Wehrhafter Schmied
miniatur|Wehrhafter Schmied (2011)
miniatur|Brunnenfigur des Schmieds (2008)
Wehrhafter Schmied ist eine legendäre Aachener Figur, der heute ein nach ihr benanntes, 1909 vom Aachener Bildhauer Carl Burger und dem Düsseldorfer Erzgießer Bernhard Förster geschaffenes Brunnendenkmal in der Jakobstraße gewidmet ist.
Geschichte
Der Legende vom Wehrhaften Schmied liegt das Geschehen der Gertrudisnacht zu Grunde. Das historische Vorbild des Schmiedes war wahrscheinlich ein Metzger, der 1278 in der Nacht auf den St. Gertruds-Tag, also in der Nacht vom 16. auf den 17. März 1278, Graf Wilhelm von Jülich in der Aachener Jakobstraße vor dem Weißfrauenkloster erschlug, der mit Gefolgschaft nach Aachen eingedrungen war und die Freie Reichsstadt unterwerfen wollte, was jedoch an der Gegenwehr Aachener Bürger scheiterte. Aachen blieb reichsunmittelbar, musste jedoch 1280 einen Sühnevertrag schließen. Bestandteil dieses Vertrages war die Errichtung eines Sühnedenkmales am Ort, an dem das Geschehen mit der Erschlagung des Grafen gipfelte. Dieses Sühnedenkmal war dort in Teilen noch bis etwa 1800 vorhanden und wurde dann entfernt.
Das dort heute stehende Brunnendenkmal war 1907 vom Verschönerungsverein ausgeschrieben worden, dessen Preisgericht Burgers Entwurf auf den ersten Platz setzte und fünf weitere der insgesamt 29 Entwürfe auszeichnete.
Burgers Brunnen wurde zunächst am 27. Juli 1909 auf der Jakobstraße an dem kleinen Platz an der Ecke zur Klappergasse aufgestellt. Die Figur zeigt die heroisch überhöht dargestellte überlebensgroße Gestalt eines Schmiedes in Arbeitskleidung mit großem Hammer in der rechten Hand, dessen Kopf hinter den Füßen des Schmiedes auf dem Boden ruht. Sie stand auf einem rechteckigen Sockel, an dessen Seiten Ausläufe in davor stehende rechteckige Becken waren, die mit Viertelkreisbecken verbunden waren. Die Anordnung stand auf einem quadratischen Podest, das mit einem niedrigen gusseisernen Gitter umzäunt war.
Gegen die drohende Beschlagnahme des Denkmals gegen Ende des Ersten Weltkrieges setzten sich die Aachener Stadtverordneten am 30. August 1918 erfolgreich zur Wehr. Der Brunnen überstand auch den Zweiten Weltkrieg. Die Figur entging dem Schicksal der "Metallspenden", wurde jedoch demontiert und gelangte unter ungeklärten Umständen zur Waggonfabrik Talbot, an deren Verwaltungsgebäude an der Jülicher Straße sie als "Wachtposten" zu stehen kam, jedoch verunstaltet wurde, bevor sie im Suermondt-Museum eingelagert und restauriert wurde. Am 7. Mai 1947 wurde sie ohne Zeremonie an ihrem alten Platz wieder aufgestellt.
Am 21. Dezember 1962 wurde der Wehrhafte Schmied etwas näher herangerückt an die Kapelle des Kind-Jesu-Klosters der Schwestern vom armen Kinde Jesus, das frühere Weißfrauenkloster, wobei die Figur auf einen etwas erhöhten Sockel mit zwei einfachen seitlichen Laufbrunnen gesetzt wurde. Am 18. Dezember 1976 wurde das Denkmal nachts vom Sockel gestürzt und beschädigtSturz des Denkmals: {{Internetquelle |hrsg=Stadt Aachen |url=http://www.aachen.de/de/stadt_buerger/aachen_profil/chronik/pdfs_chronik/chronik1976.pdf|titel=Chronik der Stadt Aachen 1976 |zugriff=10. Januar 2012 }}. Nach der Reparatur der Schäden konnte es kurze Zeit später wieder am alten Ort aufgesetzt werden.
Siehe auch
Literatur
* Peter Hermann Loosen: Aus dem alten Aachen. Historische Skizzen oder Aachener Geschichte in Geschichten. 3. erweiterte Auflage. Aquensia-Klette-Verlag, Aachen 1978, S. 43–46.
Einzelnachweise
Weblinks
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* [http://www.aachener-geschichtsverein.de/Online-Beitraege/vedeant-acta-oder-100-jahre-denkmal-wehrhafter-schmied 100 Jahre Denkmal Wehrhafter Schmied]
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Kategorie:Brunnen in AachenKategorie:Denkmal in Aachen
Kategorie:Baudenkmal in Aachen
Kategorie:Erbaut in den 1900er Jahren
Kategorie:Aachen im 20. Jahrhundert
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