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Wärmedämmung

18.05.2012 @ 20:22, MerlIwBot,

{{Redundanztext
|3=Dämmstoff
|4=Wärmedämmung
|12=t|2=März 2012|1=Punctatum (Diskussion) 18:25, 30. Mär. 2012 (CEST)}}
miniatur|Wärmedämmung bei einer Gebäudefassade
miniatur|Wärmegedämmte [[Rohrleitungen in einem Heizungskeller]]
miniatur|hochkant|Steinwolle zur Wärmedämmung innerhalb einer Leichtbauwand in [[Kanada]]

miniatur|hochkant|Temperaturverlauf in einer außen gedämmten Kalksandsteinwand im [[Wärmedämmverbundsystem|WDV-System]]

Wärmedämmung soll den Durchgang von Wärmeenergie durch eine Hülle reduzieren, um einen Bereich entweder vor Abkühlung oder Erwärmung zu schützen.

Insbesondere bei Gebäuden ist die Wärmedämmung zu unterscheiden vom Wärmeschutz. Die Eindämmung von Wärmeübertragung durch sogenannte Lüftungswärmeverluste zählt hier nicht als Wärmedämmung, sondern als (baulicher) Wärmeschutz. Die Wärmedämmung deckt nur den Bereich der sogenannten Transmissionswärmeverluste ab.

Wärmedämmung wird eingesetzt, um den Heizwärmebedarf von Gebäuden zu minimieren, um technische Prozesse zu ermöglichen oder deren Energiebedarf zu verringern, sowie bei Bekleidung, um den Körper vor Auskühlung zu schützen. Weitere Einsatzgebiete sind beispielsweise die Verhinderung von Frostschäden oder der Schutz von Lebensmittel vor Abkühlung oder Erwärmung.

Eine andere, eher umgangssprachliche Bezeichnung für Wärmedämmung ist Isolierung oder Wärmeisolierung. Im englischen Sprachraum wird nur dieser Begriff benutzt. (Englisch: thermal insulation). Bei Wärmedämmung im Bauwesen spricht man auch von Bauisolierung. (Englisch: building insulation). Die Begriffe Isolierung und Bauisolierung sind jedoch zweideutig. Damit könnte auch eine Bauwerksabdichtung zum Schutz gegen eindringendes Wasser gemeint sein.

Funktionsweise


In allen Fällen wird durch den möglichst kleinteiligen Einschluss (inklusive Windschutz) von Gas oder Vakuum durch festes Material dem Wärmefluss thermischer Energie ein möglichst hoher Widerstand entgegengesetzt.

Gebräuchliche Strukturgeometrien sind:

* Granulat
* Faserwerkstoff

* Fester Schaum

Gebräuchliche Formen sind:

* Haufwerk
* Faserverbundwerkstoff
* Textile Matte

* Platte

Gebräuchliche Materialien sind:

* Mineralische Fasern wie Steinwolle, Glaswolle

* Fasern aus natürlichen organischen Materialien wie Holzfaserwerkstoff, Holzfaserdämmplatte, Zellstoffverbundelemente, Holzwolle, Zellulose, Hanf, Flachs, Kokos, Wolle, Schilfrohrplatten

* Künstliche organische Schäume wie Polyethylen, Polystyrol, Neopor, Polyurethan, Resolschaum

* Mineralische Schäume wie Porenbeton, Bimsstein, Perlite, Blähton, Blähglimmer, Calciumsilikat-Platten (vorzugsweise für Innendämmung von Außenwänden), Schaumglas

* Zelluloseflocken (auch zum Einblasen in Hohlräume), Hanf-Leichtlehm, Ceralith, Blähglas, Blähton (Thermosit: nicht mehr auf dem Markt, bei Renovierungen aber noch auffindbar), Kork

* Vakuumdämmplatten

* Aerogel

Bauphysikalische Kennwerte

{| border="0"
|- valign="top"
|width="10%"|
* Wärmeleitfähigkeit  λ
|width="90%"|
Dies bezeichnet die spezifischen wärmedämmenden Eigenschaften eines Stoffes unter der Annahme, dass kein Luftzug (Konvektion) auftritt. Je kleiner der Wert, desto besser ist die wärmedämmende Wirkung. Bei Wärmedämmstoffen im Bauwesen wird in der Regel nicht die Wärmeleitfähigkeit sondern die Wärmeleitfähigkeitsgruppe (WLG) angegeben.
|- valign="top"
| Dies bezeichnet die spezifischen wärmedämmenden Eigenschaften eines Bauteils, welches aus mehreren Stoffen bestehen kann, die hintereinander oder nebeneinander angeordnet sind. Ein Beispiel wäre die Außenwand eines Gebäudes oder ein Fenster. Je kleiner der Wert, desto besser ist die wärmedämmende Wirkung.
|- valign="top"
| Außerhalb des Bauwesens wird anstelle des Wärmedurchgangskoeffizienten der Wärmedurchlasskoeffizient benutzt, oder dessen Kehrwert, der Wärmedurchlasswiderstand. Der Wärmedurchgangswiderstand (im Bauwesen) setzt sich zusammen aus dem Wärmedurchlasswiderstand und dem Wärmeübergangswiderstand zu den angrenzenden Luftschichten

|}

Wie schnell sich eine Temperaturänderung in einem Material ausbreitet, hängt nicht nur von seiner Wärmeleitfähigkeit, sondern auch von seinem Wärmespeichervermögen ab. Maßgeblich hierfür ist die Temperaturleitfähigkeit.

Wärmedämmung von Lebewesen


Die Bandbreite körpereigener Wärmedämmung reicht von der natürlich vorhandenen Behaarung bzw. Befiederung, über das Fettgewebe bis zur Speckschicht gleichwarmer Wirbeltiere (besonders bei polarer oder mariner Lebensweise). Darüber hinaus verwenden viele Tiere beim Nestbau isolierende Materialien. Menschen bedienen sich zusätzlich tierischer Felle oder pflanzlicher oder synthetischer Fasern zur Bekleidung, um sich auch unterwegs vor Wärmeverlusten zu schützen (siehe auch Nacktheit).

Erforschung der Wärmedämmung


Im Zuge der Entwicklung von Kältetechnikverfahren besonders durch Professor Carl von Linde, ab 1868 für mehrere Jahrzehnte an der Technischen Hochschule (heute: Technische Universität München) und der 1879 von ihm gegründeten Gesellschaft für Lindes Eismaschinen Aktiengesellschaft (heute: Linde AG) im Süden Münchens wurde auch die Entwicklung der Wärmedämmung vorangetrieben und 1918 das Forschungsheim für Wärmeschutz (heute: Forschungsinstitut für Wärmeschutz e. V. München, Abk. FIW) in München gegründet.[http://books.google.com/books?id=X1Rgr51-llEC&pg=PA398&lpg=PA398&dq=Hans-Liudger+Dienel+hencky+raisch&source=web&ots=N3Y7HCKc4A&sig=UwZWtaDWOztZCjdmy7C8_iGWn-s&hl=de&sa=X&oi=book_result&resnum=1&ct=result#PPA398,M1 Hans-Liudger Dienel: Ingenieure zwischen Hochschule und Industrie, veröffentlicht von Vandenhoeck & Ruprecht, 1995, Original von University of Michigan, Digitalisiert am 5. Juni 2008, ISBN 3525360479, S. 398]

Wärmedämmung von Anlagen


Der Schutz vor Wärmeverlusten bzw. Kälteverlusten durch 'Wärmegewinne' bei Kältemaschinen und ihren Rohrleitungen (Kälteanlagen), ist sowohl für die Energieeffizienz, als auch für die Anlagenfunktion an sich in vielen Fällen betriebsnotwendig. Durch die gestiegenen Kosten fossiler Energieträger kommt ein ökonomischer Anreiz hinzu.

Wärmedämmung von Gebäuden


{{Deutschlandlastig}}
Die Wärmedämmung von Gebäuden zur Einsparung von Heizenergie hat durch die Verteuerung von Energie in den Jahren 1973 und 1979 und im Rahmen des Bewusstwerdens für nachhaltige Entwicklung einen hohen Stellenwert erhalten. In den 1970er-Jahren wurden gesetzliche Vorschriften zur Wärmedämmung von Gebäuden beschlossen.

Die erste Verordnung über einen energiesparenden Wärmeschutz bei Gebäuden trat 1977 in Kraft, weitere Verordnungen folgten. Die erste Fassung der Energieeinsparverordnung ist im Jahr 2002 in Kraft getreten und seitdem sind mehrere Novellierungen erfolgt. Derzeit gültig ist die EnEV 2009 und die nächste Novellierung ist für das Jahr 2012 vorgesehen.[http://www.daemmen-und-sanieren.de/daemmung/waermedaemmung/enev Wärmedämmung Energieeinsparverordnung] Mit steigendem Bewusstsein für die Erschwernisse durch sommerliche Überhitzung des Gebäudeinneren werden die Vorteile einer starken Wärmedämmung für den Sommer deutlicher erkennbar.

Baustoffe wie Stahl, Beton und Glas, aber auch Natursteine sind relativ gute Wärmeleiter, so dass die daraus errichteten Außenwände von Gebäuden bei kalter Witterung sehr schnell die Wärme von der Innenseite an die Außenseite abgeben. Beim Einsatz dieser Baustoffe werden die Außenwände, auch nachträglich, mit so genannten Dämmstoffen versehen, um so den Heizenergiebedarf zu reduzieren. Gleichzeitig wird der sommerliche Hitzeschutz verbessert, da die Wärme nur langsam in das Gebäude eindringt und die Behaglichkeit reduziert. Beim Einsatz von Klimaanlagen führt dies zur Einsparung von Betriebsenergie.

Arten der Wärmedämmung


Man unterscheidet Außen-, Innen- und Kerndämmung. In weiten Teilen Deutschlands ist der einschalige Wandaufbau aus tragenden und wärmedämmenden Baustoffen wie zum Beispiel Ziegel oder Bims- und Porenbeton gängig. In Verbindung mit Kalksandstein oder schlecht dämmenden anderen Bausteinen wird eine zweischalige Wand mit vorgesetzter Dämmschicht zu einer geschickten Kombination von Statik, Schallschutz, Wärmespeicherung und Wärmedämmung. In Norddeutschland ist der dreischalige Wandaufbau mit Kerndämmung häufig, bei modernen Fassadensystemen wird oft eine Glas-Luft-Glas-Fassade gebaut.

Bei der wärmetechnischen Sanierung des Bestandes wird die zweischalige Konstruktion oft als Wärmedämmverbundsystem bezeichnet.

Sonderfälle


In manchen Fällen ist eine Außendämmung nicht möglich oder nicht gewünscht. So kann man bei Lehmaußenwänden in Fachwerkhäusern und Gebäuden, deren Außenfassade erhalten bleiben soll, auch nachträglich eine Innendämmung aufbringen. Innendämmungen sind problematischer, da der Taupunkt nach innen wandert und dadurch die Gefahr von Feuchtigkeitsbildung und damit von Gebäudeschäden besteht. Wenn die Konstruktion mit diffusionsoffenen kapillaraktiven Dämmstoffen ausgeführt wird, lassen sich diese Probleme heute im Regelfall beherrschen.

Innendämmungen mit Dampfsperren sind ebenfalls möglich, müssen jedoch sehr sorgfältig ausgeführt werden, da bei Beschädigung der Dampfsperre sich bildende Feuchtigkeit kaum mehr aus der Konstruktionsebene entweichen kann.
Eine recht elegante Alternative ist das Ankleben mineralischer Schaumplatten, die etwa den gleichen Wasserdampfwiderstand haben wie Mauerwerk.

In jedem Fall muss eine Innendämmung durchgehend luftdicht gegenüber der Raumluft abgeschlossen werden, um Hinterlüftung und dadurch zwangsläufig entstehende Kondensation durch Konvektion zu vermeiden.

Probleme beim nachträglichen Einbau von Wärmedämmungen {{Anker|nachträglich}}


Eine Wärmedämmung muss physikalische Gegebenheiten berücksichtigen. Nicht fachgerecht ausgeführte Konstruktionen können für erhebliche Probleme sorgen, meistens sind dies Feuchtigkeitsprobleme durch Kondensation (siehe auch Taupunkt).

Einige Beispiele hierzu:

* Eine einfache und effektive Maßnahme ist der Austausch von Fenstern. Bei schlecht gedämmten Gebäuden mit schlechtem Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Wert) kann dies dazu führen, dass die kältesten Stellen (unter circa 12 °C, ab circa 60 % relativer Luftfeuchte), an denen sich gegebenenfalls Feuchtigkeit niederschlägt, nicht mehr die Fenster sind (wo leicht abgewischt werden kann), sondern andere Stellen (meistens Raumecken), die außerdem schlecht durchlüftet sind. Da die modernen Fenster einen guten U-Wert haben, verschiebt sich der Taupunkt an den Rand des Fensters (meistens unzureichende Anschlussdämmung zwischen Fensterrahmen und Wand) – Schimmelbildung kann die Folge sein. Daher ist eine gleichzeitige Dämmung der Außenwände mit in Betracht zu ziehen. Durch eine Dämmung ändert sich der Feuchtigkeitseintrag in die Raumluft nicht. Aber die Feuchtigkeit „findet“ keine kalten Stellen mehr. Auch durch manuelles Lüften oder eine kontrollierte Wohnraumlüftung kann die relative Raumluftfeuchte auf Werten von kleiner 65 % gehalten werden. Damit existiert in der Regel auch kein Taupunkt in oder an den Wänden, da der Wasserdampfdruck über der Wanddicke in der Regel schneller als der Sättigungsdampfdruck (infolge Temperaturabnahme) absinkt.

* Wird eine Innendämmung mit Mineralwolle angebracht, so sinkt die Oberflächentemperatur der vorhandenen Wand. Ist keine Dampfsperre angebracht, bzw. ist der Dämmstoff wasserdampfdurchlässig, bleibt der Wasserdampfdruck der gleiche wie vorher. Deswegen steigt die relative Feuchte zwischen Dämmstoff und Wandinnenseite. Dadurch kann Wasser in die Konstruktion eindringen und zu einer Feuchtebelastung führen. Daher muss bei solch einer Innendämmung ein sorgfältig zur Raumluft abgedichteter Aufbau mit dampfsperrender Folie verwendet werden. Es gilt immer das Prinzip, dass die Konstruktion bzw. der Wandaufbau in der Lage sein muss, mehr Dampf durch- bzw. abzuleiten als in die Konstruktion eingeleitet wird. Wird die Montage mangelhaft ausgeführt oder die Folie später beschädigt, sind ebenfalls Feuchteschäden die Folge. Um Folgeschäden zu umgehen, werden Innendämmungen deshalb häufig mit diffusionsoffenen, saugfähigen Materialien ausgeführt, die das Tauwasser ableiten können.

* Die Einbeziehung (Mitrechnen und Reduzieren) von Wärmebrücken (Ecken, auskragende Platten) ist bei Wärmedämmmaßnahmen wichtig, da sie die Wirkung der Wärmedämmung herabsetzen.

Wärmedämmung – ein kontroverses Thema


{{Quellen fehlen}}

Wärmedämmmaßnahmen wurden oft für Bauschäden verantwortlich gemacht, die sich meistens als Feuchtigkeitsschäden zeigen. Tatsächlich sind Entwurfs- und Baufehler oder falsches Verhalten der Bewohner dafür verantwortlich. Als Planungshinweis bezüglich der Feuchtigkeit dienen die Normen DIN 4108–3 bzw. EN ISO 13788, die eine Berechnung nach dem Glaserverfahren benutzen. Hier wird anhand physikalischer Parameter wie Dampfdruck, Temperaturen und Wärmeleitfähigkeit der Konstruktion bestimmt, ob während der kritischen Winterperiode in der Konstruktion Kondensat auftreten kann und wie viel. Aufgabe des Planers ist es, die Konstruktion feuchtigkeitssicher zu wählen. Ob die nach der Norm allgemein als unkritisch geltende Kondensatmenge von 0,5 bis 1 kg/m² im speziellen Fall auch unkritisch ist, unterliegt dem Fachwissen des Planers – ggf. hat er eine andere Konstruktion zu wählen. In der Regel kann eine geringe Kondensatmenge von der Konstruktion aufgenommen und während der Wärmeperiode wieder abgegeben werden. Wenn der Planer aber nicht berücksichtigt, ob der Konstruktionsaufbau zur Wasseraufnahme überhaupt in der Lage ist, bzw. kapillaraktive Baustoffe das entstehende Kondensat fast sofort ableiten, ist die Berechnung weit von der Realität entfernt. Deshalb gilt das Verfahren als überholt und es gibt ausführlichere Rechenprogramme (Links), die bessere Ergebnisse liefern. In einem neuen Norm-Entwurf soll dieses berücksichtigt werden.

Gegner der üblichen Wärmedämmung stellen wichtige Punkte davon in Frage. Sie vertreten die Meinung, die Bauphysik lasse erhebliche solare Gewinne bei massiven Baustoffen (wie zum Beispiel Ziegeln) unberücksichtigt. Aus diesem Grund erfanden sie einen neuen „effektiven“ Wärmedurchgangskoeffizienten Ueff. Der wissenschaftliche Nachweis für die Richtigkeit dieser Behauptung ist umstritten. Gegen die Argumentation diese Gruppe spricht, dass für den solaren Gewinn – gemittelt über einen ausreichend langen Zeitraum (2 Tage bis 2 Wochen, je nach Speicherkapazität) – allein der U-Wert und die Oberflächengestaltung verantwortlich ist. Bei einer hellen Oberfläche wird zum Beispiel viel Sonnenlicht reflektiert (im Sommer erwünscht – im Winter unerwünscht). Die Masse des Bauteils ist nur für die Zeitdauer der Wärmeausbreitung verantwortlich. Nachfolgend die Erklärung, warum jedoch kein Unterschied im Energiegewinn entsteht:

Zunächst nehmen Konstruktionen aus homogenem Material (ganz gleich ob aus leichten wie zum Beispiel Dämmstoff oder schweren wie zum Beispiel Ziegel) bei gleicher Oberflächenfarbe fast die gleiche Solarenergie auf. Eine leichte Konstruktion heizt sich dabei an der Oberfläche und in der Tiefe schneller und stärker auf, gibt aber wegen der hohen Oberflächentemperatur auch schon während der Einstrahlung mehr Wärme ab. Dabei ist ein Großteil der Wärmeenergie in der Tiefe (innen), so dass nach dem Ende der Einstrahlung relativ wenig nach außen abgegeben wird. Eine massereiche Konstruktion nimmt an der Oberfläche genau so viel Wärme(energie) auf – hat dabei aber eine geringere Temperatur und dementsprechend eine geringere Abstrahlung. Allerdings bleibt die aufgenommene Wärme näher unter der Oberfläche konzentriert, da mehr gespeichert wird. Nach Ende der Einstrahlung wird relativ viel gespeicherte Wärme nach außen abgegeben, da der Weg von der warmen Zone nach innen viel länger ist. Die rechnerische Untersuchung zeigt dabei, dass nach ausreichend langer Zeit der solare Energiegewinn bei gleichen U-Werten der gleiche ist.

Aus wirtschaftlichen Gründen ist eine stärker werdende Wärmedämmung nicht immer zielführend. Zwar nehmen die Heizenergiekosten ab, jedoch werden auf der anderen Seite überproportional zusätzliche Kosten erzeugt die gegengerechnet werden müssen, wie beispielsweise: entgangene Mieteinnahmen durch weniger umbauten Raum oder Material- und Montagekosten.

Feuchtetransport: Hygroskopische Speicherfähigkeit und Kapillarität


Jeder Baustoff steht in einem Feuchtegleichgewicht zu seiner Umgebung. Je nach Standort, wo er eingesetzt ist, wird sich das Feuchtegleichgewicht und die Höhe des Wassergehalts anders schnell einstellen.[http://www.ib-rauch.de/Beratung/feumauwe.html Die Kellertrockenlegung und Mauertrocknung sowie die Ursachen der Feuchtigkeit im Mauerwerk]

Die Fähigkeit, Wasser kurzzeitig aufzunehmen und so bei Situationen wie Schlagregen oder Kondensatbildung eine kritische Durchfeuchtung zu vermeiden, wird als hygroskopische Speicherfähigkeit bezeichnet (siehe auch w-Wert, Wasseraufnahmekoeffizient). Kapillaraktive Baustoffe (siehe zum Beispiel kapillaraktive Kleidung) sorgen dann für den Abtransport von Feuchtigkeit innerhalb der Konstruktion. Baustoffe, die beide Eigenschaften vereinen, sind unter anderem Ziegel, Gips, Holzfaserwerkstoffe, Lehm oder Calciumsilikat-Platten. Porenbeton besitzt zwar eine hohe Speicherfähigkeit, ihm fehlt aber die Eigenschaft, das Wasser wieder schnell abzugeben. Wichtig hierbei ist bei den Konstruktionen, dass sie den Wassertransport nicht durch ungeeignete Wandbeschichtungen (Dispersionsfarben, Tapeten, Dampfsperren) behindern.

Neben der Wasserleitung durch Kapillarität gibt es auch Wasserdampfleitung durch Diffusion (siehe dazu auch Wasserdampfdiffusionswiderstand und Atmende Wand).

Wärmedämmstoffe im Vergleich


{| class="wikitable sortable"
! Dämmstoff
! style="text-align:left"|Rohdichte
[kg/m³]
! style="text-align:left"|Wärmeleitfähigkeit λR{{FN|*}}
[W/(mK)]
! style="text-align:left"|Schadstoffabgabe
bei der Nutzung
! style="text-align:left"|Schadstoffabgabe
entlang der Produktlebenslinie
! style="text-align:left"|Primärenergieinhalt
bezogen auf was?
! style="text-align:left"|Brandverhalten{{FN|**}}
Baustoffklasse nach DIN 4102-1
|-
|Aerogelmatte{{FN|10}}||150||0,013||nein||nein||gering||A1/A2 B oder E
|-
|Blähglasschüttung||270-1100||0,040-0,060||nein||nein||hoch||A1
|-
|Blähglimmerschüttung (Vermiculit)||70–150||0,07||nein||nein||mittel||A
|-
|Blähperlitschüttung||90||0,05||nein||nein||mittel||A
|-
|Blähtonschüttung||300||0,16||nein||nein||mittel||A
|-
|Calciumsilikat-Platte ||300||0,065||nein||nein||?||A1
|-
|Celluloseeinblasdämmung (Recycling)||35–70||0,040||nein||nein{{FN|1}}||sehr gering||B
|-
|Glasschaumgranulat||130-170||0,07-0,09||nein||?||?||A1
|-
|Holzfaserdämmplatte||130–270||0,037–0,05||nein||nein{{FN|1}}||gering ?||B
|-
|Holzwolle-Leichtbauplatte||360||0,09||nein||nein||gering||B
|-
|Kokosfasermatte bzw. -platte||75–125||0,045||nein||nein||gering||B
|-
|Korkplatte||120–200||0,045||nein{{FN|3}}||nein{{FN|3}}||gering||B
|-
|Magnesiumoxidzement-Ortschaum{{FN|11}}||33||0,037||nein||nein||?||A1
|-
|Mineralschaumdämmplatte||350||0,045||nein||nein||mittel||A1
|-
|Mineralwolleplatte (Glas, Steinwolle)||80||0,04 bis 0,032 ||möglich{{FN|2}}||ja{{FN|1}}{{FN|2}}||mittel||A
|-
| Polyesterfaservlies||15 - 30||0,035 – 0,040||nein||?||?||B1
|-
|Polystyrolplatte||15-30||0,03||ja{{FN|4}}||?{{FN|4}}||hoch||B
|-
|Polyurethanplatte||30||0,025||möglich{{FN|5}}||ja{{FN|5}}||hoch||B
|-
|Porenbeton||200-700||0,08-0,21||nein||nein||?||A1
|-
|Resolharzplatte{{FN|9}}||>35||0,025-0,022||?||?||?||C
|-
|Schafwollefilz||20–120||0,04||nein{{FN|7}}||nein{{FN|7}}||gering||B
|-
|Schaumglasplatte||130||0,05||nein{{FN|6}}||nein||mittel||A
|-
|Schilfrohrplatte||k.A.||0,06||nein||nein||gering||B
|-
|Strohplatte||500||0,11||nein||nein||gering||B
|-
|Strohballen{{FN|8}}||100||0,045||nein||nein||gering||B2
|-
|Vakuumdämmplatte||180–210||0,008–0,003||nein||nein||gering ?||B2
|-
|Zellstoffdämmung||35–60||0,04||nein||nein||gering||B2
|-|

|}

{{FNZ|1|Ggf. Atemschutz bei der Verarbeitung zum Schutz gegen Faserfreisetzung erforderlich.}}
{{FNZ|2|Fasern kritischer Geometrie und niedriger Biolöslichkeit können im Tierversuch krebserzeugend sein. Eine Freisetzung der Fasern ist möglich. Seit 1. Juni 2000 darf in der Bundesrepublik Deutschland Mineralwolle nur noch verkauft oder weitergegeben werden, wenn sie frei von Krebsverdacht ist.}}
{{FNZ|3|Bei schlechten Qualitäten bzw. bei Verwendung von Chemikalien Emissionen möglich.}}
{{FNZ|4|Aus Polystyrol kann aber auch unter Umständen monomeres unvernetztes Styrol aber auch das Treibmittel Pentan[http://www.biomess.de/polystyrol.html Pentan in expandiertem Styrol XPS] ausgasen, bei der Degradation kann Chrom(VI) freigesetzt werden.[http://www.schadstoffenzyklopaedie.de/Styrol.498.0.html Schadfstoffenzyklopädie: Styrol] Norbert Weis, Michael Köhler, Gerd Lemmers:[http://www.brumi.de/Literatur/170_Styrolbelastungen_2001.pdf ''Styrolbelastungen in Innenräumen – Fallbeispiele], online abrufbar, abgerufen am 10. Februar 2012 Bei der Herstellung und im Brandfall Freisetzung giftiger Chemikalien.}}
{{FNZ|5|Bei Gebrauch Abgabe von Reaktionsprodukten der Isocyanate nicht auszuschließen. Bei der Herstellung und im Brandfall Freisetzung giftiger Chemikalien.}}
{{FNZ|6|Bei Verletzung der Poren Freisetzung von Schwefelwasserstoff.}}
{{FNZ|7|Pestizidrückstände möglich. Verwendung von Mottenschutzmitteln möglich.}}
{{FNZ|8|Wärmedämmleitwert-Überprüfung: Zertifikat der MA39/Wien vom April 2000}}
{{FNZ|9|Produktblatt Kooltherm K3 http://www.meha.de/Kooltherm_k3.pdf}}
{{FNZ|10|Produktblatt Spaceloft http://www.aerogel.com/markets/building.html}}

{{FNZ|11|Produktblatt Air Krete http://www.airkrete.com/specifications.php US-Patent 4731389}}

{{FNZ|*|2=Index R = nach Norm ermittelter Rechenwert}}

{{FNZ|**|2=Baustoffklasse nach DIN 4102-1: A1 = nicht brennbar; A2 = nicht brennbar mit brennbaren Anteilen; B1 = schwer entflammbar; B2 = normal entflammbar}}

Neben dem Wärmedämmvermögen sollte bei einem Vergleich von Dämmstoffen auch das Verhalten im Brandfall (etwa bei einem Wohnungsbrand mit aus dem Fenster herausschlagenden Flammen oder nach Einschlag einer Feuerwerksrakete) einbezogen werden.

Einzelnachweise


Weblinks


{{Commons|Thermal insulation|Wärmedämmung}}
* [http://www.klima-sucht-schutz.de/energiesparen/energiespar-spezial/daemmung.html Energiespar-Ratgeber zur Prüfung und Modernisierung von Wohngebäuden]
* [http://www.kautschuk-isolierung.de/ Information zur richtigen Rohrdämmung in Wohngebäuden]
* [http://www.baudirwas.at/daemmung.html Baudirwas.at – Vor- und Nachteile verschiedener Dämmstoffe]
* [http://www.verbraucherzentrale-energieberatung.de/web/brosch-daemmung.html?&no_cache=1 Broschüre zur Wärmedämmung der Verbraucherzentralen]
* [http://www.youtube.com/watch?v=rXzRlyyM7bY Gefährliche Wärmedämmung] NDR-"MARKT" am 28. November 2011, Reportage über einen Fassadenbrand einer wärmegedämmten Fassade, abgerufen auf youtube am 10. Februar 2012
* [http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/45_min/videos/minuten385.html? NDR 45 Min "Wahnsinn Wärmedämmung"]

* [http://mediathek.fnr.de/downloadable/download/sample/sample_id/190/ Broschüre Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen], Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und Fachagentur nachwachsende Rohstoffe e. V. (PDF, abgerufen am 10. Februar 2012)

{{SORTIERUNG:Warmedammung}}
Kategorie:Dämmung

Kategorie:Bauphysik

ar:عزل حراري
bg:Топлоизолация
ca:Aïllant tèrmic
Thermal insulation
eo:Termoizolado
es:Aislante térmico
fi:Lämmöneriste
Isolation thermique
he:בידוד תרמי
ja:断熱材
kk:Жылу оқшаулағыш
nl:Warmte-isolatie
pl:Izolator ciepła
pt:Isolante térmico
ru:Теплоизоляция
sk:Tepelná izolácia
sv:Värmeisolering
tr:Isı yalıtımı
uk:Теплоізоляційні матеріали

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