuttgart 21 kritisiert habe, sei ihm die Zuständigkeit entzogen worden. Eine „Stuttgarter Connection“ habe das Projekt durchgedrückt, der politische Beschluss sei „nach Gutsherrenmanier“ gefallen.[http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.ex-chefplaner-der-bahn-projektbeschluss-in-gutsherrenmanier.fd3cdb5b-e2f6-42ed-9892-022cb9a938d0.html "Projektbeschluss in Gutsherrenmanier"]. In: Stuttgarter Zeitung, 21. Oktober 2010 Projektgegner bemängelten 1996, dass der geplante Erlös von 2,2 Milliarden D-Mark für 56 Hektar Nettobauland (entsprechend rund 4000 D-Mark je Quadratmeter) viel zu hoch angesetzt worden sei.Höchste Eisenbahn für Alternativen. In: Süddeutsche Zeitung, Nr. 192, 1996, S. 11, {{ISSN|0174-4917}}

Projektbefürworter und Projektgegner stimmen darin überein, dass der Stuttgarter Bahnknoten modernisiert – also auch im Hinblick auf seine Leistungsfähigkeit verbessert – werden müsse. Schon in den 1990er Jahren wurde jedoch kritisiert, dass keine Alternativen zu Stuttgart 21 geprüft worden seien. 1996 legte Umkehr Stuttgart, ein Bündnis von Umwelt- und Verkehrsverbänden, mit dem Konzept Das bessere Stuttgart 21 einen Vorschlag vor, den Stuttgarter Hauptbahnhof ohne die Notwendigkeit von Tunnelröhren und mit besseren Möglichkeiten für einen integralen Taktfahrplan umzubauen. Der Verkehrsclub Deutschland entwickelte mit „Umkehr Stuttgart“ und der Bürgerinitiative „Leben in Stuttgart – Kein Stuttgart 21“ das alternative Konzept Kopfbahnhof 21 („K 21“), das den Umbau der bestehenden Anlagen unter Beibehaltung des 17-gleisigen Kopfbahnhofs vorsieht. Die Initiative „Leben in Stuttgart – kein Stuttgart 21“ setzt sich seit 1996 gegen das Projekt ein.

Kritisiert wurde ferner die 2001 erfolgte Vergabe eines Zehn-Jahres-Vertrages für Regionalverkehr an die Deutsche Bahn ohne Ausschreibung. Laut DB-Angaben rechne sich Stuttgart 21 ohne langfristige Nahverkehrsverträge nicht.Kartellamt soll Bahn-Finanzkonzept stoppen. In: Süddeutsche Zeitung, Nr. 110, 2001, S. 24, {{ISSN|0174-4917}} Der Wettbewerbsrechtler Clemens Antweiler hält diese Direktvergabe sowie die darüber hinaus gewährten Zahlungen für eine versteckte Subvention der Deutschen Bahn. Die Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg räumte ein, dass in der Auftragssumme ein „gewisser Betrag“ für Stuttgart enthalten sei.{{cite web|url=http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-73290094.html|title=Stuttgarter Gschäftle|publisher=Der Spiegel, Heft 33/2010, S. 38|author=Simone Kaiser und Andreas Wassermann|date=2010-8-16|accessdate=2010-10-13}} Im Anschluss an den bis 2016 laufenden Verkehrsvertrag sollen, bis zur Inbetriebnahme von Stuttgart 21, Teilstrecken weiterhin ohne Ausschreibung an die Deutsche Bahn vergeben werden. Die Grünen gehen davon aus, dass so bis 2025 mehr als 100 Millionen Euro mehr ausgegeben werden als unter Wettbewerb.Bündnis 90 / Die Grünen (Hrsg.): [http://www.kopfbahnhof-21.de/index.php?id=110&tx_ttnews%5Btt_news%5D=405&tx_ttnews%5BbackPid%5D=108&cHash=a3b8377b39 Wölfle: Mehrkosten sind „Zusatzprämie“ an die DB für Stuttgart 21]. Presseinformation vom 6. Juli 2010

Durch das Projekt sollen nach Angaben der Bahn 10.000 neue Dauerarbeitsplätze in Baden-Württemberg entstehen, davon etwa 4.200 in Stuttgart. Für die Zeit der Bauarbeiten sollen bis zu 7.000 Arbeitsplätze entstehen.Ohne Quelle Das IMU Institut Stuttgart kommt dagegen auf 2500 zusätzliche Arbeitsplätze.[http://www.imu-institut.de/stuttgart/tiding/news_article.2011-07-18.6393622232 IMU Institut „Stuttgart 21 ist kein „Jobmotor“ für die Region!“ 20. Juli 2011]

Verkehrskonzept


miniatur|Flughafen und Messegelände auf der Filderebene

Ein Ziel des Projekts ist laut Angaben der Projektpartner eine Verbesserung des Personenverkehrsangebots durch eine Erhöhung der Kapazität, ein dichteres Netz im Regionalverkehr und kürzere Fahrzeiten.Ohne Quelle Stuttgart 21 soll zu Angebotssteigerungen und Fahrzeitverkürzungen im Fern- und Regionalverkehr führen und den Flughafen Stuttgart besser anbinden. Ein wesentliches Ziel des Projektes ist eine schnell befahrbare Verknüpfung der bestehenden Strecke Mannheim–Stuttgart mit der geplanten Neubaustrecke Wendlingen–Ulm.Ohne Quelle Auf allen Regionalverkehrsrelationen soll es Fahrzeitverkürzungen geben. Der Flughafen Stuttgart und die Neue Landesmesse werden unmittelbar an die geplante Neubaustrecke angeschlossen. Die Fahrzeit vom Hauptbahnhof zum Flughafenbahnhof soll zukünftig acht Minuten betragen. Über die neue S-Bahn-Station Mittnachtstraße soll darüber hinaus das geplante Rosensteinviertel erschlossen und die Reisezeit im Tangentialverkehr zwischen Bad Cannstatt und Feuerbach verbessert werden.

Gegenüber dem Fahrplan von 2001 gehen die dem Planfeststellungsverfahren zu Grunde liegenden Verkehrsprognosen für das Jahr 2015 von einer Erhöhung der Zugzahlen am Hauptbahnhof um 75 % im Fern- sowie um 56 % im Regionalverkehr aus.DBProjekt GmbH, Stuttgart 21 (Hrsg.): Planfeststellungsunterlagen: Umgestaltung des Bahnknotens Stuttgart. Ausbau- und Neubaustrecke Stuttgart - Augsburg, Bereich Stuttgart - Wendlingen mit Flughafenanbindung: Abschnitt 1.1, Talquerung mit Hauptbahnhof. Bau-km -0.4 -42.0 bis +0.4 +32.0. Erläuterungsbericht Teil I: Allgemeiner Teil. Planfestgestelltes Dokument vom 28. Januar 2005, S. 27, 30 f. Erwartet werden demnach 434 Fernverkehrs- und 418 Regionalverkehrszüge pro Tag.DBProjekt GmbH, Stuttgart 21 (Hrsg.): Planfeststellungsunterlagen: Umgestaltung des Bahnknotens Stuttgart. Ausbau- und Neubaustrecke Stuttgart – Augsburg, Bereich Stuttgart – Wendlingen mit Flughafenanbindung: Abschnitt 1.1, Talquerung mit Hauptbahnhof. Bau-km -0.4 -42.0 bis +0.4 +32.0. Erläuterungsbericht Teil I: Allgemeiner Teil – Ergänzung (Anpassung an den BVWP 2003). Stand vom 4. Oktober 2004, S. 1 f., 32 f., 36.

Der pensionierte Bundesbahndirektor{{cite web|url=http://www.fr-online.de/rhein-main/darmstadt/ice-trasse-auf-y-kurs/-/1472858/4468692/-/index.html|title=Ice-Trasse auf Y-Kurs|date=2010-6-1|accessdate=2010-10-13|publisher=Frankfurter Rundschau}} Sven Andersen bemängelt, Stuttgart sei für viele Reisende das Ziel ihrer Reise, der Umbau zum Durchgangsbahnhof daher unnötig. Stuttgart befinde sich ferner in einer Randlage, wesentliche Nachfragesteigerungen seien nicht zu erwarten, eine Neubaustrecke Richtung Ulm sei daher unnötig.[http://wissen.spiegel.de/wissen/image/show.html?did=73791925&aref=image044/2010/09/11/CO-SP-2010-037-0140-0142.PDF&thumb=false Rennbahn in der Randlage]. In: Der Spiegel, Nr. 37/2010, S. 140–142

Im Juli 2007 begann die Konzeption der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW) für die Jahre ab 2020. Die Angebotskonzeption 2020 basiert auf den Annahmen des Betriebsszenarios des Bundesverkehrswegeplans 2003 und der Planfeststellung des Projekts Stuttgart 21 und geht von der Realisierung zahlreicher weiterer Projekte (Ausbau Rheintalbahn, Elektrifizierung der Südbahn u. a.) aus.

miniatur|hochkant=1.4|Anteil der Reisenden von 2007, die bei den Konzepten Stuttgart 21 und Kopfbahnhof 21 wenigstens zwei Minuten schneller bzw. langsamer unterwegs wären (Stand: November 2010)

Eine vergleichende Reisezeitanalyse zwischen den Planungsständen (Netzgrafik) für Stuttgart 21 und einer von K21-Befürwortern vorgelegten Netzgrafik für Kopfbahnhof 21 wurde im Auftrag der Landesregierung im November 2010 angefertigt.SMA + Partner AG: Stuttgart 21 und Kopfbahnhof 21 – Vergleich der Reisezeiten. Zürich, 26. November 2010 im Auftrag der Landesregierung Baden-Württemberg ([http://www.mvi.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/103129/SMA_Reisezeiten_26_11_2010.pdf?command=downloadContent&filename=SMA_Reisezeiten_26_11_2010.pdf PDF-Datei]). Dabei wurden 38.220 Relationen zwischen 196 Bahnhöfen in Baden-Württemberg ausgewertet, für beide Konzepte unterschiedliche weitere Infrastrukturausbauten angenommen und die Reisezeiten mit den Reisendenzahlen von 2007 gewichtet. Bei Stuttgart 21 wären 19 % der Reisenden wenigstens zwei Minuten schneller unterwegs, 13 % wenigstens zwei Minuten länger und knapp 70 % etwa gleich lang. Bei Kopfbahnhof 21 wären etwa 13 % der Reisenden kürzer, 6 % länger und 80 % etwa unverändert lange unterwegs.

Bahnbetrieb


miniatur|Blick auf die Rückseite des Hauptbahnhofs im März 2008
miniatur|Schematischer Spurplan des geplanten Tiefbahnhofs (mit acht Gleisen)

Der optimale Leistungsbereich des Durchgangsbahnhofs liege laut einer Untersuchung bei 42 bis 51 Zügen pro Stunde, bei einem ausgebauten Kopfbahnhof (Konzept Kopfbahnhof 21) dagegen bei 28 bis 38 Zügen je Stunde. Die maximale Leistungsfähigkeit liege bei 72 Zügen im Durchgangsbahnhof bzw. 43 Zügen pro Stunde im Kopfbahnhof.U. Martin, H. Dobeschinsky, P. Breuer, M. Haderer, N. Sonnenberg: Vergleich der Leistungsfähigkeiten und des Leistungsverhaltens des neuen Durchgangsbahnhofes (S21) und einer Variante umgestalteter Kopfbahnhof (K21) im Rahmen der Neugestaltung des Stuttgarter Hauptbahnhofes (Abschlussbericht). In: Landeshauptstadt Stuttgart (Hrsg.): Stuttgart 21 – Diskurs ([http://www.stuttgart.de/img/mdb/publ/16612/38861.pdf PDF-Datei]; 21 MB), Stuttgart 2007, S. 2287–2369, insbesondere S. 2330, 2332, 2337 f., 2341 Einfahrten in den umgebauten Hauptbahnhof seien mit 60 bis 100 statt bislang 30 km/h möglich.

Im Gleisvorfeld des Kopfbahnhofs bestehen Fahrstraßenausschlüsse, die eine Ausschöpfung der vorhandenen Kapazitäten verhindern. Diese seien nur mit erheblichen Baumaßnahmen und Kosten zu beseitigen. Projektgegner bezweifeln diese Aussagen und Kosten und stellten mit dem Alternativprojekt Kopfbahnhof 21 ein Gegenkonzept vor, das eine Optimierung des Gleisvorfelds und die Ergänzung der Überwerfungsbauwerke zur kreuzungsfreien Einführung der Linien in den Bahnhof vorsieht und unter den veranschlagten Kosten für Stuttgart 21 liegen soll. Auf Grund der Ringstruktur von Stuttgart 21 sollen Fahrtrichtungswechsel unnötig werden und die von 225 auf 48 reduzierte Zahl der Weichen, die Feste Fahrbahn sowie weitere Maßnahmen die Betriebskosten senken.

Kritiker bemängeln, das Projekt mache jedwede Perspektive zunichte, den Hauptbahnhof Stuttgart zu einem Vollknoten in einem integralen Taktfahrplan (ITF) auszubauen. Nach Bahnangaben könne dagegen – auch mit wirtschaftlich vertretbaren Ausbauten – aufgrund begrenzter Zulaufkapazitäten kein sinnvoller ITF-Vollknoten errichtet werden. Eine starre Anwendung des ITF-Prinzips führe zu Bahnsteigaufenthalten von bis zu mehr als einer halben Stunde. Verkehrlich sinnvoll umgesetzt werden könne dagegen die Realisierung einer ITF-Zwischenstufe, bei der in der Hauptverkehrszeit ein Halbstundentakt im Regionalverkehr eingerichtet werden könne.DBProjekt GmbH, Stuttgart 21 (Hrsg.): Planfeststellungsunterlagen: Umgestaltung des Bahnknotens Stuttgart. Ausbau- und Neubaustrecke Stuttgart - Augsburg, Bereich Stuttgart - Wendlingen mit Flughafenanbindung: Abschnitt 1.1, Talquerung mit Hauptbahnhof. Bau-km -0.4 -42.0 bis +0.4 +32.0. Erläuterungsbericht Teil I: Allgemeiner Teil – Ergänzung (Anpassung an den BVWP 2003). Stand vom 4. Oktober 2004, S. 28–30 Dabei soll u. a. der Regionalverkehr überwiegend als Durchmesserlinie durchgebunden werden. Im Knoten Stuttgart sollen zukünftig Nahverkehrslinien idealerweise zu den Minuten 15 und 45 verkehren, Fernverkehrslinien zu den Minuten 00 und 30, um kurze und stabile Anschlüsse zu ermöglichen.Innenministerium von Baden-Württemberg (Hrsg.): [http://www.uvm.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/66249/_Angebotskonzeption_RegionalverkehrBW_2020.pdf?command=downloadContent&filename=_Angebotskonzeption_RegionalverkehrBW_2020.pdf Angebotskonzeption für den Regionalverkehr Baden-Württemberg 2020 und Betriebsprogramm Stuttgart 21] (PDF-Datei; 105 kB). Sechsseitiges Dokument von April 2009 Dabei können im Zuge des Projekts die Umsteigetakte an den existierenden ITF-Taktknoten in Baden-Württemberg in vollem Umfang beibehalten werden.

Im Juli 2010 gelangte eine Präsentation von SMA und Partner von 2008 an die Öffentlichkeit.[http://www.kopfbahnhof-21.de/index.php?id=534 „Aufgrund der Brisanz der vorliegenden Resultate ist absolutes Stillschweigen erforderlich.“ sma 5. Juni 2008]. Website auf kopfbahnhof-21.de, abgerufen am 30. Juli 2010 Das Unternehmen war 2008 durch die NVBW beauftragt worden, den integralen Taktfahrplan für Baden-Württemberg für das Jahr 2020 zu überarbeiten. Das Büro hatte dabei in einem mehrstufigen Prozess ein Fahrplankonzept auf Basis der Stuttgart-21-Infrastruktur entwickelt. Die Autoren kritisierten die hohe Belastung der eingleisigen Streckenabschnitte am Flughafen und an der Kleinen Wendlinger Kurve und weitere betriebliche Engpässe. So stünden für den Fernverkehr nach Ulm unter dem Strich nur zwei Trassen pro Stunde und Richtung zur Verfügung, im Zulauf zur Gäubahn seien für Fern- und Regionalverkehrs-Trassen aufgrund von S-Bahn-Zugfolgen Fahrzeitverlängerungen von im Mittel rund sieben Minuten erforderlich. Mehrere Fahrstraßenkonflikte im Hauptbahnhof ließen sich nicht auflösen. Die Gestaltung des Fahrplans sei aufgrund der „knapp dimensionierte[n] Infrastruktur […] nur in sehr geringem Maße möglich“, das „Gesamtsystem nur sehr schwer beherrschbar“ und zukünftige Angebotsausweitungen nur sehr bedingt realisierbar.SMA+Partner (Hrsg.): Besprechung Bahnprojekt Stuttgart – Ulm. Vortragsfolien vom 4. Juni 2008 (PDF-Dateien; je 7 MB: [http://www.kopfbahnhof-21.de/fileadmin/bilder/stellungnahmen/sma_charts1bis20.pdf Teil 1], [http://www.kopfbahnhof-21.de/fileadmin/bilder/stellungnahmen/sma_charts21bis38.pdf Teil 2]), Seiten 3, 16 f., 27 f., 34–36. „Aufgrund der Brisanz der vorliegenden Resultate“ wurde „absolutes Stillschweigen“ vereinbart.SMA und Partner AG (Hrsg.): [http://www.kopfbahnhof-21.de/fileadmin/bilder/stellungnahmen/sma_Aktennotiz_neu.pdf Aktennotiz: Neubauprojekt Stuttgart – Ulm. 4. Juni 2008]. (PDF-Datei, 14 Seiten; 7,1 MB) Das baden-württembergische Verkehrsministerium wies die Kritik zurück.Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr Baden-Württemberg (Hrsg.): [http://www.uvm.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/71645/ Im Internet kursierendes Arbeitspapier aus dem Jahr 2008 zum Regionalverkehr in der Region Stuttgart nach Fertigstellung des Bahnprojekts Stuttgart 21 sorgt für Verwirrung]. Presseinformation vom 29. Juli 2010 SMA sei 2008 von der landeseigenen Nahverkehrsgesellschaft explizit damit beauftragt worden, Schwachstellen zu identifizieren.{{cite web|url=http://www.um.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/70720/|title=Deutsche Bahn und Land weisen Vorwürfe des Sterns zum Betriebsprogramm Stuttgart 21 zurück|publisher=Ministerium für Umwelt, Klimaschutz und Energiewirtschaft|author=Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr Baden-Württemberg|date=2010-7-7|accessdate=2012-04-30}} Auf Basis des Arbeitspapiers seien in der Folge Lösungen für die Probleme entwickelt worden. SMA bestätigte diese Darstellung und bezeichnete die Folien als „veralteten Planungsstand“, zudem seien „Einzelaspekte isoliert dargestellt“. Die geplante Infrastruktur sei im Hinblick auf das vorgesehene Betriebskonzept „knapp bemessen und nicht überdimensioniert“, die Entwicklung des Fahrplankonzepts daher von besonderer Bedeutung. Der Tiefbahnhof Stuttgart sei kein limitierender Faktor, die Infrastruktur müsse nicht zu Engpässen führen. Für die S-Bahn und die Gäubahn gäbe es fahrplantechnisch keine Nachteile, ein ITF-Taktknoten sei realisierbar. Das Betriebskonzept sei inzwischen (Stand: Juli 2010) weiterentwickelt worden, die gewünschten Verkehrsmengen führten verschiedenorts zu „fahrplantechnisch anspruchsvollen Konstruktionen“.SMA und Partner (Hrsg.): [http://www.uvm.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/66249/_Stellungnahme_von_SMA_und_Partner_AG.pdf?command=downloadContent&filename=_Stellungnahme_von_SMA_und_Partner_AG.pdf Stellungnahme von SMA und Partner AG zu Veröffentlichungen von vertraulichen Sitzungsunterlagen] (PDF-Datei; 65 kB). Version 1-00 vom 28. Juli 2010 Neuere Ergebnisse der Untersuchung werden seit Anfang 2009 in von DB Netz durchgeführten betriebswissenschaftlichen Simulationen verwendet.{{cite web|url=http://www.landtag-bw.de/WP14/Drucksachen/6000/14_6673_d.pdf|title=Antrag der Abg. Claus Schmiedel u. a. SPD und Stellungnahme des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Verkehr: Gestaltung des Angebotskonzeptes bei Stuttgart 21|author=Tanja Gönner|publisher=Landtag von Baden-Württemberg|date=2010-7-14|accessdate=2010-10-8|format=PDF}} Die „definitive Fahrbarkeit“ könne nur mit den Ergebnissen dieser Simulationen nachgewiesen werden, die momentan (Stand: Juli 2010) nicht vorlägen.[http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.nachbesserungen-goenner-raeumt-defizite-bei-stuttgart-21-ein.db3640ce-cb75-4d68-ab2e-b90250815013.html Gönner räumt Defizite bei Stuttgart 21 ein]. In: Stuttgarter Nachrichten, 30. Juli 2010

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) kritisiert, dass „bei einem größeren Störungsfall bei der S-Bahn in der Hauptverkehrszeit im Innenstadttunnel“ zukünftig der gesamte Schienenverkehr rund um Stuttgart beeinträchtigt sei, da der unterirdische Hauptbahnhof S-Bahn-Züge nicht im gleichen Umfang wie der Kopfbahnhof aufnehmen könne.[http://www.vcd-bw.de/presse/2009/22-2009/hintergrundinfo/index.html Stellungnahme des VCD], besucht am 8. September 2010 Außerdem könnten Regionalzüge die Ankunft von Fernzügen nicht mehr abwarten.[http://www.kopfbahnhof-21.de/index.php?id=508 Stellungnahme der Initiative Kopfbahnhof 21], abgerufen am 8. September 2010[http://www.leben-in-stuttgart.de/s%2021%20kritik/flugblatt.htm Stellungnahme der Initiative Leben in Stuttgart], abgerufen am 8. September 2010 Die Projektplaner halten dem entgegen, dass künftig je vier Zu- und Abfahrtsgleise in jede Richtung zur Verfügung stehen, während heute alle Züge auf fünf Gleisen Richtung Norden ausfahren. Durch den dadurch möglichen Ringverkehr sei es besser möglich, Abweichungen im Betriebsablauf auszugleichen und Verspätungen zu minimieren.

Eine Studie des Büros Vieregg und Rössler im Auftrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Stuttgarter Gemeinderat und des BUND kritisiert, im Durchgangsbahnhof seien Fahrstraßenkonflikte nicht auszuschließen. Laut SMA gebe es dagegen nur „sehr wenige“ Fahrstraßenausschlüsse. Durch die Stilllegung der Gäubahn entfalle Vieregg und Rössler zufolge die Möglichkeit, S-Bahn-Züge bei Störungen im S-Bahn-Tunnel über diese Strecke umzuleiten. Nachteilig sei auch die entfallende Möglichkeit, S-Bahn-Gleise nach Feuerbach und Bad Cannstatt für Regionalzüge zu nutzen.Vieregg-Rößler GmbH (Hrsg.): [http://www.bund-bawue.de/fileadmin/bawue/pdf_datenbank/themen_projekte/Stuttgart_21/08_S21-Maengel-Text_VR.pdf Darstellung der betrieblichen Mängel des Projektes Stuttgart 21] (PDF-Datei). München, August 2008, Seiten 1, 7 f., 10, 13 Dem gegenüber stehen nach Bahnangaben neue Verbindungen, statt über die Gäubahn können S-Bahn-Züge zum Beispiel über den Flughafen umgeleitet werden.Umleitung künftig durch ICE-Tunnel''. In: Stuttgarter Nachrichten, 17. Juli 2009

Bautechnik und Geologie


Die neuen Bahnstrecken von Stuttgart 21 werden zu rd. 60 % unterirdisch in Tunneln verlaufen (33 km der 57 km langen Bahnstrecke) und in der Tallage städtische Bebauung sowie den Neckar mit dem Tunnel Obertürkheim unterqueren. Drei Bahnhöfe, 18 Brücken und ein Abstellbahnhof werden neu errichtet. Die besonderen bautechnischen Aufwendungen, die sich aus den geologischen Bedingungen ergeben, stellen mit den damit verbundenen technischen und finanziellen Unwägbarkeiten einen Schwerpunkt in der Diskussion um Stuttgart 21 dar.

Der bis 2003{{cite web|url=http://www.faz.net/s/RubEBED639C476B407798B1CE808F1F6632/Doc~E4AD17793D1F54ED981C3390A28344760~ATpl~Ecommon~Scontent.html|title=Der Geist will nicht in die Flasche zurück|publisher=FAZ.NET|accessdate=2010-09-19|date=2010-8-23|author=Dieter Bartetzko}} an der Konzeption und Planung des neuen Hauptbahnhofs beteiligte und im Januar 2009 vollständig aus dem Projekt ausgeschiedene Architekt Frei Otto weist auf geologische und hydrologische Probleme hin. So wurden bei Probebohrungen vielfach Anhydrit-führende Schichten gefunden, die in Kontakt mit Wasser zu Gips aufquellen und erhebliche Schäden und Aufwendungen zur Folge haben könnten. Auch die für den Bau der Hauptbahnhof-Wanne notwendige Grundwasserabsenkung, unter gleichzeitiger Aufrechterhaltung des Grundwassers unter den umliegenden Gebäuden, sei problematisch.[http://www.sueddeutsche.de/kultur/katastrophenszenario-stuttgart-schwankende-neubauten-1.989471 Schwankende Neubauten – Wasser gefährdet Bahnhof]. In: Süddeutsche Zeitung, 18. August 2010

miniatur|Rohre für das Grundwassermanagement an der südöstlichen Ecke des Hauptbahnhofs

Der Architekt des neuen Stuttgarter Hauptbahnhofs, Christoph Ingenhoven, antwortete, er verlasse sich „auf die Untersuchungen der Experten, die so etwas ausschließen, und auf die jahrzehntelangen Erfahrungen, die sie beim Bau der vielen schon vorhandenen Tunnel gemacht haben“. Kurz nach Baubeginn für das vorbereitende Grundwassermanagement für die Baugruben des neuen Hauptbahnhofs wurde erkannt, dass sich die zu bewältigende Grundwassermenge verdoppeln würde und im Laufe der Bauzeit 6,8 statt 3 Mio. Kubikmeter erreichen könnte. Dementsprechend stellte die Deutsche Bahn AG im April 2011 einen Planänderungsantrag, über den derzeit (Stand Okt. 2011) noch nicht entschieden wurde. Dem Architekten und Ingenieur Werner Sobek zufolge sei „Stuttgart 21 […] bei weitem nicht das schwierigste Bauwerk und hat nicht den schwierigsten Baugrund“. Der Ingenieur Dirk Münzer hält fest, dass Anhydrit „ingenieurtechnisch sehr anspruchsvoll“ sei, aber Lösungen existierten.{{cite web|url=http://www.n24.de/news/newsitem_6306012.html|title=Die Tücken des umstrittenen Bauprojekts|date=2010-9-3|accessdate=2010-09-28|publisher=N24}}

Sobek zufolge liege der neue Bahnhof zudem vollständig oberhalb der Anhydrit-Schicht.{{cite web|url=http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.ingenieur-werner-sobek-ein-podium-der-besserwisser.2b684944-75c1-4839-96cd-60ee896cfc92.html?page=1|title="Vieles, was als Fakten präsentiert wird, sind in Wahrheit Mutmaßungen"|date=2010-9-23|accessdate=2010-09-28|publisher=Stuttgarter Nachrichten|author=Michael Isenberg}} Er kritisiert zudem, dass vieles, was Projektgegner als Fakten präsentieren, „in Wahrheit Mutmaßungen, Befürchtungen oder gar unseriöse Verdächtigungen“ seien. Die geologischen Längsprofile der längeren Tunnel wurden in den Schlichtungsgesprächen im Herbst 2010 vorgestellt und erörtert. [http://www.schlichtung-s21.de/fileadmin/schlichtungs21/Redaktion/pdf/101127/Wittke%20Geologie%20S21%20und%20Neubaustrecke%20Backup.pdf],6. Schlichtungsrunde, Stuttgart, 20. Oktober 2010. Etwa 7,8 Kilometer der geplanten Tunnel liegen in unausgelaugten Gipskeuper.{{cite web|url=http://www.direktzu.de/stuttgart21/messages/28150?filter%5B%5D=answered&order=date&sorting=desc|title=Gipskeuper (Anhydrit)|author=Volker Kefer|date=2010-10-25| accessdate=2011-12-28|publisher=Direktzu Stuttgart 21}}

Der unbeeinflusste Anhydrit des Gipskeupers wandelt sich bei Wasserzutritt in Gips um und entfaltet durch Aufquellen erhebliche Druckkräfte. Die längeren Tunnel für Stuttgart 21 werden Anhydritzonen durchqueren, die Tunnel nach Feuerbach und nach Ober-/Untertürkheim werden mehrfach durch Anhydritzonen führen. [http://www.schlichtung-s21.de/fileadmin/schlichtungs21/Redaktion/pdf/101127/Wittke%20Geologie%20S21%20und%20Neubaustrecke%20Backup.pdf], Folien 6,7 und 12, 6. Schlichtungsrunde, Stuttgart, 20. November 2010.

Der Tunnel nach Ober-/Untertürkheim wird den Neckar unterqueren und dort in die Strecke nach Ober- und nach Untertürkheim verzweigt. In diesem Unterquerungsabschnitt wird die Überdeckung mit Baugrund bei nur rd. 8 m liegen. Die Konstruktion und Herstellung von Tunnelabschnitten in Verwerfungs- und Übergangszonen zu anderen geologische Schichten erfordert besondere Maßnahmen, deren genaue Ausprägung und damit (Kosten)-Aufwand erst im laufenden Baufortgang festgelegt werden kann, wie aus den Festlegungen des Planfeststellungsbeschlusses zum Fildertunnel beispielhaft nachzuvollziehen ist. In diesen Abschnitten ist der Einsatz von Tunnelbohrmaschinen nicht vorgesehen und auch nicht beantragt.

Ein von der Deutschen Bahn in Auftrag gegebenes geologisches Gutachten von 2003 stuft den Stuttgarter Untergrund als „gefährlich“ ein. Er sei voller Dolinen und Hohlräume.[http://www.stern.de/wirtschaft/immobilien/gefahr-fuer-leib-und-leben-architekt-von-stuttgart-21-fordert-sofortigen-baustopp-1596547.html Architekt von Stuttgart 21 fordert sofortigen Baustopp ]. In: Der Stern (online-Ausgabe), 26. August 2010 Das Gutachten ist Teil der Planfeststellungsunterlagen, die dort benannten möglichen Probleme müssen von den ausführenden Unternehmen entsprechend berücksichtigt werden. Befürworter verweisen darüber hinaus auf zahlreiche im Stuttgarter Untergrund realisierte Projekte, darunter die S-Bahn-Wendeschleife und den Hasenbergtunnel.Bahnprojekt Stuttgart–Ulm e.V. (Hrsg.): [http://www.bahnprojekt-stuttgart-ulm.de/aktuelles_termine/aktuelles/20090928_1/default.aspx Aktuelle Meldungen zum Bahnprojekt Stuttgart – Ulm]. Website mit Stand vom 28. September 2010, abgerufen am 8. Oktober 2010

Kritiker nennen hingegen unter anderem den Engelbergtunnel und den Wagenburgtunnel, bei denen Probleme mit Anhydrit aufgetreten sind. [http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.leonberg-engelbergtunnel-wird-saniert.d4511f86-1292-4aec-a26e-27ee0a35fc92.html Engelbergtunnel wird saniert]. Stuttgarter Zeitung vom 23. August 2010, abgerufen am 11. Oktober 2011 [http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.millionensanierung-als-gruss-an-stuttgart-21.2ba825ba-f4ba-41c0-830b-95e6137f3e00.html Millionensanierung als Gruss an Stuttgart 21]. Stuttgarter Nachrichten vom 21. August 2010, abgerufen am 11. Oktober 2011.

Ökologie


miniatur|Bäume und Gehölze, die für den Bau des Tiefbahnhofs gefällt oder versetzt werden müssen
miniatur|Teil des mittleren Schlossgartens am Morgen des 1. Oktober 2010 nach nächtlichem Baumfällen

miniatur|Brache im Mittleren Schlossgarten, März 2012

Durch Stuttgart 21 sollen pro Jahr 310 Millionen Pkw-Kilometer im Fernverkehr sowie 67 Millionen Pkw-Kilometer im Nah- und Regionalverkehr eingespart werden.Volkswirtschaftliche Bewertung des Projekts Baden-Württemberg 21 (BW21), Gutachten im Auftrag des Innenministeriums Baden-Württemberg, Endbericht. 2009. Zusammen mit den durch die Neubaustrecke Wendlingen–Ulm realisierten weiteren Einsparungen von 630 Millionen Pkw-Kilometern im Jahr und unter Berücksichtigung der durch den Schienenverkehr verursachten Mehremissionen ergibt sich im Saldo eine erwartete Reduzierung der CO2-Emissionen um 176.800 Tonnen pro Jahr.

Im Zuge des Projekts werden rund acht Millionen Kubikmeter Abraum bewegt; allein auf den innerstädtischen Bereich mit dem Hauptbahnhof entfallen rund vier Millionen Kubikmeter. Der Abraum soll weitgehend über eigene Baustraßen und mittels Güterzügen abtransportiert werden. Ein Teil der Massen soll zur Verfüllung eines ehemaligen Braunkohletagebaus in Lochau sowie zur Rekultivierung eines Gipsbruches in Lauffen ob Rottweil verwendet werden.[http://www.suedwest-aktiv.de/region/neuekreisrundschau/rundschau_lokal/3360787/artikel.php Millionen Tonnen Erdreich]. In: Südwest Presse, 26. Januar 2008

In den Mittleren Schlossgarten soll im Zuge der Baumaßnahmen in einem rund 100 m breiten Streifen (zwischen dem heutigen Hauptbahnhof und dem Landespavillon) eingegriffen werden.DB ProjektBau GmbH (Hrsg.): Stuttgart 21: Talquerung mit Hauptbahnhof. 14-seitige Broschüre mit Stand von September 2005 Während der Bauarbeiten wird nach Bahnangaben zeitweise in 8 der 19 Hektar Fläche eingegriffen.5.000:282. In: Bahnprojekt Stuttgart–Ulm e. V., Sprecherbüro (Hrsg.): Dialog 21, {{ZDB-ID|2569219-7}}, Ausgabe 1, Juni 2010 ([http://bahnprojekt-stuttgart-ulm.de/de-DE/download/Dialog21-Ausgabe-01.pdf PDF-Datei], 588 kB), S. 1. Nach Abschluss der Bauarbeiten soll der Schlossgarten um 21 Hektar erweitert werden.Ohne Quelle

Der Planfeststellungsbeschluss sah vor, im Abschnitt 1.1 282 größere Bäume zu entfernen,Bahnprojekt Stuttgart-Ulm (Hrsg.): Projektsprecher Dr. Udo Andriof und Wolfgang Dietrich stellen Baumkonzept im Rahmen von Stuttgart 21 vor. Presseinformation vom 28. September 2010. davon 230Ohne Quelle im Mittleren Schlossgarten, aber auch rund um den Hauptbahnhof. Die im Schlossgarten zu fällenden Bäume haben einen Stammumfang von 80 bis 500 cm[http://www.parkschuetzer.de/wissenswertes „Wissenswertes“], Stellungnahme der Parkschützer, abgerufen am 12. Oktober 2010 und sind zum Teil rund 200 Jahre[http://www.esslinger-zeitung.de/stuttgart/s21/Artikel607749.cfm Bahn setzt bei 105 Bäumen die Axt an]. Esslinger Zeitung vom 29. September 2010. alt. Als ökologischer Ausgleich ist dafür die Pflanzung von 293 bis zu 12 m hohen Bäumen geplant. 30 Hektar neu geschaffene Grünflächen sollen ferner mit 5000 Bäumen und Sträuchern bepflanzt werden.Deutsche Bahn AG: [http://bahnprojekt-stuttgart-ulm.de/aktuelles_termine/aktuelles/20100226_1/default.aspx Die Platanenallee im Unteren Schloßgarten bleibt in ihrer Gesamtheit erhalten]. Presseinformation vom 26. Februar 2010. Nach dem Schlichterspruch vom 30. November 2010 sollen im Schlossgarten nur Bäume gefällt werden, die ohnehin wegen Krankheit oder Altersschwäche demnächst absterben würden, gesunde Bäume dagegen umgepflanzt werden.{{cite web|url=http://www.bahnprojekt-stuttgart-ulm.de/schlichtung-bestaetigt-s21/default.aspx|title=Schlichtung bestätigt S21|publisher=Bahnprojekt Stuttgart-Ulm|accessdate=2010-12-07}}Bahnprojekt Stuttgart-Ulm (Hrsg.): Baumverpflanzungen am Kurt-Georg-Kiesinger-Platz beginnen am Dienstag, 8. Februar 2011. Presseinformation vom 7. Februar 2011. 16 Bäume am Nordausgang wurden daraufhin im Februar 2011 versetzt.{{cite web|url=http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2812100_0_8682_-stuttgart-21-verpflanzung-ist-abgeschlossen.html|publisher=Stuttgarter Zeitung|accessdate=2011-2-12|title=Verpflanzung ist abgeschlossen|date=2011-02-11}} Bis zum 25. Februar 2012 wurden im Mittleren Schlossgarten 68 Bäume per Rundspatenmaschine versetzt und 116 gefällt.{{cite web|url=http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.mittlerer-schlossgarten-baumrodung-fuer-stuttgart-21-beendet.5b6fe334-a804-4f8a-b2de-a60698769f93.html|publisher=Stuttgarter Nachrichten|date=2012-2-25|accessdate=2012-5-7|title=Baumrodung für Stuttgart 21 beendet

}} Von den zu versetzenden Bäumen wurden 14 innerhalb des Schlossgartens und 54 innerhalb des Stadtgebiets versetzt.{{cite web|url=http://www.bahnprojekt-stuttgart-ulm.de/aktuelles_termine/aktuelles/20120127_1/default.aspx|title=Statement Wolfgang Dietrich im Rahmen der Pressekonferenz vom 27.01.2012|publisher=Bahnprojekt Stuttgart-Ulm|date=2012-01-27|accessdate=2012-01-27}} Die Auswahl der zu fällenden Bäume erfolgte durch ein Expertenforum um den Stuttgarter Professor Ortwin Renn, das auch ein Konzept für die Nutzung der Stämme als Totholz, für Kunstprojekte und Kinderspielplätze erarbeitet.

Die Oberfläche des Hauptbahnhofs soll im Bereich des Mittleren Schlossgartens begrünt werden. Im Zuge der Geländemodellierung soll über der Bahnhofshalle ein „leicht zugänglicher, relativ flacher Hügel“ entstehen, der dem Planfeststellungsbeschluss zufolge das Landschaftsbild nicht verändere.. Die Überwolbung beträgt zwischen 6 Metern am Bahnhofsturm und 3 Metern am Eingang Staatsgalerie. Im Mittleren Schlossgarten werden sich nach Fertigstellung des Bahnhofs zehn gläserne Lichtaugen der unterirdischen Bahnhofshalle mit je 15 Metern Durchmesser 4,3 m{{cite web|url=http://www.bahnprojekt-stuttgart-ulm.de/das_bahnprojekt/neue_bahnhoefe/hauptbahnhof_stuttgart/architektur/default.aspx|publisher=Bahnprojekt Stuttgart-Ulm|title=Die Architektur: Ein Bahnhof für das 21. Jahrhundert|accessdate=2010-11-17}} hochwölben. Da der Schlossgarten nicht mehr durch die Cannstatter Straße beschnitten wird, kommt der Planfeststellungsbeschluss zum Ergebnis, dass die Umgestaltung für das Stadtbild eine Verbesserung sei.

Im Unterschied zum Rosensteinpark ist der Schlossgarten nicht als FFH-Gebiet ausgewiesen, ist jedoch ein bedeutender Lebensraum des Juchtenkäfers. Der Planfeststellungsbeschluss sah keinen der damals als bewohnt bekannten Bäume zur Fällung vor. Alle gefällten Bäume werden auf Juchtenkäfer untersucht, die gegebenenfalls umgesiedelt werden.{{cite web|url=http://www.eba.bund.de/cln_031/nn_758326/SharedDocs/Publikationen/DE/Infothek/PF/Beschluesse/Baden__W/23__Stg21__1.5__Zuf__Feuerbach,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/23_Stg21_1.pdf|title=Planfeststellungsbeschluss nach § 18 Abs. 1 Allgemeines Eisenbahngesetz (AEG) für den Umbau des Bahnknotens Stuttgart „Projekt Stuttgart 21“ Planfeststellungsabschnitt 1.5 Zuführung Feuerbach und Bad Cannstatt von Bahn-km – 4,0 – 90,3 bis – 0,4 – 42,0 und – 4,8 – 64,4 bis – 0,4 – 42,0 in Stuttgart|format=PDF|publisher=Eisenbahnbundesamt Karlsruhe/Stuttgart|date=2006-10-13|accessdate=2012-04-30}} Bei der Fällung von Bäumen am 1. Oktober 2010 wurden bei dieser Untersuchung Larven des Juchtenkäfers in einer alten Platane gefunden und in eine Aufzuchtstation gebracht.{{cite web|url=http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2671552_0_9223_-richter-kritisieren-baumfaellung.html|title=Richter kritisieren Baumfällung|date=2010-10-15|accessdate=2010-10-24|publisher=Stuttgarter Zeitung|author=Thomas Braun}} Etwa 20 Bäume in der Nähe des Ferdinand-Leitner-Stegs, die möglicherweise Juchtenkäferpopulationen aufweisen, sollen dauerhaft erhalten und während der Bauphase geschützt werden.

Etwa 5,8 Millionen Kubikmeter Wasser sollen im Zuge des Projekts behandelt werden. Projektgegner befürchten eine Verschmutzung der Mineralquellen unter Stuttgart-Bad Cannstatt und eine Beeinträchtigung des Stadtklimas.Der Superbahnhof. In: Süddeutsche Zeitung, Nr. 264, 2004, {{ISSN|0174-4917}}, S. V1/13 Sobek weist darauf hin, dass der Horizont des Mineralwassers im Bereich des neuen Bahnhofs 50 m unter der Bodenplatte beginnt und sich zwischen der tiefsten Gründung und dem Mineralwasser noch eine 35 m starke, wasserundurchlässige Schicht befinde, die Grund- und Mineralwasser trenne.{{cite web|url=http://www.das-neue-herz-europas.de/werner-sobek/default.aspx|title="Hier sind doch keine Stümper am Werk"|publisher=Bahnprojekt Stuttgart-Ulm|date=2010|accessdate=2010-09-28}} Zudem lägen zahlreiche Tiefgaragen sowie S-Bahn- und Stadtbahn-Tunnel tiefer.

Denkmalpflege


miniatur|Abrissarbeiten am Nordflügel, 26. August 2010
{{Hauptartikel|Stuttgart Hauptbahnhof#Abbruch der Seitenflügel}}

Das Hauptgebäude des unter Denkmalschutz stehenden Hauptbahnhofs bleibt erhalten – dies schließt unter anderem Bahnhofshalle und Turm ein. Dagegen sollen die Seitenflügel abgerissen werden; der Nordseitenflügel wurde bereits abgerissen. Der Planfeststellungsbeschluss hält fest, dass die „verkehrlichen, betrieblichen und vor allem die städtebaulichen Vorteile des Projekts gegenüber dem jetzigen Zustand“ so schwer wiegen, dass „das öffentliche Interesse am uneingeschränkten Erhalt des Bonatzgebäudes hier hinter dem öffentlichen Interesse an der Verwirklichung des geplanten Vorhabens zurücktreten muss“.{{cite web|url=http://www.das-neue-herz-europas.de/de-DE/download/PFA_1_1.pdf|format=PDF|title=Planfeststellungsbeschluss nach § 18 Abs. 1 Allgemeines Eisenbahngesetz (AEG) für den Umbau des Bahnknotens Stuttgart „Projekt Stuttgart 21“ Planfeststellungsabschnitt 1.1 (Talquerung mit neuem Hauptbahnhof) von Bahn-km – 0,4- 42,0 bis Bahn-km + 0,4+32,0 in Stuttgart|publisher=Eisenbahnbundesamt Karlsruhe/Stuttgart|date=2005-1-18|accessdate=2010-10-18}}

Auch die rückwärtigen Gebäudeteile des denkmalgeschützten Gebäudes der alten Bundesbahndirektion sollen abgerissen werden. Mit dem Abriss des Südflügels wurde am 30. Januar 2012 begonnen.

Kosten und Finanzierung


{{Hauptartikel|Kosten und Finanzierung von Stuttgart 21}}

Kosten


miniatur|hochkant=1.41|Entwicklung der Kostenschätzungen für „Stuttgart 21“

Der Gesamtwerkumfang des Projekts wird von der Deutschen Bahn (Stand: März 2012) mit 4,330 Milliarden Euro angeben. Darin sei ein freier Puffer von 194 Millionen Euro enthalten.

Die prognostizierten Kosten waren im Laufe der Planung mehrfach angehoben worden. So schätzte die Machbarkeitsstudie von Anfang 1995 die Kosten (mit Preisstand 1993) zunächst überschlägig auf 4,807 Milliarden D-Mark (4,180 Mrd. DM Baukosten zzgl. 15 Prozent Planungszuschlag). Dies entspricht rund 2,45 Mrd. Euro. Auf Basis des Preis- und Planungsstandes von 1998 wurden später Gesamtkosten von 2,6 Milliarden Euro ermittelt.

Als Grundlage des Finanzierungsvertrags vom 30. März 2009 schätzte die Deutsche Bahn die Gesamtkosten 2008[http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/102/1610233.pdf Kosten des Bahnprojekts Stuttgart 21]. Bundestags-Drucksache 16/10233, 16. September 2008. auf 2,8104 Milliarden Euro (Realwert 2004)Deutsche Bahn AG: Aktueller Sachstand Stuttgart 21. Information (10 A4-Seiten) vom 10. Dezember 2009. beziehungsweise fortgeschrieben und nominalisiert auf 3,076 Milliarden Euro.Landtag von Baden-Württemberg (Hrsg.): [http://www.landtag-bw.de/WP14/Drucksachen/4000/14_4382_d.pdf Finanzierungsvereinbarung zum Bahnprojekt Stuttgart–Ulm]. Drucksache 14/4382 vom 22. April 2009.

Eine im Dezember 2009 vorgelegte, aktualisierte Kostenschätzung auf Basis der Entwurfsplanung und mit Preisstand von 2009[http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2314733_0_9223_-grube-wir-bauen-tunnels-und-keine-bunker.html Grube: Wir bauen Tunnels und keine Bunker]. In: Stuttgarter Zeitung, 12. Dezember 2009. beziffert die Gesamtkosten auf 4,088 Milliarden Euro.[http://www.welt.de/die-welt/wirtschaft/article5483083/Bahn-feuert-Vorstand-nach-Stuttgart-21-Debakel.html Bahn feuert Vorstand nach „Stuttgart 21“-Debakel]. In: Die Welt (Onlineausgabe), 10. Dezember 2009. Rund 3,2 Mrd. Euro davon sind Baukosten; 547 Mio. Euro sind Planungskosten. Darüber hinaus ist ein Zuschlag für Baupreissteigerungen von rund 322 Mio. Euro vorgesehen.[http://www.welt.de/die-welt/wirtschaft/article5494999/Stuttgart-21-soll-trotz-Mehrkosten-gebaut-werden.html „Stuttgart 21“ soll trotz Mehrkosten gebaut werden]. In: Die Welt, 11. Dezember 2009. Im Zuge der Schlichtungsgespräche im Herbst 2010 wurden die Kostenkalkulation durch drei Wirtschaftsprüfungsgesellschaften in begrenzter Tiefe geprüft. Demnach seien die Annahmen zu Optimierungspotentialen „eher als optimistisch einzuschätzen“, eine Überschreitung des Finanzierungsrahmens jedoch nicht absehbar sei, wobei die Bewertung zukünftiger Risiken mit hoher Unsicherheit behaftet sei.Märkische Revision, PricewaterhouseCoopers AG WPG, Susat & Partner OHG WPG (Hrsg.): [http://www.schlichtung-s21.de/fileadmin/schlichtungs21/Redaktion/pdf/101126/Wirtschaftspruefungsgesellschaften_Bericht%202010-11-26.pdf Bericht Schlichtungskreis zum Projekt Stuttgart 21 unter Leitung von Dr. Heiner Geißler. Stuttgart Gutachterliche Stellungnahme zum Stichtag 15. November 2010]. Dokument zum Schlichtungsgespräch vom 26. November 2010, S. 6, 107.

Kritiker ziehen die prognostizierten Kosten in Zweifel. So prognostizierte Mitte 2008 eine im Auftrag von BUND und Bündnis 90/Die Grünen erstellte Studie der Verkehrsberatung Vieregg-Rössler wahrscheinliche Gesamtkosten für Stuttgart 21 in Höhe von 6,9 bis 8,7 Milliarden Euro.Vieregg-Rössler GmbH (Hrsg.): [http://www.kopfbahnhof-21.de/fileadmin/downloads/S21-Kostenstudie-Langtext_mit_Grafiken.pdf Ermittlung der wahrscheinlichen Kosten des Projekts Stuttgart 21]. München, Juli 2008, S. 10. Der Bundesrechnungshof rechnete in einem Bericht Ende 2008, basierend auf Maßstäben des Bundesverkehrsministeriums, mit Mehrkosten von 1,2 Milliarden Euro und Gesamtkosten von 5,3 Milliarden Euro.Bundesrechnungshof: [http://www.leben-in-stuttgart.de/divers/BRH-Bericht_S21_16-5062.pdf Bericht des Bundesrechnungshofes gemäß § 88 Abs. 2 BHO über die Projekte Stuttgart 21 und Neubaustrecke Wendlingen – Ulm], Oktober 2008. Laut eines Medienberichts hätten Beamte des Landes Baden-Württemberg die Kosten im Herbst 2009 auf mindestens 4,9 Mrd. Euro geschätzt. Wahrscheinlicher sei jedoch ein Betrag von bis zu 6,5 Mrd. Euro. Der damalige Ministerpräsident Oettinger habe die Beamten angewiesen, von einer neuen Kostenberechnung abzusehen, da diese Zahlen „in der Öffentlichkeit schwer kommunizierbar“ seien.[http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,796112,00.html Regierung Oettinger verheimlichte Berechnungen]. In: Spiegel-Online, 6. November 2011. Abgerufen am 7. November 2011.

Finanzierung


Laut Machbarkeitsstudie von 1995 sollte die Finanzierung des Projekts durch den Verkauf von Grundstücken, durch Mehreinnahmen aus erhöhtem Fahrgastaufkommen, verbesserten Betriebsabläufen sowie Mitteln des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes erfolgen. Die Beteiligung privater Investoren war angedacht. Nach dem Ende 1995 vorgelegten Synergiekonzept sollten die Projektkosten von 4893 Mio. D-Mark etwa zur Hälfte (2175 Mio. DM) aus Grundstückserlösen finanziert werden. Durch den Bund sollten die Kosten zur Anbindung der Neubaustrecke nach Ulm (nach § 8 Abs. 1 BSchwAG) von 886 Mio. DM finanziert werden; weitere 350 Mio. DM als zinsloses Darlehen nach  8 Abs. 2 BSchwAG. Die übrigen 500 Mio. DM sollten nach Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz von Bund, Land und Kommunen finanziert werden. Auf Grundlage dieser Daten wurde am 7. November 1995 eine erste Finanzierungsvereinbarung für das Projekt unterzeichnet.Stuttgarter Hauptbahnhof soll untertunnelt werden. In: Süddeutsche Zeitung, Nr. 257, 1995, S. 1, {{ISSN|0174-4917}}

Mitte Februar 2001 einigten sich Bund und das Land Baden-Württemberg auf eine Vorfinanzierung des Bundesanteils durch das LandMilliardenprojekt „Stuttgart 21“ wird realisiert. In: Süddeutsche Zeitung, Nr. 38, 2001, S. 5, {{ISSN|0174-4917}} Dadurch sollte der Baubeginn um sieben Jahre auf 2004 vorgezogen werden.Meldung „Grünes Licht“ für Stuttgart 21. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 4/2001, S. 148, {{ISSN|1421-2811}}

Im Rahmen eines Memorandum of Understanding einigten sich am 19. Juli 2007 Bund, Land, Stadt, Bahn und der Verband Region Stuttgart darauf, den Baubeginn für Stuttgart 21 und der Neubaustrecke auf 2010 vorzuziehen. Am gleichen Tag wurde ein Eckpunktepapier für einen Finanzierungsvertrag abgeschlossen. Von Gesamtkosten in Höhe von 2,8 Milliarden Euro sollte die Deutsche Bahn 1,115 Mrd. Euro und das Land 685 Mio. tragen. Der Bund sollte sich mit Mitteln aus dem Bedarfsplan in Höhe von 500 Mio. Euro sowie nach Bundesschienenwegeausbaugesetz mit rund 200 Mio. Euro beteiligen.[http://www.magistrale.org/download/070719_Memorandum+of+Understanding.pdf Memorandum of Understanding zwischen der Bundesrepublik Deutschland (…), dem Land Baden-Württemberg (…), der Deutsche Bahn AG, der DB Netz AG, der DB Station&Service AG und der DB Energie GmBH (…), der Landeshauptstadt Stuttgart (…), dem Verband Region Stuttgart (…) zur Realisierung der Neubaustrecke Stuttgart – Ulm und des Projekts Stuttgart 21] mit Datum vom 19. Juli 2007 (PDF-Datei, 3 Seiten)

Der Deutsche Bundestag genehmigte mit dem Bundeshaushalt 2009 Bundesmittel in Höhe von insgesamt 1,55 Milliarden Euro für Stuttgart 21 und die Neubaustrecke zwischen Wendlingen und Ulm.{{cite web|url=http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2063353_0_9223_-berliner-koalition-gruenes-licht-fuer-stuttgart-21.html|publisher=Stuttgarter Zeitung|date=2008-10-24| accessdate=2011-12-28|author=Roland Pichler|title=Grünes Licht für Stuttgart 21}} Die Bundesmittel sollen ab 2014 zur Verfügung stehen. Bis dahin soll das Land Baden-Württemberg in Vorleistung treten. Die Bundesmittel sind über elf Jahre verteilt.{{cite web|url=http://www.das-neue-herz-europas.de/default.aspx?pg=be663e4d-7423-42e4-8af3-eca2a1a40088&datum=20091216&culture=de-DE&|title=Stuttgart 21: höchste Sicherheit bei Kosten und Tunnelbau|publisher=DB Mobility Logistics AG|date=2009-12-16|accessdate=2010-10-09}}

Nach dem Finanzierungsvertrag vom 30. März 2009 tragen die Gesamtkosten von 3,076 Milliarden Euro folgende Institutionen:
* Der Bund zahlt insgesamt fast 1,5 Milliarden Euro.
* Die Deutsche Bahn zahlt 1,3008 Milliarden Euro.
* Das Land Baden-Württemberg zahlt, mit Partnern, 501,8 Millionen Euro (darunter 112,4 Mio. Euro aus dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz-Bundesprogramm).

* Der Flughafen Stuttgart zahlt unmittelbar 107,8 Mio. Euro sowie weitere 112,242 Mio. Euro „zum Ausgleich für Betriebsverluste“; außerdem errichtet er auf eigene Kosten verschiedene Bauwerke und Anlagen.

Für die Aktualisierung der Bausumme im Rahmen der Entwurfsplanung wurde ein „Risikovorsorgebetrag“ von 1.450 Mio. Euro vorgesehen, der sich auf die Deutsche Bahn, Land, Stadt und den Flughafen Stuttgart aufteilt.

Auf Basis der im Dezember 2009 vorgelegten, aktualisierten Kostenschätzung verteilen sich die Gesamtkosten auf 4,088 Milliarden Euro wie folgt.
* Die Deutsche Bahn AG trägt 1,469 Milliarden Euro (davon 1.237 Mio. Euro Eigenmittel und 232 Mio. Euro Risikovorsorge),
* der Bund (einschließlich EU-Mittel) 1,229 Mrd. Euro,
* das Land Baden-Württemberg 823,8 Mio. Euro,
* die Landeshauptstadt Stuttgart 238,58 Mio. Euro,
* der Flughafen Stuttgart 227,2 Mio. Euro und

* der Verband Region Stuttgart 100 Mio. Euro.[http://www.das-neue-herz-europas.de/bahnprojekt/finanzierung/finanzierung-stuttgart21/default.aspx Finanzierung Stuttgart 21: Was kostet der Umbau des Bahnknotens Stuttgart?]. Dokument auf dem Internetauftritt das-neue-herz-europas.de, abgerufen am 5. Mai 2010

Die Mittel der EU in Höhe von 114,47 Mio. Euro fließen ausschließlich in das Stuttgart-21-Teilprojekt Neubaustrecke Stuttgart–Wendlingen.

Nach Auffassung des Juristen Hans Meyer ist diese Mischfinanzierung verfassungswidrig. Der Finanzierungsvertrag sei deshalb nichtig.Hans Meyer: [http://www.sueddeutsche.de/politik/verfassungsrechtler-meyer-finanzierungsvertraege-zu-stuttgart-sind-unwirksam-1.1130053 Finanzierungsverträge zu Stuttgart 21 sind unwirksam], Süddeutsche Zeitung, 10. August 2011, abgerufen am 31. August 2011

Kommunikation und Rezeption


Öffentlichkeitsarbeit


miniatur|hochkant=1.8|Großformatige Werbung für Stuttgart 21 im Bereich des ehemaligen Hauptbahnhof-Nordflügels. Im Vordergrund sind Teile des mit Kritik behangenen Bauzauns zu sehen.

Am 16. Juni 1998Beste Aussichten für Stuttgarts Zukunft. Das TurmForum Stuttgart 21 stellt sich vor. In: TurmForum Stuttgart 21 e. V. (Hrsg.): Das Projekt Stuttgart 21. Begleitbuch zur Ausstellung im TurmForum Stuttgart 21, Seiten 10 f. wurde in einem Teil des Bahnhofsturms am Hauptbahnhof das Informationszentrum Turmforum zu Stuttgart 21 und der Neubaustrecke nach Ulm eröffnet. Die über vier Etagen führende multimediale Ausstellung wirbt für das Gesamtprojekt und die damit verbundenen städtebaulichen Entwicklungsmöglichkeiten. Der Eintritt ist kostenlos. Die jährlichen Kosten von rund 900.000 Euro teilen sich Bahn und Stadt im Verhältnis zwei zu eins.Turmforum wird erweitert. In: Eßlinger Zeitung, 31. Dezember 2007 Bis November 2010 wurden 2,4 Millionen Besucher gezählt (bis Ende 2007: rund zwei Millionen Besucher).Bahnprojekt Stuttgart-Ulm e.V.: [http://www.das-neue-herz-europas.de/aktuelles_termine/aktuelles/20101124_1/default.aspx Turmforum zieht viele Besucher in den Hauptbahnhof]. Presseinformation vom 24. November 2010

Im Sommer 2009 wurde der Landtagsabgeordnete Wolfgang Drexler (SPD) zum Projektsprecher ernannt.[http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2139208_0_9223_-neuer-botschafter-wolfgang-drexler-gestatten-mister-stuttgart-21.html Gestatten, Mister Stuttgart 21], Stuttgarter Zeitung vom 24. Juli 2009. Da seine Partei Mitte September 2010 einen Baustopp für Stuttgart 21 bis zur Durchführung eines landesweiten Volksentscheids forderte, trat Drexler am 17. September 2010 von diesem Posten zurück.[http://www.das-neue-herz-europas.de/siteutilities/header/presse/20100917/default.aspx Die Sprecherfunktion ist nicht mehr vereinbar mit der Haltung der SPD im Land und im Bund]. Pressemitteilung vom 17. September 2010. Seit 24. September 2010 fungiert Wolfgang Dietrich als Projektsprecher.Bahnprojekt Stuttgart–Ulm e.V. (Hrsg.): [http://www.das-neue-herz-europas.de/aktuelles_termine/aktuelles/20100924_1/default.aspx Neue Sprecher des Bahnprojekts Stuttgart-Ulm werden ehemaliger Regierungspräsident Dr. Udo Andriof und Unternehmer Wolfgang Dietrich]. Presseinformation vom 24. September 2010. Der ebenfalls zu diesem Termin berufene Udo Andriof trat Anfang Mai 2011 zurückKommunikationsbüro Bahnprojekt Stuttgart–Ulm (Hrsg.): [http://www.das-neue-herz-europas.de/siteutilities/header/presse/20110502/default.aspx Dr. Udo Andriof beendet Sprecheraufgabe beim Bahnprojekt Stuttgart-Ulm]. Presseinformation vom 2. Mai 2011 und beendete seine Tätigkeit Ende Mai 2011.

Das 'Stuttgart-21-Kommunikationsbüro' hatte zu dieser Zeit zwölf Mitarbeiter. Es hat die Rechtsform eingetragener Vereinstuttgarter-nachrichten.de 1. April 2011: [http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.stuttgart-21-projektsprecher-andriof-zieht-sich-zurueck.2e34f744-97fe-4404-8527-eb8b160e9356.html Projektsprecher Andriof zieht sich zurück]. und soll nach Andriofs Ausscheiden neu organisiert werden (Stand: April 2011).[http://www.staatsanzeiger.de/politik-und-verwaltung/nachricht/artikel/neuordnung-im-stuttgart-21-kommunikationsbuero/ staatsanzeiger.de 1. April 2011].

Proteste und Schlichtung


{{Hauptartikel|Protest gegen Stuttgart 21|titel1=Protest gegen Stuttgart 21}}
miniatur|hochkant=1.41|Mahnwache am Nordeingang des Stuttgarter Hauptbahnhofs
miniatur|hochkant=1.8|Demonstration am 13. August 2010 vor dem Rathaus
miniatur|Wasserwerfer im Mittleren Schlossgarten, 30. September 2010
miniatur|Kundgebung im Mittleren Schlossgarten, 1. Oktober 2010

Meinungsumfragen ergaben Mehrheiten für und gegen das Bahnprojekt in der Bevölkerung. Nach einer Ende August 2010 durchgeführten Umfrage lehnten in der Stadt 67 % das Projekt ab, 30 % befürworteten es und 3 % waren unentschieden, im Land Baden Württemberg waren 51 % gegen das Projekt und 26 % dafür.[http://www.stern.de/politik/deutschland/stern-umfrage-baden-wuerttemberger-sind-gegen-stuttgart-21-1598988.html Baden-Württemberger sind gegen „Stuttgart 21“]. In: stern.de, 1. September 2010 Das Institut TNS Forschung hingegen ermittelte im Oktober 2010 abweichende Zahlen mit 46 % Zustimmung und 43 % Ablehnung zu Stuttgart 21 in Baden-Württemberg.[http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,722189,00.html Umfrage sieht Ländle-Grüne bei 32 Prozent]. In: Spiegel-Online, 9. Oktober 2010 Die Forschungsgruppe Wahlen ermittelte im November 2010 eine Zustimmung im Land von 40 % und eine Ablehnung von 39 %.{{cite web|url=http://www.zeit.de/politik/deutschland/2010-11/stuttgart-21-gegner-befuerworter|title=Gegner und Befürworter von Stuttgart 21 gleichauf|publisher=Die Zeit|accessdate=2010-11-28|date=2010-11-26}} Nach einer repräsentativen Umfrage Anfang Dezember 2010 im Auftrag des Südwestrundfunks und der Stuttgarter Zeitung befürworteten 54 % der Bürger in Baden-Württemberg das Bahnprojekt; 28 % lehnten es ab.[http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2010-12/stuttgart21-merheit-befuerworter Mehrheit spricht sich jetzt für Stuttgart 21 aus. Zeit Online, 2. Dezember 2010]

Am 14. November 2007 wurden im Rathaus 61.193 gültige Unterschriften für ein Bürgerbegehren übergeben, das auf einen Ausstieg der Stadt aus dem Projekt abzielte; notwendig waren 20.000. Der Antrag auf Zulassung des Bürgerentscheids wurde am 20. Dezember 2007 vom Stuttgarter Gemeinderat mit 45 zu 15 Stimmen mit der Begründung abgelehnt, dass er rechtlich unzulässig sei. Das Regierungspräsidium Stuttgart und das Verwaltungsgericht Stuttgart wiesen Widersprüche von Vertretern des Bürgerentscheids zurück.

Seit der offiziellen Entscheidung für die Umsetzung des Projekts gibt es zahlreiche Protestaktionen. Seit November 2009 finden wöchentlich sogenannte Montagsdemonstrationen mit mehreren tausend Teilnehmern statt.[http://www.zeit.de/2010/11/WOS-Stuttgart Vereint gegen das Milliardenloch]. In: Die Zeit, Nr. 11, 11. März 2010 Zu den Organisatoren des Protestes gehören die Bürgerinitiative Leben in Stuttgart, der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland und der Kreisverband von Bündnis 90/Die Grünen. Gemeinsam wurde das Alternativkonzept Kopfbahnhof 21 entwickelt und Unterschriften für ein Bürgerbegehren gesammelt. Die im Dezember 2009 gegründete Initiative Parkschützer setzt sich primär gegen das vorgesehene Fällen von Bäumen im Schlossgarten ein.

Am 30. September 2010 demonstrierten mehrere tausend Menschen gegen die bauvorbereitenden Maßnahmen im Mittleren Schlossgarten, in deren Rahmen 25 Bäume gefällt werden sollten. Bis zu 400 Menschen wurden bei der Räumung des Schlossgartens durch den Einsatz von Schlagstöcken, Wasserwerfern und Pfefferspray durch die Polizei verletzt.[http://www.focus.de/politik/deutschland/stuttgart-21-hunderte-verletzte-nach-polizeieinsatz_aid_557820.html Hunderte Verletzte nach Polizeieinsatz] Focus vom 30. September 2010 Zwei Demonstranten wurden schwer an den Augen verletzt,[http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2659225_0_9223_-nach-polizeieinsatz-demonstranten-drohen-zu-erblinden.html Demonstranten drohen zu erblinden], Online-Bericht der Stuttgarter Zeitung, abgerufen am 6. Oktober 2010 einer davon, der Ingenieur Dietrich Wagner, ist nahezu erblindet.[http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,736829,00.html Fast erblindeter Aktivist will Entschuldigung von Mappus]. Spiegel Online, 28. Dezember 2010 Der Polizeieinsatz führte zu 380 Strafanzeigen gegen Polizeibeamte sowie 121 gegen Demonstranten, aus denen bislang 104 Ermittlungsverfahren hervorgingen, davon 19 gegen Polizisten.[http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2827513_0_9223_-124-justizverfahren-zum-quot-schwarzen-donnerstag-quot-.html 124 Justizverfahren zum „schwarzen Donnerstag“]. In: Stuttgarter Zeitung, 23. Februar 2011

Am Folgetag demonstrierten laut Polizeiangaben mindestens 50.000 Menschen (laut Veranstalter: rund 100.000) im Mittleren Schlossgarten.[http://www.n-tv.de/politik/100-000-demonstrieren-gegen-Stuttgart-21-article1617061.html 100.000 demonstrieren gegen Stuttgart 21]. n.tv vom 1. Oktober 2010 Am 9. Oktober 2010 fand die bislang größte Demonstration gegen das Projekt statt (Stand: 10. Oktober 2010). Die Polizei sprach von mindestens 63.000 Teilnehmern, die Veranstalter von rund 150.000.[http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,722269,00.html Neue Massendemo gegen Bahnhofsprojekt]. Spiegel Online, 9. Oktober 2010

Seit Mitte September 2010 gibt es auch nennenswerte Demonstrationen der Befürworter des Projekts. An der bisher teilnehmerstärksten Kundgebung am 23. Oktober 2010 nahmen nach Polizeiangaben 7.000 Teilnehmer teil.{{Internetquelle
| url = http://org.polizei-bwl.de/ppstuttgart/Presse/Pressemitteilungen/2010_10_23_Stuttgart%2021-%20Demonstrationen%20für%20Stuttgart%2021%20und%20gegen%20Stuttgart%2021.pdf
| titel = Stuttgart 21- Demonstrationen für Stuttgart 21 und gegen Stuttgart 21
| hrsg = Polizeipräsidium Stuttgart
| datum = 2010-10-23
| zugriff = 2010-11-12

}}

Vom 22. Oktober bis 27. November 2010 fanden acht von Heiner Geißler (CDU) moderierte „Schlichtungsgespräche“ zwischen Vertretern von Projektbefürwortern und -gegnern statt,[http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2681097_0_9223_-schlichtung-zu-stuttgart-21-gegner-rechnen-mit-bahn-und-land-ab.html Gegner rechnen mit Bahn und Land ab]. In: Stuttgarter Zeitung, 22. Oktober 2010 die live im Internet und im Fernsehen verfolgt werden konnten.[http://www.fr-online.de/politik/faktencheck-im-rathaus/-/1472596/4764162/-/index.html Faktencheck im Rathaus]. In: Frankfurter Rundschau, 22. Oktober 2010 An acht Sitzungstagen wurde rund 60 Stunden diskutiert.Votum für „Stuttgart 21 plus“. In: Handelsblatt. Nr. 233, 2010, {{ISSN|0017-7296}}, S. 10 f. Bis zum Abschluss der Gespräche sollte ein Teil der Bauarbeiten ruhen und keine neuen Aufträge vergeben werden.[http://www.sueddeutsche.de/politik/schlichtung-zu-stuttgart-nach-zwei-stunden-am-toten-punkt-1.1012658 Nach zwei Stunden am toten Punkt]. In: Süddeutsche Zeitung, Nr. 240, 2010, S. 2, {{ISSN|0174-4917}}

Am 30. November 2010 sprach sich Geißler in seinem Schlichterspruch im Grundsatz für das Projekt aus und schlug eine Reihe von Veränderungen unter dem Titel Stuttgart 21 Plus vor,[http://www.schlichtung-s21.de/fileadmin/schlichtungs21/Redaktion/pdf/101130/2010-11-30_Schlichterspruch_Stuttgart_21_PLUS.pdf Schlichtung Stuttgart 21 PLUS] (PDF-Datei). 30. November 2010 darunter den Erhalt der Gäubahn, sowie zusätzliche Kapazitätsreserven bei den Zulaufstrecken und im Bahnhof. Welche Vorschläge zur Kapazitätssteigerung realisiert werden, sollte nach einem sogenannten „Stresstest“, einer Betriebssimulation mit um 30 Prozent erhöhter Belegung, entschieden werden.{{cite web|url=http://www.faz.net/s/Rub0F6C1ACA6E6643119477C00AAEDD6BD6/Doc~E6B1D4CBD3D8A4FCAAE3A89606410B944~ATpl~Ecommon~Scontent.html|title=„Geißler hat eine große Chance verpasst“

|date=2010-12-01| accessdate=2011-12-28|publisher=FAZ.NET}}

Die Ergebnisse der von SMA + Partner überprüften Simulationsläufe wurden im Juli 2011 vorgestellt.http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,775736,00.html Dokument vom 21. Juli 2011 Demnach könne der Durchgangsbahnhof laut dem 200-seitigen Audit des Schweizer Prüfbüros 30 Prozent mehr Zugankünfte als der heutige Kopfbahnhof zur Spitzenstunde verarbeiten.SMA AG Zürich, Audit zur Betriebsqualitätsüberprüfung Stuttgart 21 - Schlussbericht[http://www.deutschebahn.com/site/shared/de/dateianhaenge/presse/stuttgart21__stresstest.pdf], Zürich, 21. Juli 2011.

Bei der Diskussion der SMA-Ergebnisse am 29. Juli 2011 legte Heiner Geißler einen von ihm und SMA ausgearbeiteten Kompromissvorschlag unter dem Titel „Frieden in Stuttgart“ vor. Demnach sollte der Fernverkehr weitgehend in einen neu zu bauenden viergleisigen unterirdischen Bahnhofsteil verlegt werden, während der Nahverkehr weitgehend in einem auf 10 bis 12 Gleise verkleinerten oberirdischen Teil verbleiben würde. Die Kosten dieser Lösung wurden, auf Preisbasis von Stuttgart 21, mit 2,5 bis 3,0 Milliarden Euro angegeben.Heiner Geißler, SMA + Partner AG: Frieden in Stuttgart - Eine Kompromiss-Lösung zur Befriedung der Auseinandersetzungen um Stuttgart 21[http://www.schlichtung-s21.de/fileadmin/schlichtungs21/Redaktion/pdf/110729/frieden_in_stuttgart.pdf]. Dokument vom 29. Juli 2011. Während die Gegner von S21 den Vorschlag begrüßten, lehnte ihn die Deutsche Bahn ab.Ohne Quelle Die Landesregierung von Baden-Württemberg legte im Oktober 2011 eine gemeinsame Beurteilung mit teilweise unterschiedlichen Einschätzungen der Koalitionspartner vor.Landesregierung Baden-Württemberg: „Bewertung der Kombinationslösung von Dr. Heiner Geißler / SMA und Partner durch die Landesregierung“ [http://www.mvi.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/102287/Bewertung_der_Landesregierung.pdf?command=downloadContent&filename=Bewertung_der_Landesregierung.pdf] Stuttgart Okt. 2011, abgerufen am 23. Oktober 2011.

Der Begriff Stuttgart 21 wurde bei der Wahl zum Wort des Jahres 2010, nach „Wutbürger“, auf den zweiten Platz gewählt.Gesellschaft für deutsche Sprache (Hrsg.): »Wutbürger« zum Wort des Jahres 2010 gewählt. Pressemitteilung vom 17. Dezember 2010.

Literatur


* Roland Ostertag: Die entzauberte Stadt. Plädoyer gegen die Selbstzerstörung. Peter-Grohmann-Verlag, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-927340-83-1

* Lutz Aichele: Oben leben: Warum Stuttgart 21 keine Alternative braucht. Schröderscher Buchverlag, Diepholz 2011, ISBN 978-3-89728-071-7

Weblinks


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{{Wikinews|Kategorie:Stuttgart 21}}
* [http://www.bahnprojekt-stuttgart-ulm.de/ Bahnprojekt Stuttgart–Ulm – Offizielle Projektseite]
* [http://www.schlichtung-s21.de/ Schlichtung S21]
* [http://www.kopfbahnhof-21.de/ Aktionsbündnis Kopfbahnhof 21]
* [http://www.stuttgart.de/stuttgart21/ Informationsseiten der Landeshauptstadt Stuttgart]
* [http://www.fuerstuttgart21.de/ Informationsseite der IG „Bürger für Stuttgart 21“]

* [http://www.biss21.de/ „Bürger-Informations-System (BISS21)“]

Einzelnachweise


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Kategorie:Projekt (Städtebau)
Kategorie:Schienenverkehr (Baden-Württemberg)

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