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Verlag

22.03.2012 @ 23:35, Abundant,

{{Dieser Artikel|behandelt den Verlag als Medienunternehmen. Zum Verlag im historischen Sinne siehe Verlagssystem.}}

Ein Verlag ist ein Medienunternehmen, das Werke der Literatur, Kunst, Musik, Unterhaltung oder Wissenschaft vervielfältigt und verbreitet. Der Verkauf kann über den Handel (Kunst-, Zeitschriften-, Buchhandel usw.) oder durch den Verlag selbst erfolgen.

Rechtsgrundlagen


Rechtsgrundlage des Verlagswesens ist in Deutschland das Verlagsgesetz (VerlG),[http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/verlg/gesamt.pdf Verlagsgesetz] das im Juni 1901 erstmals in Kraft trat und seither mehrfach geändert wurde. Es regelt Aufgaben, Honorare, Vertragswesen sowie Rücktrittsrechte des Verfassers und die Folgen der Insolvenz des Verlegers. Wichtigste Rechtsgrundlage zwischen Verlag und Verfasser bildet der Verlagsvertrag. Der Verleger verpflichtet sich hierin, das ihm vom Verfasser für eigene Rechnung überlassene Werk aus Literatur oder Tonkunst zu vervielfältigen und zu verbreiten ({{§|1|verlg|juris}} VerlG). Eigene Rechnung bedeutet, dass der Verlag auf eigenes unternehmerisches Risiko beim Vertrieb des ihm überlassenen Werkes handelt. Ergänzende Bestimmungen für das Rechtsverhältnis zwischen dem Verlag und dem Urheber finden sich im Urheberrechtsgesetz. Das Verlagsgesetz gilt ausdrücklich nur für Literatur- und Musikverlage.

Der Verlag oder die Person des Verlegers erwirbt in der Regel das ausschließliche Nutzungsrecht am Werk eines Autors (Urheberrecht) aufgrund des Verlagsvertrages und sorgt für Herstellung (bei Büchern und Zeitschriften Vorbereitung des Druckes) und Druck bzw. Vervielfältigung des Werkes sowie dessen Finanzierung. Zudem sorgt er für die Werbung und den Verkauf; zu diesem Zweck erstellt der Verlag eigene Kataloge. Das gilt auch für Musikwerke, die der Musikverlag in eigener Verantwortung einem Schallplattenlabel anbietet, damit dieses einen Interpreten auswählt, der dem Musikwerk zum Erfolg verhilft.

Angestellte in einem Verlag sind etwa ausgebildete Verlagshersteller, Medienkaufleute Digital und Print, Buchwissenschaftler und je nach Ausrichtung des Verlages Lektoren verschiedener Studienrichtungen (z.B. Geschichtswissenschaft, Betriebswirtschaftslehre, Germanistik).

Geschichte


Das Verlagswesen ist eine Folge der Erfindung und Ausbreitung des Buchdrucks. Im Laufe der Zeit bildeten sich verschiedene Sparten als eigene Verlagsarten. Dabei druckten Zeitungs- und Zeitschriftenverlage oft Fortsetzungsserien, die später als Buch herausgegeben wurden. Durch das weltweite Medium Internet verkaufen heute viele Verlage ihre Werke über den Elektronischen Handel. Erst 1901 ergab sich nach der Gründung vieler Verlage in Deutschland das Erfordernis, die Rechtsgrundlagen für das Verlagswesen in einem Gesetz zu kodifizieren.

Verlagsarten


Verlage lassen sich nach ihren Hauptprodukten ordnen:
* Buchverlag (auch Fachverlag)
* Kunstverlag
* Musikverlag
* Onlineverlag
* Zeitungs- oder Zeitschriftenverlag
* Hörbuchverlag für Hörbücher
* Softwareverlag für Software
* Spieleverlag für Spiele
* Kartenverlag
* Packaging-Verlag

* Verlage für Sondergebiete, zum Beispiel Formularverlag für Formulare, Loseblattverlag für Loseblattsammlungen, Kalenderverlag für Kalender

Verlage im deutschsprachigen Raum


{| class="wikitable sortable"
|+ Die 5 größten Buchverlage im deutschsprachigen Raum nach ihrem Umsatz 2010[http://www.buchreport.de/analysen/100_groesste_verlage.htm?no_cache=1 Buchreport über die 100 größten Verlage]
! Rang || Firma || Firmensitz || Umsatz in Mio. € || Mitarbeiter
|-
| 1. || Springer Science + Business Media || Berlin || 482 || 5716
|-
| 2. || Klett-Gruppe || Stuttgart || 465 || 2879
|-
| 3. || Cornelsen || Berlin || k. A. || 2636
|-
| 4. || Random House || München || 319 || 860
|-
| 5. || Westermann Verlagsgruppe || Braunschweig || 258 || k. A.

|}

Verlage international


Besonders die Internationale Verleger-Union und weltweite Buchmessen informieren über Buchmärkte und staatliche Eingriffe wie Schulbuchsubventionen.

Vereinigte Staaten


In den Vereinigten Staaten betrug der Umsatz im Verlagswesen gemäß AAP (Association of American Publishers) im April 2008 rund 310 Millionen Euro (473 Millionen US-Dollar), 3,5 Prozent weniger als im Vorjahr, ein Abwärtstrend; siehe auch Erhebungen des amerikanischen Statistikamt US Census Bureau.

Siehe auch


{{Wikiquote|Verlag}}
{{Wiktionary|Verlag}}
* Liste deutschsprachiger Verlage
* Liste von Theaterverlagen im deutschen Sprachraum
* Liste deutschsprachiger Hörbuchverlage
* Verlagsrecht
* Börsenverein des Deutschen Buchhandels
* Verlagsnummer (Teil der ISBN),
* Kommissionsverlag
* Independent-Verlag

* Backlist

Literatur


* {{Literatur|Autor=Eckhard Bremenfeld, Holger Knapp |Titel=Fachwissen Zeitungs- und Zeitschriftenverlage|TitelErg=Leitfaden für Verlagsberufe und Quereinsteiger| Auflage=2.|Verlag=Springer-VDI|Ort=Düsseldorf|Jahr=1998 (1. Auflage 1996)|ISBN=3-9806286-0-4}}
* Thomas Breyer-Mayländer u. a.: Wirtschaftsunternehmen Verlag. 3. Auflage. Bramann, Frankfurt 2005, ISBN 3-934054-21-8.
* {{Literatur|Autor=Frank Kauter|Titel=Kleines Verlagslexikon: Die wichtigsten Begriffe aus den Bereichen Anzeigen, Herstellung, Vertrieb und Werbung|Verlag=Beruf + Schule|Ort=Itzehoe|Jahr=1995|ISBN=978-3880134959}}
* Dietrich Kerlen: Lehrbuch der Buchverlagswirtschaft. Hauswedell, Stuttgart 2003, ISBN 3-7762-1002-8.
* Ralf Laumer (Hrsg.): Bücher kommunizieren. Das PR-Arbeitsbuch für Bibliotheken, Buchhandlungen und Verlage. Viola Falkenberg Verlag, 2. Auflage Bremen 2010, ISBN 978-3-937822-38-9.
* Reinhard Mundhenke, Marita Teuber: Der Verlagskaufmann. Berufsfachkunde für Kaufleute in Zeitungs-, Zeitschriften- und Buchverlagen. 9. Auflage. Societäts-Verlag, Frankfurt am Main 2002, ISBN 3-7973-0792-6.
* Ralf Plenz: Verlagsgründung. Wie mache ich mich mit einem Verlag selbständig? 7. Auflage. Input-Verlag, Hamburg 2008, ISBN 978-3-930961-06-1
* Ralf Plenz (Hrsg.): Verlagshandbuch. Leitfaden für die Verlagspraxis, 5. Auflage, Input-Verlag, Hamburg 2008, ISBN 3-930961-16-4.
* Manfred Plinke: Mini-Verlag. Selbstverlag, Publishing on Demand, Verlagsgründung, Buchherstellung, Buchmarketing, Buchhandel, Direktvertrieb. 6. Auflage. Autorenhaus-Verlag, Berlin 2005, ISBN 3-932909-27-5.
* {{Literatur|Titel=Wörterbuch der Verlagssprache: Der aktuelle Führer durch das Fachchinesisch der Verleger, Redakteure und Drucker|Autor=Wilhelm Ruprecht Frieling, Johann-Friedrich Huffmann || VerlaG=Frieling|Ort=Berlin|Auflage=5., überarbeitete|Jahr=2005|ISBN=978-3828022782}}
* {{Literatur|Titel=Wie ein Buch entsteht. Einführung in den modernen Buchverlag|Autor=Hans-Helmut Röhring|Verlag=Primus|Auflage=8., überarbeitete und aktualisierte|Ort=Darmstadt|Jahr=2008|ISBN=978-3896783684}}
* {{Literatur|Autor=André Schiffrin|Übersetzer=Gerd Burger|Titel=Verlage ohne Verleger. Über die Zukunft der Bücher|Originaltitel=The business of books|Verlag=Wagenbach|Ort=Berlin|Jahr=2000|ISBN=3-8031-2387-9}}

* Ulrich Stiehl: Verlagswesen in Schaubildern, Hüthig 2004 ([http://www.sanskritweb.net/verlag/verlagswesen.pdf Onlineausgabe] 2008)

Einzelnachweise


Weblinks


* [http://www.was-verlage-leisten.de/ Was Verlage leisten] – Website des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels
* [http://digilink.digibib.net/cgi-bin/links.pl?View=category&Sigel=HBZWK&Category=4734 Liste von Verlagen in Deutschland] (Service des Hochschulbibliothekszentrums Nordrhein-Westfalen)
* [http://digilink.digibib.net/cgi-bin/links.pl?View=category&Sigel=HBZWK&Category=4699 Verlage in Österreich]

* [http://digilink.digibib.net/cgi-bin/links.pl?View=category&Sigel=HBZWK&Category=4722 Verlage in der Schweiz]


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