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Toilette

17.05.2012 @ 14:10, CherryX,

{{Dieser Artikel|behandelt die sanitäre Einrichtung; weitere Bedeutungen sind unter Toilette (Begriffsklärung) und Latrine (Begriffsklärung) aufgeführt.}}

Die Toilette /{{IPA|to̯aˈlɛtə}}/ (von frz. toile ,Tuch’), auch Abort, Klo(sett) (von frz. Closet), Latrine, 00 oder WC (von engl. water closet ,Wasserklosett’) ist eine sanitäre Vorrichtung zur Aufnahme von Körperausscheidungen (insbesondere Kot und Urin). Daneben wird der Raum, in dem sich eine solche Vorrichtung befindet, ebenfalls Toilette genannt.

miniatur|Verkehrsschild an Bundesautobahnen in Deutschland

miniatur|Historischer Toiletten-Hinweis

Begriff


miniatur|Donnerbalken

Der Begriff Toilette leitet sich vom französischen toile, toilette ab, dem Tuch bzw. kleinem Tuch, mit dem man sich für seine Notdurft von der Umgebung abschirmte. Andere – zumeist scherzhafte und/oder veraltete/veraltende – Bezeichnungen für diesen (kleinen) Raum sind der Lokus (von lat. locus necessitatis „Ort der Notdurft“), die Latrine (lat. lavare „sich baden/waschen“), das Privé (franz. privé „vertraulich, privat“), die Retirade (lat.-ital.-franz. „Ort des Rückzugs“), der Abtritt (eine Variante des Austretens), der Abort oder auch das stille Örtchen. Vulgärbezeichnungen sind Scheißhaus, Schlotte – eigentlich ein Hohlraum in wasserlöslichem Gestein – oder besonders im Militärjargon Donnerbalken, in Österreich und Bayern auch Häusl. Früher übliche Begriffe waren Haymlichkeit (auch Heimlichkeit) oder haymlich Gemach (auch heimliches Gemach) oder Dansker (auch Danzker, Danziger). Alle diese Worte zeigen das hohe Schamgefühl gegenüber dem vielleicht intimsten Thema sowie den Wunsch nach dem Alleinsein und sind damit Euphemismen, die sich aus Dingen der Umgebung der Toilette ableiten lassen; keines meint in seinem Ursprung die Schüssel selbst.

Hinweisschilder an Toiletten tragen oft die Aufschrift 00 oder 0. Das ergab sich, weil in Hotels im 19. Jahrhundert diese Räume in einer Etage, und zwar üblicherweise in der Nähe des Aufzugs oder des Treppenhauses lagen. Da dort ebenfalls die Nummerierung der Zimmer begann, trugen die Toilettenräume die Zimmernummer 0 bzw. 00.

Geschichte


miniatur|Antike öffentliche 180latrinae181 in [[Ostia Antica]]
miniatur|Militärische Mannschaftstoilette im Kastell Housesteads am [[Hadrianswall; im Hintergrund ist der Spülwasserbehälter zu sehen.]]

miniatur|hochkant|Schultoilette aus Portz um 1900 im [[Volkskunde- und Freilichtmuseum Roscheider Hof]]

Die Existenz von Latrinen war oft für die am Ort vorhandenen Gerber wichtig, weil sie das aus dem Urin gewonnene Ammoniak zum Gerben verwandten. Das Sprichwort »Pecunia non olet« (Geld stinkt nicht) hat seinen Ursprung in einer römischen Latrinensteuer.

Gut ausgebaute Abortanlagen gab es bereits um 2800 v. Chr. in Mesopotamien. In den Städten des Altertums mündeten die Abflüsse in die großen Abwasserkanäle, die sogenannten Kloaken. Die bekannteste war die Cloaca Maxima in Rom. Die Römer besaßen auch WCs, Latrinen, bei denen die Fäkalien hygienischer durch fließendes Wasser entfernt wurden, insbesondere in öffentlichen Anlagen, Häusern der Reichen und in villae rusticae (Landhäusern von Großgrundbesitzern).Andreas Hensen: Stille Örtchen im Römischen Reich. In: Archäologie in Deutschland 1 (2012), S. 8-13. Diese Technologie ging mit dem Ende des Römischen Reiches verloren.

Im Mittelalter gab es in isoliert stehenden Gebäuden, etwa Burgen oder Klöstern, Toiletten in Form von Nischen und Erkern (Aborterker), die oft einfach ins Freie führten. Im städtischen Bereich wurden Toiletten in der Regel als Sickergruben angelegt.

Auch in großzügigen Schloss- und Palaisbauten des 17. und 18. Jahrhunderts war die Beseitigung der Abwässer und Fäkalien noch ungelöst. Die unzureichende Ausstattung hatte zur Folge, dass für die Notdurft ohne Hemmungen Korridore, Flure, Raumecken, Eingänge und Durchfahrten sowie Höfe, Gärten und Parkanlagen benutzt wurden und ein penetranter Geruch die Schlösser durchzog. Die Abwässer wurden in Gräben, Gewässer oder Kanäle geleitet (→ Necessarium) oder sie versickerten einfach im Boden. Die Anlage von Sammelrohren wurde zwar angestrebt, aber kaum durchgeführt. Die Hauswasserversorgung erfolgte meist durch hauseigene Pumpen, Schöpf- und Ziehbrunnen, mit der Gefahr der Verseuchung durch ungeklärte Abwässer. Schlafgemächer und Kabinette waren mit tragbaren Leibstühlen oder kleinen Lavoirs ausgestattet.

Im Jahr 1596 erfand Sir John Harington das Wasserklosett, seine Erfindung geriet aber wieder in Vergessenheit. 1775 erhielt der englische Erfinder Alexander Cummings das Patent für seine Ausführung eines Wasserklosetts. 1777 erhielt Samuel Prosser ein Patent für ein 'plunger closet'. Ein Jahr später entwickelte Joseph Bramah einen Toilettentyp, der häufig auf Schiffen und Booten eingebaut wurde.

[http://www.theplumber.com/closet.html http://www.theplumber.com] Gazeneuve et Companie erfand in Paris zu Beginn des 19. Jahrhunderts den geruchlosen beweglichen Abtritt, der viel zu einem verbesserten Wohnwert beitrug. Er verbreitete sich rasch und beschäftigte unter anderem den Münchner Architekten Leo von Klenze, der diese technische Innovation 1822 im neu erbauten Palais Leuchtenberg installierte.

Wo in Deutschland die erste Toilette mit Wasserspülung installiert wurde, ist strittig. Bekannt ist, dass im Schloss Ehrenburg in Coburg 1860 eine installiert wurde. Sie wurde damals für Queen Victoria, die dort häufig zu Gast war, eigens aus England importiert. Älter ist das WC im Schloss Bad Homburg. Die Ehefrau von Landgraf Friedrich Josef VI., Elisabeth, eine Tochter des englischen Königs Georg III., ließ bereits 1820 eine Toilette mit Wasserspülung bauen. Diese ist nicht mehr erhalten, da sie späteren Renovierungen zum Opfer gefallen ist.

Besonders für das Mittelalter und die frühe Neuzeit sind Latrinen wichtige archäologische Quellen, da außer den Exkrementen auch andere Abfälle in die Gruben gelangten und die Erhaltungsbedingungen für organisches Material wegen des Sauerstoffmangels und dadurch fehlender Oxidations- und Gärprozesse dort meist gut sind.

Typen


miniatur|WC-Flachspülbecken mit nicht wassersparendem Spülsystem, stehend
miniatur|hochkant|Toilettenhäuschen in Berlin, umgangssprachlich [[Café Achteck]]

miniatur|hochkant|Frei stehende Latrine (El Salvador)

Porzellanstandardbecken


Am weitesten verbreitet ist WC aus Porzellan mit Toilettenspülung und Kanalisation. Hierbei gibt es drei Hauptbauarten:
;Tiefspüler: Sitzklo, bei dem die Ausscheidungen in das Wasser eines Siphons fallen, der sich unter dem Gesäß des Benutzers befindet. Dadurch ist die Geruchsentwicklung gering, weil das Wasser den Kontakt der Exkremente mit der Raumluft verhindert. Ein Nachteil gegenüber dem Flachspüler ist jedoch, dass das Wasser oft an das Gesäß hochspritzt. Diese Form ist zum Beispiel in Nordamerika, Frankreich und England sowie zunehmend in Deutschland üblich. Eine Abwandlung des Spülsystems ist das Kaskaden-WC, der Ablauf zum Siphon ist hierbei hinten (wandseitig).[http://www.sanitaer-pfau.de/tipps/wc-komfort/ Kaskadentoilette] Der Spülvorgang unterscheidet sich bei europäischen und nordamerikanischen Toiletten: während in Europa das beim Spülen einlaufende Wasser die Exkremente wegtransportiert, wird in Nordamerika zunächst der Inhalt der Schüssel durch Sog entleert und dann wieder aufgefüllt. Der Wasserstand in europäischen Tiefspülern ist auch wesentlich niedriger als in Nordamerika.
;Flachspüler: Sitzklo, bei dem sich unter dem Gesäß des Benutzers eine Art Stufe befindet, auf die die Ausscheidungen fallen. Die Ausscheidungen verschwinden erst beim Spülen über das Siphon in das Abwassersystem. So besteht die Möglichkeit, eine Stuhlprobe zu nehmen, wie es in Krankenhäusern und bei Ärzten sinnvoll ist. Der größte Nachteile dieser Bauart ist die starke Geruchsentwicklung, weswegen öffentliche und private Toiletten seit den Neunzigern auf Tiefspüler umgerüstet wurden und werden. Der Ablauf zum Siphon ist beim Flachspüler vorne (zur Raummitte).
miniatur|hochkant|Hockklo an einer französischen Autobahntankstelle
miniatur|Bei Sitztoiletten in arabischen Ländern sind stets ein Wasserschlauch (links) und ein Abfalleimer (rechts) zu finden.

;Hocktoilette: bei einer Hocktoilette (manchmal auch Stehtoilette genannt) sitzt der Benutzer auf keiner Schüssel, sondern befindet sich in Hocke. Die Toilette kann dabei ein einfaches Loch oder eine Rinne im Boden sein, inzwischen gibt es aber auch größere, beckenähnliche Konstruktionen. Da kein Kontakt entsteht, werden Hocktoiletten oftmals als besonders hygienisch angesehen, für Unerfahrene ist die Benutzung aber durchaus schwierig. Hocktoiletten sind in Asien, Südeuropa und islamischen Ländern verbreitet. Wenn die Einheimischen gezwungen sind, ein Sitzklo zu benutzen, so tun sie dies, indem sie sich auf die Klobrille stellen und eine hockende Haltung einnehmen. Dies führt zu deren Verschmutzung und Unbenutzbarkeit für die Nachfolgenden. Bei dauerhaftem Missbrauch ergeben sich Verkratzungen, die eine ordnungsgemäße Benutzung nicht mehr möglich machen. Dies ist insbesondere in öffentlichen Toiletten der Vereinigten Arabischen Emirate ein Problem.

In vielen europäischen Ländern, aber auch z. B. in Japan haben sich heute Toiletten durchgesetzt, bei denen wahlweise mit viel oder mit wenig Wasser gespült werden kann („Spül-Stopp-Wasserspartechnik“, „Zwei-Mengen-Spülsystem“ o. ä.). In anderen Ländern, wie den USA, wo die Hersteller eher mit generell wassersparenden Toiletten experimentieren, sind Toilettenspülungen mit Wahlschalter noch kaum im Handel.

Bauarten in Verkehrsmitteln


Offene Bauart


Bei der „offenen Bauart“ spricht man auch von einer Fallrohrtoilette, bei der die Entleerung direkt nach außen erfolgt. Bei der Eisenbahn war dies früher das am weitesten verbreitete System. Den Vorteilen der einfachen Bauart, der ständigen Verfügbarkeit und der nicht notwendigen Entleerung stehen Verschmutzungs- und Umweltprobleme gegenüber. Im Bereich der Deutschen Bahn dürfen nach Anwohnerklagen Fahrzeuge mit offenen Toiletten nicht mehr eingesetzt werden.

Geschlossene Bauart


Toiletten mit geschlossener Bauart haben einen Abwassertank, der normalerweise alle ein bis zwei Tage ins Abwasser entleert wird. Die geschlossenen Bauarten (mit oder ohne Behandlung der Abwässer) werden heute überwiegend per Unterdruck entleert; dies ermöglicht es, beim Spülen Wasser zu sparen. Man kann bei dieser Bauart unterscheiden zwischen:
;Vakuumtoiletten: Vakuumtoiletten werden in Flugzeugen, auf Schiffen, modernen Zügen sowie in der bemannten Raumfahrt eingesetzt. Toiletten im Weltraum sind wegen der fehlenden Schwerkraft nach einem staubsaugerähnlichen Prinzip konstruiert. Die Öffnung ist nur ca. handtellergroß, und die Benutzung muss trainiert werden.
;Chemische Behandlung der Abwässer: Vorteil von Chemietoiletten ist, dass das Abwasser weniger oft entsorgt werden muss; Nachteil sind die umweltschädlichen Chemikalien.

;Biologische Behandlung der Abwässer: Dabei wandeln Mikroorganismen das Abwasser so um, dass der Wasseranteil wieder als Brauchwasser verwendet werden kann. Biologische Toiletten ermöglichen lange Entleerungszyklen. Nachteil ist, dass das System „umkippen“ kann, wenn beispielsweise die WC-Muschel mit den falschen Chemikalien gereinigt wird.

Weitere Toilettenformen


* Donnerbalken („Plumpsklo“, „Reihenklosett“)
* Toilette mit Sickergrube
* Toilette mit antiseptischem Tank
* Toilette mit septischem Tank und Klärbeet für flüssige Fäkalien
* Komposttoilette bzw. Trockentrenntoilette (TTC) (auch Trockenklo): Toilette mit Feststoffkompostierung und Urintrennung
* Komposttoilette ohne Urintrennung
* Abortkübel – Bergmannsklo für die Bergleute unter Tage
* Bedürfnisanstalt – Öffentliche größere Toilettenanlage
* Bordtoilette auf Schiffen, in Flugzeugen, Zügen oder Reisebussen
* Feuerklosett – um 1900 in der Entwicklung befindliche Art von Bedürfnisanstalten mit integrierter Verbrennung der Exkremente
* Steckbecken, Urinflasche, Nachttopf – Behälter zur Darm- und Blasenentleerung

Alternativ werden zunehmend auch Vakuumtoiletten dort eingebaut, wo eine Stoffstromseparation notwendig ist (z. B. radiologische Abteilung von Krankenhäusern) oder wo eine ökologische Abwasserbehandlung mit Anaerobverfahren vorgesehen ist. Teilweise werden auch Toiletten mit der Möglichkeit einer Urinseparation erprobt.

Recht


Die Pflicht zur Errichtung von Toiletten kann sich aus verschiedenen Rechtsnormen ergeben. In Deutschland regeln die Bauordnungen der Länder den Bau von Toiletten, die in der Regel über Wasserspülung verfügen müssen. Teilweise sind auch Toiletten für Rollstuhlfahrer vorzusehen. Die Arbeitsstättenverordnung schreibt vor, dass Arbeitnehmern für Männer und Frauen getrennte Toilettenräume bereitgestellt oder eine getrennte Nutzung ermöglicht werden muss. Weitere Vorschriften finden sich im Gaststättenrecht. Für kleine Gaststätten schreiben nicht mehr alle Bundesländer getrennte Toiletten vor.
miniatur|hochkant| [[Mobile Toilettenkabine, wie sie auf Baustellen und bei Großveranstaltungen eingesetzt wird]]

miniatur|hochkant|Nutzungshinweise eines öffentlichen automatischen WCs

Sonstiges

miniatur|hochkant|Typische [[Toiletten in Japan|Toilette in Japan mit Bedienelementen]]

Es gibt weltweit etwa 2,5 Milliarden Menschen, die keinen Zugang zu Toiletten haben.[http://www.zeit.de/2010/24/T-Einwegtoilette Kompostierbare Tüten sollen Hygieneprobleme lösen und Krankheiten vermeiden] Die Zeit vom 10. Juni 2010

Geschlechtspezifisches


Eine Trennung nach Geschlechtern ist für öffentliche Toiletten so typisch, dass ein Piktogramm, das einen Mann und eine Frau durch einen Strich getrennt zeigt, meist als Hinweis auf eine öffentliche Toilette interpretiert wird, obwohl das Piktogramm selbst keine Toilette zeigt. In einer sogenannten Unisex-Toilette ist keine Trennung nach Geschlecht vorgesehen. Hier wird meist aus Platzspargründen für Mann und Frau nur eine Räumlichkeit mit Toiletten zur Verfügung gestellt (z. B. im Zug oder in einem mobilen WC, Kennzeichnung meist mit 00 oder WC). Gelegentlich findet man neben dem Klosett ein Bidet, in dem man den After und die Genitalien waschen kann. In öffentlichen Herrentoiletten sind Urinale oder Pinkelrinnen zum Urinieren üblich. In privaten Haushalten sind sie jedoch selten anzutreffen. In japanischen Frauentoiletten findet sich häufig ein 202Otohime203, das ist ein kleiner Lautsprecher, der die Körpergeräusche übertönen soll. Italienische Toiletten verfügen hingegen meistens über ein Gebläse, das die Gerüche beseitigt. In öffentlichen Frauentoiletten in den Vereinigten Staaten ist in der Zelle gelegentlich ein zusammenfaltbarer Kindersitz an die Wand montiert, auf dem Kleinkinder mit einem Gurt gesichert „geparkt“ werden können, während die Mutter die Toilette benutzt.

Regionales

miniatur|Lustige Interpretation zum Thema Abfalltrennung in einer Berliner Restauranttoilette.

Sitztoiletten sind in arabischen Ländern stets mit einem Wasserschlauch zur persönlichen Hygiene und oberflächlichen Reinigung der Toilette sowie einem Abfalleimer ausgestattet. Das Benetzen der Umgebung mit Wasser lockt dann wegen des entstehenden feuchtwarmen Klimas oft Ungeziefer (Schaben) an. Der Abfalleimer dient dazu, gebrauchtes Toilettenpapier aufzunehmen, das nicht in die Toilette heruntergespült wird, da das Abwassersystem dieser Länder nicht dafür ausgelegt ist und folglich verstopfen würde.

In Industrieländern findet man häufig am Beckenrand von Toiletten sogenannte Duftspüler, die Klosteine enthalten. Sie sollen durch Abgabe von Düften unangenehme Gerüche überlagern und unter bestimmten Bedingungen die Hygiene erhöhen.

In Teilen des Nahen Ostens ist die Benutzung der Toilette in einer Moschee Männern vorbehalten. Auch in Restaurants, auch solchen mit sogenanntem Familienabteil, fehlen oft Damentoiletten. 2006 öffnete im Basarviertel der nordirakischen Stadt Arbil eine erste öffentliche Damentoilette.

An öffentlichen Toiletten wird oft eine Bezahlung für die Benutzung verlangt, da oft Wassergebühren und Reinigungskosten zu decken sind. So wird in Gaststätten an belebten Orten auch oft eine WC-Gebühr für Nicht-Gäste ausgeschrieben. Eine Nette Toilette ist eine in Deutschland von Händlern und Gastronomen kostenlos zur öffentlichen Nutzung bereitgestellte Toilette. Dafür erhalten diese eine Aufwandsentschädigung der örtlichen Stadtverwaltung, und diese spart im Gegenzug die Kosten für eigene öffentliche Toiletten ein.

Toilettenrekorde


Es existiert ein offizieller Weltrekord im Zerbrechen von Toilettendeckeln mit dem Kopf. Weltmeister in dieser Disziplin mit 50 Klodeckeln innerhalb von 60 Sekunden ist der mehrfache Weltmeister und Weltrekordhalter im Powerbruchtest Thomas Teige (Deutschland). [http://fernsehgarten.zdf.de/ZDFde/inhalt/27/0,1872,1021211,00.html?dr=1 ZDF: Fernsehgarten - Toilettendeckel-Weltrekord]. Sendung vom 6. Juni 2010 [http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1063028/Der-Klobrillen-Rekord#/beitrag/video/1063028/Der-Klobrillen-Rekord ZDF: Video zum Weltrekord (Toilettendeckel)]. Video zum Weltrekord vom 6. Juni 2010 [http://www.mopo.de/2010/20100606/hamburg/panorama/hamburger_stellt_weltrekord_im_klodeckel_zertruemmern_auf.html Hamburger Morgenpost: Der Klodeckel-Terminator] Ausgabe vom 6. Juni 2010 [http://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/regioline_nt/hamburgschleswigholstein_nt/article7928027/Teige-Weltrekord-im-Zertruemmern-von-Klo-Deckeln.html Welt Online: Teige - Weltrekord im Zertrümmern von Klo-Deckeln] Ausgabe vom 6. Juni 2010

Ausgestaltungen

Toiletten sind Orte des Individualismus, weil der Nutzer allein auf der Schüssel hockt und dennoch indirekt mit der (nachfolgenden) Öffentlichkeit in Kontakt steht. In häufig frequentierten Toiletten, wie dies bei Bahnhöfen, Gaststätten oder Universitätsgebäuden der Fall ist, werden oft sogenannte Klosprüche an die Kabinen-Innenwände geschrieben. Daraus abgeleitet sind Latrinenparolen oder Scheißhausparolen Gerüchte, die ursprünglich bei Gesprächen auf Toiletten entstehen. Das Wort stammt aus der Soldatensprache, da sich an der dortigen Sickergrube oder auch Latrine alle Mannschaftsgrade zur gemeinsamen Entleerung trafen. Heute werden die Begriffe umgangssprachlich auch außerhalb des Militärs benutzt für nicht ernst zu nehmende oder zu pessimistische Aussagen.

In deutschen Toiletten finden sich öfters auch Gags oder Gimmicks. So sind auf kostenpflichtigen Autobahntoiletten Karikaturen über den Pissoirs oder es sind Monitore installiert. Eine Erlebniskneipe in Berlin trägt seit 1985 den Namen „Klo“ und ist zu diesem Thema auch durchdesignt, beispielsweise mit Kloschüsseln statt Stühlen.

Andererseits gibt es Menschen, die unter der Phobie Paruresis leiden und Angst vor dem Urinieren in öffentlichen Toiletten haben, ähnliche Ängste gibt es auch beim Stuhlgang („Rhypophobie“). Die Ursachen solcher Phobien sind unterschiedlich, aber mitunter durch die erzogene Kultur bedingt. In französischen öffentlichen Toiletten fallen große Trennwände an den Stehurinalen auf, die es arabischen Nutzern und anderen eingewanderten Ethnien erleichtern diese Toilettenformen zu nutzen. Im Gegensatz dazu kann es passieren, dass Männer in Mittelasien neben dem hockenden Toilettenbenutzer das Wasser ins gleiche Loch abschlagen.

Organisation


miniatur|Das Logo der Welttoilettenorganisation 2001 wurde die Welttoilettenorganisation gegründet, die die weltweite Verbesserung der hygienischen Verhältnisse an oder in Toiletten zum Ziel hat. Von ihr stammt auch der Welttoilettentag.

Papst Julius I. gilt als Schutzpatron der Latrinenreiniger.

Literatur


* Richard Neudecker: Die Pracht der Latrine. Zum Wandel öffentlicher Bedürfnisanstalten in der kaiserzeitlichen Stadt, Pfeil, München 1994 (Studien zur antiken Stadt, Bd. 1) ISBN 3-923871-86-4.
* Daab Publishing (Hrsg.): Restroom Design, 2008, 400 S., ISBN 978-3866540231.
* Daniel Furrer: Wasserthron und Donnerbalken. Eine kleine Kulturgeschichte des stillen Örtchens. Primus, Darmstadt 2004, ISBN 3-89678-248-7.
* Anton Schlicksbier, Winfried Helm, Enrico Santifaller: Stille Örtchen der Oberpfalz. Büro Wilhelm, ISBN 3-936721-03-3.
* Holger Dosch: Stätten der Welt. Bodensatz, ISBN 3-00-012323-7.
* Mila Schrader: Plumpsklo, Abort, Stilles Örtchen. Edition Anderweit, ISBN 3-931824-25-X
* Jacob Blume: Von Donnerbalken und innerer Einkehr. Die Werkstatt, ISBN 3-89533-367-0
* Werner Pieper: Das Scheißbuch. Grüne Kraft, ISBN 3-925817-23-9.
* George Monbiot, Peter Harper, Louise Halestrap: Lifting the Lid. An ecological approach to toilet systems. Centre for Alternative Technology, ISBN 1-898049-79-3.
* Joseph von Hazzi: Über den Dünger. Zugleich aber auch über das Unwesen dabei in Deutschland, besonders in der Haupt- und Residenzstadt München und in ganz Bayern. 1821.
* Norbert Hierl-Deronco: Es ist eine Lust zu bauen – Von Bauherren, Bauleuten und vom Bauen im Barock in Kurbayern-Franken-Rheinland, 2001 Krailing, ISBN 3-929884-08-9

* Kathleen Meyer: How to Shit in the Woods, Outdoor-Handbuch Band 103, Conrad Stein Verlag, ISBN 3-86686-103-6.

Weblinks


{{Wiktionary|Toilette}}
{{Commons|Toilet|Toilette}}
* {{Zedler Online|1|Abtritt, Häußgen, heimlich Gemach|213|213}}

* [http://www.tu-harburg.de/aww/susan/downloads/schneehage_afganistan.pdf Trockenklo aus China kommt in Afghanistan zum Einsatz] (PDF-Datei; 229 kB)

Einzelnachweise


Kategorie:Sanitärtechnik
Kategorie:Stadtmöbel

Kategorie:Bad und WC

af:Toilet
ar:مرحاض
az:Tualet
be:Туалет
be-x-old:Туалет
bg:Тоалетна
bjn:Patakaian
br:Privezioù
chy:O'êhnémâhéó'o
cs:Záchod
cy:Toiled
da:Toilet
Toilet
eo:Necesejo
es:Inodoro
et:Käimla
eu:Komun
fa:توالت
fi:Käymälä
Toilettes
ga:Leithreas
gl:Retrete
he:בית שימוש
hi:शौचालय
hu:Vécé
id:Toilet
io:Tualeteyo
it:Water
ja:便所
ko:화장실
ku:Avdestxane
la:Latrina
lv:Tualete
ml:കക്കൂസ്
mr:संडास
ms:Tandas
my:အိမ်သာ
nah:Cuitlacalli
nl:Toilet
nn:Toalett
no:Toalett
pl:Ubikacja
ps:پرېولنځی
pt:Vaso sanitário
ro:Closet
ru:Туалет
scn:Cessu
simple:Toilet
sk:Záchod
sl:Stranišče
su:Jamban
sv:Toalett
ta:கழிவறை
th:ส้วม
tl:Palikuran
tr:Tuvalet
uk:Туалет
vec:Cesso
vi:Nhà vệ sinh
wa:Tchiyote
wuu:厕所
yi:בית הכסא
zh:廁所
zh-yue:廁所

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