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Warenlehre

11.05.2012 @ 06:08, Biowaqr,

Warenlehre beschäftigt sich mit der wirtschaftswissenschaftlichen Untersuchung der Funktionen der Ware und der Vermittlung der Funktionen der Ware in den beruflichen Fach- und Oberschulen. Die wirtschaftliche Warenlehre unterscheidet zwischen den Gebrauchswerten und Tauschwerten der Waren. Eine ganzheitliche Warenlehre fokussiert auf den biologischen und kulturellen Zweck der Ware, deren Gebrauchswert zur Bedürfnisbefriedigung.

Warenlehre und Warenkunde


Die Warenkunde baut auf den Naturwissenschaften auf und benutzt zur Beschreibung der Waren die in der Naturgeschichte üblichen Fachausdrücke. Da die Waren unmittelbar oder mittelbar den drei Naturreichen entstammen, pflegt die Warenkunde die Waren aus dem Pflanzenreich, dem Tierreich und dem Mineralreich zu unterscheiden. Die Warenlehre begreift die Ware als Mittel zur Bedürfnisbefriedigung und fasst die wichtigsten Warengruppen analog zur Biologie nach den Gesichtspunkten des Gebrauchswertes zu Warenkategorien zusammen: Warenart, Warengattung, Warenfamilie (als Unter- u. Obergruppen) und Warenordnung (Warenbereiche: Gebrauchs- und Verbrauchswaren). Die Warenlehre ist ganzheitlich angelegt, sie behandelt die Waren in deren „Life-Cycle“ von der Produktion über den Konsum bis hin zur Entsorgung. Die Technologie der Ware wird in ihren Wechselbezügen zu Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt erfasst.

Integrationsfach an den kaufmännischen Schulen Österreichs


In Österreich ist die Warenlehre an den kaufmännischen Schulen im Gegenstand „Biologie, Ökologie und Warenlehre“ ein Integrationsfach. Dort wird im Unterschied zur Warenwirtschaftslehre (= Wirtschaftliche Warenlehre) der naturwissenschaftliche Zugang zu den Waren und den Wirtschaftswissenschaften betont. Die Warenlehre geht daher dort von dem Verhältnis aus, das zwischen dem Menschen und seiner Umwelt besteht. Die Warenlehre ist eine Form angewandter Biologie, als wirtschaftsorientierte Humanökologie. Sie befindet sie sich an der Schnittstelle zwischen Natur- und Wirtschaftswissenschaften.

Zur biologischen Bedeutung von Ware und Wirtschaft

Die Schnittstellen zwischen der Gesellschaft und der Biosphäre sind die „materia prima“ der Bioökonomie. Der Mensch strebt danach, sein Lebensumfeld und seine Lebensbedingungen optimal zu gestalten und seine Lebensfunktionen zu erhalten. Der Gebrauchswert der Ware ist dessen bio-kultureller Zusammenhang zur Gesundheit. Waren sind die (biologischen) Mittel zur Bedürfnisbefriedigung, die als (kultureller) Gegenstand des Handels in Betracht kommen, insofern sind sie der (ökonomische) Gegenbegriff zu Geld.

In ökologischer Sicht ist alles menschliche Wirtschaften eine Erweiterung des menschlichen Stoffwechsels: Die biologische Leistung und kulturelle Aufgabe der Wirtschaft ist die Erhaltung und Verbesserung der Qualität menschlichen Lebens. Das ist das Sachziel der Wirtschaft; daran zu "verdienen" ein sekundäres Formalziel. Der ökonomische Zugang zur Warenlehre ist die Warenwirtschaftslehre (engl.: Trade & Commerce), die sich an der Ware (engl.: Commodity) als Gegenstand des Handels am Tauschwert und dem Bedarf orientiert.

Im Mittelpunkt der Wirtschaft steht der Mensch als Wirtschaftssubjekt, die Ware ist das Wirtschaftsobjekt. Die Gesellschaft ist ein Teil der Biosphäre. Wirtschaftsethisch ist die Funktion der Ware - Lebensmittel und Mittel zum Leben - die der sozioökonomischen Zukunftsfähigkeit und der biologischen Lebensfähigkeit. In der Dreiecksbeziehung Ökologie-Ökonomie-Gesellschaft ist die Warenlehre als Nachhaltigkeitslehre anzusehen.

Begriffe der Warenlehre

Die Begriffe Ware, Gut und Produkt sind nicht synonym. Deren Unterscheidung beruht auf:
* der Generalistik der Warenlehre (die Ware als Oberbegriff ist der Gegenstand des Wirtschaftens);
* der Unterscheidung von Ware (die Wirkung : Bedürfnisbefriedigung) und Gut (die Leistung : Tausch);
* der Unterscheidung von Ware und Produkt, d.h. von Bedürfnis (Biokybernetik) und Bedarf (Kaufkraft auf Märkten).

Die ganzheitliche Bedeutung der Kategorie "Ware" hat als Begriff im Englischen keine Entsprechung.

Literatur

  • Schriftenreihe der Deutschen Stiftung für Warenlehre (DSW, gegründet 2001).
    *Schriftenreihe zur Lehrerfortbildung im berufsbildenden Schulwesen. Heft 119.- Wien (PIB) 1990.
    *Schriftenreihe des Institutes für Technologie und Warenwirtschaftslehre der Wirtschaftsuniversität Wien. Bd 2/1980.
    *BIOWARE. Zeitschrift für Biologie und Warenlehre.- Wien (ÖGWT / WU) 1990-1995.

    *Kiridus-Göller, R.: Die Warenwissenschaft in ihrer Tradition und Bedeutung.- In: Löbbert, R. u. Lungershausen, H.: Der Ware Sein und Schein. Haan-Gruiten (Verlag Europa Lehrmittel) 2002, S.169-200.- ISBN 3-8085-9857-3

    Weblinks

*http://www.warenlehre.eu
*http://www.bioeconomics.at
*http://www.warenlehre.at
*http://dgwt.de
*http://www.akademie-rs.de/wirtschaftsethik/heft1_01/03.htm

*http://www.thur.de/philo/ware.htm

Kategorie:Ökonomischer Markt

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