Walther Rathenau
Walther Rathenau (* 29. September 1867 in Berlin; † 24. Juni 1922 in Berlin-Grunewald) war ein deutscher Industrieller, Schriftsteller und liberaler Politiker (DDP). Er wurde als Reichsaußenminister Opfer eines politisch motivierten Attentats der Organisation Consul.
Leben
Walther Rathenau wurde als ältester Sohn des deutsch-jüdischen Industriellen Emil Rathenau (des späteren Gründers der AEG) und seiner Ehefrau Mathilde (geb. Nachmann) in Berlin geboren. Er wuchs zusammen mit seinen jüngeren Geschwistern Erich (1871–1903) und Edith (1883–1952) in Berlin auf und besuchte das Königliche Wilhelms-Gymnasium in Berlin. 1886–1889 studierte er in Straßburg und Berlin Physik, Philosophie und Chemie bis zur Promotion („Die Absorption des Lichts in Metallen“). 1889/1890 studierte er Maschinenbau an der Technischen Universität München.
Rückblickend schrieb er über seine Jugendzeit:
{{Zitat|In den Jugendjahren eines jeden deutschen Juden gibt es einen schmerzlichen Augenblick, an den er sich zeitlebens erinnert: wenn ihm zum ersten Male voll bewußt wird, daß er als Bürger zweiter Klasse in die Welt getreten ist und keine Tüchtigkeit und kein Verdienst ihn aus dieser Lage befreien kann.Walther Rathenau: Staat und Judentum. Eine Polemik. In: Walther Rathenau: Gesammelte Schriften. Band 1: Zur Kritik der Zeit. Mahnung und Warnung. Verlag S. Fischer, Berlin 1918, S. 188f.}}
Die traumatisch erlebte Kluft zwischen Zugehörigkeit zur Elite und gleichzeitiger Diskriminierung begleitete ihn und bestimmte sein Handeln und Denken sein Leben lang.Martin Sabrow: Die verdrängte Verschwörung. Der Rathenau-Mord und die deutsche Gegenrevolution. Fischer Taschenbuch-Verlag, Frankfurt 1999, ISBN 3-596-14302-0, S. 13f.
miniatur|Rathenau in der Uniform eines [[Garde-Kürassier-Regiment|Gardekürassiers 1890/91]]
Industrieller
Nach gescheiterten Versuchen, dem Berufsbereich des Vaters durch die Hinwendung zur Kunst oder eine Offiziers- und Diplomatenkarriere zu entgehen, fügte er sich und übernahm 1893–1898 den Aufbau der von der AEG gegründeten Elektrochemischen Werke in Bitterfeld und Rheinfelden. Seit 1899 war Rathenau in leitenden Positionen für die AEG tätig, zunächst im Vorstand, 1902–1907 als Geschäftsinhaber in der nahestehenden Berliner Handels-Gesellschaft (BHG), seit 1904 vom Aufsichtsrat der AEG aus, dessen Vorsitzender er 1912 wurde. Zugleich vereinigte er seit 1904 nach und nach mehr als 80 Aufsichtsratsposten auf sich. Seine führende Stellung in der deutschen Wirtschaft wurde auch durch seine Aufnahme in die Gesellschaft der Freunde deutlich. In der kritischen Rezessionszeit der deutschen Elektroindustrie setzte er sich erfolgreich für Konkurrenzverminderung durch Syndikate und Fusionen ein. Die erfolgreich von ihm betriebene Kartellpolitik ließen ihn ab 1914 als den geeigneten Mann für die Organisation der deutschen Kriegsrohstoffversorgung erscheinen. Er wurde engster Berater seines Vaters, aber dessen Nachfolger wurde 1915 Felix Deutsch, während Rathenau Sondervollmachten und den Titel „Präsident der AEG“ erhielt.
miniatur|hochkant|Porträt Rathenaus von [[Hermann Burte]]Da die AEG stark an der deutschen Rüstungsproduktion im Ersten Weltkrieg beteiligt war, war Rathenau als ihr Aufsichtsratsvorsitzender auch in die Kriegsplanungen der Reichsregierung eingebunden. Am 16. September 1916 nahm er an einer Konferenz im preußischen Kriegsministerium teil, auf der Carl Duisberg und andere führende Industrielle angesichts des kriegsbedingten Arbeitskräftemangels die Deportation belgischer Zivilisten zur Zwangsarbeit nach Deutschland forderten. Rathenau unterstützte ihre Forderung in einem Brief an den OHL-General Erich Ludendorff, in dem er sich für scharfe Maßnahmen gegen die belgische Zivilbevölkerung aussprach. Die Deportationen wurden dann tatsächlich durchgeführt. Der Publizist Maximilian Harden, der sich mit seinem langjährigen Freund Walther Rathenau bereits 1913 zerstritten hatte, griff diesen später aufgrund seiner Verwicklung in die Deportationen scharf an. In Belgien wurde sogar überlegt, Rathenaus Auslieferung zu verlangen.Vgl. Jens Thiel: „Menschenbassin Belgien“. Anwerbung, Deportation und Zwangsarbeit im Ersten Weltkrieg. Essen 2007, S. 118–122.
Schriftsteller
Die ausgedehnte berufliche Arbeit bildete nur einen Teil seiner Aktivitäten. Während er praktisch zur Fortführung des väterlichen Großunternehmens beitrug, wollte er theoretisch als Schriftsteller die moderne Welt des Kapitalismus und Materialismus kulturkritisch durchdringen und verbessern. Hier förderte ihn Maximilian Harden, in dessen Wochenzeitschrift Die Zukunft seine ersten Aufsätze erschienen, als erster 1897 „Höre, Israel!“, eine Polemik gegen das moderne Judentum. Politisch und ästhetisch gehörte Rathenau zur Opposition gegen den herrschenden Wilhelminismus. Durch die Freundschaft mit Gerhart Hauptmann kam er in den Autorenkreis des S. Fischer Verlags und veröffentlichte hier 1912 und 1913 seine Bücher „Zur Kritik der Zeit“ und „Zur Mechanik des Geistes“, in denen er die moderne „Mechanisierung der Welt“ beklagte und seine neuidealistische Weltanschauung vom „Reich der Seele“ darlegte. Politisch setzte er sich für eine stärkere Beteiligung des liberalen, industriell tätigen Bürgertums an der Außenpolitik ein und suchte selbst durch Mitwirkung in der Kolonialpolitik Einfluss zu gewinnen. Neben anderen Kontakten in die völkische Szene war Rathenau von 1913 bis zu seinem Tod mit dem rechtskonservativen Publizisten Wilhelm Schwaner befreundet, in dessen Zeitschrift Der Volkserzieher in dieser Zeit einige Aufsätze Rathenaus abgedruckt wurden, was zu erheblichem Unmut in nationalistischen Kreisen führte.
Politiker
miniatur|hochkant|Walther Rathenau, 1921
Zu Beginn des Ersten Weltkriegs machte Rathenau als erster auf die unzureichende wirtschaftliche Vorbereitung des Reiches aufmerksam und empfahl die rasche Errichtung eines „Rohmaterialamtes“ zur zentralen Bewirtschaftung kriegswichtiger Rohstoffe. Kriegsminister Falkenhayn richtete darauf hin im preußischen Kriegsministerium die Kriegsrohstoffabteilung ein, um die Verteilung der kriegswichtigen Rohstoffe zu organisieren und hierbei eine staatliche Beaufsichtigung der deutschen Industrie durch Kriegswirtschaftsgesellschaften einzuführen. Die Leitung übernahm der Initiator Rathenau von August 1914 bis März 1915.Martin Sabrow: Die verdrängte Verschwörung. Der Rathenau-Mord und die deutsche Gegenrevolution. Fischer Taschenbuch-Verlag, Frankfurt 1999, ISBN 3-596-14302-0, S. 17. Wahrscheinlich hat er damit eine schwere Materialkrise Deutschlands verhindert, sah selbst darin aber auch Ansätze für neue gemeinwirtschaftliche Formen. Es gelang ihm die durch die britische Blockade sofort spürbaren Defizite bei kriegswichtigen Rohstoffen zumindest einzudämmen.Bruno Thoß: Der Erste Weltkrieg als Ereignis und Erlebnis. Paradigmenwechsel in der westdeutschen Weltkriegsforschung seit der Fischer-Kontroverse. In: Wolfgang Michalka (Hrsg.): Der Erste Weltkrieg. Wirkung, Wahrnehmung, Analyse. Seehamer Verlag, Weyarn 1997, ISBN 3-932131-37-1, S. 1012–1043, hier: S. 1026.
Über diese Zukunftsziele äußerte er sich 1917 in seinem wirkungsvollsten Buch „Von kommenden Dingen“. Wirtschaftliche Rationalisierung und Verfassungsreformen hielt er für wichtig, aber noch notwendiger erschien ihm eine Bewußtseinsveränderung. Ein zweiter Interessenpunkt Rathenaus an der Leitung der Kriegsrohstoffabteilung war die vergebliche Hoffnung einer weiterführenden Berufung zum Staatssekretär im Reichsschatzamt. Auch aus Enttäuschung zog er sich daher nach acht Monaten wieder aus der Kriegrohstoffabteilung zurück und konzentrierte sich vorerst bis zum Ende des Krieges auf die Organisation der Rüstungsfabrikation der AEG und Planungen zur Rückumstellung auf die Friedensproduktion.Vgl. Wolfgang Kruse: Walther Rathenau und die Organisierung des Kapitalismus. In Walther Rathenau – Die Extreme berühren sich, S. 155, erster Abschnitt. Hatte Rathenau dem Krieg 1914 noch kritisch gegenübergestanden,[http://web.archive.org/web/20071103011125/http://www.walther-rathenau.de/ersterweltkrieg.htm Erster Weltkrieg auf walther-rathenau.de] wandelte er während seiner Arbeit für das Kriegsministerium immer mehr zum Falken. So sprach er sich für die Bombardierung Londons mit Zeppelinen und die Deportation belgischer Zivilisten zur Zwangsarbeit nach Deutschland aus.Vgl. Martin Sabrow: [http://www.schule.de:8080/wro/Rathenau/sabrow.pdf Walther Rathenau - der Mann vieler Biographien], S. 10.
Rathenau, der die Methoden des Wiener Kongresses für überlebt hielt, weil Länderteilungen hinfällig geworden seien, wollte eine mitteleuropäische Zollunion, die Deutschlands Sieg und Dominanz in Europa bedeuten würde.Egmont Zechlin: Deutschland zwischen Kabinettskrieg und Wirtschaftskrieg. Politik und Kriegsführung in den ersten Monaten des Weltkrieges 1914. In: Historische Zeitschrift (HZ) 199 (1964), S. 347–458, hier S. 428. Die Leitung des mitteleuropäischen Wirtschaftsverbandes war einer zwischenstaatlichen Organisation zugedacht, in der Deutschland eine stärkere Stellung beanspruchen könnte, als Preußen sie im Bundesrat einnimmt. Er propagierte die Idee der Wiederbelebung des Frankenreiches, die von der Bevölkerung angeblich besser begriffen würde, als ein Programm weitreichender direkter Annexionen.Fritz Klein, Willibald Gutsche, Joachim Petzold (Hrsg.): Deutschland im ersten Weltkrieg. Band 1: Vorbereitung, Entfesselung und Verlauf des Krieges bis Ende 1914.. Berlin/DDR 1970, S. 361f.Über den Frieden von Brest-Litowsk urteilte er hingegen: Deutschland würde durch diesen Frieden in einem Abgrund von Feindschaft und Konflikten leben.Werner Hahlweg: Der Diktatfrieden von Brest-Litowsk 1918 und die bolschewistische Weltrevolution. Verlag Aschendorff, Münster 1960, S. 8f.
1918 kritisierte er sogar den Waffenstillstand und plädierte für die Fortführung des Krieges, um die späteren Verhandlungen aus einer besseren Position heraus führen zu können. Trotz seiner harten Haltung im Krieg wurde er aber später zur Zielscheibe von antisemitisch motivierten Angriffen durch die Anhänger der Dolchstoßlegende.
Wegen seiner widerspruchsvollen politischen Haltung von allen Seiten angefeindet, hatte Rathenau nach dem Krieg zunächst Mühe, für die neue Politik tätig zu werden. Als Wirtschaftssachverständiger und Mitglied und Mitbegründer der Deutschen Demokratischen Partei (DDP) arbeitete er 1920 in der Sozialisierungskommission und nahm an der Konferenz in Spa teil. Wegen seines entspannungsfördernden Verhandlungsgeschicks und seines internationalen Ansehens wurde er im Mai 1921 Wiederaufbauminister im Kabinett des Reichskanzlers Joseph Wirth und schloss im Oktober mit Frankreich das Wiesbadener Abkommen über privatwirtschaftliche deutsche Sachlieferungen an französische Kriegsgeschädigte. Ende Oktober trat Rathenau zurück, war aber in London und der Konferenz von Cannes weiterhin für die Regierung tätig. Am 31. Januar 1922 wurde er zum Außenminister im Kabinett Wirth II ernannt, um Deutschland bei der Weltwirtschaftskonferenz von Genua zu vertreten. Hier gelangen ihm keine Fortschritte in der Reparationsfrage, aber er fand sich unter Bedenken bereit, am 16. April 1922 mit Sowjetrussland in Rapallo einen bilateralen Sondervertrag abzuschließen, um Deutschland außenpolitisch mehr Handlungsfreiheit zu verschaffen. Wenn auch dieser Schritt gerade von nationaler Seite begrüßt wurde, hielt er die rechtsradikale Organisation Consul (O.C.) nicht davon ab, ein Attentat gegen diesen ersten erfolgreichen Außenpolitiker der Weimarer Republik durchzuführen.
Ermordung
miniatur|hochkant|[[Vorwärts (Deutschland)|Vorwärts-Ausgabe zur Ermordung Walther Rathenaus]]
Am 24. Juni 1922 gegen 11 Uhr vormittags wurde Reichsaußenminister Rathenau im offenen Fond seines Wagens von sogenannten Fememördern durch eine Handgranate und mehrere Schüsse aus einer Maschinenpistole getötet. Das Attentat verübten Anhänger der rechtsextremen Organisation Consul in der Koenigsallee (Berlin-Grunewald) an der {{Coordinate|text=Kreuzung Erdener-/Wallotstraße|NS=52.49062|EW=13.276334|type=landmark|region=DE-BE|name=Tatort der Ermordung Walther Rathenaus}}. Die beiden Täter, der 23jährige Kieler Jurastudent und ehemalige Marineoffizier Erwin Kern und sein Komplize Hermann Fischer, ein 26jähriger Maschinenbauingenieur aus Chemnitz, konnten schließlich am 17. Juli 1922 auf der Burg Saaleck nahe Bad Kösen, damals in der preußischen Provinz Sachsen, gestellt werden. Bei dem Schusswechsel wurde Kern durch eine Polizeikugel tödlich getroffen, Fischer nahm sich daraufhin das Leben. Ernst Werner Techow, der den Wagen fuhr, wurde mit fünfzehn Jahren Zuchthaus bestraft. An der Planung des Mordes war neben anderen auch Ernst von Salomon beteiligt, der zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt wurde und sich in dem Roman Die Geächteten (1929) später kritisch mit der Tat auseinandersetzte. Nach Salomon wollten die Attentäter vor allem eine nationale Revolution.Ernst von Salomon: Die Geächteten. rororo Taschenbuchausgabe 1962, S. 212ff.
Motive der Attentäter und die Justizverfahren gegen die Mittäter
Die Ermordung Walther Rathenaus war der erste politische Fememord der Weimarer Republik, der auch dezidiert antisemitisch motiviert war.vergl. etwa: Ulrich Kluge: Die Weimarer Republik. Paderborn, 2006, S. 231. So kursierte seit etwa 1920 ein antisemitisches Stammtischlied, das gegen ihn hetzte:Ernst Toller: Eine Jugend in Deutschland. Text nach der Ausgabe von 1936 im Querido Verlag, Amsterdam, Reclam Leipzig 1990, ISBN 3-379-00558-4, S. 266.
{{Zitat|Knallen die Gewehre – tak, tak, tak
Aufs schwarze und aufs rote Pack.
Auch Rathenau, der Walther,
Erreicht kein hohes Alter,
Knallt ab den Walther Rathenau,
Die gottverdammte Judensau!}}
Daneben richtete sich die Tat gegen Rathenau als den Inbegriff des „Erfüllungspolitikers“. Sie war Bestandteil einer rechtsterrorististischen Anschlagsserie, die mit dem Mord am Zentrumspolitiker Matthias Erzberger 1921 und dem Blausäure-Attentat auf Philipp Scheidemann (SPD) 1922 bereits prominente Politiker betroffen hatte, und die Republik destabilisieren sollte.Sabrow, Rathenau, S. 175.
Die Staatsanwaltschaft hat sich mit den Motiven der Attentäter kaum befasst, es wurde nur auf „blindwütigen Judenhass“ hingewiesen.Martin Sabrow: Die verdrängte Verschwörung. Der Rathenau-Mord und die deutsche Gegenrevolution. Fischer Taschenbuch-Verlag, Frankfurt 1999, ISBN 3-596-14302-0, S. 183. Die Justiz hatte ein Interesse daran, durch schnelle einfache Klärung des Falls die Öffentlichkeit zu beruhigen. Motive und weitere Hintermänner wurden nicht gesucht.Martin Sabrow: Die verdrängte Verschwörung. Der Rathenau-Mord und die deutsche Gegenrevolution. Fischer Taschenbuch-Verlag, Frankfurt 1999, ISBN 3-596-14302-0, S. 237.Die Urteilsbegründung führte dann das Verbrechen auf die Wirkung antisemitischer Hetzparolen zurück, um den Mord als isolierte Tat junger unreifer Fanatiker zu deuten. Zweifellos waren viele Offiziere Hermann Ehrhardts „von tiefem Hass auf den Juden und Erfüllungsgehilfen Rathenau erfüllt“. Dennoch wehrten sich Salomon und die Brüder Techow gegen die Zuschreibung judenfeindlicher Tatmotive.Martin Sabrow: Die verdrängte Verschwörung. Der Rathenau-Mord und die deutsche Gegenrevolution. Fischer Taschenbuch-Verlag, Frankfurt 1999, ISBN 3-596-14302-0, S. 184. Martin Sabrow zieht die Annahme, Judenhass sei der treibende Beweggrund des Anschlags gewesen, in Zweifel.Martin Sabrow: Die verdrängte Verschwörung. Der Rathenau-Mord und die deutsche Gegenrevolution. Fischer Taschenbuch-Verlag, Frankfurt 1999, ISBN 3-596-14302-0, S. 185.
Vielmehr sollten durch Rathenaus Tod die Linken, vor allem Kommunisten zum Losschlagen bewegt werden, damit die Freikorps im Gegenschlag die Macht an sich reißen und eine rechte Diktatur errichten könnten. Rathenaus Tod, der nach Ansicht der Attentäter „alle Fäden in der Hand habe“, würde den Sturz der gesamten Regierung nach sich ziehen und die Linksradikalen zu Aktionen veranlassen.Martin Sabrow: Die verdrängte Verschwörung. Der Rathenau-Mord und die deutsche Gegenrevolution. Fischer Taschenbuch-Verlag, Frankfurt 1999, ISBN 3-596-14302-0, S. 187f. Letztlich scheiterte die „terroristische Provokationsstrategie“, der Versuch einer nationalen Gegenrevolution der Organisation Consul gegen die Weimarer Republik.Martin Sabrow: Die verdrängte Verschwörung. Der Rathenau-Mord und die deutsche Gegenrevolution. Fischer Taschenbuch-Verlag, Frankfurt 1999, ISBN 3-596-14302-0, S. 244ff.
Folgen des Mordes und Nachleben
miniatur|Staatsakt für Walther Rathenau im Reichstag am 12. Juli 1922
miniatur|[[Berliner Gedenktafel am Haus Hedemannstraße 12, in Berlin-Kreuzberg]]
Entgegen den Erwartungen der Attentäter löste der Mord parteiübergreifende Bestürzung und landesweite Demonstrationen aus.
{{Zitat|Die Ermordung Rathenaus löste ein politisches Erdbeben aus, das in der Republik kaum seinesgleichen hatte, und über Jahrzehnte blieb das Datum der Ermordung Rathenaus für die Zeitgenossen ein Markstein der Erinnerung und des Entsetzens. … Als die Nachricht vom Tode des Außenministers im Reichstag einlief, verwandelte sich das Hohe Haus in ein Tollhaus, in dem Reichstagspräsident Löbe stundenlang vergeblich an Würde und Beherrschung appellierte. Abgeordnete der Linken stürzten sich auf Deutschnationale und drängten sie unter Schlägen aus dem Plenarsaal; „Mörder! Mörder!“ gellten die Rufe gegen den scheinbar ungerührt in seiner Abgeordnetenbank sitzenden Helfferich, dessen maßlose Kampagnen erst Erzberger und nun Rathenau zur Strecke gebracht hätte.Martin Sabrow: Die verdrängte Verschwörung. Der Rathenau-Mord und die deutsche Gegenrevolution. Fischer Taschenbuch-Verlag, Frankfurt 1999, ISBN 3-596-14302-0, S. 92.}}Reichskanzler Joseph Wirth hielt einen Tag nach dem Attentat eine Gedenkrede im Reichstag, in der er den Satz prägte: Der Feind steht rechts.[http://www.dhm.de/lemo/html/dokumente/wirth/index.html Reichskanzler Joseph Wirth hält nach dem Attentat auf Walther Rathenau eine Gedenkrede im Reichstag]. Die Ermordung Rathenaus war der Anlass, am 21. Juli 1922 das Republikschutzgesetz zu erlassen. Dieses wurde jedoch fast ausschließlich gegen linke, bürgerlich-liberale, sozialistische und kommunistische Gesinnungstäter angewandt. Gegen Täter, die sich zum Konservatismus, den Deutschnationalen oder gar dem Nationalsozialismus bekannten, kam das Gesetz in der Regel nicht zum Tragen.
Der Publizist Sebastian Haffner schreibt in seinem 1939 geschriebenen, aber erst 2000 erschienenen Werk Geschichte eines Deutschen über Rathenau:{{Zitat|Er gehört ohne jeden Zweifel zu den fünf, sechs großen Persönlichkeiten dieses Jahrhunderts. Er war ein aristokratischer Revolutionär, ein idealistischer Wirtschaftsorganisator, als Jude deutscher Patriot, als deutscher Patriot liberaler Weltbürger, und als liberaler Weltbürger wiederum ein Chiliast und strenger Diener des Gesetzes.|Sebastian Haffner|Geschichte eines Deutschen}}
Der mit Rathenau befreundete Schriftsteller Stefan Zweig folgerte bereits kurz nach dessen Tod in einem Aufsatz auch Vorhersagen über die weitere Entwicklung der Weimarer Republik:
{{Zitat|Gerade seit ihn mißleitete Leidenschaft von seiner Stelle stieß, steht Walther Rathenau am stärksten in Unvergeßlichkeit deutscher Geschichte, und sein Fehlen ist heute sinnlich fühlbarer als seiner Nachfolger unpersönliche Gegenwärtigkeit. […] Nie war er größer als in seinem Tod, nie sichtbarer als heute in seinem Fernesein: Klage um ihn ist zugleich Klage um das deutsche Schicksal, das in entscheidender Stunde seine stärkste und geistigste Tatkraft verstieß und wieder hinabrollte in die alte verhängnisvolle Wirrsäligkeit, in die wütige Ungeschicklichkeit seiner beharrlich unwirklichen und darum ewig unwirksamen Politik.|Stefan Zweig|Walther Rathenau – Gedächtnisbild (1922). In: Menschen und Schicksale}}Gustav Stresemann setzte später Rathenaus Verständigungspolitik fort.
In der Zeit des Nationalsozialismus kam die Erinnerung an Rathenau zum Erliegen, eine Gedenktafel am Ort seiner Ermordung wurde entfernt. Stattdessen verehrte man nun die Mörder als Helden: Am 17. Juli 1933 wurde auf Burg Saaleck eine (im Jahr 2000 entfernte) Gedenktafel enthüllt, die deren „Heldentod“ pries. Zur Einweihung legten Mitglieder der thüringischen Staatsregierung Kränze nieder, Ernst Röhm und Heinrich Himmler feierten die Mörder als Vorkämpfer der nationalen Erhebung.Otto Friedrich: Morgen ist Weltuntergang. Berlin in den zwanziger Jahren. Ars Nicolai, Berlin 1998, ISBN 3-87584-714-8, S. 139.
An die Ermordung Rathenaus, der von dem Schriftsteller Gustav Frenssen als der „vornehmste Kopf Europas“ bezeichnet worden war, erinnert heute u. a. ein 1946 von der linksliberalen Liberal-Demokratischen Partei Deutschlands gesetzter Gedenkstein in der Koenigsallee in Berlin-Grunewald.
miniatur|Gedenkstein für Walther Rathenau in der [[Koenigssee#Koenigsallee|Koenigsallee]]Die Liberal-Demokratische Partei Deutschlands
Dem Andenken an
WALTHER RATHENAU
Reichsaußenminister der deutschen Republik
Er fiel an dieser Stelle durch Mörderhand
am 24. Juni 1922
Die Gesundheit eines Volkes
kommt nur aus seinem inneren Leben
Aus dem Leben seiner Seele und seines Geistes
Oktober 1946
Inschrift auf der Bronzeplatte
Bestattet wurde Walther Rathenau im Familiengrab auf dem in der Wuhlheide gelegenen landeseigenen Waldfriedhof des Berliner Ortsteils Oberschöneweide. Die Grabstätte wurde von seinem Vater, dem AEG-Gründer Emil Rathenau, dort angelegt, wo er auch selbst begraben liegt. Das Grab von Walther Rathenau ist als Ehrengrab gekennzeichnet und mit einer Gedenktafel versehen. Die Familien-Grabanlage befindet sich im Feld I/1.[http://knerger.de/politiker_3/politiker_IV/politiker_5/politiker_6/politiker_7/politiker_8/politiker_9/politiker_10/politiker_11/politiker_12/rathenaupolitiker_12.html Familiengrab der Rathenaus auf dem Städtischen Waldfriedhof Oberschöneweide]
Würdigungen
miniatur|hochkant|Briefmarke (1952) der Serie 210[[Männer aus der Geschichte Berlins]]
* Bereits im Oktober 1922 erhielt das Gymnasium in der Festungsanlage Senftenberg (Landkreis Oberspreewald-Lausitz) als erste Schule den Namen Walther Rathenau
* 1923 benannte die Stadt Köln den Königsplatz gegenüber der Synagoge in der südlichen Neustadt in Rathenauplatz um.
* 1946 wurde das Grunewald-Gymnasium in Berlin-Wilmersdorf in Walther Rathenau-Schule umbenannt
* Der unweit des Ortes des Mordanschlages liegende Platz und wichtige Verkehrsknotenpunkt zwischen Koenigsallee, Hubertusallee, Kurfürstendamm und Halenseestraße in Berlin-Wilmersdorf wurde am 31. August 1957, dem Tag des 90. Geburtstags Rathenaus, nach ihm benannt.
* Seit 4. April 1978 trägt das Walther-Rathenau-Gymnasium und Realschule Schweinfurt den Namen des Politikers.
* Am 29. September 1990 wurde ein nach Walther Rathenau benannter U-Bahnhof in Nürnberg eröffnet (Rathenauplatz), in dem Porträts von Walther Rathenau und Theodor Herzl in anamorpher Fliesentechnik an den Wänden zu sehen sind.
* Weitere Plätze und Straßen in verschiedenen Städten tragen heute seinen Namen.
* Seit 2008 wird der vom Walther Rathenau Institut gestiftete Walther-Rathenau-Preis für besondere Verdienste im Bereich der internationalen Politik alljährlich in Berlin verliehen. Erster Träger ist Hans-Dietrich Genscher.
Trivia
1909 erwarb Rathenau das verfallene Schloss Freienwalde (heute Bad Freienwalde (Oder)), welches er vorwiegend als Sommersitz nutzte.[http://www.walther-rathenau.de/schloss_freienwalde.htm Schloss Freienwalde] auf walther-rathenau.de. Es beherbergt heute eine Rathenau-Ausstellung. Er hatte das heruntergekommene Anwesen der preußischen Krone abgekauft und es im Stil des Frühklassizismus aufwändig renovieren lassen. Obwohl mehr Museum als Wohnhaus, nutzte es Rathenau als Refugium zum Malen und Schreiben.Martin Sabrow: Die verdrängte Verschwörung. Der Rathenau-Mord und die deutsche Gegenrevolution. Fischer Taschenbuch-Verlag, Frankfurt 1999, ISBN 3-596-14302-0, S. 16.
1910 bis 1922 wohnte Rathenau in seinem von ihm selbst entworfenen Haus in der Koenigsallee 65, Berlin-Grunewald.[http://www.walther-rathenau.de/bilder/villasw.jpg Alte Abbildung] auf walther-rathenau.de
Große Teile des Nachlasses Walther Rathenaus befinden sich als Beuteakten im „Sonderarchiv“ in Moskau.[http://www.sonderarchiv.de/fonds/fond0634.pdf Fond 634 des Sonderarchivs: Verzeichnis des dort vorhandenen Nachlasses von Walther Rathenau (PDF)] Über die Rückgabe dieser Bestände wird zwischen Deutschland und Russland verhandelt.Teile seiner Gemäldesammlung gingen als Stiftung an das Frankfurter Städel.
Zitate
{{Zitat|Ich kämpfe gegen das Unrecht, das in Deutschland geschieht, denn ich sehe Schatten aufsteigen, wohin ich mich wende. Ich sehe sie, wenn ich abends durch die gellenden Straßen von Berlin gehe; wenn ich die Indolenz unseres wahnsinnig gewordenen Reichtums erblicke, wenn ich die Nichtigkeit kraftstrotzender Worte vernehme oder von pseudogermanischer Ausschließlichkeit berichten höre. […] Eine Zeit ist nicht deshalb sorgenlos, weil der Leutnant strahlt und der Attaché voll Hoffnung ist. Seit Jahrzehnten hat Deutschland keine ernstere Periode durchlebt als diese; das stärkste aber, was in solchen Zeiten geschehen kann, ist: das Unrecht abtun.|Walther Rathenau, 1911Walther Rathenau: Staat und Judentum. Eine Polemik. In: Walther Rathenau: Gesammelte Schriften. Band 1: Zur Kritik der Zeit. Mahnung und Warnung. Verlag S. Fischer, Berlin 1918, S. 206f.}}
{{Zitat|Der Antisemitismus ist die vertikale Invasion der Gesellschaft durch die Barbaren.|Walther RathenauErnst Simmel, Theodor W. Adorno: Antisemitismus. Die Zeit des Nationalsozialismus. Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt 2002, ISBN 3-596-15530-4, S. 59; und [http://www.hagalil.com/antisemitismus/deutschland/antisemitismus.htm Christian Schneider: Der Hass auf das Andere]}}
{{Zitat|Dies köstliche wahrhafte Volk hat keinen entscheidenden Freiheitssinn. Es liebt die Autorität, es will regiert sein, es gibt sich hin und will gehorchen. […]Ein serbisches Ultimatum und ein stoss wirrer, haltloser Depeschen! Hätte ich nie hinter die Kulissen dieser Bühne gesehen! Dann könnte ich den Unsinn der Zeitungen ertragen und schlafen. […]Ich kann nichts tun als in wütender Arbeit meine Sorgen ersticken. |Walther Ratenau, Berlin 1. November 1914 Walther Rathenau: Briefe. Dresden, 1926 apud Innenansicht eines Krieges - Deutsche Dokumente 1914-1918, dtv893 München 1968}}
Werke
miniatur|hochkant|Walther Rathenau: 230Vom Aktienwesen. Eine geschäftliche Betrachtung231
* Impressionen, 1902
* Reflexionen, 1908
* Zur Kritik der Zeit, 1912
* Zur Mechanik des Geistes, 1913
* Vom Aktienwesen. Eine geschäftliche Betrachtung, Berlin 1917
* Von kommenden Dingen, 1917
* An Deutschlands Jugend, 1918 (überarbeitete Ausgabe: Maximilian Hörberg (Hrsg.): München 2009, ISBN 978-3-00-023407-1).
* Die neue Gesellschaft, 1919
* Der neue Staat, 1919
* Der Kaiser, 1919
* Kritik der dreifachen Revolution, 1919
* Was wird werden? 1920 ([http://www.ub.uni-bielefeld.de/diglib/2009/Rathenau_Was/ Digitalisat])
* Gesammelte Reden, 1924 ([http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k65677n Digitalisat])
* Briefe, 2 Bände, 1926
* Neue Briefe, 1927
* Briefe an eine Liebende, Dresden, Reißner, 1931.
* Politische Briefe, 1929 ([http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k65679b Digitalisat])
Editionen* Gesammelte Schriften. 5 Bände. Fischer, Berlin 1918 ([http://gallica.bnf.fr/Search?adva=1&adv=1&tri=title_sort&t_relation=%22Notice+d%27ensemble+%3A+http%3A%2F%2Fcatalogue.bnf.fr%2Fark%3A%2F12148%2Fcb31179009d%22&lang=en Digitalisat]).
** Band 1: Zur Kritik der Zeit.
** Band 2: Zur Mechanik der Geistes.
** Band 3: Von kommenden Dingen.
** Band 4: Aufsätze.
** Band 5: Reden und Schriften aus Kriegszeit.
* Walther-Rathenau-Gesamtausgabe. 6 Bände. herausgegeben im Auftrag der Walther-Rathenau-Gesellschaft und des Bundesarchivs.
** Band 1: Schriften der Wilhelminischen Zeit 1886–1914. hrsg. von Alexander Jaser. in Vorbereitung.
** Band 2: Hauptwerke und Gespräche. hrsg. von Ernst Schulin. Müller, München 1977, ISBN 3-7953-0501-2.
** Band 3: Schriften der Kriegs- und Revolutionszeit 1914–1919. hrsg. von Alexander Jaser. in Vorbereitung.
** Band 4: Schriften der Weimarer Zeit 1919–1922. hrsg. von Tilman Koops. in Vorbereitung.
** Band 5: Briefe 1871–1922. 2 Teilbände. hrsg. von Alexander Jaser, Clemens Picht, Ernst Schulin. Droste, Düsseldorf 2006, ISBN 3-7700-1620-3.
** Band 6. Walther Rathenau – Maximilian Harden. Briefwechsel 1897-1920. hrsg. von Hans Dieter Hellige. Müller, München 1983, ISBN 3-7953-0505-5.
* Schriften und Reden. hrsg. von Hans Werner Richter. Fischer, Frankfurt Main 1964, ISBN 3-10-062904-3.
* Walther Rathenau – Wilhelm Schwaner. Eine Freundschaft im Widerspruch. Der Briefwechsel 1913–1922. hrsg. von Gregor Hufenreuter, Christoph Knüppel. VBB, Berlin 2008, ISBN 3-86650-271-0.
Literatur
Zeitgenössische Erinnerungsschriften
* Alfred Kerr: Walther Rathenau. Erinnerungen eines Freundes. Querido, Amsterdam 1935.
* Harry Graf Kessler: Walther Rathenau. Sein Leben und Werk. Klemm, Berlin-Grunewald 1928.
* Stefan Zweig: Walther Rathenau. Gedächtnisbild (1922). In: Ders. Menschen und Schicksale. Herausgegeben von Knut Beck. Fischer, Frankfurt am Main 1981, S. 255 ff.
* Stefan Zweig: Die Welt von Gestern. Erinnerungen eines Europäers. Bermann-Fischer, Stockholm 1942, S. 209 ff., S. 352 ff.
Wissenschaftliche Arbeiten
* Peter Berglar: Walther Rathenau. Ein Leben zwischen Philosophie und Politik. Styria, Graz/Wien/Köln 1987, ISBN 3-222-11667-9.
* Peter Berglar: Walther Rathenau. Seine Zeit, sein Werk, seine Persönlichkeit. Schünemann, Bremen 1970, ISBN 3-7961-3011-9.
* Wolfgang Brenner: Walther Rathenau. Deutscher und Jude. Piper, München/Zürich 2005, ISBN 3-492-04758-0.
* Walter Delabar, Dieter Heimböckel (Hrsg.): Walther Rathenau. Der Phänotyp der Moderne. Literatur- und kulturwissenschaftliche Studien (= Moderne-Studien. Band 5). Aisthesis, Bielefeld 2009, ISBN 978-3-89528-716-9.
* David Felix: Walther Rathenau and the Weimar Republic. The Politics of Reparations. Johns Hopkins University Press, Baltimore 1971, ISBN 0-8018-1175-9.
* Jörg Hentzschel-Fröhlings: Walther Rathenau als Politiker der Weimarer Republik (= Historische Studien. Band 490). Matthiesen, Husum 2007, ISBN 978-3-7868-1490-0.
* Lothar Gall: Walther Rathenau. Portrait einer Epoche. Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-57628-7.
* Markus Krajewski: Restlosigkeit. Weltprojekte um 1900. Fischer, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-596-16779-5. (beleuchtet auf der Basis neuer Archivrecherchen u. a. Rathenaus Rolle in der Kriegsrohstoffabteilung und würdigt ihn als „Projektemacher“ um 1900).
* Christian Graf von Krockow: Walther Rathenau. In: Ders.: Porträts berühmter deutscher Männer. Von Martin Luther bis zur Gegenwart. List, Berlin 2001, ISBN 3-548-60447-1, S. 289–336.
* Hans F. Loeffler: Walther Rathenau. Ein Europäer im Kaiserreich. BWV, Berlin 1997, ISBN 3-87061-666-0.
* {{NDB|21|174|176|Rathenau, Walther|Martin Sabrow}}
* Martin Sabrow: Die Macht der Mythen. Walther Rathenau im öffentlichen Gedächtnis. Sechs Essays. Arsenal, Berlin 1998, ISBN 3-931109-11-9.
* Martin Sabrow: Die verdrängte Verschwörung. Der Rathenau-Mord und die deutsche Gegenrevolution. Fischer, Frankfurt am Main 1999, ISBN 3-596-14302-0 (beleuchtet auf Basis umfangreicher Recherchen die Hintergründe des Mordes an Rathenau sowie der folgenden Gerichtsverfahren).
* Christian Schölzel: Walther Rathenau. Eine Biographie. Schöningh, Paderborn/München/Wien 2006, ISBN 3-506-71393-0.
* Christian Schölzel: Walther Rathenau. Industrieller, Schriftsteller, Politiker (= Jüdische Miniaturen. Band 2). Hentrich & Hentrich, Treetz 2003, ISBN 3-933471-44-3.
* Ernst Schulin: Walther Rathenau. Repräsentant, Kritiker und Opfer seiner Zeit (= Persönlichkeit und Geschichte. Band 104). 2. Auflage. Muster-Schmidt, Göttingen/Zürich 1992, ISBN 3-7881-0104-0.
* Hans Wilderotter (Hrsg.): Walther Rathenau 1867–1922. Die Extreme berühren sich. Argon, Berlin 1993, 3-87024-250-7 (Katalog zur gleichnamigen Ausstellung im DHI Berlin vom 9. Dezember 1993 – 8. Februar 1994[http://www.dhm.de/ausstellungen/rathenau/ Walther Rathenau 1867–1922 – Die Extreme berühren sich.] Ausstellungsinformationen auf dhm.de)
Rathenau als literarische Figur
* Gerhart Hauptmann: Berliner Kriegs-Roman. Fragment 1928/29.
* Robert Musil: Der Mann ohne Eigenschaften. Rowohlt, Berlin 1930 und 1932 – Die Figur des Paul Arnheim liefert ein teilweise intimes Porträt von Walther Rathenau.
* Alfred Neumann: Der Held. 1930.
* Ernst von Salomon: Die Geächteten. 1929.
Filme
* Walther Rathenau - Außenminister und Industriekapitän. Dokumentation, Deutschland, 2002, 45 Min., Regie: Oliver Voss, [http://www.gedenk-tafel.de/forum/index.php/topic,5337.msg19788.html#msg19788 Inhaltsangabe] von Phoenix.
* Walther Rathenau – Untersuchung eines Attentats. BR Deutschland, 1965, 75 Min., Buch: Paul Mommertz, Regie: Franz Peter Wirth, Produktion: Bavaria-Film, Süddeutscher Rundfunk, u. a. mit Lina Carstens, fiktive Interviewserie der wichtigsten Beteiligten zur Rekonstruktion der Umstände des Attentats.
* Mord an Rathenau. Fernsehfilm, DDR, 1961, 82 Min., Regie: Max Jaap, Buch: Heinz Kamnitzer, Alexander Stenbock-Fermor, Produktion: DFF, mit Harry Hindemith in der Rolle von Walther Rathenau, [http://www.zweitausendeins.de/filmlexikon/?sucheNach=titel&wert=56059 Filmdaten].
Weblinks
{{Wikisource}}
{{Commonscat}}
{{Wikiquote}}
* {{DNB-Portal|118598430}}
* [http://www.rathenau.ch/ Walther-Rathenau-Portal] der Walter-Rathenau-Gesellschaft
* {{LeMO|RathenauWalther|Walther Rathenau|Lutz Walther, Kai-Britt Albrecht, Gabriel Eikenberg}}
* {{PGIA|r#a9616}}
* {{BBKL|r/Rathenau}}
* Martin Sabrow: [http://www.schule.de:8080/wro/schulgeschichte/walther-rathenau/sabrow.pdf Walther Rathenau – der Mann vieler Biographien.] (PDF-Datei, 77 kB, 19 S.).
Einzelnachweise
|Navigationsleiste Reichsaußenminister
|Navigationsleiste Kabinett Wirth I
|Navigationsleiste Kabinett Wirth II
}}
{{Normdaten|PND=118598430|LCCN=n/79/84127|VIAF=36932567}}
{{SORTIERUNG:Rathenau, Walther}}Kategorie:Person (Berlin)
Kategorie:Reichsminister (Weimarer Republik)
Kategorie:Außenminister (Deutschland)
Kategorie:DDP-Mitglied
Kategorie:Publizist
Kategorie:Unternehmer (19. Jahrhundert)
Kategorie:Unternehmer (20. Jahrhundert)
Kategorie:Unternehmer (Elektrotechnik)
Kategorie:Person (Deutsche Kolonialgeschichte)
Kategorie:Person des Liberalismus
Kategorie:Kriminalfall 1922
Kategorie:Geboren 1867
Kategorie:Gestorben 1922
{{Personendaten
|NAME=Rathenau, Walther
|ALTERNATIVNAMEN=
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Industrieller und Politiker
|GEBURTSDATUM=29. September 1867
|GEBURTSORT=Berlin
|STERBEDATUM=24. Juni 1922
|STERBEORT=Berlin
}}
{{Link FA|als}}als:Walther Rathenau
bg:Валтер Ратенау
ca:Walter Rathenau
da:Walther Rathenau
Walther Rathenau
eo:Walther Rathenau
es:Walther Rathenau
fi:Walther Rathenau
Walther Rathenau
he:ולטר רתנאו
id:Walther Rathenau
it:Walther Rathenau
ja:ヴァルター・ラーテナウ
la:Gualtherius Rathenau
nl:Walther Rathenau
nn:Walther Rathenau
no:Walther Rathenau
pl:Walther Rathenau
pt:Walther Rathenau
ru:Ратенау, Вальтер
sv:Walther Rathenau
tr:Walther Rathenau
Text und Bilder dieses Beitrags stammen aus dem Artikel Walther Rathenau der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU Free Documentation License. Die Liste der Autoren ist in der Wikipedia unter dieser Seite verfügbar, der Original-Artikel lässt sich hier bearbeiten.