Werbeziel
Werbeziel bezeichnet in der Werbung einen Zustand im Hinblick auf ein beworbenes Objekt,Beispiele für beworbene Objekte sind Unternehmen, Non-Profit-Organisationen, Marken, Produkte, Dienstleistungen, Wirtschaftsstandorte oder Tourismusregionen. den ein Werbungtreibender (bzw. dessen Auftraggeber) mit Hilfe einer oder mehrerer WerbemaßnahmenHierunter fallen im weiteren Sinne auch Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit (Public Relations). bei einer definierten Zielgruppe zu erreichen versucht.
Werbeziele nach Paul W. Meyer
Grundlegende Funktionen und Ziele von Werbung
Nach Paul W. Meyer, einem Pionier der deutschen Marktforschung nach dem Zweiten Weltkrieg, hat Werbung vier grundlegende Funktionen und Ziele:Ursprünglich sprach Meyer davon, dass Werbung der „Absatzanbahnung“ diene (Paul W. Meyer: Die Werbeerfolgskontrolle. Werbeertrag, Werbeaufwand, Werbewirtschaftlichkeit; Düsseldorf u. a. (Econ) 1963, S. 181 ff., ohne ISBN). Diese Funktion lasse sich wiederum in die im Folgenden genannten vier Unterfunktionen einteilen (Paul W. Meyer: Die machbare Wirtschaft, v. a. S. 59; siehe Literaturverzeichnis).
{| class="wikitable"|-
! width="26%" | Funktion
! Ziel
|-
| width="26%" | Bekanntmachung
|| Bestimmter Bekanntheitsgrad des beworbenen Objekts
|-
| width="26%" | Information
|| Bestimmter Wissens- oder Informationsstand über faktische Eigenschaften des beworbenen Objekts
|-
| width="26%" | Imagebildung (oder Hinstimmung)
|| Bestimmte positive Einstellungen, Meinungen oder Überzeugungen zum beworbenen Objekt
|-
| width="26%" | Handlungsauslösung
|| Bestimmte HandlungenBeispiele für solche Handlungen sind der Abschluss eines Kauf-, Dienst-, Werk- oder Mietvertrags, das Tätigen einer Spende o. ä., der Antritt eines Ehrenamts, die Beteiligung an einem Volksbegehren o. ä., das Anfordern einer Warenprobe, eines Versandhauskatalogs oder Newsletters, die Teilnahme an einem Preisausschreiben, das Mitteilen einer Postanschrift oder E-Mail-Adresse sowie Mundpropaganda. im Hinblick auf das beworbene Objekt
|}
Hierarchie der Werbeziele
Die genannten Werbeziele bauen aufeinander auf. Beispielsweise kann der Adressat einer Werbemaßnahme nur dann eine positive Einstellung zum beworbenen Objekt gewinnen, wenn er die (im Sinne des Werbungtreibenden) wesentlichen Eigenschaften des Objekts kennt (oder zu kennen glaubt), was wiederum voraussetzt, dass er von der Existenz des Objekts weiß.
Abgeleitete Werbeziele
Werbeziele wie „Steigerung des Absatzes“, „Erweiterung des Kundenkreises“ oder „Erreichen eines bestimmten Marktanteils“ sind letzten Endes immer auf die oben genannten Werbeziele zurückzuführen.
Siehe auch
* Werbeerfolgskontrolle
Anmerkungen
Literatur
zu Paul W. Meyer:
* Paul W. Meyer: Die machbare Wirtschaft. Grundlagen des Marketing; Essen (Girardet) 1973, v. a. S. 59, ISBN 3-7736-4600-3.
* Claus Holscher: Absatzanbahnung; in: Paul W. Meyer, Arnold Hermanns (Hrsg.): Integrierte Marketingfunktionen. Absatz, Beschaffung und Öffentlichkeitsarbeit; Stuttgart u. a. (Kohlhammer) 1978, v. a. S. 62 - 67, ISBN 3-17-004703-5.
Kategorie:WerbungText und Bilder dieses Beitrags stammen aus dem Artikel Werbeziel der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU Free Documentation License. Die Liste der Autoren ist in der Wikipedia unter dieser Seite verfügbar, der Original-Artikel lässt sich hier bearbeiten.